Ex bei Geburt dabei sein lassen?

    • (1) 10.06.16 - 21:22
      schwangerundallein

      Hallo Ihr Lieben,
      mein Mann und ich leben seit kurzem getrennt und ich bin schwanger.
      Wir verstehen uns nicht, er ist aggressiv und unberechenbar. Aber er freut sich auf das Baby.
      Bin ich verpflichtet ihn bei der Geburt dabei haben zu lassen?
      Es wuerde ihn fertig machen wenn er nicht dabei sein darf. Aber er hat erst vor ein paar Tagen die Haustuer eingeschlagen vor Wut. Am liebsten wuerde ich den Kontakt komplett einstellen. Auch wenn es mir sehr leid fuer ihn tut, wenn er nicht alles miterleben kann, mit Schwangerschaft und Geburt und die ersten Momente etc.
      Aber ich denke auch, dass er es nicht verdient hat dass wir einen auf heile Familie machen, denn er hat alles kaputt gemacht ohne Ruecksicht. Er hat mich auch immer und immer wieder aufs Uebelste beschimpft und bedroht. Was soll ich tun?

      • Was ist heute bloß los? Sind das immer die selben Kerle, die nur in die Runde gereicht werden oder gibt es von dem Kaliber wirklich so viele?

        Worauf zielt denn deine Frage nun wirklich ab? Ob es eine gesetzliche Regelung gibt, dass Ehemänner bei der Geburt dabei sein müssen? Wohl kaum

        • (3) 10.06.16 - 21:36
          schwangerundallein

          es geht auch um das Moralische. Ob ich irgendwie dazu "verpflichtet" bin, weil es auch sein Kind ist.

          • es geht auch um das Moralische. Ob ich irgendwie dazu "verpflichtet" bin, weil es auch sein Kind ist
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            Bei aller Liebe.....warum machst DU dir ausgerechnet Gedanken um Moral? Er beschimpft und bedroht dich und erstmal ist er nur der Erzeuger, bis sich zeigt, dass er auch Vater sein kann, ohne das Kind zu gefährden.

            Die Frage ist eigentlich so absurd, als würde ein Vergewaltiger ein moralisches Recht haben wollen, der Frau, die er gewaltsam geschwängert hat, bei der Geburt zwischen die Beine zu schauen. Deinen Exmann würde ich nichtmal mitnehmen zum Besuch beim Arzt geschweige denn mich halbnackt vor ihm auszubreiten.

            Und nochwas.....

            Auch eine Geburt ist ein medizinischer Eingriff...Ereignis...wie auch immer man es bezeichnen will, genau wie simple Blutabnahme oder der Besuch beim Zahnarzt. Die Ärzte und Hebammen unterliegen auch hier der ärztlichen Schweigepflicht und haben nicht auszuplaudern, wie es gelaufen ist oder welche besonderen Maßnahmen dabei ergriffen werden mussten.

      Sprich mit Deiner Frauenärztin oder Deiner Hebamme, was eine Entbindung für Dich als Frau an Stress bedeutet. Da sollte jemand dabei sein, dem Du 100% vertrauen kannst und der Dich liebevoll unterstützt. Es kann zu Komplikationen kommen, wenn Du eine psychische Sperre aufbaust, das muss Dir klar sein.

      Für sein Fehlverhalten ist Dein Mann verantwortlich und auch für die Folgen. Du willst ihn nicht dabei haben, das wird ziemlich deutlich aus Deinen Zeilen und diesen Standpunkt darfst Du auch vertreten. Du und Dein Baby haben ein Recht auf eine friedliche und problemfreie Geburt.

      • (8) 10.06.16 - 21:45
        schwangerundallein

        Danke fuer Deine Antwort. Das hilft mir weiter.
        Muss ich ihn noch am gleichen Tag ueber die Geburt informieren?
        Oder reicht es wenn er sich mal meldet?

        • Ich finde schon das du ihn informieren solltest, musst ja nicht sein wenn es los geht. Aber wenn des Kind da ist schon. Du hast ja geschrieben das er sich freut. Ob du dazu verpflichtet bist, weiß ich nicht. Aber moralisch gesehen, würde ich es aufjedenfall machen.

          Ich möchte noch einmal betonen, dass es wichtig ist, dass Du das Thema mit Deiner Frauenärztin und/oder mit Deiner Hebamme besprichst. Du bist sehr unsicher und er ist gewalttätig, Du musst wissen, inwiefern Du ihm bestimmt und selbstbewusst gegenüber treten kannst.

          Generell musst Du vom Gesetzgeber her gar nichts, Du kannst ihm Bescheid sagen, wann Du willst. Es gibt keine Vorgaben. Das hat den Grund, dass es auf den Einzelfall ankommt. Bei einem Mann, der unberechenbar ist, solltest Du Dich jedoch bestmöglich schützen. D.h. Du solltest ihn nur unter Zeugen an Dich heran lassen und falls Du Dich dazu entschliesst, dass er Dich und das Baby im Krankenhaus besuchen darf (was in Deinem Ermessen liegt und wovon ich abraten würde), dann sieh zu, dass jemand mit im Zimmer ist, wenn er kommt. Du kannst ihn auch von der Besucherliste streichen lassen, wenn Du Angst vor ihm hast. Das ist Dein Recht! Und Du kannst jederzeit nach dem Pflegepersonal läuten, wenn er aufdringlich oder übergriffig wird.

