"Lass uns Freunde bleiben"...

    • (1) 19.02.17 - 11:03
      Ausrede?

      Nachdem ich gerade eine Trennung hinter mir habe die mal wieder von diesen Worten begleitet wurde, wollte ich mal wissen welche Erfahrungen ihr damit gemacht habt.

      Eine Beziehung kann ja nun intensiv werden und tief gehen. Man lernt sich sehr intim und persönlich kennen, offenbart vielleicht dem Partner sogar alles von sich.

      Man verbringt viel Zeit miteinander, teilt sehr viel mit dem Anderen, und dann kommt der Cut und plötzlich fällt das alles weg und man soll wieder alleine "klarkommen".

      Der Gedanke und der Wunsch dann zumindest den Kontakt zu erhalten und vielleicht sogar eine Freundschaft aufzubauen liegt nahe.

      Es ist nicht das erste Mal, dass ich diesen Satz bei einer Trennung zu hören bekommen habe.
      "Lass uns bitte Freunde bleiben", gerne noch begleitet von "das zwischen uns ist immernoch etwas Besonderes" oder auch "ich hab dich trotzdem noch sehr lieb und werde immer für dich da sein".

      Zwei Mal, als es sehr tiefe Verbindungen waren, hat es nicht funktioniert und auch dieses Mal scheint es mal wieder nicht ehrlich gemeint zu sein.
      Ein Mal, als es nur eine oberflächliche Sache war, hat es geklappt.

      So langsam frage ich mich, ob es für Denjenigen der die Trennung ausspricht nicht nur eine Erleichterung darstellt um das eigene Gewissen zu beruhigen und sich selbst besser zu fühlen. Dahergesagte Phrasen um dem Anderen "nicht weh tun zu müssen"?

      • Es hört sich eben freundlicher an, aber nur in den wenigsten Fällen klappt das auch.

        Einer meiner Exfreunde ist mittlerweile mein bester Freund. Allerdings hat es 5 Jahre Pause gebraucht bis es dazu kam. In dieser Zeit ist jeder seiner Wege gegangen, ohne Kontakt.

        Ein nahtloser Übergang ist meiner Meinung nach nicht möglich.

        Ich MÖCHTE garnicht mit allen Verflossenen gut Freund geblieben sein.....vorbei ist vorbei - und das ist auch gut so.#cool
        LG Moni

        (4) 19.02.17 - 11:32
        keine Ausrede...

        ... aber ausgesprochen ein weicherer Übergang in die Trennung, weil es auch für den, der die Trennung ausspricht, oft irgendwie schmerzlich sein kann...
        es gab Schönes in der Beziehung - darum tut es leid und weh
        und es gibt einen oder mehrere Gründe, weswegen man sich für die Trennung entschiedet - und das gibt Kraft die Trennung durchzuziehen

        es ist dann einfach nicht nur schwarz-weiß...

        aber - so klingt es für mich - macht es dir mehr Sorgen, weswegen Beziehungen nicht so lange halten und du nicht mitbekommst, an welcher Stelle die Gründe für die Trennung entstehen?

        • (5) 19.02.17 - 12:23

          Findest Du wirklich, dass es auch für Denjenigen der verlassen wurde ein weicherer Übergang ist?
          Ich habe es ja nun wie gesagt schon ein paarmal erlebt und bin wohl eher der Typ der gerne Offenheit und Ehrlichkeit möchte, auch wenns weh tut, dann weiss ich wenigstens woran ich bin.
          Ja, wie schon gesagt, natürlich ist es in dem Moment eine Erleichterung für Denjenigen von dem die Trennung ausgeht. Ich sehe absolut, dass das auch keine leichte Position ist, aber sollte man nicht den Arsch in der Hose haben und wenigstens dann Klartext reden?

          Jemand der mir sagt, "ich möchte immer für dich da sein" und dann aber, wenn man wirklich mal Hilfe brauchen könnte, keine Anstalten macht...was bringt mir das denn?

          Über die Gründe für die Trennungen muss ich nicht grübeln, ich wurde durch andere Frauen direkt "abgelöst".

