Vergleiche mit der Ex

    • (1) 31.08.16 - 13:51
      HickHackHinHer

      Hallo miteinander,

      in meiner neuen Beziehung, wir sind seit elf Monaten zusammen und hatten auch wirklich eine schöne Zeit, kommt es in den letzten Wochen vermehrt zu Schwierigkeiten. Mein Partner beteuert mich sehr zu lieben, und er kann mir das auch zeigen; allerdings gab es ein paar für mich irritierende, verwirrende Situationen, man könnte sie zusammenfassen unter "a) sagen, er will mich, aber b) das Gegenteil davon machen".
      In diesem Zusammenhang kam es zu zwei recht heftigen Streitsituationen zwischen uns, in denen er mir gegenüber sehr persönlich wurde.
      Nachdem ich nun eine Weile auf Nachdenken und Abstand gegangen bin, bin ich mir mehr als sicher, dass er mich mit seiner Ex vergleicht und vermutlich Angst hat, dass es mit mir so ähnlich wird, wenn unsere Beziehung fester wird.

      Zu den persönlichen Angriffen kann ich nämlich nur festhalten, dass ich mich in den Beschreibungen in keinster Weise wiederfinde, das Verhalten aber genau das beschreibt, wie er seine Ex beschrieben hat. Es ist auch so, dass die Beiden keinerlei vernünftige Kommunikationsbasis haben, obwohl sie ein Kind zusammen haben. Genauer gesagt habe ich in den letzten Monaten ein wenig mitverfolgen können, wie zerfahren das alles ist, und sie verhält sich ihm gegenüber auch anhaltend gehässig.

      Nun frage ich mich, ob ich bei diesen anhaltenden Verstrickungen und auch aus dem Gefühl heraus, dass er die Beziehung mit ihr nicht wirklich verarbeitet hab, jemals die Chance haben werde, auch in einer Konfliktsituation als der Mensch angesehen zu werden, der ICH bin. Das Problem ist auch, ich kann nicht wirklich mit ihm darüber reden. Damit konfrontiert, dass die Beschreibungen auf seine Ex passen, aber mit meiner Persönlichkeit nichts zu tun haben und ich mich dagegen wehre, in eine Schablone gepresst zu werden, die auf sie passt, gab er an, das sei doch gar nicht so. Aber ich finde keine andere Erklärung mehr für die ängstlichen Rückzieher, die er immer und immer wieder vor mir macht.

      Nun, ich sitze hier und grübele, ob diese Beziehung unter diesen Umständen überhaupt noch eine Chance hat.
      Ich habe auch Altlasten... aber mein Ex und ich haben es geschafft, eine freundliche Beziehung miteinander zu etablieren, auch unserem gemeinsamen fast erwachsenen Kind zuliebe.
      Meine düstere Prognose ist, das wird diesen Beiden niemals gelingen. Mein Freund verhält sich eingeschüchtert, während sie immer wieder für Stresssituationen sorgt, ihn beleidigt, beschimpft.
      Da sie ein jüngeres Kind miteinander haben (12) geht ein vollständiger Kontaktabbruch auch nicht. Ich glaube, es wäre für seine Psyche besser... aber es geht natürlich nicht.

      Vielleicht könnt ihr mir zu was raten.
      Ich bin gerade furchtbar traurig, wie alles den Bach runtergeht.

      • Ist es möglicherweise so, dass Ihr Euch zu früh nach seiner Trennung kennengelernt habt, so dass er wenig bis nichts verarbeiten konnte?

        Ich bin auch ein Scheidungskind und meiner Eltern hatten nach der Trennung keinen Kontakt mehr miteinander. Mein Vater hat uns zu den Umgangszeiten vor dem Haus abgeholt, wo wir auf ihn gewartet haben.
        Wäre das zumindest erstmal eine Möglichkeit, seiner Ex aus dem Weg zu gehen, damit beide erstmal runterkommen?

        • (3) 31.08.16 - 14:12

          Nein. Die Beiden sind seit fünf Jahren getrennt.
          Völlig aus dem Weg gehen kann er ihr nicht, wenn Dinge wegen der Tochter zu regeln sind (Schule, Unterhalt, Umgang).

      (4) 31.08.16 - 14:10

      hi,

      irgendwann wirst du mit ihm eh sprechen müssen - entweder jetzt, um das anzusprechen, was dir Schwierigkeiten bereitet, oder später, um zu sagen, dass Schluss ist.

