zwickmühle.. beziehung ohne liebe..

    • (1) 11.02.17 - 10:07
      kein richtig/falsch

      Hallo,

      ich muss etwas ausholen. Ich bin mit meinem Mann seit 12 Jahren zusammen und die Hälfte davon sind wir verheiratet. Wir haben 2 Kinder und wohnen in einem großen Haus.

      Nun liebe ich meinen Mann nciht mehr so, wie ich es mir in einer Liebesbeziehung vorstelle. Ich mag ihn, ich kann mich auf ihn verlassen und ich verbringe sogar noch ab und zu ganz gerne Zeit mit ihm, nur Sex geht gar nicht mehr. Das bedeuted für mich eigentlich, dass unsere Beziehung, die emotionale gestorben ist. Wir leben nebeneinander her und oft genug ärgere ich mich auch über ihn, wenn er beispielsweise die Kinder ungerechtfertigterweise runtermacht.

      Das war auch der Auslöser. Er war einige Jahre sehr jähzornig, häufig wegen seiner eigenen Überforderung. Ich musste mich so oft vor die Kinder stellen. Als ich sagte, dass ich mich trennen wolle, ging plötzlich vieles. Ein vernünftiger Umgangston, geteilte Pflichten im Haushalt etc. etc.. Er ist wirklich netter und umgänglicher geworden und meine negativen Gefühle ihm gegenüber sind größtenteils verschwunden. Mein Leben habe ich mir dennoch anders vorgestellt, nämlich mit einem dem man vertraut, bedingungslos, den man liebt, den man auch anfasssen möchte etc.. Mir fehlt die Liebesbeziehung und natürlich, würde ich mich trennen hätte ich ja auch keine :).

      Es gibt so vieles was ich mir anders wünschen würde. Ich möchte den Kindern den Vater nicht nehmen, aber ich bin ja auch ein Mensch mit einem Recht auf Zufriedenheit oder?

      Auch wenn mein Mann sich sehr gebessert hat, möchte ich ein kleines Beispiel aufführen und mal fragen, wie Ihr reagieren würdet. Es geht natürlich hierbei um die Kinder. Das Kind hat Hausaufgaben, die es alleine nicht lösen kann aber unter Umständen mit dem Musiklehrer. Ich sage, er solle das mit jenem besprechen. Mein Mann sagt irgendwas unverständliches und motzt plötzlich, das Kind müsse es einfach machen und nicht, wenn es nicht geht einfach liegen lassen. So habe ich das gar nicht empfunden, dass er es liegen lässt.. Jedenfalls fing das Kind dann an zu weinen.. Ich habe die gesamte Diskussion nicht verstanden. Ich habe lediglich einen Vorschlag gemacht und daraus wurde eine 10 Minütige Diskussion.. Ich sage inzwischen nicht mehr viel, mich berührt es emotiional nicht mehr. Aber für meine Kinder möchte ich das beste. Mein Kind liebt seinen Vater, vermisst ihn etc. aber er weint auch sehr oft wegen ihm. .. Was soll ich nur machen.

      Ich würde mir so sehr eine hübsche, liebevoll eingerichtete Wohnung wünschen, mit meinen Kindern. Aber ich weiß nicht ob ich das alleine schaffe. Keine ständigen Kompromisse oder Warnungen an die Kinder "du weißt doch wie Papa darauf reagiert, mach das nicht"..

      Mich würde mal eine neutrale Einschätzung interessieren?

      LG

      • Hallo,

        Für mich klingt es so als ob du deine Entscheidung schon getroffen hättest.

        Bestimmt wirst du es alleine schaffen wenn du dich erstmal dafür entschieden haSt.

        "Keine ständigen Kompromisse oder Warnungen an die Kinder "du weißt doch wie Papa darauf reagiert, mach das nicht"..

        Irgendwie gruselig, ne Freundin von mir hatte auch so einen Vater, die ganze Familie musste sich seiner Laune unterordnen, sie war immer lieber bei mir zuhause.

        Heute wirft sie ihrer Mutter vor, dass sie sich nicht gegen den Vater durchgesetzt hat.

        Lg fatty

        Interessante Formulierung.....es gibt einmal "das Kind" und dann gibt es "mein Kind"...dann noch "meine/die Kinder"....aber kein "unsere Kinder".

        Emotional hast Du Dich wohl wirklich schon "verabschiedet". Eigentlich bleibt für Dich nun nur noch, das was Du Dir schon oft vorgestellt hast in der Realität umzusetzen.

