Unerfüllter Kinderwunsch

    • (1) 06.09.17 - 14:46
      waswenn

      Hallo

      meine Frau und ich versuchen seit 2 Jahren ein Baby zu bekommen, leider bisher ohne Erfolg. Sie leidet sehr darunter und das beeinflusst auch unsere Partnerschaft. Jeden Monat hat sie gehofft es hat funktioniert und war am Boden zerstört als es dann doch nicht so war. Ich habe versucht sie aufzubauen und ihr klar zu machen wir haben noch viel Zeit und wollte positiv sein, da hat sie mir immer vorgeworfen ich verstehe sie nicht und kann das nicht beurteilen und würde mich überhaupt nicht mit dem Thema beschäftigen. Das habe ich getan, doch wenn es nicht geklappt hat, dann eben nicht, der nächste Monat kommt bestimmt. Nun sind wir seit Anfang des Jahres in einer Spezialklinik und es wurden viele Untersuchungen gemacht und sie nimmt auch Medikamente wegen ihrem Eisprung. Nun ist unser Liebesleben seitdem sehr unbefriedigend geworden. Sie lebt nur noch nach dem Kalender, wenn sie ihren Eisprung hat MUSS ich Lust haben und sie beglücken, egal ob wir vorher Streit hatten, egal ob ich krank bin oder Stress im Job habe und erst um 22 Uhr heim komme. Wenn ich mich weigere, dann ist sie tottraurig und beleidigt und wirft mir vor ich tue nichts dazu damit es klappt. Ich komme mir vor wie ein Samenspender. Wenn sie keinen Eisprung hat, ist ihre Lust nicht so wirklich vorhanden. Sie ist allgemein sehr lethargisch in den letzten Monaten und hat keine Freude an vielem. Ich habe ihr das alles gesagt, dass dieser Kinderwunsch unsere Ehe zerstört, doch sie sieht das nicht so. Sie meint wenn sie erst schwanger ist, dann wird alles wieder gut und super laufen. Doch ich bin da nicht so optimistisch. Sie ist erst 30 und könnte sehr entspannt damit umgehen. Leider sieht sie das nicht so und Babys sind alles was sie zur Zeit interessiert. Ich habe vorgeschlagen wir machen uns einige Monate keine Gedanken mehr darüber ob es denn klappt oder nicht, haben Sex wann uns danach ist und verreisen wieder mehr, treffen Freunde. Und nächstes Jahr können wir wieder einige Versuche starten. Sie war außer sich. Hat getobt, was mir einfällt auf so eine Idee zu kommen. Seitdem sprechen wir nur noch das Nötigste zusammen. Ich ertappe mich immer mehr dabei dass ich ungerne nach Hause komme wegen dieser Atmosphäre. Zu allem Überfluss gibt es seit August eine neue Kollegin mit der ich mich sehr gut verstehe und mit der ich schon einige Mal auch privat unterwegs war. Es tut so gut locker und gelöst zu sein, über Gott und die Welt zu sprechen und nicht nur über Babys, Geschlechtverkehr nach Plan, Schwangerschaftstests, Eisprünge und dergleichen. Ich gebe zu, ich freue mich schon immer wenn ich mich mit ihr treffen kann. Nur rein platonisch, doch so sollte es nicht sein. Ich liebe meine Frau und ich sollte mich freuen zu ihr nach Hause zu kommen. Was könnt ihr mir raten? Ist es normal dass ein unerfüllter Kinderwunsch derart auf die Partnerschaft Einfluss hat. Oder übertreibt sie es wirklich? Dies ist mein Eindruck zumindest.

      Vielen Dank!

      • Hi!

        Autsch das tut weh zu lesen... va da es von dir als mann kommt. Ich kann dich gut verstehen. Mir war dieser unerfüllte kinderwunsch als frau sehr unangenehm. Ich hab mich obwohl es nur paar monate waren psychisch kaputt gemacht. Aber immer wieder realisiert dass die Partnerschaft viel viel wichtiger ist.

        Ich sag es ganz offen und ehrlich: wir haben genau wegen diesem scheiß druck eine künstliche befruchtung machen lassen (auf natürlichem weg extem schlechte chancen!) - es klappte direkt und es war soooooo viel angenehmer für uns beide. Seitdem ist das Partnerschaftsleben auch traumhaft!

        Vll zieht ihr das mal in erwägung wenn kinder ihr so wichtig sind?

