Depression? Schwieriger Mann, der alles immer negativ sieht

    • (1) 07.05.17 - 19:10
      einfachschwer

      Hallo,
      mein Mann hat Existenzängste, obwohl wir finanziell sehr gut gestellt sind, er "ausgesorgt" hat...
      Mein Mann glaubt bei jeder Krankheit, es sei "das Ende"....
      Aktuell ist er nonstop schlecht gelaunt wegen eines Blechschadens am Wagen, den er nicht verursacht hat aber die Gegenseite beschuldigt ihn.

      Nun soll ich für ihn alles regeln, soll Formulare ausfüllen usw...und ich habe das so gut ich kann gemacht aber ehrlich gesagt, seinen Namen reinschreiben kann er doch selber?
      Ist ja nicht so, dass ich selber keine Sachen zu erledigen hätte.

      Ich kann es gar nicht richtig beschreiben: Er ist einfach immer schlecht gelaunt, macht sich Sorgen, faucht mich an, wenn ich das nicht verstehen kann.

      Heute bin ich seiner Aussage nach "nur laut, so hart, verstehe ihn nicht...."

      Wenn ich ihm ganz lieb versuche zu sagen, dass ich so nicht weiter machen kann, dass ich nicht seine Therapeutin sein kann und er sich Hilfe holen muss, rastet er komplett aus.

      Wenn ich das alles Freunden erzähle, können die das nicht glauben und sind mit mir alle einer Meinung, dass er Hilfe braucht und sein Verhalten absolut unnormal ist.

      Hat jemand einen Rat?

      Bin grade richtig traurig, auch sauer.
      P.S. Stress auf Arbeit oder so hat er nicht, und unsere Kinder sind auch unproblematisch. Unser Leben könnte so schön sein, wenn er nicht diese Ängste hätte.

      • (2) 07.05.17 - 20:02

        Hallo.

        >>> Nun soll ich für ihn alles regeln, soll Formulare ausfüllen usw...und ich habe das so gut ich kann gemacht <<<

        Warum?

        LG

        • (3) 07.05.17 - 21:00

          "Weil du mich bitte einmal einfach unterstützen kannst, du weißt, dass mich das so aufregt, bitte mach du das für mich, ich schaffe das einfach nicht"...

          Sagt einer, der zehn Jahre lang eine große, erfolgreiche Firma geleitet hat....

          • (4) 07.05.17 - 21:16

            >>> Sagt einer, der zehn Jahre lang eine große, erfolgreiche Firma geleitet hat.... <<<

            Und mit diesen Worten hättest Du ihm das Formblatt zurückgeben können ;-)

          • "Weil du mich bitte einmal einfach unterstützen kannst, du weißt, dass mich das so aufregt, bitte mach du das für mich, ich schaffe das einfach nicht"...

            Ganz ehrlich? Ich lebe seit 30 Jahren jenseits aller realistischen Belastungsgrenzen, es gibt Momente, in denen ich notwendige Dinge kaum noch anpacken kann, den Mut nicht habe auf ein Konfliktgespräch mit einem Lehrer, einer Behörde was auch immer.
            ABER: ich stehe dazu, äussere meine Blockade sachlich, formuliere die Frage um Unterstützung konkret und anständig und verstecke mich nicht hinter meiner Schwäche. Mein Mann und ich kennen und nutzen gegenseitig die Stärken und Resourcen des anderen, er erledigt beispielsweise unangenehme Telefonanrufe, ich den Schreibkram.

      Hi,

      bei uns ist das oftmals ähnlich.
      Mein Mann ist selbständig und stresst sich im Vorfeld immer schon total bevor die Dinge überhaupt relevant sind und sieht alles negativ.
      Wenn ich ihm dann versuche eine positive Sichtweise zu vermitteln, wirft er mir vor ich sei "unbekümmert" und verantwortungslos und hätte ja üüüüberhaupt keine Ahnung ( wir arbeiten gemeinsam im selben Beruf, also kann das schon mal nicht stimmen).

      ;-)

      Mir legt er auch ab und zu mal so Dinge auf, die er genauso gut selbst machen könnte, ihn aber in gewisser Weise überfordern oder weil er meint ich müsse mal "lernen" wie das Leben so läuft.#rofl

      • (7) 07.05.17 - 20:59

        Oh mann, das klingt ja wirklich ähnlich!
        Mein Mann hat mittlerweile ab und zu zwar das Problem erkannt (nämlich, dass er extrem negativ ist und das eine destruktive Art ist, die einen nicht weiterbringt), aber heute Abend zB hat er mir wieder total viel vorgeworfen, dass ich ihn eben nicht verstehe und nicht richtig unterstütze usw....
        Mich nervt das so extrem...wenn ich zB für ihn bei irgendwelchen Behörden Dinge erfragen soll und dann doof da stehe, weil ich die Details (die nur er kennt) nicht beantworten kann . Toll ist auch, wenn ich zB das Auto zur Reparatur bringen soll und dann regt er sich auf, weil ich nicht richtig verhandelt habe...soll er das doch bitte selber machen?

