Bin ich verpflichtet den Sohn meines Partners zu betreuen?

    • (1) 07.03.17 - 16:44
      böse Stiefmutter

      Hi,

      folgendes Problem. Mein Partner hat sich Anfang letzten Jahres selbstständig gemacht und er arbeitet seitdem sehr viel. Auch an den Samstagen wird es oft spät. Es kommt nicht selten vor, dass er bis 20 oder 21 Uhr arbeitet.

      Er hat einen 8 Jahre alten Sohn aus einer vergangenen Beziehung, der jedes zweite WE bei uns verbringt. Also eigentlich mit mir, denn seinen Vater sieht er ja quasi nur an dem Sonntag. Ich hole den Jungen am Freitag Nachmittag aus der Betreuung ab. Dann schaut er bei uns Fern oder wir spielen Karten oder Ähnliches bis mein Freund von der Arbeit kommt. Dann essen wir gemeinsam und mein Freund bringt sein Kind ins Bett. Am nächsten Morgen, wenn der Junge aufsteht, ist mein Mann schon auf der Arbeit und ich verbringe den Tag mit ihm. Er bringt ihn eigentlich nur ins Bett. Am Sonntag frühstücken wir gemeinsam und dann unternehmen wir meistens etwas und im Anschluss fährt mein Freund ihn dann wieder zu seiner Mutter. Das ist die Situation seit einem Jahr.

      Ich mag den Jungen und es ist für mich auch nicht schlimm, wenn es mal so läuft, aber auf Dauer ist das schon belastend für mich. Ich gehe auch Vollzeit arbeiten und kann mir Schöneres vorstellen, als mit meinem "Stiefsohn" die Wochenenden zu verbringen. Das habe ich meinem Freund auch schon gesagt. Sein Geschäft ist bis 13 Uhr geöffnet, so dass er eigentlich dann Feierabend machen könnte. Aber das geht nach seiner Aussage nicht, weil der Samstag Nachmittag/Abend die einzige Zeit ist, um sich um administrative Dinge zu kümmern. Er hat während der Geschäftszeiten keine Zeit dafür. Ich sagte ihm er soll das dann bitte mit der Mutter des Jungen klären, dass er dann eben erst Samstagabend kommt. Das wollte mein Freund nicht, aber ich habe ihm gesagt, dass er sich dann bitte eine Nanny für sein Kind suchen soll. Darauf hin hat er mit der Mutter gesprochen, aber die will davon nichts wissen. Sie sagt, dass sie auch mal Freiraum für sich braucht. Das ist ja sehr schön für sie, aber es ist nicht mein Kind und das Besuchswochenende sollte doch dazu dienen, dass Vater und Kind Umgang haben und nicht als Erholungsurlaub für die Mutter. Ich finde das von beiden echt unmöglich. Mein Partner wirft mir Egoismus vor, weil ich ihn nicht mehr unterstützen will. Dabei mach ich das ja schon seit mehr als einem Jahr und ein Ende ist nicht in Sicht. Ich bin doch die billige Nenny der beiden, oder sehe ich das falsch?

      • Hallo,

        ich kann dich verstehen. Ich kann aber auch die Mutter von dem Jungen verstehen. Sie ist für den Jungen die ganze Zeit zuständig und wird auch mal froh sein wenn sie ein We für sich hat. Das hat nicht damit zu tun das sie eine schlechte Mutter ist oder das sie ihren Sohn nicht mag. Für mich ist dein Partner in der Pflicht eine kindgerechte Umgangsreglung zu finden. Eine Nanny ist in meinen Augen der falsche Weg da sie seinem Sohn nicht mehr Zeit mit seinem Vater bringt. Es könnte mehr der Gedanke beim Jungen aufkommen das er abgeschoben wird. In meinen Augen könnte es hilfreicher sein wenn dein Partner eine Aushilfe im Laden beschäftigt damit er mehr Zeit für sich und seinen Sohn hat.

        FG blaue-rose

        • (3) 08.03.17 - 09:39
          böse Stiefmutter

          Hallo und danke für deine Antwort. Er hatte schon zwei Aushilfen, aber das hat nicht so richtig funktioniert. Es ist in diesem Bereich nicht leicht jemanden zu finden der sich auskennt. Er sucht zwar weiter, aber es gestaltet sich schwierig.

      Das sehe ich genau so wie du. Dann muss er die administrativen Aufgaben, in den Wochen der Besuchswochenenden auf einen Abend vorverlegen. Oder am Sonntagabend machen, vielleicht auch zuhause, dann kann er immer mal für eine Stunde ran und muss nicht alles in einem Rutsch machen.