          Um es mal deutlich herauszuheben: Bei Geburt und Wochenbett geht es nicht darum, was ein Vater für Rechte hat, sondern was Mutter und Kind gut tut. Das wissen auch Ärzte und Krankenschwestern und falls Du verlangst, dass er Dich nicht einfach so besuchen darf, wird man Dich hierbei unterstützen.

          • (11) 10.06.16 - 23:00
            schwangerundallein

            Meinem Ex gegenüber bin ich gar nicht unsicher. Ich hab keine Angst vor ihm und lass mir nix gefallen.
            Ich bin nur im Zwiespalt gewesen, weil ich so moralisch gedacht habe. Es wird ihm das Herz brechen, wenn er nicht bei der Geburt dabei ist und von Anfang an alles mitbekommt.
            Aber ich kann da keine Rücksicht auf ihn nehmen, da habt Ihr schon Recht. Er hat sich das selbst eingebrockt.

        Meine Güte!

        Du musst garnichts! Das solltest du mal langsam begreifen. Sorry Aber du wirst Mutter!

Ernsthaft jetzt? Eine Geburt ist eine sehr intime Sache, da würde ich niemanden mitnehmen dem ich nicht zu 100% vertraue. Schon gar nicht einen cholerischen Ex. Im Gegenteil, bei dem Verhalten würde ich den Kontakt komplett abbrechen und ihn auch das Kind nur bei begleitetem Umgang sehen lassen.

LG

  • (15) 10.06.16 - 21:49
    schwangerundallein

    Genau das hatte ich auch schon gedacht!! Dass ich niemals mit ihm und dem Baby allein sein koennte. Zum Baby wird er liebevoll sein, aber ich will auf jeden Fall verhindern dass vor dem Baby gestritten wird! Deshalb hab ich mich auch jetzt schon getrennt. Um das Kind zu schuetzen. Es darf niemals dazu kommen dass das Kind sowas mit erleben muss. Und solange das Baby klein ist, kann ich es ihm ja nicht einfach mitgeben.

Niemals, das macht dich fertig und das gefährdet die Geburt und das Baby. Du brauchst Ruhe, Kraft und Konzentration für die Geburt. Brich den Kontakt vorerst bis zur Geburt lieber ab, du bist zu nichts verpflichtet. Momentan ist es dein Bauch. LG

Oh Gott! Ich war ehrlich gesagt auch grade schockiert über die Frage!

Was du tun sollst?!
Du sollst dich auf DICH und dein BABY konzentrieren!! Die Geburt geht nur DICH und dein BABY etwas an! DU entscheidest!

Da kann ich kann mich den anderen nur anschließen!

Wäre das Verhältnis zwischen dir und deinem Ex besser, oder wenigstens normal (wovon bei diesen Gewaltausbrüchen nicht die Rede sein kann!), dann könntest du ihn informieren wenns los geht und er könnte auf dem Gang warten. So könntest du immernoch entscheiden, ob er rein kommen darf!
Aber so wie die Situation bei euch ist, ist es ganz sicher besser, du bist allein und kannst dich voll und ganz auf die Geburt konzentrieren!

Hast du vielleicht eine gute Freundin oder so, die dabei sein möchte, wenn du jemanden brauchst, der bei dir ist? Oder eine Hebamme der du vertraust?

Dein Ex kann froh sein, wenn er das Baby überhaupt in den ersten Tagen sehen darf! Du solltest ihn zwar informieren, aber erhole dich erst mal von der Geburt! Es reicht auch noch wenn du ihm ein paar Tage später bescheid sagst!
Und auch hier schließe ich mich den Vorschreiberinnen an: Bitte Bitte sorg dafür, dass jemand in der Wohnung ist! Familie, eine Freundin, die Hebamme...

Alles gute für euch zwei! (also für dich und dein Kleines! ;-) )

(18) 10.06.16 - 23:07

Hallo,

ich bin sonst sehr dafür, dass Vaterrechte sehr gestärkt werden: Ehrlich gesagt: jemand, der so kollerisch und aggressiv ist, würde ich überhaupt nicht gerne im Leben meines Kindes haben und sicherstellen, dass dem Kind während des Umgangs nichts passieren kann.

Egal wie sehr man Kinder liebt - sie bringen einen mitunter an Grenzen. Wenn sich der Mann nicht beherrschen kann, dann kann das sehr übel ausgehen.

Während der Geburt würde ich jemanden mitnehmen, der selbst schon eine Geburt hinter sich hat und auch weiß, wie man dich unterstützen kann. Zur Not niemanden.

