Ich träume ständig von anderen Männern...

    • (1) 19.10.17 - 12:32
      Eideidei

      Hi ihr Lieben,

      Was würdet ihr tun?
      Ich bin in einer Beziehung, wir haben kleine Kinder, viel Alltagsstress und aber trotzdem eine große Liebe zueinander und auch schon viel Heftiges zusammen geschafft.
      Zeit zu zweit gibt es wieder mehr, wir nutzen sie auch, immerhin schauen wir abends z.B. wieder zusammen Serien, das gab es auch lange nicht.
      Ich merke einfach nur, dass immer noch so viel die Beziehung belastet und auch unsere Bedürfnisse doch sehr weit auseinander liegen, zumindest in der Ausführung. Und das lässt mich und ihn quasi verhungern innerlich.
      Beispiel: wir bezeichnen uns beide als verschmust. Bei ihm sieht das so aus, dass er, sagen wir alle paar Mal, wenn wir auf dem Sofa abends sitzen (und reden oder fernsehen) zu mir rutscht. Manchmal den Arm um mich legt. Das ist für ihn kuscheln. Kein Streicheln, kein wirkliches An-mich-schmiegen, keine zärtlichen Gesten oder Worte, einfach nebeneinander sitzen ohne wirklich sichtbaren oder spürbaren Genuss seinerseits.
      Wenn ich zu ihm rutsche, möchte ich ihm zeigen, dass ich mich freue, dass er da ist, ich schenke ihm vielleicht ab und zu einen liebevollen Blick, streichle ihn zärtlich oder sag ihm was Liebes. Für mich hat kuscheln, auch wenn es gar nicht verführen soll, immer was mit "Aktion" zu tun, das passiert bei mir automatisch und auch nebenher, ohne dass ich nachdenke.
      Für mich ist es "Austauschen an Zärtlichkeiten" und ich brauche das eigentlich viel, am Liebsten täglich abends, möchte ich, zumindest einen Moment lang, meinem Freund Nähe sein. Ich sehne mich so danach, aber mittlerweile habe ich es größtenteils aufgegeben, weil er nicht "antwortet". Manchmal, meist im Zusammenhang mit Sex, ist er dann plötzlich sehr zugewandt. Aber meist, das sagt er auch so, versteht er meine Signale nicht.
      Ich bin so körperlich, dass ich z.B., wenn wir in der Löffelchenstellung nebeneinander liegen, automatisch mein Gesäß an ihm reibe. Das mache ich schon immer, egal mit welchem Mann, als Zeichen von Behaglichkeit.
      Und frühere Männer mochten das ausnahmslos. Er beschwert sich zwar nicht, war aber anfangs total irritiert. Und manchmal habe ich das Gefühl, dass ihn das sogar stört, wenn er dabei erregt wird (spürbar). Er versucht dann, von mir abzurücken.
      Sowieso geht es eher von mir aus, das Verführen, was mich auch nervt. Er kann mir einfach nicht richtig sagen oder zeigen, dass er mich begehrt. Ich habe richtig das Gefühl, er möchte nicht dabei "ertappt" werden, dass er sozusagen die Kontrolle verliert.
      Wenn wir Sex haben, ist es wunderschön. Aber auch hat er seinen Orgasmus total unter Kontrolle. Kann ihn x-mal aufhalten/rauszögern.
      Kurzum: er lässt sich einfach nie richtig fallen. Er lässt sich (im Gegensatz zu früher) einfach nicht mehr dazu hinreißen, Begeisterung zu zeigen, mir gegenüber.
      Als ob er dabei sein Gesicht verlieren würde.
      Ich sehne mich so danach, dass er mich begehrt, sich fallen lässt, hinreißen lässt, mich irgendwann mal verliebt anschaut, zärtliche Worte zu mir sagt. Laut eigenen Angaben wünscht er von mir das Gleiche. Auch wenn ich damit sparsamer geworden bin, gebe ich ihm das aber.
      Und obwohl ich geneigt bin, nach alten Mustern zu handeln und mir eine Affäre zu suchen, merke ich, dass ich dafür nicht offen bin. Irgendwie wünsche ich mir so, dass ER mir das gibt. Zärtlichkeit. Vertrauen. Hingabe.
      Und weil mich das so beschäftigt, träume ich fast jede Nacht von anderen Männern. Erzähle es ihm manchmal. Auch, dass ich diesen (Unbekannten) Mann gar nicht will. Sondern nur ihn.
      Er hört sich das an und schweigt.
      Es mag daran liegen, dass er vor 28 Jahren von seinem Bruder sexuell missbraucht wurde. Das kam jetzt erst "raus", er hat zum ersten Mal mit jemandem (erst unsere Paartherapeutin, dann mit mir) darüber gesprochen.
      Heute versteht er sich mit dem Bruder, der wohl schon immer schwul war, es damals aber erst rausfinden musste, super.
      Ich möchte ihm helfen, ihn unterstützen. Und ihm Zeit geben.
      Aber ehrlich gesagt vertrockne ich innerlich.
      Ich wurde selbst vor 11 Jahren vergewaltigt, habe es aber mittlerweile verarbeitet, ich kann völlighemmungslosen Sex haben. Hab auch die Möglichkeit gehabt, mit meinem Vergewaltiger zu sprechen danach und konnte ihm irgendwann ehrlich und umfassend verzeihen.
      Aber es war ein langer Weg.
      Den muss mein Freund sicher auch gehen, da geht es ja um Missbrauch innerhalb der Familie.
      Ich merke auch, dass ich das irgendwie, ohne es benennen zu können, immer schon in dieser Familie spürte. Ich habe immer schon ein komisches Gefühl, wenn ich dort bin. Für meine Kinder have ich auch dieses Gefühl. Nicht dem Bruder gegenüber, der hat selbst 3 Selbstmordversuche hinter sich, weil er sich nicht traute, sich zu Puten. Er hat denke ich auch einen schweren Weg hinter sich, aber schon viel durchgemacht und ist wirklich ein toller Mensch (geworden?).
      Aber der Mutter und den anderen gegenüber bleibt dieses unbehagliche Gefühl. Das Gefühl, ausgeliefert zu sein, das Gefühl, das eigene Gefühle nicht zählen und man Probleme nicht benennt, sondern darüber stillschweigt.
      Ich weiß nicht, was ihr mir raten sollt, aber ich musste mir diesen Ballast mal von der Seele schreiben. Das bedrückt mich alles so.
      Dabei bin ich ein lebensfroher Mensch, spontan, einen Tick verrückt und ich liebe mein Leben, mit den Kindern und so insgesamt.
      Nur die Beziehung ist so hemmend.

