Gewollte Kinderlosigkeit - warum so schlimm?

    • (1) 03.03.17 - 21:06

      Hallo,
      Ich selbst habe eine Tochter, 14 Jahre alt.
      Gestern war ich mit Freunden essen und eine Freundin hat keine Kinder, weil sie ungewollt kinderlos ist.
      Sie hat jahrelang alles probiert, vergeblich.

      Die andere ist gewollt kinderlos und gehr da auch offen mit um.
      Die 3. hat zwei Söhne in der Pubertät.

      Gestern ist das Gespräch in eine sehr unschöne Richtung gegangen.
      Die ungewollt kinderlose Freundin und die mit den zwei Söhnen haben richtig schön in ihren Vorurteilen gebadet.

      Freundin 1 wäre nicht normal, jede Frau hat doch das Bedürfnis Mutter zu werden, wenn nicht, wäre sie psychische krank und überhaupt seien das ja alles karriegeile Tussen , die nur egoistisch wären.
      Ich war sprachlos, meine Freundin hat das locker genommen und meinte dass selbst ihre Eltern und Geschwister sie so sehen.
      Hallo wo sind wir denn?
      Ich habe auch nur 1 Kind und das auch nur weil es ein Unfall war.
      Kann sein dass ich mich bewusst auch nicht für ein Kind entschieden hätte.

      Warum ist das immer noch so ein Aufreger wenn Frau sagt: ich möchte kein Kind und bin glücklich mit der Entscheidung.

      Dann komm die Drohung, du wirst allein sterben und es im Alter bereuen. ..
      Das ist doch Schwachsinn dass Kinder ein Garant für ein glückliches, erfülltes Leben sind. .dazu gehört doch viel mehr

      • >>>Warum ist das immer noch so ein Aufreger wenn Frau sagt: ich möchte kein Kind und bin glücklich mit der Entscheidung.<<<

        Das ist überhaupt kein Aufreger, war es auch vor 30 Jahren schon nicht.

        Möchte da ein Frischling ein wenig aufmischen?

        • Nein.
          Warum sollte ich?

          Und es ist sehr wohl so dass kinderlose Frauen anderen oft suspekt sind.

          Im Beruf erlebe ich häufig Sprüche wie: ist ja klar, die hat keine Kinder, deshalb ist sie so weit gekommen oder: die lebt nur für den Job, da ist natürlich kein Platz für ein Kind.
          So selbstverständlich ist das keineswegs.

          Meine Tante hat keine Kinder.
          Sie wurde schon mit 50 als alte Jungfer betitelt und war untee ihren Kollegen an dee Uni die einzige weibliche Professorin.
          Was die erzählt was die männlichen Kollegen ihr alles an den Kopf geknallt haben: sie solle erst mal" werfen " dann wäre endlich ihre Stelle für jemand Kompetenteren frei, für Männer war sie unsichtbar sobald sie sagte, sie wolle keine Familie.
          Allein durch ihre Position im Job war sie schon ein Männerschreck.
          Die Sekretärin und die Studentin hatten es da einfacher einen Mann zu finden.
          Und auch heute noch heiratet der Chefarzt die Krankenschwester und der Bankdirektor die Azubine....anderes Thema, aber meine kinderlose Freundin hatte lange keine feste Beziehung weil ihr Status zu hoch war.
          Dann noch keine Kinder zu wollen, damit ist sie für die meisten potentiellen Partner raus.
          Und gewollt kinderlose Frauen sind gesellschaftlich eben nicht akzeptiert, schön wäre es.

          • Ich denke es gibt einen Haufen (kinderlose und Unterhalt zahlende) Männer, die nicht unbedingt (noch mehr) Kinder wollen. Und viele Männer wissen es sehr wohl zu schätzen die Zeit und die Freiheit zu haben eine Erwachsenenleben zu führen, mit Unabhängigkeit, Reisen, reizvollen Erwachsenenthemen.

