Mein Partner interessiert sich immer weniger für das, was mir wichtig ist

    • (1) 13.09.17 - 00:48
      Sokomisch

      ...
      Es fühlt sich oft richtig schizophren an. Wir haben Kinder zusammen, gewisse Dinge im Familienleben funktionieren super, aber ich habe das Gefühl, dass mein Freund sich, je mehr er sich für die Familie kümmert, umso weniger für mich interessiert.
      Ist jetzt auch bisschen schwarz-weiß, fühlt sich aber so an.
      Ich bin ehrenamtlich von Zeit zu Zeit sehr aktiv in der Kulturszene und unsere Tanzgruppe hat ein großes Festival mitgestaltet und organisiert. Ich habe dort auch moderiert.
      Mein Freund hat sich während des Wochenendes um die Kinder gekümmert und ist auch alle 3 Tage mit den Kindern gekommen, um dabei zu sein und neben der (super! <3 ) Kinderbetreuung auch im eigenen Interesse Gruppen/Bands zu sehen, die er mag.
      Es ist mir einfach mal wieder aufgefallen, dass er sich über das Organisatorische hinaus für nichts interessiert hat, was meinen Job dort angeht.
      Man muss dazu sagen, dass die Kinder noch sehr klein sind und ich noch in (unbezahlter) Elternzeit, und mir die Moderation bezahlt wird, was wir gerade gut gebrauchen können.
      Er erzählt mir regelmäßig von seinem Job, mit dem er teilweise innerlich sehr beschäftigt ist und da auch meine Rückmeldung braucht (im Sinne von: "du machst einen super Job") und auch hier zu Hause ist ihm Anerkennung enorm wichtig, auch wenn er das bestreitet.
      Es sind nun mehrere Tage vergangen, wir waren mit dem Festival lokal in Zeitung, Radio und Fernsehen und ich habe etliche positive Rückmeldungen bekommen von überall. Doch wie immer hat mein Freund nichts (!!!) zu irgendetwas gesagt, weder zur Orga noch Tanzauftritte noch Moderation.
      Bei anderen kann er das immer und man muss dazu sagen, dass er anderswo auch total überschwänglich ist...
      Nur bei mir nicht mehr.
      Er sagt mir nicht mehr, dass er mich liebt, zeigen tut er das schon.
      Er hat mich auch vorhin massiert, nachdem ich gestern gesagt habe, dass mein ganzer Körper schmerzt.
      Wenn ich ihn darauf anspreche, auf das WE oder die seit einer Weile völlig ausbleibenden Liebeserklärungen oder Komplimente ist er fast beleidigt und tut so, als sei es nicht wahr.
      Da aber auch ich meist diejenige bin, die beim Sex verführt, halte ich das nicht mehr gut aus.
      Ich kann dann auch nicht damit umgehen, wenn dann doch ab und zu eine plötzliche feste Umarmung aus dem Nichts kommt oder so.
      Es kommt mir so schizophren vor.
      Ich liebe ihn, aber ich habe mir auch schon abgewöhnt, ihm das zu sagen. Krieg ja mittlerweile kaum mehr Antwort sogar. Er meint, ich sollte das doch spüren und das sei doch normal, dass man mit der Zeit nicht mehr so euphorisch ist.
      Ich hatte aber schon wesentlich längere Beziehungen mit Männern, die ich weniger geliebt habe und wo trotzdem täglich ein Austausch an liebevollen Worten und Gesten statt fand.
      Wir sind erst 3,5 Jahre zusammen!
      Klar haben wir einen super stressigen Alltag, aber ich fühl mich in einer Rolle, die ich nicht mehr spielen mag. Ich bin temperamentvoll, eigentlich wild und spontan.
      Hab mir das mit ihm abgewöhnt.
      Wir haben schon 1,5 Jahre Paartherapie und die bringt auch was. Und er ist felsenfest davon überzeugt, mit mir alt werden zu wollen.
      Und ich fühle mich einfach nicht mehr wahr genommen, meine Meinung zählt bei ihm auch nicht, ich kenne das alles so nicht von anderen Menschen (!) und fühle mich einfach geringschätzig behandelt.
      Trennung kommt momentan überhaupt nicht infrage, aber ehrlich gesagt freue ich mich so über jedes Lächeln, jedes nette Gespräch mit anderen Menschen, dass mich das geradezu erschüttert. Weil ich auch merke, wie plötzlich andere Männer wieder interessant werden und ich mich ständig dabei ertappe, wie ich mich nach einer Affäre sehne.
      Es kann mir wahrscheinlich keiner helfen, aber ich musste mir das mal von der Seele schreiben.