        Vlg chii

        Schreib ihr und bau diese Zeilen, extra an sie gerichtet, mit ein.
        Ob es so gut ist ihr von dieser Kollegin zu berichten oder es doch allgemeiner zu halten, musst Du entscheiden.

        "Ich liebe meine Frau und ich sollte mich freuen zu ihr nach Hause zu kommen. 

        Es tut so gut locker und gelöst zu sein, über Gott und die Welt zu sprechen und nicht nur über Babys, Geschlechtverkehr nach Plan, Schwangerschaftstests, Eisprünge und dergleichen."

        Ihr muss klar werden, dass das Leben sich nicht nur um schwanger werden und Kinder haben drehen kann! Und sie muss sich im klaren sein, dass sie so eure Ehe auf Dauer höchstwahrscheinlich ruiniert.

        Konnte denn ausgeschlossen werden, dass es physische Gründe hat? Denn dann würde sie ja mit diesem Druck, den sie euch macht, der Natur eher im Weg stehen.

        Lieber Mann,

        ich finde es gut und bemerkenswert, dass Du Warnsignale siehst. Ich finde es sehr schön zu lesen, wieviel Mühe Du Dir gibst.

        Wir haben zu Hause genau die gleiche Situation (gehabt). Als Frau denkt man irgendwann nur noch daran und alles dreht sich darum. Man kennt keine anderen Gesprächsthemen mehr zu Hause und die Arzttermine sind furchtbar wichtig. Man hat keine Lust mehr auf Leute, die Kinder haben. Ist sauer, wenn der eigene Mann das verpennt nach Hause zu kommen von Arbeit und eben erst 22 Uhr da ist. Man kriegt sich in die Wolle und muss nachher noch in die Kiste. Das ist ätzend, ja. Das ist furchtbar. Die seelische Anspannung und auch die ganzen Hormone, die man zu sich nimmt, machen bei einer Frau sehr viel. Der Blick für alles andere ringsrum, auch für den eigenen Mann, wird immer enger. Mein Mann fand mich in dieser Situation einfach nur unerträglich und hatte bald auch kaum mehr Lust nach Hause zu kommen. Er hat sich in eine andere Frau verguckt. Nachträglich hat er mir mal gesagt, dass er in dieser Situation häufig an Suizid gedacht hat. Ich war empört. Er sollte sich doch um mich kümmern. Wie kann er denn nur selber auch noch ein eigener Mensch, ganz für sich alleine, sein und auch mit sich zu kämpfen haben... Ja, es ist total schwierig. Du bist weniger allein damit als Du vielleicht denkst.

        Schaff Dir einen Ausgleich. Ohne das Thema und ohne Deine Frau. Um zu spüren, dass Du ein Mensch für Dich allein bist, um Dich davon auszuruhen. Sei mit der Kollegin vorsichtig, das hat Potential schief zu gehen. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass für eine Frau Auslastung und Ablenkung gut ist. Versuche das irgendwie zu fördern. Gemeinsam Sport machen oder sie ermutigen, sich körperlich auszulasten. geht z.B. zum Squash. Dann kann sie, wenn sie auf Dich sauer ist, auch mal alles rauslassen. Versucht auf andere gemeinsame Ziele hinzuarbeiten, bei denen man nicht so ohnmächtig ist wie bei der Familienplanung. Was weiß ich. Ihre berufliche Weiterentwicklung. Oder ein Abendkurs. Eine neue Sprache lernen. Ein Musikinstrument, welches ihr gefällt. Plant einen herausfordernden Urlaub. Einen Hausbau oder -kauf. Irgendwas, was euch beiden Freude macht. Was sie herauslockt. Das blödste ist, wenn Frau außer dem Kinderwunsch nichts hat. Wenn sie vielleicht noch den ganzen Tag zu Hause sitzt oder nicht ausgelastet ist.

        Die Aufgabe, sie in einen Gemütszustand zu bringen, in dem sie glücklich ist, ist in der Situation definitiv zu groß für den Partner. Du kannst sie unterstützen, aber Du wirst unglücklich, wenn Du die Verantwortung dafür übernimmst. Dafür ist sie selber zuständig. In manchen Städten gibt es sowas wie Selbsthilfegruppen, wo sich Frauen treffen, denen es ähnlich geht, dann kann sie da einiges erzählen. Vielleicht findet sie auch eine Freundin, der es ähnlich geht. Dann musst Du nicht alles allein tragen, was sie bekümmert.