      • (5) 08.03.17 - 09:43
        böse Stiefmutter

        Einen Teil davon könnte er sicher auch von zuhause am Sonntag machen, aber nicht alles. Er muss Bestellungen machen und z.T. auch mit Lieferanten telefonieren usw.

        • Er wird eine Lösung finden, wenn er sich bemüht. Muss ja nicht von null auf hundert sein.
          (Bei den Lieferanten wird auch am Samstagnachmittag keiner telefonisch erreichbar sein.)

    Der Sohn tut mir leid, die Mutter will ihn mal loswerden, der Vater hat eh keine Zeit für ihn. Der Junge wird doch merken, dass er nur ein lästiges Anhängsel ist. Verstehe das bitte nicht als Kritik an Dir.
    Du hast da keinerlei Verpflichtung, ab und zu würde ich die Kontaktpflege zum Sohn schon mal übernehmen, aber doch nicht auf Dauer.
    Dein Freund macht es sich sehr bequem, wenn er sein schlechtes Gewissen bei Dir ablegt und Du sein mangelndes Interesse am Sohn ausbaden sollst.
    Natürlich kann er Zeit für sein Kind frei schaufel, und er muß das auch tun.
    An Deiner Stelle würde ich ihm das unmißverständlich klar machen.
    Wenn er es nicht tut, mußt Du eben ein wenig Druck aufbauen und mal an einem Betreuungswochenende nicht da sein. Das würde ich ihm rechtzeitig sagen, damit er darauf vorbereitet ist, mal seine Pflicht zu tun.
    Kinder haben bedeutet nicht nur das Vergnügen der Herstellung, Kinder sind sein gesamtes resteliches Leben da und er hat da seine Pflichten.

    Damit meine ich nicht die selbstverständlichen, gesetzlichen Pflichten, sondern auch Liebe und Zuneigung darf sein Sohn sein gesamtes Leben lang von Deinem Freund erwarten. Weiß er das nicht?

    Gruß Bernd

    • (8) 08.03.17 - 09:48

      Er liebt seinen Sohn und ich weiß auch, dass er gerne mehr Zeit mit ihm verbringen würde, aber er hat eben auch viel um die Ohren.

Ich sehe da auch ganz klar den Vater in der Pflicht und kann die Mutter des Jungen auch verstehen. Und vor allem tut mir der Junge ehrlich gesagt etwas leid, weil er so wenig von seinem Papa hat. Er findet das bestimmt auch nicht klasse, dass er seinen Vater kaum sieht, wobei du dir bestimmt alle Mühe gibst. Dich kann ich auch verstehen und du bist bestimmt zu gar nichts verpflichtet. Warum erledigt dein Mann die administrativen Dinge nicht am Sonntag abends oder unter der Woche abends? Dann könnte er sich wenigstens auch ein bisschen um sein Kind kümmern und Zeit mit ihm verbringen? Oder kann es sein, dass er eher froh ist, dass er so lange arbeiten "muss" damit er aus der Kinderbetreuung raus ist?

Meinst Du denn, sein Sohn ist gern mit Dir zusammen?
Ich kann Dich verstehen, aber mit tut auch der Junge leid.
Dein Partner muss sich an den Besuchswochenenden umorganisieren, damit er mit seinem Sohn zusammen sein kann.
Dafür sind die Besuchswochenenden ja da.

  • (11) 08.03.17 - 09:51
    böse Stiefmutter

    Also ich denke schon, dass der Junge mich mag und gerne auch mit mir Sachen unternimmt, aber ich bin halt nicht der Vater und kann ihn auch nicht ersetzen.

Nein. Bist du nicht. Genau die gleiche Situation hatten wir hier vor Jahren. Irgendwann hab ich gestreikt. Ich wollte nicht mehr die kostenlose Babysitterin sein. Ich habe sein Kind einfach nicht mehr abgeholt, nachdem er keine Lösung finden wollte. Denn es lief ja einfach so weiter. Seine Mama war auch nicht begeistert, aber das war ihr Problem.

Lass dir das nicht gefallen, sonst läuft das Jahre so. DU entscheidest, ob du sein Kind betreust und nicht seine Eltern. Aus die Maus.

Das bist ja mal eine krasse Regelung!