      • >>>Er sagt mir nicht mehr, dass er mich liebt, zeigen tut er das schon.<<<

        Was willst du denn noch mehr? Tägliches sinnentleertes "Ich liebe dich"?

        >>>Es kommt mir so schizophren vor.<<<

        Schon etwas seltsam bei euch, erst 3,5 Jahre zusammen, zwei kleine Kinder und ihr lauft schon seit 1,5 Jahren zur Paartherapie.
        Du kommst mir recht anstrengend vor.
        Du wirfst deinem Mann Dinge vor, ohne nähere Erläuterung, da kann man wenig zu schreiben.

        Vielleicht passt ihr einfach nicht zusammen.

        Also erst mal: schizophren ist mal was ganz Anderes.

        Ich habe den Eindruck, du erwartest in einer Beziehung einen Zustand ewiger Verliebtheit mit fliegenden Herzchen. Aber so funktioniert das nicht.

        Vor allem sollte man akzeptieren, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg hat Liebe zu zeigen. Wichtig ist doch nicht WIE sondern DASS!

        LG

        Hallo,

        ich bekam beim Lesen das Gefühl, dass du wahnsinnig viel Aufmerksamkeit brauchst.

        Bekommst du die mal nicht - oder nicht in der Form, in der du sie dir vorstellst- stellst du direkt alles infrage.

        Dein Freund scheint, objektiv gesehen, doch viel zu tun.

        - Er zeigt, dass er dich liebt
        - Er übernimmt die Kinderbetreuung, während du auf dem Festival eingespannt ist
        - Er besucht dieses auch (mehrfach), wollte dich sicher auch in Aktion dort erleben
        - Er sieht deine Bedürfnisse (Massage)


        Einige der von dir genannten Beispiele.

        3,5 Jahre zusammen, Kinder (MZ), bereits 1,5 Jahre Paartherapie...
        Vielleicht will er nur ein bisschen Tempo rausnehmen, weil es auf Dauer echt anstrengend ist, ständig auf Vollgas zu laufen?

        LG,
        RFK

        • "Dein Freund scheint, objektiv gesehen, doch viel zu tun. "
          Ach findest Du? Man könnte es auch anders formulieren:
          - der Mann sagt nie ein liebes Wort zu seiner Frau, mit der er erst 3 Jahre zusammen ist
          - dass der eigene Vater auf SEINE Kinder aufpasst, ist ja wohl eine Selbstverständlichkeit und keiner extra Erwähnung wert!
          - er besucht das Festival nur, weil er selbst daran ein Interesse hat.

          Dass der eigene Mann mal ein nettes Wort über ein so tolles Projekt wie Organisation und Moderation eines Festivals sagt, sollte in meinen Augen auch eine Selbstverständlichkeit sein und hat ganz sicherlich nichts damit zu tun, dass man über alle Maßen aufmerksamkeitsgeil ist!

      Klingt nach "Ich hab Dir gesagt, dass ich Dich liebe, wenn sich daran was ändert, sage ich Dir das!"

      Du spürst seine Liebe jeden Tag, aber Dir wäre es lieber, er würde es Dir andauernd sagen. So wie in Deinen ehemaligen Partnerschaften, in denen weniger geliebt wurde, und in denen die Worte anscheinend bloße Lippenbekenntnisse waren. Damit treibst Du ihn von Dir fort, denn Du stellst (ausgesprchen oder unausgesprochen) eine Forderung an ihn, die er nicht erfüllen kann, und die er vermutlich nicht mal versteht. Denn er beweist Dir ja jeden Tag, dass Du die eine für ihn bist. Also wieso noch drüber reden?

    • Vielleicht kommt von Dir so viel und Du gehst so stark auf ihn zu, dass ihm gar nicht bewusst wird, dass er etwas von Dir braucht. Er ist "satt" genug und hat gar nicht das Bedürfnis, sich noch mehr zu holen, weil das, was er bekommt, ja völlig ausreicht.

      Deshalb behauptet er auch, das sei nicht wahr, denn er hat ja selbst gar nicht das Gefühl, dass ihm etwas fehlt. Kann das sein? Zu dem kommt noch, dass anscheinend unterschiedliche Bedürfnisse existieren. Du brauchst die verbale, er die nonverbale Bestätigung. Auch deshalb meint er, das sei so okay, weil er nicht auf die Idee kommt, ein Liebesbekenntnis aussprechen zu müssen. Du umgekehrt schaust aber auch nicht, wie er es dafür zeigt.

      Wie Du am Ende selbst sagst: Wenn Du nicht lernst, ihn in seiner Art zu akzeptieren, dann wirst Du für andere Männer empfänglich, weil Du etwas suchst, was Du bei ihm nur findest, wenn Du anders hinsiehst.