      Ich wäre für jetzt sprechen - und dann kannst du immer noch sehen, wie sich alles entwickelt, wie viel Potential bei euch beiden ist, ob ihr beide die Kurve bekommt, um ein entspanntes, schönes Miteinander zu leben.

      Wenn du mit ihm sprichst, würde ich jetzt nicht mit den Theorien kommen, sondern direkt das ansprechen, was du beobachtest und was euch beide betrifft, womit du Schwierigkeiten hast und ob es nicht Alternativen gibt, bevor es zu einem Rückzieher kommt.

      Meistens machen Menschen erst recht zu, wenn sie das Gefühl haben, sie werden angegriffen. Andererseits braucht es auch keinen Schmusekurs und extreme Rücksichtnahme, das wäre genauso wenig hilfreich. Klar, ruhig und mit deinem Herzen reden, ... und auch zu hören, das hilft mir auch in Konfliktsituationen am besten.

      Vielleicht kannst du die Probleme, die du zwischen den beiden siehst, von eurer Geschichte trennen. Das könnte - theoretisch - ihm auch helfen, eure Beziehung unabhängig von seinen bisherigen Erfahrungen zu erleben. Das braucht allerdings manchmal Zeit und Vertrauen.

      lg

      • (5) 31.08.16 - 14:19

        Das ist ja das Problem... Mit Gesprächen versuchte ich es. "Mich irritierte, dass..." er blockt alles, sagt, er will nur mich, liebt nur mich, und verhält sich dann in manchen (!) Situationen völlig gegenteilig.
        Ich bin wirklich ein wenig bei der völligen Ratlosigkeit angelangt, da er insgesamt blockt, auch dann, wenn ich nur von meinem Erleben spreche, vorwurfsfrei, und was mich verunsichert.

        "Vielleicht kannst du die Probleme, die du zwischen den beiden siehst, von eurer Geschichte trennen"

        Mir fehlt leider jegliche Alternativerklärung. Und wie gesagt, wenn er mir jetzt schon Verhaltensweisen zuschreibt, die gar nicht auf mich passen, dann ist eine etwaige anhaltende Verstrickung mit der Ex noch am naheliegendsten...

        Ganz selten äußert er, dass er Angst hat, aber er sagt nicht konkret, wovor.

        (6) 31.08.16 - 14:20

        P.S.: Ich bat ihn auch darum, mir zu sagen, wann er Angst verspürt und wovor. Das tut er nicht, immer erst danach.

        • (7) 31.08.16 - 16:41

          hi,
          ich weiß jetzt auch nicht die Lösung...

          dass er erst im Nachhinein sagen kann, dass er Angst hatte, ist nicht untypisch. Immerhin sagt er überhaupt, dass er diese hatte. Und gut möglich, das er tatsächlich nicht weiß, wovor genau eigentlich...

          die Frage für mich wäre folgende: du schaust jetzt natürlich mit Adleraugen auf euer Problem, wodurch es nicht weniger wird. Und vermutlich kannst du schnell und gut Situationen verstehen, Zusammenhänge sehen und analysieren. Wenn du dich innerlich etwas (wirklich nur etwas) zurücklehnst und das bestärkst, was bei euch beiden gut ist, würde sich die Situation entspannen?
          Was wäre, wenn du in solch einer Situation lachst und sagst, dass er schon weiß, dass du seine Partner bist/ auf seiner Seite stehst/ nicht eine Ex oder Mutter bist? Würde das funktionieren?

          Ich kann die Situation nicht so gut einschätzen von dem, was ich lese. Und was helfen könnte, ob du ihm in einem ruhigen Moment erzählst, wie traurig dich das macht und dass du keinen Weg daraus siehst... oder ob du ihn fragst, ob er die Situation zwischen euch beiden auch verbessern möchte, damit ihr beide entspannter zusammen sein könnt und ob ihr nicht konkrete Ideen sammelt, wie ihr das umsetzen könntet (manchmal genügt ja ein Zeichen, eine Umarmung, ein Lächeln...)... oder ob das Ganze einfach zum Scheitern verurteilt ist? Ich würde das erst sagen, wenn ich das Gefühl habe, ich habe alles versucht.