        Meinen Kram erledige ich ja auch selber....
        Naja, er hat sich etwas beruhigt jetzt, aber mich ärgert das einfach immer, dass ich immer stark und positiv sein muss und seine Launen ertragen muss. Wenn ich mich mal aufrege bin ich verständnislos und eine Zicke, Furie blablabla.
        P.S. Ist ein guter Mann, guter Papa, alles gut sonst.

        • aber mich ärgert das einfach immer, dass ich immer stark und positiv sein muss und seine Launen ertragen muss. Wenn ich mich mal aufrege bin ich verständnislos und eine Zicke, Furie blablabla.
          ----------

          Was heißt bei dir "immer"? War er wirklich schon immer so oder erst seit kurzer Zeit bzw. hatte er schon lange diese etwas überheblichen und leidenden Tendenzen?

          Für mich klingt das eher nach schlechtem Benehmen und wenig Respekt vor dir und weniger nach Depression. Wenn er mit sich unzufrieden ist und Dinge auf dich abschiebt, die er nicht erledigen will, dann darfst du dich noch beleidigen lassen, wenn du nicht seinen Wünschen entsprechend reagierst/agiert? Und das nennst du "guter Mann", alles gut sonst???

      <<<<Mir legt er auch ab und zu mal so Dinge auf, die er genauso gut selbst machen könnte, ihn aber in gewisser Weise überfordern oder weil er meint ich müsse mal "lernen" wie das Leben so läuft.#rofl<<<

      Überheblich und faul.Das würde ich mir nicht sagen lassen.
      Ganz schöne Schieflage bei euch. Wenn du weißt in welcher Weise diese Dinge ihn überfordern, dann sag das doch einfach.

      • Dem liegt ein ziemlicher Minderwertigkeitskomplex zugrunde, meiner Meinung nach.
        Ich plaudere einfach mal etwas.

        Als wir uns kennenlernten , steckte ich in meinen Abiprüfungen bzw. kurz davor.
        Er ist 10 Jahre älter als ich und stand damals beruflich schon auf sehr festen Beinen (Ist selbstständig ). Er hat meine Pläne unterschwellig immer etwas sabotiert und hat mir mein Abi madig geredet (Dass es zb. weniger wert ist, weil ich es an einer Gesamtschule absolviert habe und er ja aufs Gymnasium gegangen ist).

        Damals war das Abitur aber schon zentral geregelt, also gab es keinen qualitativen Unterschied.
        Trotz der Manipulation habe ich mein Abitur dann mit 1er Schnitt bestanden, was er natürlich auch total doof fand.
        Irgendwann habe ich dann herausgefunden, dass er gar kein Abitur hat und er einfach nur "neidisch" ist.

        Dann habe ich angefangen zu studieren, das hat er mir auch madig gemacht und mir Minderwertigkeit eingeredet. Ich hab mich damals voll beeinflussen lassen und mich nur nach ihm gerichtet.
        So ging das eine sehr lange Zeit, bis letztes Jahr das fass übergelaufen ist.
        Ich habe ein duales Studium begonnen mit der vollen zugesagten Unterstützung meines Partners. Es sei absolut kein Problem das Kind vom Kindergarten abzuholen und zu betreuen.
        Gut, es kam wie ich es befürchtet hatte : Er drehte total durch, meine Arbeitszeiten lagen vertraglich bei 32h/Woche in der Praxis waren es dann 40.
        Dazu kam Terror ohne Ende auf der Arbeit und zuhause, sodass ich nach 8 Wochen das Handtuch geworfen habe.
        Mein Mann hat in der Zeit unser Kind dauerhaft bei Oma untergebracht und ich habe ihn einfach gar nicht mehr gesehen. Dazu hat er mich über Dritte total unter Druck gesetzt, sodass mir nichts anderes übrig blieb als das duale Studium zu beenden.

        Seitdem ist mein Mann natürlich felsenfest davon überzeugt, dass ich einfach für die Arbeitswelt nicht geschaffen bin und er mir um einiges überlegen ist.

        Er drückt mir immer Arbeiten aufs Auge, die ich nicht erledigen mag und meiner Meinung nach auch nicht muss.
        Ich schmeiße den Haushalt, kümmern mich ums Kind und arbeite mit ihm zusammen.

        Für mich war die Arbeit mit ihm immer eine Sache für nebenbei. Mich fordert das Ganze überhaupt nicht und ich langweile mich tierisch dabei.

        Daher versuche ich nach wie vor aus dem Arbeitssystem auszusteigen, was schwierig ist, weil er sich nach wie vor nicht gewachsen fühlt , unser Kind am Nachmittag zu betreuen.

        Er steht unter Stress, wenn er weiß, dass er zu bestimmten Uhrzeiten an gewissen Orten sein muss.

        Da rastet er dann nach wenigen Wochen schon total aus.