Jeder der ELTERN verplant jeweils die WE, wie sie es für nötig halten (wobei dein Freund da am besten gestellt ist. Er sieht den Jungen ja praktisch nie und überlässt die Betreuung der Mutter oder jetzt dir).

Und DU bist in keiner Weise verpflichtet, aber musst dir jedes 2. WE freihalten, weil du babysitten sollst. Hast du nie etwas vor, willst ausschlafen, rumgammeln, Wäsche waschen, mit Freunden zum Frühstück verabreden und solche Dinge?
Dann würde ich schleunigst damit anfangen. Dem Kerl würde ich was husten.
Was macht er , wenn du krank wirst? Das dürftest du genau genommen auch nicht mehr.

Ich wäre auf 180, wenn man mir noch Egoismus vorwerfen würde und hätte die nächsten Besuchswochenenden etwas vor. Unverschämt......
Das ist eine Angelegenheit zwischen den Eltern. DIE sollen das untereinander klären und nicht dich als kostenlose Kinderbetreuung missbrauchen.

Hallo!

Siehst Du Dich und Deinen Partner als Familie, mit festem Zusammenhalt ung Zukunftsplänen? Dann bist Du für Deinen Stiefsohn auch Verantwortlich.

Siehst Du euch eher als Spaßgemeinschaft, die sich gut versteht, Spaß zusammen hat, das Leben teilt, aber nicht die Verantwortung, nicht "in schlechten Zeiten" sondern nur in den guten? Dann kann Dir der Sohn Deines Mitbewohners und Bettgenossen pupsegal sein.

Allerdings solltest Du dann auch nicht planen, mit ihm selbst irgendwann eine Familie gründen zu wollen. Weil ihr dann eben keine Familie seid.

Ich finde das ganze Arrangement furchtbar, vor allem für das Kind, das nur von einem zum anderen geschoben wird, ohne irgendwo willkommen zu sein.

  • (15) 07.03.17 - 21:05

    Aha. Man ist also als Stiefmutter ALLEIN für ein Kind verantwortlich, wenn Mama und Papa keinen Bock aufs eigene Kind haben? Sonst ist man keine Familie? Ist ja interessant.

    Ich gehe davon aus, dass du keine Stiefkinder hast?

    (16) 08.03.17 - 10:08
    böse Stiefmutter

    Also ich sehe mich schon als Familie und ich mag den Sohn meines Mannes gerne. Es ist ja auch nicht so, dass er mich nervt. Wir machen auch immer ganz nette Dinge. Wir gehen schwimmen oder ins Kino oder Eisessen oder zocken X-box und es macht mir ja auch Spaß, nur eben nicht jedes zweit WE. Ich hab ja noch Freunde und Familie, mit denen ich ja auch gern was unternehmen würde. Es ist eher die Situation, die ich belastend finde. Vater und Mutter verplanen ihr Wochenende und ich darf Beabysitter spielen.

    • Ja, das finde ich durchaus nachvollziehbar. Diese ganze Sache mit Kind von einem zum anderen Schieben ist einfach untragbar.

      Aber da musst Du wirklich klare Worte mit Deinem Partner reden. Aber es ist wichtig, dass das Kind davon nichts mitbekommt, wie die Erwachsenen ihn als läste Pflicht herum schieben.

      Und Du hast ja immerhin jeden Monat immer noch zwei Samstage ohne Kind, an denen Dein Partner ja auch arbeitet. da kannst Du ja auch machen was du willst. Auch wenn mir persönlich nur der Sonntag auch nicht reichen würde auf dauer...

(18) 07.03.17 - 20:28

Hallo,

ich würde das auch nicht mehr mitmachen. Ich würde ihm eine Frist von 6 Wochen (also drei WE) setzen, in denen er eine Lösung finden muss. Ob er die Großeltern einspannt oder eine Aushilfe für die Samstage: sein Ding.

Aber ich würde das nicht mehr grundsätzlich übernehmen. Dann hat er seine Selbständigkeit eben schlecht organisiert.

LG

Wieso macht dein Freund die Administrationssschen denn nicht an dem Samstag, an dem sein Sohn NICHT bei euch ist?????

(20) 08.03.17 - 06:15

...Stiefmutter.
Der damals schon nahezu volljährige Sohn meines Mannes aus 1. Ehe lebte auch 2-3 Jahre bei uns, da seine Mutter froh war, ihn loszuwerden. Er benahm sich unmöglich seiner Mutter gegenüber, von daher kann ich sie verstehen.
Er kam zu uns und meinte sein Pascha-Leben weiterführen zu können. Mein Mann arbeitet VZ, ich damals auch noch und wir hatten noch einen gemeinsamen Sohn.