        Viele Grüße,
        Pretiosa

      • (5) 06.09.17 - 18:06

        Hi,

        auch ich kann sowohl Deine Seite, als auch die Deiner Frau sehr gut verstehen.
        Wir hatten 5 Jahre einen unerfüllten Kinderwunsch, bis ich durch eine (ein Glücksfall!!) IVF endlich schwanger wurde.
        Unsere Ehe hat in dieser Zeit stark gelitten. Hätte mein Mann nicht dieses enorme Verständnis aufgebracht, wäre es vermutlich zur Trennung gekommen. Heute sehe ich das alles viel klarer. Damals war ich ebenso verbissen, mit einem Tunnelblick nur noch für Babies und Schwangerschaften und jeden Monat aufs Neue todunglücklich über jeden beschissenen negativen SS-Test.
        Die KiWu-Klinik hat uns jedoch sehr geholfen, uns den Druck raus genommen. Sie bieten auch psychologische Hilfe bei unerfülltem Kinderwunsch an und betreuen sowohl Frauen, als auch Paare.
        Vielleicht bietet Eure KiWu-Klinik so etwas auch an? Falls ja, wäre es vielleicht gut, wenn Euer behandelnder Arzt Deiner Frau mal diesen Vorschlag unterbreitet. Käme es von Dir, könnte sie es in ihrer Stimmung schnell in den falschen Hals bekommen.

        Ich wünsche Euch von Herzen alles Gute!

        Meinen Partner habe ich mit meinem Kinderwunsch ebenfalls in die Hände einer anderen Frau getrieben. Das hat mir letzten Endes die Augen geöffnet und nun gehe ich sehr entspannt an die Sache ran.
        Vielleicht solltest du ihr das mit deiner Kollegin mal direkt sagen! Mein Partner hatte in den letzten Monaten "versagt", sodass er sich nicht mehr als Mann fühlte und für sich "testen" wollte ob er körperliche oder psychische Ursache hat. Da es bei der anderen Frau vollkommen funktioniert hat, dachte er so unsere Beziehung retten zu können. Komischerweise lief es ab da besser. Nur war der Schock für mich enorm, nachdem ich es nun (1 Jahr später) erfahren musste!
        Mir wäre es lieber gewesen, wenn mein Partner vorher mit mir geredet hätte, bevor er zum "Selbsttest" gegriffen hätte.
        Vielleicht solltest du ihr das mal klar machen und zur Not mal ein paar Tage Abstand von ihr nehmen.
        Der Kinderwunsch kann leider enorm viel kaputt machen, gerade da man im Internet immer soviel lesen kann, was man nicht alles machen müsste (Eisprung bestimmen, Ovutest, alle zwei Tage Sex, damit die Spermien beste Qualität haben, etc pp.)

        Ich hoffe du machst nicht den selben Fehler wie mein Partner und deine Frau bekommt eine Einsicht. Sonst versucht es doch mal mit einer Paartherapie bzw sie alleine. Das habe ich auch schon im Anspruch genommen und es hat mir enorm geholfen.

        Ich wünsche euch viel Glück für die Zukunft!

      • (7) 06.09.17 - 19:26

        Vielen Dank für eure Antworten. Anscheinend geht es wirklich mehreren Paaren so, dass dieser unerfüllte Kinderwunsch die Ehe belastet. Es ist beruhigend zu hören, dass diese Phase wirklich vorbei geht und wenn Frau dann wirklich schwanger ist, es wieder besser wird. Ich möchte es nicht so weit kommen lassen, dass wir uns noch mehr auseinander leben. Doch jeder Versuch mit ihr zu sprechen scheiterte bisher und sie bekommt es in den falschen Hals. Das mit der psychologischen Betreuung ist ein eine gute Idee. Doch sie darf nicht den Eindruck haben die Idee würde von mir kommen, sonst wird sie sich komplett dagegen sträuben und es nicht einsehen.

        • Hat sie denn eine gute Freundin die ihr das raten könnte? Am besten eine die ebenfalls einen Kinderwunsch hat?
          Damals hatte es mir eine Freundin geraten die nach einer Fehlgeburt in psychologischer Betreuung ging. Im Übrigen hatte es bei ihr dann gleich geklappt, da ihr Kopf ja erstmal auf "Seele entlasten" gestellt war.
          Austausch mit anderen hilft ungemein! Vielleicht sollte sie sich im Forum anmelden und mit "Gleichgesinnten" reden oder du zeigst ihr dein Beitrag und die Rückmeldungen dazu.
          Eigentlich müsste sie es doch ziemlich süß finden wie du dich um sie und eure Ehe sorgst!