          Auch hier nervt mich aber wieder die fehlende Ehrlichkeit. Bisher hatte zumindest Keiner zu mir gesagt...Du, ich hab eine andere Frau kennengelernt und deswegen geht es mit uns nicht weiter.

          • (6) 19.02.17 - 13:31
            keine Ausrede...

            .... für manche schon... vermutlich spielen die Zwischentöne mehr eine Rolle, auch wie jemand sich die ganze Zeit verhalten hat etc...

            wenn du jedes Mal durch eine andere abgelöst wurde, dann scheint da ja doch ein Muster bei dir zu sein, oder? und auch, dass man nicht ehrlich zu dir sein kann...

            wenn ich jetzt eine Geschichte erfinden müsste und ich hätte deinen Text als Vorlage, dann würde ich eine hübsche Frau beschreiben, die immer nett ist, die sich bemüht, nett zu sein... und die sich nicht traut, sie selbst zu sein - aus Angst, dass sie verlassen oder verletzt werden könnte... und weil sie angepasst und hübsch ist, fällt es einigen Männern leicht, sich auf sie einzulassen und merken dann nach einer Zeit, dass das mehr oberflächlich war und sie entweder heißere Abenteuer haben wollen oder ein Gegenüber, was auch mal was riskiert... so dass sie spüren, da ist jemand, der auch Kontra gibt...

            vielleicht bin ich jetzt auch einen Schritt zu weit gegangen. wenn ich du wäre, würde ich die sich wiederholenden Geschichten als Anlass nehmen, um selbst zu wachsen...

            lg

            • (7) 19.02.17 - 14:15

              Nun, ich würde mich durchaus als reflektierten Menschen bezeichnen.
              Ich weiss, dass ich meine Macken habe und ich weiss inzwischen auch welche das sind.

              Aber: Mein einziges Muster könnte sein, dass ich eben bisher an die falschen Männer geraten bin.

              Soll es wirklich an mir liegen, dass Jemand nicht ehrlich zu mir sein kann?

              Ich bin Niemand der eine Szene veranstaltet, ganz im Gegenteil. Ehrlichkeit und Offenheit sind für mich sehr wichtige Bestandteile bei einer Beziehung und gerade weil sie für mich so wichtig sind, handle ich auch selbst danach.

              Deine Geschichte ist nachvollziehbar, trifft aber nicht auf mich zu. Auch hier ist es wieder eher das genaue Gegenteil.
              Ich verstelle mich nicht, weil ich darin keinen Sinn sehe. Ich bin so wie ich bin und zwar von Anfang an und so gebe ich mich auch. Wenn ich mich auf Jemanden wirklich einlasse, dann riskiere ich sogar sehr viel mit meiner Offenheit. Und egal wie oft ich verletzt werde, so riskiere ich das auch immer wieder aufs Neue...denn ohne das kann keine Tiefe entstehen. Und was ist eine Beziehung ohne Tiefe? Für mich wertlos.

              Dann wären wir eben bei "heisseren Abenteuern" wie du so schön schreibst...
              warum sollte ich einen Fehler bei mir suchen, wenn ein Mann sich ein "heisseres Abenteuer" sucht? Wer war dann oberflächlich?

              Ich nehme sowas auch wirklich zum Anlass daran zu wachsen...innerlich. Denn so sehr es erstmal weh tut, es bringt mich weiter und lässt mich noch achtsamer mit mir selbst und meinem Gegenüber werden.

              • (8) 19.02.17 - 14:55
                keine Ausrede...

                ... das klingt wirklich reflektiert... und nach dem Wunsch nach einer ernsthaften, tiefgehenden und ehrlichen Beziehung, offen und klar...
                das Thema Beziehung ist so komplex und ich kenne dich nicht...

                und ich stimme mit dir überein, dass man nicht für jedes "Unglück" die Fehler bei sich suchen muss/soll...

                das einzige, was mich noch irritieren würde, wäre, weshalb ich nicht früher mitbekommen habe, dass die Herren andere Ideen und Wünsche in der Beziehung haben/hatten... aber wenn eure Beziehungen nur Wochen oder wenige Monate gedauert haben, wäre das weniger die Frage, wie wenn es immer zwei bis drei Jahre waren und es dann zu dem Bruch kam.