Die Kindsmutter bekam weiterhin Kindesunterhalt und Kindergeld und ich sollte von MEINEM Geld (mein Mann und ich haben getrennte Konten) SEINEN Sohn mitverpflegen, ihn bekochen und ihm seinen Dreck hinterherräumen. Machte ich anfangs gerne...da er mir leid tat. Aber als der Bengel mich genauso sch..... wie seine Mutter behandelte, streikte ich.
Mein Mann betonte immer, wir seien doch eine Familie, aber ich hatte das Dienstmädchen zu sein, denn Vorschriften machen oder seinen Bengel zurechtweisen durfte ich nicht, auch helfen brauchte der mir nicht.

Da war dann Schluß...ich machte nichts mehr für den..keine Wäsche, kein Essen kaufen, nicht mehr putzen....durfte alles der feine Herr selbst machen bzw halt mein Mann. Problem gelöst:-).
Als mein Mann dann beruflich befördert wurde (was viele Dienstreisen bzw tagelange Abwesenheit mit sich zog), stimmte ich der Veränderung nur zu unter der Bedingung, dass sein mittlerweile 19-jähriger Sohn wieder auszieht. Das geschah dann auch.

Ich hätte mich gerne um ihn gekümmert, aber wenn ich wie eine Dienstmagd behandelt werde ("Stiefmutter, was ist das schon? Du hast mir nichts zu sagen" sagte er u.a. zu mir) und verarscht werde, dann muss ich mir das nicht gefallen lassen. V.a. nicht, wenn die Kindsmutter Highlife hat und Geld einstreicht, dass ihr nicht zusteht.

Rede mit deinem Mann und lass dich nicht länger ausnutzen!

Diese Regelung wird weder dir, noch dem Kind gerecht. Er stellt seine Ex-Frau zufrieden und macht das auf deine Kosten. Das geht gar nicht.

Die Mutter des Kindes braucht ihren Freiraum und du sollst egoistisch sein, wenn das von deinem Freiraum abgeht? Du bist nicht nur die billige Nanny, sondern die kostenlose für die beiden. Das fängt schon damit an, dass du - und nicht der Vater - den Sohn abholst.

Ich würde einfach sagen: bis hier her und nicht weiter.

Wie die beiden Eltern das nun regeln, kann dir egal sein. Der Vater muss sich entweder umorganisieren, d.h. das Kind mitnehmen in den Betrieb, was bei Selbstständigen gut geht - oder es eben bei der Mutter - und nicht bei dir - lassen. Oder er stellt eine Aushilfe ein, oder er verteilt die Arbeit anders, oder er macht die Buchhaltung von zu Hause aus oder oder......wie er sich organisiert, ist seine Sache. Und ich bin sicher, er wird eine Lösung finden.

(22) 08.03.17 - 10:13

Danke für eure Antworten. Es ist gut zu wissen, dass ich das nicht als Einzige so sehe.
Ich habe die Mutter für nächsten Sonntag eingeladen, damit wir zu dritt ein Gespräch führen können, wie das jetzt weitergehen soll. Ich möchte mich eigentlich nicht in solche Angelegenheiten einmischen, aber in dem Fall betrifft es mich. Nochmals Danke!

(23) 08.03.17 - 12:47

traurig, über ein solches Thema überhaupt erst diskutieren zu müssen. Traurig v. a. für das Kind!!
Ich bekomme ja fast eine Wut beim Lesen solcher Beiträge - ich frage mich immer wieder und jeden Tag mehr: Was denken sich viele Eltern bei der Trennung? Wie weit wird da an die Kinder gedacht? Warum macht man sich nicht vorher Gedanken, was ein Kind bedeutet, was es bedeutet gemeinsam ein Kind in die Welt zu setzen. Da kann eben nicht mehr jedes Elternteil einzig seinen eigenen Verwirklichungen, Träumen, Ideen und Vorlieben nachgehen... da heißt es auch Rücksicht nehmen, Verantwortung übernehmen.

Welche Gesellschaft ziehen wir uns da heran, mit Kindern, die unerwünscht sind, die stören, die einen auf die Nerven gehen, die man nicht einfach um sich haben möchte oder kann?
Ich habe ein Stück weit das GEfühl, unser "Wegwerfdenken" breitet sich immer weiter aus... eben auch auf die Menschlichkeit.

LG

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