          Wenn ihr sowieso in einer KiWu-Behandlung seid würde ich an deiner Stelle mal unter 4 Augen mit dem behandelnden Arzt reden, der dann deiner Frau einen entsprechenden Vorschlag macht - vielleicht kennt der sogar gute Betreuungsmögichkeiten, die sich auf unerfüllten Kinderwunsch spezialisiert haben.

      (10) 06.09.17 - 21:49

      Ja, ein unerfüllter Kiwu belastet eine Beziehung sehr. Aus diesem Grund ging meine 1. Ehe kaputt....mein Ex-Mann war/ist zeugungsfähig. Auf natürlichem Weg konnten wir nicht Eltern werden. ABER ich wollte diese Kiwu-Prozedur nicht über mich ergehen lassen.....ich versuchte meinen Kiwu zu verdrängen....klappte nicht :-((. Ich lernte einen anderen Mann kennen, mit ihm war alles so leicht, so schön....wir verliebten uns, trennten uns von unseren Ex-Partnern und sind seit einigen Jahren verheiratet und 3-fache Eltern :-))) und sehr, sehr glücklich miteinander.

      Was ich dir raten möchte: Man kann seine Gefühle nicht steuern. Wenn du deine Frau liebst, hör auf dich mit der anderen zu treffen. Ach ja, weiß deine Frau von deinen platonischen Treffen?

      Hallo!

      Ja, der Kinderwunsch ist eine große Belastung, und man muss das auch ein wenig differenzierter sehen:

      Es kommt ein Stück weit darauf an, welche Medikamente Deine Frau bekommt, um einen Eisprung auszulösen. Da gibt es so einige, die nicht gerade harmlos sind, und wenn sie mit jedem Zyklus mit dem Zeug die Wahrscheinlichkeit, später an Osteoporose zu erkranken, in die Höhe treibt, dann ist Dir Sex nach Fahrplan wirklich zuzumuten.
      Ist es dagegen "nur" Metformin, dann braucht sie nicht so einen Wind zu machen. Das kann sie die nächsten Jahre nehmen, weil heftiger Durchfall die schlimmste Nebenwirkung ist - aber auch das ist nicht angenehm.

      Du musst Dir schon klar machen, dass im Moment vor allem am Körper Deiner Frau manipuliert wird, damit sie Eisprünge hat. Du musst zwar dann auch am passenden Tag "funktionieren" und ja, das ist nicht schön, aber ihr Körper nimmt ggf. wirklich massiven Schaden und sie erleidet die Nebenwirkungen. Je nach Medikament ist es wirklich keine gute Idee, da einen Zyklus ungenutzt zu lassen, nur weil Du nicht in Stimmung bist - eine Bronchitis ist eine Entschuldigung, aber "nur" Stress auf der Arbeit ist ein bisschen schwach, wenn Du Dir klar machst, was Du ihr zumutest, auch an Risiken und Folgen.

      Wir hatten recht schnell Klarheit, dass es auf natürlichem Wege nicht klappen wird und die Wahl, entweder eine ICSI zu machen oder den Kinderwunsch erst mal aufzuschieben, und "später" anzugehen. Dann kam das Leben dazwischen, es vergingen einige Jahre, und so wirklich dringend wollten wir dann auch nicht mehr, weil wir uns auch ohne Kinder sehr gut arrangiert hatten. Jetzt bin ich 37 und mittlerweile sind weitere gesundheitliche Probleme aufgetaucht, die auch eine künstliche Befruchtung unsinnig machen. Fürs erste ist der Zug also abgefahren.

      Besteht denn im Moment Klarheit über die Ursache? Hast Du eine wirklich super gute Spermienqualität und hat sie mit Medikamenten wirklich Eisprünge? Wenn nicht alles perfekt ist, macht es wenig Sinn, sich ewig zu quälen bei geringen Erfolgsaussichten. Sprich darüber auch mit den Ärzten, wie Dein Spermiogramm wirklich aussieht. Wenn das nicht TipTop ist, macht diese ganze Sache nicht allzu viel Sinn.

