Beim Chat mit anderer Frau ertappt...

    • (1) 18.09.17 - 11:33

      Hallo ihr Lieben!

      Ich (39) bin ziemlich durcheinander...und darum wende ich mich an euch.
      Seit einem guten halben Jahr bin ich mit einem sehr lieben und herzlichen Mann (49) zusammen. Für mich ist bisher eigentlich immer alles perfekt gewesen...wir sind ein gutes Team und wachsen immer mehr zu einer Familie zusammen. Meine Kinder lieben ihn und umgekehrt, wir verbringen jedes Wochenende von Freitag bis Sonntag zusammen (er wohnt etwa 100 km entfernt), unternehmen viel und haben auch schon über unsere gemeinsame Zukunft gesprochen. Wir haben sehr viele Gemeinsamkeiten und meines Erachtens nach auch sehr erfüllenden Sex.
      Er pflegt ohne ein großes Geheimnis darum zu machen auch ein paar Frauenfreundschaften, was bisher für mich nicht schlimm war, denn er war immer offen und diese Frauen wissen auch von mir und unserer Beziehung und es sind für mich immer ganz normale Freundschaften gewesen.
      Allerdings fielen mir in letzter Zeit ein paar Ungereimtheiten auf und aufgrund schlechter Erfahrungen wurde ich misstrauisch....was soll ich sagen? Ich habe gestern herausgefunden, dass es wohl tatsächlich eine Frau gibt, die er schon vor meiner Zeit kannte, mit der er sich immer wieder recht anzügliche Sachen schreibt. Ich habe ihn gestern darauf angesprochen und er sagte mir, dass er sich nie wieder mit dieser Frau getroffen hat und dass es ausschließlich Chats waren in denen sie sich auf sexueller Ebene "angestachelt" haben. Er hat ihr wohl auch gesagt, dass damit Schluss sein müsse, weil er ja jetzt in einer Beziehung ist, aber sie hätte nicht locker gelassen und ihn gefragt, was er denn tun würde, wenn sie einfach dasteht etc. Blablabla...und er hat dem ganzen keine Bedeutung beigemessen und dass es nur mich für ihn gibt und er hat eben all diese Dinge gesagt, die Männer eben sagen, wenn sie bei sowas ertappt werden.
      Also zusammengefasst scheint es zu keiner körperlichen Untreue gekommen zu sein und er hat das mit dieser Frau auch sofort vor meinen Augen beendet.
      Aber was soll ich euch sagen...ich komm damit nicht klar....die Unbeschwertheit und das Vertrauen sind einfach weg. Und ich frage mich, warum zur Hölle muss man so etwas machen, wenn man doch eigentlich noch frisch in einer Beziehung ist und alles so perfekt läuft...warum muss man so etwas aufs Spiel setzen? Warum sind Männer so?
      Ich habe Angst, dass das ganze jetzt einfach für immer mitschwingt....und eben alles überschattet. Die Antwort auf die Frage WARUM man sowas tut, werd ich wohl nie bekommen. Mich würde nur interessieren, wie eure Meinungen zu diesem Thema sind. Und welche Erfahrungen ihr gemacht habt. Ich denke, dass die Gefahr, dass so etwas wieder passiert einfach sehr sehr hoch ist, wenn sowas einmal vorgekommen ist. Und für mich fängt die Untreue eben schon bei so etwas an. Wie seht ihr das?

      Ganz liebe Grüße

      Milka

      • (2) 18.09.17 - 11:49

        Hallo,

        ja, eine Antwort auf das WARUM wird es wohl wirklich kaum geben. Meistens ist es ja eher ein "ich weiß ja auch nicht" usw. Menschen sind halt merkwürdig :-D

        Richtige Untreue wäre (bzw. war - hab sowas auch erlebt) es für micht nicht, aber das Vertrauen war bei mir erschüttert. Zusätzlich auch mein Selbstwertgefühl. Weil ich direkt anfing, zu denken "bin ich nicht schön genug", "bin ich zu fett", "ist der Sex nicht erfüllend".. sowas. Letzten Endes dient sowas vermutlich der Selbstbesfriedigung und -bestätigung.