        Du bist nicht glücklich....die Kinder sind auch dauernd in Lauerstellung und rechnen damit, dass Daddy mal wieder einen Aussetzer hat.....und das obwohl er sich.....wie Du sagst....schon gebessert hat.

        Als Alternative zur gänzlichen Trennung voneinander:

        Wäre evtl. eine temporäre Auszeit drin? Einfach mal um zu schauen, ob ein räumlicher Abstand das ganze wieder bessert?

        Die Beziehung eines Kumpels von mir stand vor dem kompletten aus, ...er hatte sich eine kleine Wohnung genommen, und als sie sich nicht mehr dauernd auf der Pelle gehockt sind, und jeder auch mal sagen konnte "ich will heute meine Ruhe" hat es plötzlich funktioniert. Sie wohnen immer noch getrennt...und sind beide glücklich...MITEINANDER !

        • (4) 11.02.17 - 10:58

          Hallo,

          ja das fällt mir jetzt auch auf.

          Ich muss sagen, ich war immer überzeugt, er wäre der Richtige und vielleicht wäre er das auch, wenn er diese Seiten nicht gezeigt hätte.

          Die räumliche Trennung hatte ich vor 1 Jahr vorgeschlagen, seitdem geht er mehr oder weniger häufig in die Wohnung seiner Eltern, aber eher so alle 2 Monate für ein paar Tage. Es ist besser geworden, ja, aber eben nicht gut. Davor konnte ich ihn kaum ertragen..

          Danke für Deine Einschätzung. Ich denke, es ist gut, diesen Druck gerade nicht zu haben und in Ruhe überlegen und agieren zu können.

          LG

      Puh, schwierige Sache.
      Das, was du gerne hättest, würde ich tendenziell in die Kategorie Idealbild der Romantik packen. Innige, aufregende Liebe ist etwas, was man sich ein Stück weit selbst baut. Sag, hattet ihr das einmal?
      Die Vorstellung von der eigenen Wohnung klingt für mich, als wäre dir das Tagesgeschäft zu viel. Im Ergebnis musst du beim alleine wohnen auch Kompromisse machen. Sei es mit den Nachbarn im Mietshaus oder bei den Besuchszeiten wieder mit deinem Mann. Aus der Kiste kommst du nicht raus. Ich habe das Gefühl, dass ihr an eurer libidösen Beziehung arbeiten solltet. Macht ihr euch mal schick füreinander? Bucht ihr mal ein Hotel um nur zu zweit einen Abend zu verbringen, gut zu Essen und Quatsch zu machen? Du scheinst die Aufregung eines Neuanfangs zu suchen. Dann ist vielleicht der erste Schritt , dich mit deinem Mann zu verabreden. Aber wenn es beim ersten mal scheitert: auch das muss man üben.
      Alles gute!

      • (6) 11.02.17 - 11:00
        beziehung ohne liebe

        Hallo,

        ja, dass hatte ich alles vor Jahren vorgeschlagen, von Ihm aus gab es da immer kontra. Inzwischen würde er es tun, mir zuliebe, aber jetzt mag ich nicht mehr..

        Libidöse Beziehung klingt lustig. Ich kann nicht mehr mit Ihm intim sein, es geht einfach nicht.

        Leider.

        LG

    Hallo

    sieh es mal nüchtern:

    kannst du dir eine jahrzehntelange Josefs Ehe vorstellen?
    Bist du finanziell halbwegs unabhängig?
    Hast du Freunde, Familie?
    Könnte man das Eheleben nicht doch wieder ( mit fachlicher Hilfe ) aktivieren?
    Kannst du in dieser Ehe auf Dauer seelisch und körperlich gesund bleiben?
    Wie hoch ist dein Leidens druck.?

    Diese Fragen würde ich mir stellen und die Kinder außen vor lassen.Die leiden immer in einer unglücklichen Ehe.

    L.G.