            Dass man "mit zwei pubertären Söhnen" bzw. "ungewollt kinderlos" evtl. gerade etwas frustriert ist, und dass die eigene Unzufriedenheit bei manchen Menschen zur Abwertung anderer führt in der Erwartung sich selbst dann besser zu fühlen ist nun auch nicht weit her geholt. Allerdings sollte sowas unter Freunden nicht vorkommen. Aber wenn die gewollt kinderlose Freundin da so souverän reagiert hat ist da ja glücklicherweise kein Schaden entstanden.

          • >>>Warum sollte ich?<<<
            Weiß ich doch nicht. Langeweile?

            >>>Und gewollt kinderlose Frauen sind gesellschaftlich eben nicht akzeptiert, schön wäre es.<<<

            Blödsinn.

            Was du über deine Tante geschrieben hast, hat nichts mit ihrer Kinderlosigkeit zu tun. Es gibt immer Idioten, die nicht ertragen können, wenn eine Frau einen besseren Job hat.
            Da wird dann auf allem rumgehackt, sie hat drei Kinder, sie hat keine Kinder, sie hat keinen Mann, sie hat zu viele Dates, sie kleidet sich zu konservativ, sie läuft rum wie eine Nutte... Das erkennst du nicht?
            Da kann man drüberstehen, wenn man weiß, WER so redet.

      Hallo!

      Meine Cousine ist auch gewollt kinderlos, frag nicht, was sie sich auf jeder Familienfeier anhören muss.
      Ich habe selbst zwei Kinder (und könnte es mir auch nicht anders vorstellen), aber ich finde das muss jede(r) für sich entscheiden (dürfen).

      Hast du dazu was gesagt?

      Wenn deine Freundin so offen damit umgeht, könnte es evtl. sein, dass die anderen beiden auf dieses Selbstbewusstsein und Stärke und Klarheit neidisch sind und versuchen sich durch das schlecht reden aufzuwerten?

      Oder vielleicht bereuen sie insgeheim selbst Kinder bekommen zu haben?

      Oder war das nur ein Vorwand, um einen anderen Konflikt nicht aussprechen zu müssen?

      Ich weiß es nicht, ich hätte aber meinen Mund nicht halten können...

      LG #winke

      • Ich hab selbstverständlich was dazu gesagt, und das war nicht sehr diplomatisch.
        Mir ist es ehrlich gesagt schnurz was dahinter steckt, aber Tatsache ist dass sie überhaupt nicht verstehen konnten, dass ich ihre Mutterschaft hinterfragt habe.
        Warum wolltest du Kinder?
        Egoismus, Mangel an Alternativen?

        Das steht natürlich dann nicht zur Debatte, da Kinder zu bekommen ja " normal " ist.
        Warum also etwas Normales hinterfragen?

    Intressantes Thema. Ich glaube, die Entscheidung, keine Kinder haben zu wollen, ist immer individuell. Natürlich gibt es dann Parallellen, die aus der ähnlichen Situation oder wegen des gesellschaftlichen Standes der Frauen entstehen.
    Manche haben z. B. eine traumatische Kindheit gehabt und können mit Kindsein nichts positives verbinden.
    Manche wurden sexuell missbraucht und können sich eine Geburt oder Stillen nicht vorstellen.
    Manche sehen die mit Babys, Jugendlichen, usw. überforderten Freundinnen, Nachbarn und denken, das erspare ich mir lieber.
    Manche können sich nicht vorstellen, auf Schlaf zu verzichten.
    Manche haben Angst dass ihre Partnerschaft mit Kind nicht überlebt.
    etc...
    Und ja, es sind irgendwo begründete Ängste. Familie ist, meiner Meinung nach, die größte Herausforderung im Leben. Sicher hat man im Beruf auch sehr schwierige Situationen und Durststrecken, usw. Aber dieses " Sich-Aufgeben", "Ego-Ausschalten", erfahre ich am intensivsten mit meinen Kindern.
    Ich würde es niemanden sagen, sie würde es im Alter bereuen. Man kann noch so viel mehr im Alter bereuen. Ich galube, nicht jede Frau ist dafür prädestiniert, Mutter zu sein. Ich persönlich (und es ist wirklich ausschließlich mein Gefühl) fände mein Leben ohne Kinder langweilig und unerfüllt. Aber ich wollte schon immer Kinder haben. In meinem Beruf bleiben viele Frauen kinderlos. Alle arrangieren sich damit und leben mehr oder weniger glücklich so. Eine größere Karriere haben sie durch Kinderlosigkeit nicht gemacht, zumindest in meinem Bekanntenkreis.