      (12) 07.09.17 - 07:18

      Ich bewundere Deine Geduld!
      Meinem Mann ist viel eher der Geduldsfaden gerissen :)
      Er hat mir ganz klar zu verstehen gegeben, dass er nicht gewillt ist, sich wie ein Zuchtbulle abfertigen zu lassen - wenn man darüber mal kurz nachdenkt oder versucht, sich in die Rolle des Mannes (Nötigung zum Sex, grade für Frauen ist das ja ganz oft ein Beziehungsthema!) hinein zu versetzen, dann sollte man das auch im Hormonrausch noch überblicken können.
      Natürlich war es schade, wenn die Vorzeichen perfekt waren und es nur an so "Kleinigkeiten" wie 14h-Tagen, Kopfschmerzen oder angebrochenen Wirbeln seinerseits scheiterte, aber ich ganz persönlich denke, dass man auch einer Frau mit Kinderwunsch noch soviel zumuten darf, dass man ihr klipp und klar sagt, dass Sex etwas schönes, freiwilliges und für beide bereicherndes sein sollte - gerne auch indem man ihr vor Augen führt, wie oft sie schon aus ähnlichen Gründen nicht "wollte"... ein Kinderwunsch rechtfertigt nicht jegliches schlechtes Benehmen.

      Was uns nach der Aussprache geholfen hat: Ich habe aufgehört, ihn mit meinen exakten Werten und Vorankündigungen "heute Abend wird es perfekt sein" zu nerven, weil ihn das extremst abgetörnt hat und gleichzeitig habe ich darauf geachtet, dass es lustvoll ist, sowohl am Eisprung, als auch davor und danach - denn oftmals fällt Frauen gar nicht auf, dass sie nur noch an diesen 3-5 Tagen im Monat Sex wollen und davor und danach auch sehr unpässlich sind.
      Mit diesen "Anpassungen" meinerseits kam in der Tat der Spass zurück, die Sexrate insgesamt ist deutlich gestiegen, ich habe meine Verführungskünste gesteigert und er war dem auch kaum noch abgeneigt ;)

      So sehr ich die "schlimme Phase" des KiWus noch erinnere und weiss wie schlimm das für mich war, ein (wenn möglich noch) liebevoller Arschtritt seitens des Partners halte ich für deutlich geeigneter, als das mit viel Verständnis auszusitzen.

      (13) 07.09.17 - 09:47
      Kann dich verstehen

      Hallo!
      Ich kann euch beide gut verstehen. Bei uns ist es zum Glück nicht so schlimm. Aber auch bei mir ist ein Baby momentan Thema Nr. 1. Mein Mann meint auch, dass ich ein bisschen abschalten soll. Aber wie soll das gehen? Ich nehme täglich einiges an Tabletten ein: zweimal für die Schilddrüse, Folio für den KiWu, Vitamin D für den KiWu, 5 Tage im Zyklus Clomifen, etwa 10 Tage im Zyklus ASS 100 für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Zusätzlich muss ich mir etwa 7 Tage im Zyklus Spritzen für den ES setzen, den ES zusätzlich mit Spritze auslösen und dann ggf. noch mal zur Unterstützung nachspritzen. Zusätzlich die vielen Ultraschalluntersuchungen, die für mich immer sehr schmerzhaft sind, andauernd Blutabnahme. Und dann das Reinhören in den eigenen Körper - hat es geklappt? Spüre ich was? Ich habe Schmerzen beim Eisprung, die Periode ist dann auch nicht immer gnädig zu mir. Ständig dieses Hoffen und Bangen... Es ist aus fremder Perspektive leicht gesagt, man solle es mal "locker" angehen lassen. Aber wie soll das gehen, wenn du dir Spritzen in den Bauch jagst und schon nach dem Aufstehen die erste Tablette schluckst? Natürlich bestimmt dieses Thema dann den Alltag. Du kommst nicht davon weg, du wirst allein durch die Medis mehrmals am Tag daran erinnert. Es zehrt einfach, auch an deiner Frau. Auch ich bin jeden Monat todunglücklich, wenn es nicht geklappt hat. Mein Mann muss dann viel trösten, aber ich lasse mich auch trösten.