        Ich finde es verständlich, dass das Vertrauen etwas zerrüttet ist. Sprich mit ihm über deine Gefühle. Dass du ihm verzeihen möchtest, aber nicht direkt wieder Vertrauen kannst. Es braucht Zeit. Mit einem Gespräch ist es eben nicht aus der Welt geschafft, selbst, wenn man es sich zu gerne wünscht. Bei mir ist das nun 2 Jahre her und trotzdem kriege ich manchmal noch einen Gedankenrappel und bin nun davon aber eher genervt, weil ich da keine Lust drauf habe, misstrauisch zu sein, obwohl ich es nicht muss. Mein Freund reagiert gut. Er merkt es, wenn ich kritisch bin, fragt, was er machen kann. Ob ich sein Handy will, an seinen PC usw. Generell sagt er,wenn es mir hilft, kann ich das alles durchsuchen. Er will es nur nicht mitkriegen, weil es für ihn komisch wäre.

        (3) 18.09.17 - 14:05

        Ich möchte dir mal eine ganz andere Sichtweise nahelegen. Ich gehe zwar nicht davon aus, dass du sie annimmst, aber vielleicht lohnt es sich dennoch für dich sie zu kennen, und vielleicht auch um zu verstehen, was dein Partner da macht.

        Ich schlage dir vor, statt die gesamte Menschheit in Frage zu stellen (warum tut man so etwas) , die eigene Einstellung zum Thema Treue/Monogamie zu hinterfragen, denn Fakt ist doch: Männer (natürlich nicht alle, aber doch viele) betrügen, Frauen (die sind oft auch nicht treuer) auch und das war schon immer so und wird immer so sein. Das ist doch nicht dein Fehler! Das mag man als Konstruktionsfehler der menschlichen Natur (ab-)werten. Die Frage ist aber, ob man was davon hat, immer nur abzuwerten, was Realität ist.

        Ich selbst, eine Frau, chatte durchaus mal fremd, ich gucke Pornos und alle Jubeljahre mal gefällt mir ein anderer Mann so gut, dass ich eine Nacht mit ihm verbringe. Und ich tue all das, obwohl ich in einer langjährigen Beziehung lebe und meinen Mann liebe.
        Aber sexuelle Anziehungskraft hat für mich manchmal auch (mit Betonung auf auch) etwas mit Fremdheit zu tun, denn Fremdheit bedeutet für mich, dass da noch Leerstellen bei dem anderen sind, die ich mit Kopfkino füllen kann. Außerdem finde ich es hin und wieder aufregend, fremde Haut zu spüren und dem Verlangen auf etwas, das ich noch nicht kenne, nachzugeben. Und außerhalb des großen Kontextes, den ein alltägliches Zusammenleben schafft, kann man sich zudem auch mal neu erfinden, andere erotische Dinge ausprobieren, die in die Partnerschaft nicht passen würden etc..

        Für mein Verständnis nehme ich meinen Partner, mit dem ich sehr gerne schlafe und noch viel lieber zusammen lebe, nichts weg. Er hat natürlich die gleichen Freiheiten wie ich und kennt meine Einstellung zu diesem Thema. Und wir sind trotzdem noch zusammen.

        Also frage ich dich: Was nimmt dir dein Partner denn weg? Er ist doch noch immer der liebe und herzliche Mensch, der er vor deiner Entdeckung war, oder? Und wovor hast du denn Angst? Dass er dich für die andere Frau verlässt? Hätte er doch längst machen können - er kennt sie doch schon sehr lange. Und Verlassen-Werden kann man auch vom treuesten aller Männer. Ich halte die Gefahr sogar noch für viel größer, weil Menschen, die eng im Korsett der Monogamie stecken, sich viel schneller verpflichtet fühlen, den Partner zu verlassen, weil sie meinen, das gehört sich so, sobald sie sich zu einer anderen Person hingezogen fühlen.

        Ich für meinen Teil glaube, dass man sich viel Leid und Elend (Selbstzweifel, Eifersucht) sparen kann, wenn man aufhört, auf sexuelle Exklusivität zu pochen und sich selbst auch mehr Freiheit zugesteht. Und ich glaube, man kriegt ehrlichere Antworten von seinem Partner, wenn man "offen" fragt und nicht gleich suggeriert, dass alles, was jenseits der Beziehung und wenn auch nur im Kopf stattfindend (und ein erotischer Chat ist vor allem Kopfsache) an Sexualität unerwünscht ist.