        Mittlerweile liegt die Problematik nicht einmal darin, sondern eher in der Tatsache, dass er mich dann mit Aufgaben zuballert und ich zu nichts anderem mehr komme.
        Er fängt dann an zu nörgeln, sein hohes Geltungsbedürfnis kommt dann extrem raus.

        Das habe ich aber auch erst in den letzten 10 Monaten gemerkt und analysiere diese Situationen genau, kommuniziere das mit ihm. Nicht, dass er das ändern würde- aber ich kann ihm so gut den Spiegel vorhalten und er merkt, dass ich weder blöd bin , noch dass ich mich allem beuge, was er mir auferlegt.

        Ich glaube auch, dass sein Frauenbild sehr geprägt ist.
        Seine Mutter ist- sagen wir mal- nicht gerade klug , aber ein sehr frohes Naturell.
        Seine Eben sind auch alle so gewesen : Bildungsfern, intellektuell wie ein Banane und hilfebedürftig ohne Ende.
        Eine seiner Exfreundinnen zb. brauchte immer eine vollständige Lebensberatung ( O-Ton "Sag mal, wenn ich Rechnungen bekomme und die nicht öffne, muss ich die dann trotzdem bezahlen?"#schock ) oder solche, mit denen er zum Amt musste, damit sie wenigstens im Obdachlosenheim eine Schlafstelle bekamen (KEIN SCHERZ) .

        Jedenfalls sehe ich so langsam meine Felle davonschwimmen was die Karriere betrifft und habe mich auf meinen Traumstudiengang beworben.
        Ich stehe im Kontakt mit der Studienverlaufsberatung, da ich derzeit ja nur im Vormittagsbereich Vorlesungen besuchen kann.

        So kann er dann zumindest nicht behaupten er hätte mit der Betreuung des Kindes so viel Arbeit #schein

        Ich finde wenn man mit diesen Verhaltensweisen rational umgeht und sich nicht fangen lässt, schafft man es die Winden etwas zu lockern.

        Mal sehen wie es so weitergeht.

        • Oh je ,dieses Wettstreit-Rivalitätsverhalten ist einer guten Beziehung wirklich nicht förderlich.
          Nicht wenige wollen den Partner klein halten, damit sie sich selbst gut fühlen können.
          Vielleicht fühlt er sich auch generell zu wenig "gebraucht" ?

          Ich wünsche dir, dass du dein Traum-Studium trotz fehlender Ermutigung und Unterstützung durchziehen kannst.

          #klee

          • Danke- ich bin bester Dinge ;-)

            Er braucht immer sehr viel Bestätigung, wobei ich diverse Dinge nicht so schätzenswert wahrnehme , weil es in manchen Situationen einfach selbstverständlich ist, dass das so gehandhabt wird.

            • Ich habe gelernt, auch Selbstverständlichkeiten, immer wieder mal Wert zu schätzen.
              Macht einfach die Stimmung besser.;-)
              Wenn man als Frau eigentlich vieles auch alleine kann, sollte man das nicht zu direkt kommunizieren.;-)

Klingt nach Burnout, finde ich! Vielleicht gepaart mit Midlifecrises...
Ich mag solche Bezeichnungen eigentlich nicht, aber irgendwie scheint er ja momentan generell überfordert, unzufrieden und dabei etwas selbstmitleidig zu sein.
Hat erein Hobby? Treibt er Sport? Ist er irgendwie aktiv? Oder versackt er in seinem Selbstmitleid und Frust?

Leider sehe ich mich sowohl privaten, familiären Umfeld, als auch bei der Arbeit immer wieder mit so negativen Energieräubern, oft mit dem Hintergrund einer psychischen Erkrankung, konfrontiert.
Ich habe im Laufe meines Lebens gelernt, mich rigoros abzugrenzen: wessen einziger Beitrag an sein eigenes "Elend" ist, andere mit runter zu ziehen, anderen Schuld an ihrer Situation einzureden, der darf das sehr gerne tun. Aber komplett ohne mich.

Wer jedoch Einsicht erlangt, nach Kräften bemüht ist oder zumindest fachliche, bei Bedarf medikamentöse Hilfe annimmt, da bin ich gerne bereit den Weg gemeinsam zu gehen, jederzeit.

So wie du das Verhalten deines Mannes beschreibst, würde ich ihm sehr sachlich meine Beobachtungen, meine Wahrnehmung der Situation, mein Befinden beschreiben, meine Rolle die ich bereit bin künftig zu übernehmen in dem Gefüge und unter welchen Voraussetzungen.
Zumindest ich wäre dann vorerst mal gänzlich aus der Nummer raus, ich lasse mir nämlich nicht meine gesamte Lebensenergie rauben UND lasse mich zudem keinesfalls respektlos behandeln.
Solange der Partner das Verhalten mitträgt, ist mit einer Einsicht nicht zu rechnen, geschweige denn mit einer Veränderung der Situation.

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