Als ersten Gedanken: Arschtritt. So ein Kerl soll doch wohl nicht bei der Geburt mit dabei sein?
Ich würde so viel Abstand zwischen ihm und mir (plus dem Ungeborenen) schaffen wie nur irgend möglich. Kinder, die mit aggressiven Elternteilen groß werden müssen, nein danke.

Als zweiten Gedanken: Seid ihr verheiratet? Du nennst ihn "deinen Mann", manchmal macht frau das ja nur, weil "mein Freund" so doof klingt. Dann tut es mir leid, er wird das Sorgerecht mit dir teilen und dir als scheinbar hochgradig aggressiver Mann, der sich auf das Kind freut und zunächst einmal in allen Belangen mit entscheiden darf, erhalten bleiben.

  • (20) 11.06.16 - 08:57

    Ja, wir sind verheiratet und leben seit kurzem getrennt.
    Er ist ja zu Kindern sehr liebevoll und fürsorglich. Nur mir gegenüber ist er aggressiv, aber das war zu Anfang nicht so. Ich denke, er wird sich als Vater sehr viel Mühe geben. Wir hatten uns ja auch sehr auf das Kind gefreut.
    Aber er hat viele Probleme mit sich selbst und ist allgemein überfordert vom Leben und kann neben mir nicht mithalten. Ich hatte das schon am Anfang der Beziehung gesagt, dass ein Leben mit mir ihn unglücklich machen wird. Aber er wollte mir unbedingt beweisen, dass dem nicht so ist. Die Liebe war stärker als die Vernunft. Aber es passt hinten und vorne nicht mit uns. Er macht auch seit längerem eine Therapie, jedoch sehe ich da keinerlei Verbesserung.

    Ich will unserem Kind genau das ersparen, dieses Mitbekommen dieser Aggressivität. Es ist schon ok wenn er sich als Vater kümmert. Es wird bestimmt nicht so sein, wie ich mir das wünsche, aber er wird das Kind lieben.

Du bist zu gar nichts verpflichtet.
Die Geburt ist eine Extremsituation. Da braucht man jemand auf den man sich verlassen kann, mit dem man sich wohl fühlt und der für einen da ist.
Ich würde ihn nicht mitnehmen. Du musst jemand mitnehmen, der dich unterstützen kann - alles andere wird dich nur Hemmen.

Wenn er bei der Geburt dabei sein will, muss er sich das "verdienen" und das hat er nicht. Bei der Geburt geht es nicht nur ums Kind, sondern auch um Dich - und wenn er dirgegenüber sich so verhält, dann hat er sich das selber verspielt.

(22) 11.06.16 - 09:26

Ich würde sogar überlegen, ein paar Tage zu warten uns ihm erst nach dem Milcheinschuss Bescheid zu geben. Nicht, dass du wegen Stress nicht stillen kannst. Außerdem ist eine Geburt ein sehr emotionales Ereignis, dass verdaut werden will.

In den ersten Tagen würde ich einfach fotografieren und dir die Zeit nehmen, die du für dich brauchst.

Alles Gute !

  • Das geht nicht. Sie ist auf jeden Fall moralisch verpflichtet ihm die Geburt des Kindes mitzuteilen. Er ist der Vater und ihr Nochehemann, den ich auf keinen Fall mit zur Geburt
    nehmen würde.
    Liebe TE, es ist vermutlich deine erste Geburt. Du befindest dich dabei in einer Ausnahmesituation. Da hat dein Ex nichts zu suchen. Nimm eine Freundin mit oder deine Mutter, aber niemals den Ex.

Ganz klar: Nicht mitnehmen! Eine Geburt ist doch kein Event, das du aufführst, um einen anderen glücklich zu machen! Da geht es einzig und alleine darum, das Baby möglichst gut und komplikationslos auf die Welt zu bringen. Wer dir da nicht wirklich helfen und beistehen kann, hat im Kreissaal nichts verloren, nur um zu gucken.

Ich finde, jede Frau hat das Recht, den Mann dabei draußen zu lassen, wenn sie sich damit unwohl fühlen würde- das gilt auch für glückliche Beziehungen und vorbildliche Ehemänner! In deinem Fall würde ich da überhaupt keinen Gedanken dran verschwenden...
Hinterher kann dein Ex immer noch ein guter Vater für sein Kind sein (hoffentlich wird er es wirklich!), das hat mit der Geburt ja nichts zu tun.

(25) 11.06.16 - 10:38

würde ich das tun!

Das wurde schon oft geschrieben. Ich wollte dir nur noch sagen, dass die Zeit nach der Geburt emotional sehr aufwühlend oder intensiv etc. sein kann, dass man ein paar Tage extrem empfindlich drauf ist...

lass dir bitte in jedem Fall so lange Zeit, wie du brauchst. Und wenn es mehrere Wochen später ist, setz dich nicht aus falschen Loyalitätsgründen unter Druck! Du bist in der Zeit ausschließlich dir selbst und deinem Kind verpflichtet, solltest umsorgt werden und dann, ganz ganz weit dahinter - aber kilometerweit dahinter, stehen andere Menschen, die nicht zu deinem Wohl beitragen können!

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