                und eine Reflexionsfrage an meinen Bauch wäre noch, ob ich wirklich bereit für eine so feste, intensive und ehrliche Beziehung bin oder ob es mehr ein Herzenswunsch oder eine Idee im Kopf ist. Sagt wirklich mein ganzes Sein "ja" dazu? oder gibt es irgendwo noch Unsicherheiten und Hintertürchen...

                wie gehst du damit um, dass du nicht frustriert bist deswegen? Ich glaube, ich würde jetzt erst mal nichts mehr von Männern und Beziehungen im engeren Sinne wissen wollen... und mein Leben geniessen wollen...

                ich wünsche dir, dass dich dein Glück überrascht#liebdrueck

                • (9) 19.02.17 - 16:32

                  Es waren einmal 5 Monate und einmal 3 Monate, vorher allerdings waren es Jahre, aber das war auch sehr verworren und chaotisch.

                  Die aktuell beendete Beziehung hat für mich so ziemlich genau das dargestellt was ich mir wünsche und vorstelle.
                  Ich war wohl blind vor Glück würde ich sagen, sonst hätte ich es evtl. schon etwas früher bemerkt.

                  Warum bin ich nicht frustriert? Naja, es tut weh. Die ersten drei Tage habe ich fast nur geweint, aber es wird besser.
                  Und ich verfalle nicht mehr in Selbstzweifel weil ich es gar nicht einsehe. ????
                  Ich bin auch zwischendurch mal sauer auf ihn, weil ich nun eben teilweise seine Unehrlichkeit erkenne, aber hauptsächlich versuche ich mir schon die schönen Erlebnisse zu bewahren.

                  Danke...

      Ich glaube, dieses "Lass uns Freunde bleiben" ist in erster Linie Selbstbeschiss. Gerade der Part, der den Schlussstrich zieht, fühlt sich oft schuldig und versucht damit, sich selbst dahingehend zu beruhigen, dass man den Anderen ja nicht komplett "fallen lässt".

      Wenn überhaupt, ist eine Freundschaft meiner Meinung nach nur nach einer bestimmten Zeit des kompletten Kontaktabbruchs und physischer Trennung möglich. Sonst reißt man nur alte Wunden immer wieder unnötig auf.

      (11) 19.02.17 - 13:53

      Aus dem Grund sag ich sowas gar nicht erst, wenn ich Schluss mache.
      Mein letzter Ex-Freund war deswegen tödlich beleidigt. Er hat erwartet, dass ich mitsamt der Trennung den "Lass uns Freunde bleiben"-Spruch bringe und war eingeschnappt, als ich sagte, dass sowas meiner Erfahrung nach nicht funktioniert, und dass ich für solche Freundschaften auch nicht die richtige Person bin. Das hat ihn mehr geärgert als die Trennung selber. Fand er extrem unhöflich von mir. Dabei wollte ich nur ehrlich sein.
      Wie man's macht, isses falsch..

      (12) 19.02.17 - 14:36

      Ganz ehrlich, für mich ist das nur eine Floskel, eine Art Beschwichtigung. Ein verbales Kopftätscheln. Ich habe da nie etwas drauf gegeben und diesen Satz auch noch nie gesagt.

      Denn wenn nach der Trennung noch Platz für Freundschaft ist (was durchaus vorkam), dann musste man das nicht extra betonen. Wozu auch? Das weiß man dann doch.

    Man schätzt den Ex-Partner immer noch als Person und hätte deshalb gerne Kontakt weiterhin.

    Auch das könnte ein Grund sein, so etwas zu sagen.

    • Das klappt so und so nicht, wenn ein Part sehr verletzt ist, was ja meistens der Fall ist.
      Da ist ein Ende mit Schrecken wirklich besser....
      hatte früher auch mal zwei Exen, die den Spruch von sich gaben - aber den haben die sich sowas von in die Haare schmieren können, ich wollte die Typen nie wiedersehen.#schwitz
      Einen davon sah ich ca 15 Jahre später zufällig wieder, grins, das war ganz lustig.......
      besonders weil ich zwischenzeitlich einen viiiiiiel Besseren hatte #verliebt
      LG Moni

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