          Grundsätzlich bin ich dafür, so ehrlich und authentisch wie möglich, klar und gleichzeitig liebevoll... ich glaube, diese Mischung bekommst du ganz gut hin, oder?

          ich habe geschrieben, ob du beide Geschichten nicht etwas trennen kannst, weil du dann "nur euer Fass" aufmachst - und das wird sicherlich kleiner und leichter anzuschauen sein, als der große Klotz, der ihm da am Bein hängt. Aber möglicherweise wirkt sich eure Klarheit und Liebe auf das andere Kuddelmuddel aus... irgendwann...

          Wenn eine Situation so verquer erscheint, so wie du beschreibst ja richtig gegensätzlich, dann finde ich es manchmal hilfreich, etwas völlig Unerwartetes zu tun. "auch wenn ich das, was du sagst, nicht bejahen möchte, aber ich liebe dich und möchte dich gerne umarmen (oder einfach tun...)"

          mir klingt die Geschichte nach viel Altlasten. und wenn du spürst, dass dir das zu viel Müll ist, der in eure Beziehung reinkommt, dann musst du dafür klare Worte finden
          ... und vielleicht sind getrennte Wege dann einfach gesünder und schöner - auch wenn es weh tut. Aber ich würde es nicht gutheißen, wenn Frau erträgt, Zuversicht ausstrahlt und sich bemüht und der Mann sein Süppchen immer weiter kocht... da kann die Liebe trotzdem da sein, aber man muss sie nicht in der Form als Paar dann ausleben.

          ich wünsche dir, dass du einen guten Weg für dich findest. es ist nicht eine klare schwarz-weiß Situation und ich kenne einige Beziehungen, da wurde über Jahre die Altlast weniger und weniger und es entwickelten sich sehr liebevolle und witzige Beziehungen daraus. Aber dann muss die Basis auch so stark sein, dass die Beziehung das "aushält"...

          lg

          • (8) 31.08.16 - 17:50

            Danke für diesen tollen Beitrag mit den vielen wertvollen Denkanstößen #liebdrueck Ich lasse das jetzt mal sacken, vielleicht drucke ich es mir sogar aus und noch einmal durch den Kopf gehen...
            Du machst mir natürlich auch wieder ein bisschen Mut #hicks

    (9) 31.08.16 - 14:50

    so ganz einfach scheinst du aber auch nicht zu sein, nicht wahr?!

    somit ist es doch letzlich egal ob er vergleicht oder nicht, ob er recht hat oder nicht...

    • (10) 31.08.16 - 14:54
      HickHackHinHer

      Ich habe nie behauptet einfach zu sein, aber wünsche mir trotzdem Klarheit und Sicherheit in einer Beziehung...

      Es ist absolut nicht egal, ob man wegen seiner Person/seinem Wesen/seiner Art geliebt und akzeptiert wird, oder ob man mit einer Person verglichen wird, mit der man weder eine Verbindung, noch Gemeinsamkeiten hat.
      Aber Hauptsache mal schlau in schwarz daher geschwätzte Binsenweisheiten preisgegeben, zeig du mir zudem mal einen einzigen Menschen, der "einfach" ist.

      • (12) 31.08.16 - 15:32

        naja, wie du es gerade deutlich machst, ist es bei "einfach" offensichtlich ja kein großer unterschied ob man in blau oder grau schreibt .

        und dann immer dieses billige und einfache argument von mitläufern, dass man ja schwarz schreibt #gaehn

        es wird doch sowieso immer nur dann benutzt wenn man sonst nichts anderes weiß und/oder gar nicht erst kapiert hat was der andere wirklich gemeint hat.

        ein mitläufer ist ja schon peinlich, aber dazu dann noch dieser nick....geil, einfach nur geil...und du meinst ich wäre eiiiinfach #ole

        sry, thema durch, du kapierst schon warum....#winke

Aus eigener Erfahrung: Wenn er sich nicht klar zu eurer Beziehung und dir bekennt und es nicht schafft, sich auch emotional von der Ex zu lösen, dann wird das nichts mehr.
Tut mir Leid. #blume

  • (15) 31.08.16 - 15:14

    Er bekennt sich einerseits schon, aber ich frage mich andererseits halt, ob er sich emotional gelöst hat oder überhaupt lösen kann, da sie nach wie vor sehr viel Unruhe in sein Leben bringt, er sich auch jedes Mal fürchterlich darüber aufregt wenn sie wieder einmal irgendwas angeleiert hat...
    Ich weiß einfach nicht weiter, würde die Beziehung gerne aufrechterhalten aber nicht, wenn ich oft genug nicht weiß, was eigentlich Sache ist...

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