      Letzten Monat hatte er öfter keine Lust. Der ES kam dann unerwartet und dann musste es auf Teufel komm raus funktionieren. Ging natürlich nicht, dabei hat er sonst immer ein gutes Stehvermögen. ;-) Er hat sich Vorwürfe gemacht, da hab ich aber bei ihm den Druck rausgenommen und ihn getröstet und gesagt, dass ICH ihm aber keine Vorwürfe mache. Wenn das jetzt aber regelmäßig vorkäme, er einfach immer keine Lust hätte, zu spät heimkommen würde etc., dann wäre ich auch sauer. Denn ICH bin diejenige, die das ganze Zeug zu sich nehmen muss, ich bin diejenige, die sich Spritzen reinjagt. Für ihn ist der Druck dann vergleichsweise gering.

      Aber wir bauen uns Auszeiten als Paar ein, bummeln über den Markt, machen einen Ausflug. Wenn wir dann Kinder sehen - und glaub mir, gerade als Frau mit Kinderwunsch besteht die Stadt nur noch aus Schwangeren und Frauen mit Babys -, dann nehmen wir uns meist an der Hand und einer sagt zum anderen: "Bei uns ist es auch bald soweit." Das tut mir immer unendlich gut, denn dann weiß ich, dass er hinter mir steht und es sich auch wünscht. Vielleicht kannst du ihr ja mit solchen kleinen Gesten helfen?

      Mein Mann hat sich übrigens auch nicht wirklich schlau gemacht. Ich war da irgendwann enttäuscht, weil ich das Gefühl hatte, ich würde das alles allein tragen. Dann hat er sich die Broschüre der KiWu-Klinik durchgelesen und wir haben darüber gesprochen, das fand ich total super.

      Ich denke, wenn der Druck bei Geschlechtsverkehr nach Plan bei euch mittlerweile zu groß ist, dann solltet ihr mal eine andere Variante in Betracht ziehen. Ich finde, GVnP baut wahnsinnig viel Druck auf und dieses Liebemachen nach Stechuhr ist auch nicht immer angenehm. Dann bin ich total bei dir. Vielleicht suchst du mit ihr einfach noch mal ein ruhiges Gespräch, führst sie nett zum Essen aus usw. Das Thema Baby lässt sich aber nicht komplett verbannen, das ist bei mir auch so. Es bestimmt momentan einfach so einen großen Teil meiner Zeit und meines Bewusstseins. Ich versuche nicht, es total auszublenden, das würde nicht klappen. Aber ich versuche, über schöne Dinge zu reden, worauf ich mich freue, was ich über Babys gelernt habe, solche Sachen. Nicht andauernd zu meinem Mann zu sagen: "Bald ist der Eisprung, heute musst du ran!"

      • Im Unterschied zum Threadstarter seid ihr offensichtlich aber beide gleichmässig stark interessiert an einem Baby, er würde ja gerne eine Pause machen, weil ihn der momentane Druck so stresst - ein absolut legitimer Wunsch, egal von welchem der beiden Partner er vorgetragen wird. Je nach Konstellation fängt dann der Babyfrust schon lange vor der Schwangerschaft an. In meinem Selbstverständnis als Teil eines Paares macht es wenig Sinn etwas zu tun, was einer nicht will oder ihm dann noch besser auch noch eine Teilverantwortung für den Erfolg aufs Auge zu drücken.
        Die hormonelle KiWu-Behandlung kann doch jederzeit unterbrochen werden, jung genug ist seine Frau auch noch.... warum nicht eine Auszeit nehmen (nach zwei Jahren!) wenn einer von beiden erstmal genug hat?

        • (15) 07.09.17 - 11:40
          Kann dich verstehen

          Ich kann nur von mir sprechen. Wenn mein Mann jetzt auf einmal eine längere Pause wollen würde, wäre das für mich ganz schlimm. Ich würde nicht auf ihm rumhacken, aber verzweifelt wäre ich definitiv. Wir üben auch schon 16 Monate und das Gefühl, jetzt, wo wir endlich wissen, dass es ohne Hormone wohl nichts wird und wir diese Hormone auch bekommen, plötzlich zu pausieren... Das wäre für mich ganz schlimm. Jetzt werdet ihr sagen: Steigere dich da nicht so rein - aber so wäre es halt. Ich würde es sicherlich mitmachen, weil ich meinen Mann liebe, aber ich würde jeden Monat hoffen, dass es "aus Versehen" geklappt hat. Es würde mir mit dieser Entscheidung nicht gut gehen. Einen Monat aussetzen - ok. Zwei - oooooookeeeee. Aber länger wäre für mich echt schlimm.

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