        • (4) 18.09.17 - 14:14

          Vor einiger Zeit habe ich bei Tinder einen netten Kerl kennengelernt. Der hat mir dann erzählt, dass er nur offene Beziehungen führt. Dass er seine sexuellen Bedürfnisse mit mehreren Frauen auslebt, emotionale Nähe aber dann - wenn vorhanden - nur mit seiner festen Partnerin. Das hat mich tatsächlich sehr zum Nachdenken gebracht. Warum sollte das auch nicht funktionieren? Ich hatte ja auch ONS mit Leuten, mit denen ich keine emotionale Bindung hatte.

          Ich musste dann aber auch erkennen, dass ich persönlich noch nicht so weit bin, dass ich das trennen kann. Also für mich schon, aber ich würde meinem Partner immer irgendwas unterstellen im Kopf. Es würde mich verletzen ,wenn er andere anfasst. Aber dennoch denke ich, wenn man lange zusammenbleibt, kann sich alles noch ändern und generell stehe ich der Sache offen gegenüber - sofern ich mich halt komplett drauf einlassen kann. Mal schauen, wohin die Reise geht die nächsten Jahre :-)

          • (5) 18.09.17 - 14:25

            Eifersucht gehört ja auch dazu. Nur weil wir das so leben, heißt das ja nicht, dass wir völlig abgebrüht wären, wenn der andere jemand anderes begehrt. Aber mir ist diese Offenheit - gerade zwischen meinem Partner und mir - so viel mehr wert als das, was wir vorher gelebt haben. Da war halt auch viel Fassade. Mitbekommen vom anderen hat man da nur, was gesellschaftskonform war. Die eigenen Abgründe hat jeder versteckt.
            Ich find´s so für mich stimmiger und ehrlicher, verstehe aber das man davor Scheu hat. Ist sicher auch nicht jeder für so viel Offenheit gemacht....

        (6) 18.09.17 - 14:34

        Erstens geht es der TE wohl nicht in erster Linie um Monogamie oder nicht, sondern darum, dass ihr Partner eine Vereinbarung gebrochen hat. Also in etwa so, als hätte er mit ihr fest abgesprochen, dass er einen bestimmten Kinofilm mit ihr besucht und dann erfährt sie durch Zufall, er hat den Film schon mit einem Kumpel gesehen und ihr das verheimlicht.

        Zweitens scheint in Deiner Welt eine Gegebenheit nicht zu existieren: Dass es Menschen gibt, die nur Sex mit Partnern haben wollen, denen sie emotional zugetan sind. Das trifft beispielsweise auf mich zu, einen ONS oder so hatte ich noch nie. Ich brauche Nähe und Vertrauen um sexuelle Bedürfnisse gegenüber Dritten überhaupt zu entwickeln. Und es kann gut sein, dass deswegen Polygamie nicht für alle Menschen in Frage kommt.

        Generell kann ich aber nachvollziehen, warum offene Beziehungen gelebt werden und finde das auch total okay, so lange die Beteiligten davon wissen und einverstanden sind. Nur Beschiss finde ich übel.

        • (7) 18.09.17 - 14:46

          Doch, ich denke schon, dass es der TE um Monogamie geht und meiner Erfahrung nach sprechen nur die wenigsten Paare darüber, wie monogam sie leben wollen, wo die Grenzen verlaufen etc.. Habt ihr das gemacht? Wir nicht. Wir sind zunächst eine stinknormale Beziehung gerutscht, indem man natürlich davon ausgeht, dass der andere streng monogam lebt.

          D.h. der Partner der TE hat vermutlich eine stillschweigende Vereinbarung gebrochen und deren Crux liegt ja meistens darin, dass sie etwas schwammig sind. Der eine versteht vielleicht was ganz anderes drunter als der andere und zack ist Problem da, wenn die Vereinbarung, über die man nie gesprochen hat, verletzt wird.

          Im Übrigen: In meiner Welt kommt durchaus die Idee vor, dass Menschen Sex mit nur einem Partner haben wollen. Finde ich großartig, macht vieles leichter, passt halt nur nicht zu mir. Und ich halte es für wahrscheinlich, das der Partner der TE sehr wahrscheinlich auch nicht zu dieser Gattung Mensch gehört. Sonst hätte sie ihn nicht beim "fremdchatten" erwischt.