    Ich finde es überhaupt nicht unnormal, wenn jemand (ob mann oder Frau ist mir dabei völlig egal) gewollt kinderlos ist und bleibt. Mein Bruder sagt von sich selbst, er ist lieber der coole Onkel als eigene Kinder zu haben. Meine beste Freundin sieht sich nicht als Mutter, will keine Kinder haben. Ist doch ok, jeder so, wie es ihm gefällt. Sehe da keinen Grund etwas zu unterstellen. Nicht jeder Mensch will Kinder haben. Ist völlig normal und nicht der Diskussion wert.

    Hallo,

    gewollte Kinderlosigkeit ist doch wahrlich kein Problem.

    Allenfalls wird daraus ein Problem gemacht. Ich kenne glücklich, sowie auch unglücklich kinderlose Paare.
    Je nachdem ob es gewollt oder ungewollt war.

    Mein Bruder samt Dauerverlobte wollten auch nie Kinder.

    Daran finde ich nichts verwerfliches oder Schlimmes, gar Unnatürliches.

    Eher schon wenn ungewollt Kinderlose eine Mission darin sehen, den Familienmitgliedern mit Kindern in die Suppe zu spucken, bei Erziehung, Werdegang oder gar Freizeitvergnügen der Kinder.

    Die meinen es nach deren Meinung ja nur gut...gut meinen ist der kleine Bruder von Schei****

    Wenn jemand Kinder erziehen möchte, dann muss man sich selber welche zulegen!

    Rosinen raus picken ist dann halt auch nicht und man sollte dies auch mit voller Konsequenz leben.
    Da gibt es zumindest bei mir auch keinerlei Kompromisse.

    Ich mische mich auch nicht ungefragt in deren kinderloses Leben ein und erwarte auch das diese mir die gleiche Gefälligkeit erweisen.

    In meiner Verwandtschaft sind doch schon mehrere Kinderlose. Im Alter kommen dann gerne die penetranten Familienzecken, die sich dann das Erbe sichern wollen#rofl

    Von meinen Freunden, die bewusst keine Kinder haben, hat niemand Leidensdruck.
    Die haben ihre Hobbys oder sonstige Aufgaben und einen Familien-Freundeskreis und oft ein Rudel struppige Senfhunde

    Das ist ja immer noch die Entscheidung eines jeden einzelnen.
    Jedes weitere Wort ist da überflüssig.

    Ich glaube schon, dass eine Frau, die ganz offen betont, keine Kinder zu wollen, schon von manchen Menschen etwas komisch beäugt wird. Vielleicht weil man automatisch unterstellt, dass sie generell ein Problem mit Kindern hat oder sehr egoistisch ist und wer etwas gegen Kinder hat, ist ein merkwürdiger Sonderling, einfach etwas suspekt. Bei Männern lässt man dies immer noch eher durchgehen weil man vielleicht seine Karrierewünsche hineininterpretiert. Eine Frau aber, die Karriere Kindern vorzieht, hat etwas sehr egoistisches an sich. Zumindest in den Augen einiger unserer Gesellschaft.

    Es ist mitunter schwer, mit diesen Ansichten, Vorurteilen und Fehlinterpretationen umzugehen. Selbst wenn eine Frau egoistisch ist, ist das ihr gutes Recht. Männer dürfen das schliesslich auch. Leider sinken dann ihre Sympathiewerte.