      Auf mich wirkst du ebenfalls sehr anstrengend mit einer erdrückenden Erwartungshaltung.

      Und ganz ehrlich, du scheinst einen tollen Partner zu haben, unzählige Männer hätten bestimmt schon bei den Worten "Kulturszene, Tanzgruppe und moderierende Partnerin" einen Abgang gemacht und das Wochendende beim Camping verbracht (mich inklusive und ich bin weder ein Mann noch mag ich Camping)

    (10) 13.09.17 - 07:29

    Ach herrje, wenn man schon nach 2 Jahren Beziehung eine Paartherapie braucht, frage ich mich was ihr macht wenn es wirklich mal
    Probleme gibt...?! Das hört sich nicht gesund an...anstrengend.

    Muss man sich denn ständig sagen das man sich liebt?! Ihr seid doch keine Teenies mehr, ihr solltet eine Beziehung auf erwachsenenebene führen. Wenn er es dir zeigt ist das doch prima.

    Und ganz ehrlich, mich interessiert das Hobby meines Mannes auch nicht wirklich. Wir sind seid 15 Jahren zusammen, und ich hasse Fußball (ok, bei meinem Sohn bin ich dann ab und an dabei)... Mich interessiert es einfach nicht, warum sollte ich nachfragen? Bei anderen mache ich das schon mal...um in Gespräch zu kommen.

    Erzähl doch einfach wenn du es wie dein Mann loswerden willst. Muss er immer nachfragen?! Einfach selber erzählen.

    3,5 Jahre zusammen, 2 Kinder, 1,5 Jahre Paartherapie #zitter und das ganze mit einer Frau, die meint der Mittelpunkt des Universums zu sein. Puh... - das ist auch ein hartes Stück Arbeit für Deinen Freund

    Höre auf die Stimme, die Dir sagt: "Spring über den Zaun und sei wild und frech und lebe gefährlich... -

    aber streite Dich dann nicht mit Deinem Mann über Finanzen und Sorgerecht.

    Brauchst Du wirklich einen Mann, der den ganzen Tag hinter Dir her rennt und sagt: "feini, supi, Du bist so tolli..."? Ernsthaft?

    Eineinhalb Jahre Paartherapie nach so kurzer Beziehung? Gratulation zu dem Mann! Ich kenne nicht viele, die das mitmachen würden und die Frau immer noch erwartet, dass sich alles um sie dreht. Er macht genug für Dich; das könntest Du ruhig mal anerkennen, vielleicht braucht ihr dann schon keinen Therapeuten mehr. Offenbar passt ihr wirklich nicht zusammen, wie schon geschrieben wurde. Es wird Dir immer zu wenig sein, was er tut, schade....und ich glaube, das spürt er schon lange. Du verspielst gerade einen wirklich angenehmen Partner, wie ich das sehe. Hier liest man sovieles....... LG Moni

    (14) 13.09.17 - 10:39

    Ich schlage in dieselbe Kerbe..

    "Er sagt mir nicht mehr, dass er mich liebt, zeigen tut er das schon."
    Was zählt wohl mehr?

    "Er meint, ich sollte das doch spüren und das sei doch normal, dass man mit der Zeit nicht mehr so euphorisch ist."
    Wo er recht hat...

    "aber ich fühl mich in einer Rolle, die ich nicht mehr spielen mag. Ich bin temperamentvoll, eigentlich wild und spontan."
    Könnte das vielleicht daran liegen, dass ihr jetzt eine FAMILIE seid? Ich bin auch wild, spontan und chaotisch. Geht aber nicht mit zwei Kindern, Job, Haushalt und Hund. So ist das.

    Was tust du eigentlich für ihn? Wo zeigst du ihm, dass du ihn liebst?

    lg thyme

    Komische Antworten hast Du hier bekommen!
    Dass man sich immer mal wieder liebe Worte sagt, finde ich völlig normal. Ich bin nun fast 20 Jahre mit meinem Mann zusammen und ich fände es furchtbar, wenn man sich nicht mehr sagt, dass man sich liebt oder irgendwelche anderen lieben Worte für den Partner übrig hat.
    Auch finde ich es normal, dass man den Partner zu einem solch tollen Erfolg wie Du ihn hattest, beglückwünscht.
    Komisch, wie kalt anscheinend viele Beziehungen der Userinnen hier sind, die es ganz normal finden, dass man sich nach ein paar wenigen Jahren nichts Nettes mehr zu sagen hat. In solch einer Beziehung würde ich nicht sein wollen!

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