          Und ich denke, es wäre gut, wenn sie darüber sprechen würden und das möglichst unvoreingenommen, denn dann erfährt die TE vielleicht wirklich, was in dem Mann vorgeht anstatt das er in großer Geste den Kontakt löscht und ewige Treue schwört und kann sich dann immer noch überlegen, ob sie mit ihm zusammen sein möchte oder nicht. Vielleicht lebt er ihr zuliebe auch tatsächlich fortan monogam. Das werden sie aber nur herausfinden, wenn sie sich ehrlich miteinander austauschen. Und dann kann die TE vielleicht auch wirklich einen Haken hinter die Sache machen.

          • (8) 18.09.17 - 15:13

            Ja natürlich haben wir das gemacht, ich spreche in allen meinen Beziehungen offen darüber, wie ich mir vorstelle, diese zu gestalten. Bzw. sogar bevor ich eine Beziehung anfange, denn wie gesagt, ich hopse nicht erst mit jemandem ins Bett und lerne ihn dann kennen. Das ist aber mein persönliches Ding. Nur wüsste ich vorher halt schon gerne, wie jemand z.B. zum Thema Kinder, Treue, Zukunftsgestaltung etc. steht um nicht irgendwann hart von der rosa Wolke sieben zu knallen. ;-)

            Ob hier für die TE eine stillschweigende oder tatsächliche Vereinbarung gebrochen wurde ist jetzt natürlich die Frage.

            "Im Übrigen: In meiner Welt kommt durchaus die Idee vor, dass Menschen Sex mit nur einem Partner haben wollen. Finde ich großartig, macht vieles leichter, passt halt nur nicht zu mir. Und ich halte es für wahrscheinlich, das der Partner der TE sehr wahrscheinlich auch nicht zu dieser Gattung Mensch gehört. Sonst hätte sie ihn nicht beim "fremdchatten" erwischt."

            Naja komm, er kann auch gesagt haben: "Treue? Ist mir total wichtig!" um ausschliesslich sie zu meinen. Das gibt es wohl leider häufiger. Oder er hat das damals auch auf sich bezogen aber jetzt beschlossen, dass ihm das neuerdings oder in diesem Einzelfall völlig egal ist.

            Das mit "Kontakt löschen" verstehe ich auch nicht ganz, habe das hier im Forum aber schon mehrmals gelesen. Erstens kann man gelöschte Kontakte wieder neu anlegen (nicht wahr?) und zweitens ist das ja nicht die Lösung des Gesamtproblems. Stimme also Deinem letzten Absatz zu, weiter darüber reden und einen Konsens finden sollten sie natürlich.

        (9) 18.09.17 - 18:20

        Hallo!

        Doch, einerseits geht es mir wirklich im Monogamie. Und andererseits um die Absprachen, die gebrochen wurden.

        Wir hatten eben ganz klare Absprachen, dass es keine anderen Liebschaften etc. im Leben des anderen geben soll. Das hat er genauso gesehen wie ich und ich habe ihm vertraut. Und eben dieses Vertrauen hat er meiner Ansicht nach missbraucht.

        Ich verstehe und akzeptiere wenn andere Paare ein anderes Beziehungsmodell leben. Wir haben es aber so besprochen und er hat sich darüber hinweggesetzt. Und zwar nicht nur einmal, sondern gleich ein halbes Jahr lang. Unser erstes halbes Jahr wohlgemerkt.

        Ich verstehe nicht, wieso er das getan hat und er kann mir auch keinen vernünftigen Grund nennen. Das einzige was ich zu hören bekomme ist, dass er dem ganzen keine Bedeutung beigemessen hat.

        Ich weiß wirklich momentan überhaupt nicht, wie ich das ganze einordnen soll. Ich weiß nur dass ich mich hintergangen fühle. Auch wenn es "nur" ein Chat war. Aber immerhin kennt er diese Person aus dem wirklichen Leben, auch wenn sie sich nicht mehr sehen. Angeblich....denn ich weiß ja nicht, ob das dann wenigstens die Wahrheit ist.

        Sehr schwierig bis unmöglich für mich, herauszufinden, was der Wahrheit entspricht und vor allem was ich in Zukunft noch glauben kann. Bin total durcheinander. Bis vorgestern war ich noch auf Wolke 7 und der glücklichste Mensch der Welt und dann sowas....

        • (10) 18.09.17 - 18:29

          Ich kann Deinen Schock absolut nachvollziehen. Hast Du mal überlegt, wie er reagiert hätte, wenn es umgekehrt gewesen wäre, also wenn Du einen anderen Mann heiss angechattet hättest?