    Ich denke, es wird noch dauern, bis sich sich die Gesellschaft auch an diesen Typus Frau vollständig gewöhnt hat und es einfach als individuellen Wunsch toleriert und akzeptiert.

    Leute reden immer. Ich ernte oft Unverständnis dafür,dass ich mir keinen Mann "suche". Oder man versucht mich zu meinem Glück zu zwingen und zu verkuppeln. Wenn man sagt,im Moment will ich es so und konzentriere mich auf meine Tochter,reicht es den Leuten nicht aus. Deine Freundin kann noch so vernünftig argumentieren,aber wenn ihr Lebensmodell nicht dem der Mehrheit entspricht,wird immer getuschelt.

    Nebenher kann man natürlich aus rein anthropologischer Sicht darùber philosphieren, ob es etwas "Unnatürliches" ist, wenn man keinen Wunsch zur Fortpflanzung oder Arterhaltung hat. Oder ob die moderne Verhütung den Mensch einfach verändert hat weil man heute eben sehr selektiv die Fortpflanzung bestimmen kann. Ich fände das sehr interessant aber ich glaube, dass hier dafür nicht der richtige Platz ist.;-)

    Vielleicht bewege ich mich seit Jahrzehnten in merkwürdigen Kreisen, aber diese Art Diskussion samt 'Wertung kenne ich nicht.

    Wir haben Freunde und Familie aus allen Lagern. Meine Schwester ist Sozialpädagogin und hatte viele Jahre beruflich mit Kindern zu tun, will aber selbst keine haben. Das war noch niemals ein Thema in der Familie (und meine Eltern sind eine ganz andere Generation).
    Bei manchen Freunden weiß ich es auch nicht genau, warum sie keine Kinder haben. Einige haben mit dem ersten Partner Kinder, mit dem zweiten aber keine mehr. Wäre das auch diskutierenswert? Wenn man hier liest, bekommt man jedenfalls den Eindruck, als müsse man sich mit jedem neuen Partner vermehren.

    Mir ist das so was von egal, warum jemand keine Kinder hat. Ich frage mich umgekehrt eher, warum manche sich DAFÜR entscheiden, wenn sie sich doch so wenig oder lieblos kümmern. Es sind ja die VORHANDENEN Kinder, die in Wohngruppen und Heimen leben müssen, die misshandelt werden, die sich ungeliebt fühlen, die zuhause keine Unterstützung bekommen, die an der Armutsgrenze leben usw..usw. Gerade gab es Anmeldungen und wir bekamen die 4. ins Haus von einer Familie, die aus religiösen Gründen (so vermuten wir) ein Kind nach dem anderen bekommt und jetzt das 4. bei uns anmeldet. Alle mit Handicap (sonderpädagogischer Förderbedarf) und einige sind noch in der Kita und eines war im Kinderwagen bei der Anmeldung dabei. Warum will eine Familie ein behindertes Kind nach dem anderen in die Welt setzen????? In Deutschland darf man nicht mal einen dämlichen Fisch ohne Angelschein aus dem Teich holen. Aber vermehren darf sich jeder auf Teufel komm raus und bei Bedarf auch ohne Sinn und Verstand. DAS ist dann "normal" und psychisch gesund...........

    Schönen Gruß an deine unterbelichtete Freundin. Die soll mal einen Besuch machen in einem Kinderhaus. Meine Schwester hat dort ein paar Jahre gelebt und gearbeitet und viel erzählt - zum Heulen!!!!! Wegen der psychischen Belastung hat sie sich irgendwann für die Arbeit mit Erwachsenen entschieden. Denen sind mit Sicherheit die Menschen sympathischer, die sich bewusst gegen Nachwuchs entscheiden als die, die sich vermehren, weil sie sich nicht komplett fühlen, sich gar keine Gedanken machen oder Kinder so nebenher laufen lassen.....

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