    • (8) 11.02.17 - 12:55
      danke für die

      hallo,

      danke für deine antwort.

      es ist so, mein leidensdruck war enorm. zu dieser zeit hätte ich es nie geschafft mich abzusetzen. nun geht es mir emotional besser ich fühle mich so weit gelöst, dass ich mit vielem ganz locker umgehen kann. die kinder bekommen glaube ich nichts mit, sie denken wohl, es wäre wieder besser, weil wir kaum noch streiten.

      familie habe ich hier nicht, freunde ja, aber die sind selbst familiär oder jobmäßig sehr eingebunden.

      finanziell einigermaßen bin ich unabhängig, kommt auf das einigermaßen an :)

      ich will den kindern nicht den vater nehmen, dass ist eigentlich der grund dafür weiter zu machen, ob es richitg ist kann keiner wissen, das werden die kinder später vielleicht sagen können...

      lg

      • (9) 11.02.17 - 14:40

        "Den Kindern den Vater nehmen" tust du nicht, es sei denn, du planst dich sonstwohin abzusetzen. Und wenn er doch jähzornig ist und man auf ihn Rücksicht nehmen muss, werden sie ihn wohl mit der Zeit nicht so dolle vermissen... und ihn sehen, wenn sie möchten bzw. wie es vereinbart ist.

        Ich habe jahrelang gezaudert und an einer Beziehung festgehalten die keine mehr war. Jetzt habe ich die von dir skizzierte Situation in einer liebevoll eingerichteten Wohnung... Jetzt verstehe ich mich mit mit meinem Nochmann auch wieder besser, es ist für alle leicter geworden, wir machen auch noch Sachen als Familie, aber wir wohnen nicht zusammen und sind kein Paar - und die Kinder finden das beide glaube ich ziemlich gut, denn vorher gab es nur Stress.

        Das letzte Signal das nix mehr geht ist wenn man keinen Sex mehr haben kann...

        Jetzt hab ich also meine Ruhe - aber romantische Liebesbeziehung? Weit gefehlt. Suche allerdings auch nicht. Für mein Seelenheil ist es heute defintiv besser als in der gemeinsamen Wohnung. Bin eigentlich jeden Tag glücklicher als zu der Zeit... Und manchmal auch glücklich. Einfach o.

        • (10) 12.02.17 - 10:37
          kein richtig/falsch

          hallo meine meinung.

          vielen dank für deine interessante antwort. ich hoffe du liest das noch, denn ich würde sehr gerne noch mehr wissen.

          z.b. wieviele und wie alt sind eure kinder, wie weit bist du weg gezogen? wie lange hat es gedauert, bis du eine wohnung gefunden hast und alles regeln kontest? wie hat dein mann reagiert? meiner hält total an mir fest, er liebt mich sagt er. und ja, seit ich mit trennung angefangen habe, ist er wie ausgewechselt.

          hast du familiäre unterstützung? ach ich hätte noch so viele fragen.

          lg

          • (11) 12.02.17 - 11:21

            Hallo,

            meine Kinder waren/sind schon größer (Teenager). Ehrlich gesagt ging dem Ganzen ein langer Entscheidungsprozess voraus und ich habe tatsächlich auch gewartet bis sie größer wurden. Letzten Endes war das vielleicht besser so - weil sie eben gemerkt haben dass es einfach nicht funktioniert mit uns und die Trennung für alle eine Erleichterung war - andererseits wäre es früher sicher auch gegangen, zu gehen und es hätte allen viel Ärger und ungute Familienatmosphäre erspart, aber letzten Endes handelt jeder so, wie er zu dem Zeitpunkt gerad4e am besten kann.

            Wir wohnen fußläufig 15 Minuten entfernt, das ist toll. Ich habe lange nach einer Wohnung gesucht aber lange auch sehr halbherzig. Als ich dann entschlossen war hat es knapp zwei Monate gedauert. Mein Mann wollte sich ja trennen - nur nicht handeln, von daher hat er mir auch keine Steine in den Weg gelegt. Hat mir sogar beim Renovieren geholfen.

            Ich denke man kann schon ein freundschaftliches Verhältnis aufbauen bei einer Trennung, zumal wenn keine dritten Personen beteiligt sind. Was passiert wenn einer dann einen neuen Partner haben sollte - keine Ahnung. Aktuell ist es jetzt jedenfalls viel viel besser als die letzten 10 Jahre...

            Letzten Endes wird er immer der Vater meiner Kinder bleiben und der Mann mit dem ich die meiste Zeit meines Lebens verbracht habe. Ich für mich empfinde für ihn auch noch eine Art Zuneigung und Verantwortung, wie man es eben einem Familienmitglied gegenüber empfindet, aber nicht einem Liebespartner... Mittlerweile kann ich auch wieder seine guten Seiten sehen, aber ich weiß eben auch um die schlechten, die mir nicht gefallen haben und das Zusammenleben für mich unmöglich machten, wie für ihn umgekehrt meine schlechten Seiten auch schwer gemacht haben...

            Im Moment kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, jemals wieder mit einem Mann zusammen zu wohnen.

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