          • (11) 18.09.17 - 18:40

            Ich kann dir nur von einem Vorfall von vor ein paar Wochen berichten.
            Eine meiner Freundinnen teilt sich auf Facebook mit ihrem Mann ein Profil. Im Profilnamen stehen beide Vornamen, der männliche zuerst. So könnte man als Außenstehender davon ausgehen, dass es sich um das Profil einer männlichen Person handelt.
            Meine Freundin hat mir einen Bildkommentar hinterlassen mit einem Kompliment und einem Kusssmiley mit Herzchen.
            Da hat er mich sofort am Telefon darauf angesprochen, wer dass denn wäre und dass es sich nicht sehr gut anfühlt, wenn man sieht, dass ein anderer Mann (der ja gar keiner war) Herzchen schickt...
            Soviel zu diesem Thema....wie er reagiert hätte bei einem heißen Chat, das kann man sich ja dann ungefähr vorstellen. Er wäre sicher sehr verletzt und eifersüchtig gewesen. So wie ich jetzt auch. Umso unfairer finde ich es ja...

            • (12) 18.09.17 - 18:54

              Er misst einem heimlichen sexuellen Chat laut seiner Aussage keine größere Bedeutung bei, empört sich aber bei einem öffentlichen Facebook Kommentar wegen eines Herzchens. Kein Wunder, dass Du es unfair empfindest, denn er setzt ganz deutlich und anscheinend völlig schamlos zweierlei Maß an: Seine Regeln und die, die für Dich gelten.

              Puh.

              Ich hab jetzt eigentlich noch mehr geschrieben, es aber wieder gelöscht, weil ich den Eindruck habe, Du weisst schon fast selbst, wie das jetzt mit Euch weiter geht.

              • (13) 18.09.17 - 18:59

                Schade, dass du es gelöscht hast. Meine Gedanken drehen sich im Kreis. Einerseits weiß ich dass das eigentlich das Aus bedeutet. Andererseits ist es gerade schwer zu fassen für mich. Es kam so plötzlich. Daher habe ich euch ja um eure Meinung gebeten, damit ich das ganze irgendwie für mich aufarbeiten kann und zu irgendeinem Ergebnis komme.

                • (14) 18.09.17 - 19:21

                  Schlaf mal drüber. Das hilft mir immer.
                  Geh erst einmal auf Abstand, um das etwas zu verarbeiten. Das soll keine Zickerei oder Strafe ihm gegenüber sein, nur Zeit für Dich zum Nachdenken bedeuten.

                  Das was ich gelöscht habe war im Prinzip eine Erklärung, warum diese Beziehung für mich jetzt gelaufen wäre.

    (15) 18.09.17 - 18:11

    Ich kann Deine Sichtweise verstehen und habe selbst Erfahrung mit diesem Beziehungsmodell. Ich finde allerdings, man muss da unterscheiden.
    Ich habe drei Jahre lang in einer solchen Beziehung gelebt. Ich habe in dieser Zeit immer mehr festgestellt, dass eine offene Beziehung eben nicht das ist, was mich auf Dauer glücklich macht. Daher habe ich mich ganz bewusst für das monogame Modell entschieden. Es gab mit meinem jetzigen Partner klare Absprachen und er hat sich ganz bewusst darüber hinweggesetzt.
    Wir hatten ziemlich am Anfang unserer Beziehung sehr klare Gespräche darüber geführt, was in Ordnung ist und was nicht.
    Er sagte mir, dass er der gleichen Meinung ist und hat sogar einmal kritisiert, dass mir eine Freundin, die über das Profil ihres Mannes auf Facebook einen Kusssmiley geschickt hat. Da sagte er mir, dass sich das nicht schön anfühlt für ihn.
    Und im Gegenzug darf er aber heiße Chats führen mit anderen Frauen? Irgendwie passt das nicht zusammen.
    Das Schlimme für mich ist, dass er mich quasi belogen hat. Er hat mir versprochen, dass es solche Chats mit anderen Frauen nicht gibt. Und als ich ihn dann gestern gefragt habe, was er denn wirklich getan hätte, wenn diese Frau wirklich bei ihm erschienen wäre konnte er nicht einmal versichern, dass es nicht bis zum Äußersten gekommen wäre. Er sagte, dass er denkt, dass er es nicht getan hätte aus Angst, es würde sowieso rauskommen. Das war eine ehrliche Antwort würde ich sagen. Aber auch eine sehr verletzende. Und das ist es auch was mir Angst macht. Ich kann mit Untreue nicht leben. Und ja, Untreue fängt im Kopf an. Und wenn man seine Phantasien zwar virtuell aber mit einer realen Person, die man ja auch im wirklichen Leben kennt, auslebt, dann ist es nur noch ein kleiner Sprung, diese Phantasien auch in die Realität umzusetzen.
    Und ich frage mich wirklich, warum er diese Bestätigung braucht. Ich meine, wir sind ja noch nicht jahrelang zusammen und es hat sich auch noch in keinster Weise Routine eingeschlichen. Wir sind gerade mal ein halbes Jahr zusammen, er spricht von heiraten und zusammenziehen und dass wir die Familie sind, die er sich immer gewünscht hat etc. Ich habe gestern in einem ruhigen Gespräch versucht herauszufinden, warum er das gemacht hat. Und die einzige Antwort, die ich bekam war, dass er dem ganzen keine Bedeutung beigemessen hätte.
    Und ich habe keine Angst verlassen zu werden. Du hast Recht, wenn er das wollte hätte er es bereits getan. Aber mein Vertrauen ist einfach angeknackst. Wir hatten klare Absprachen und er hat sich darüber hinweggesetzt. Und selbst auf meine Nachfrage hat er mich noch angelogen. Und erst als ich wirklich dahintergekommen bin was Sache ist, ist er Stück für Stück mit der Wahrheit rausgerückt. Und hier liegt für mich der Betrug.
    Und ich habe Angst, dass sich das für mich nicht mehr kitten lässt. Und ich habe Angst, dass es mich einfach quält. Ich muss mich einfach auf meinen Partner und sein Wort verlassen können. Und nicht erst nach Ermahnung und Erklärung, sondern das ist für mich eine Grundvoraussetzung. Ich kann nicht mit dem Gedanken leben, dass er sich mit anderen vergnügt, nur weil ich während der Woche nicht da bin. So sehr ich Deine Lebensweise verstehe und respektiere, so sehr weiß ich auch, dass das für mich nichts ist. Und meine Erfahrung hat leider gezeigt, dass sowas eben nicht bei einem Einzelfall bleibt. Ich meine, das ganze lief ja jetzt sowieso ein halbes Jahr parallel zu unserer Beziehung. Ich kann mir nicht helfen, aber ich find das total schrecklich. Mich verletzt dieser Gedanke jedenfalls sehr. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass das ganze jetzt auf Dauer beendet ist. Denn wenn er das wirklich von sich aus nicht gewollt hätte, dann hätte sowas gar nicht stattgefunden, egal wie sehr sich die Frau angeboten hat.

    • (16) 18.09.17 - 19:20

      Ui, du klingst wahnsinnig reflektiert und auch tolerant.
      Unter den Umständen, die du schilderst, hätte ich auch ein ernsthaftes Vertrauensproblem. Denn trotz aller Offenheit oder gerade wegen aller Offenheit finde ich verlässliche Absprachen extrem wichtig.
      Dennoch würde ich an deiner Stelle nicht sofort die Flinte ins Korn werfen. Ich würde alles daran setzen, ihm deutlich zu machen, wie dermaßen daneben sein Verhalten war, wie sehr er damit alles aufs Spiel setzt und dann soll er sich sehr genau überlegen, ob er eine Beziehung zu den Spielregeln, die dir wichtig sind, führen kann und will.
      Ob du ihm wieder vertrauen kannst, weiß ich nicht. Ich würde da sehr auf meinen Bauch hören und als Maß nehmen, wie sehr er sich mit der Suppe auseinandersetzt, die er sich da eingebrockt hat.
      Ich könnte aber verstehen, wenn du sagst: das war es. Wie gesagt: Monogamie ist mir nicht so wichtig, aber ich will wissen, woran ich beim anderen bin.

(17) 18.09.17 - 16:02

Hallo!

Die Frage ist doch nicht, warum "man" sowas tut, sondern warum ER sowas tut.

War ihm langweilig, wenn er unter der Woche abends alleine war? Hat es seinem Ego geschmeichelt?

Und da muss man eben klar reden. Warum hat er es gemacht, war er wirklich so hilflos, als die Frau ihn wieder angeschrieben hat, und was passiert, wenn sie in 2 Wochen wieder anfängt zu schreiben? Braucht er das, oder kann er auch ohne?

Da muss man einfach ansetzen, bei den Ursachen. Wieso ist er anfällig für sowas und was kann er dagegen tun - und will er das überhaupt?

Und die Frage ist eben auch, was Du willst, wie du dir die Zukunft mit ihm vorstellst, und wie es mit deinen Kindern ist. Ihnen den neuen "zukünftigen Stiefpapa" jetzt wieder wegnehmen ist eben für Kinder auch nicht einfach. Das sollte man wirklich überlegen, bevor man den Kindern einen neuen Mann vorstellt. Die gehen ja auch eine Bindung ein, und beliebig viele Verlusterfahrungen mit männlichen Bezugspersonen kann man ihnen nicht zumuten, ohne ihnen zu schaden.

(18) 18.09.17 - 16:13

Ich sehe das so, natürlich fängt jede Untreue in Gedanken, dann in Worten an und endet in der Tat - dem Fremdgehen, in der Ehe dem Ehebruch.

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf deine Worte, denn sie werden Taten.
Achte auf deine Taten, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Schicksal.

Hierin denke ich ganz konservativ. Zwei Menschen versprechen einander die Treue und halten diese dann auch, exklusiv. Ich weiß dass viele sich über diese Einstellung lustig machen und sie verachten. Aber man fährt gut damit und erspart sich gegenseitig viel Leid.

Promiskuität ist auch der Grund dafür, warum Geschlechtskrankheiten wieder auf dem Vormarsch sind: Clamydien, Tripper, Syphilis, HPV und HIV und 25 andere Infektionskrankheiten, die bei Sexualkontakten übertragen werden können. Ich möchte keine davon haben. Damit lebe ich gesünder, stressfreier und mir fehlt nichts.

Natürlich müssen beide Parter sich darüber austauschen und einig werden. Wenn ihr euch einig werdet, dann könnt ihr auch heiraten, um eurer Treue und Exklusivität den äußeren Rahmen zu geben.

(23) 18.09.17 - 17:37

Hallo

ich kann sehr gut verstehen, dass man in der ersten Verliebtheits- Phase so etwas nicht erleben möchte.
Es ist enttäuschend , zerstört den "Zauber der jedem Anfang inne wohnt"
und erschüttert das Vertrauen.
Ich würde trotzdem abwarten, wie sich das Ganze weiter entwickelt.
Vielleicht minimieren sich seine Frauenbekanntschaften und Freundschaften mit zunehmender Beziehungsdauer.Oder bleiben zumindest rein freundschaftlich.

Ob du das verarbeiten kannst weiß ich nicht, gut möglich das dies ein Stachel bei dir bleibt.
Natürlich macht man sich Gedanken, wie viel Bestätigung und welche Art von Aufmerksamkeit dieser Mann so generell braucht.
Auch wie sich die Beziehung entwickelt wenn eure Hormone sich mal beruhigt haben.

Wenn der Kerl es wert ist ,wirst du sicherlich mit ihm zusammen bleiben.
Vielleicht hat er sich das chatten und anheizen in seiner Single Zeit angewöhnt und legt es bald ab.Die ersten Jahre solltest du ihm genügen oder?
#klee

L.G.

  • (24) 18.09.17 - 18:26

    Hallo!

    Ja, genauso sehe ich das auch. Wenn ich ihm in dieser Phase der Beziehung nicht genüge....wie wird das dann in ein paar Jahren aussehen? Ich kann es drehen und wenden wie ich will, ich kann es einfach nicht verstehen.
    Und noch viel weniger kann ich mir vorstellen, wie ich auf Dauer mit sowas umgehen kann.

    Liebe Grüße

    • (25) 18.09.17 - 19:40

      Ich würde ihm nochmal deutlich klarmachen, dass dieses "anheizen" von dir nicht akzeptiert werden kann und das es deine Gefühle sehr negativ beeinflusst.
      Vielleicht wird er diesbezüglich ja ruhiger, vor allem wenn eure Beziehung sich positiv entwickelt.
      Verstehen kann man das nicht.
      Wichtig wäre herauszufinden, ob er diese intimen Kontakte auch zukünftig braucht.
      Auch hier wieder:
      Hoffe nicht ohne Zweifel und zweifle nicht ohne Hoffnung.

      Etwas Mut und Stärke braucht es in jeder Beziehung.

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