      • Irgendwie liest sich das so, als müsse Dein Mann handeln und empfinden, wie Du es Dir vorstellst. Er muss so kuscheln, wie Du es willst, seine Art zu kuscheln ist falsch für Dich. Er muss sich in Therapie begeben, weil Du willst, dass er darüber hinweg kommt, so wie Du.

        Ist das wirklich das, was Du unter einer Partnerschaft verstehst? Einer entwickelt sich dahin, wo der Andere ihn haben will?

        Hallo

        Das ganze ließt sich sehr klammernd,fördernd an. Mir persönlich wäre es zu anstrengend .

        Ich mag auch gerne kuscheln aber jeden Abend zusammengetackert auf der Couch ist mir Zuviel. Auch brauche ich im Bett meinen Platz.

        Ich kann auch gerne einen Abend mit Buch am Esstisch sitzen während mein Mann drüben ließt oder mal Fußball guckt.

        Wie ist es mit Unternehmungen ? Macht ihr allles zusammen oder auch mal was für sich?

        Vielleicht braucht dein Freund mal Zeit für sich alleine.

        Wir haben ein paar im Freundeskreis und die machen nichts ohne den anderen. Sie möchte am liebsten mit ihm verschweißt sein. Er würde gerne mal alleine was machen. Darf er nicht.

        ich würde mich eingeengt fühlen. Das mag ich garnicht.

        Lg

        • (4) 19.10.17 - 14:36

          Liest sich vielleicht so, aber bis vor kurzem gab es fast gar nichts mehr. Also keine gemeinsamen Abende, kein zusammensitzen auf dem Sofa.
          Ich bedränge ihn nicht und sage ihm auch nicht, wie er zu kuscheln hat.
          Es passiert nach wie vor fast nichts.
          Wir machen beide was für uns alleine, nur nichts außer Haus als Paar. Vielleicht 2mal im Jahr, wenn überhaupt, seit der Kinder. Und auch nur, wenn ich es organisiere.
          Also es gibt fast nichts, und wenn kuscheln, dann meist nur, wie er das will. Regungslos nebeneinander in die Glotze schauen.

          • Ich kann deine Bedürfnisse schon nachvollziehen, finde Dich aber auch sehr fordernd. Hat dein Mann Dir gegenüber den mal offen zugegeben, dass er sich nicht so fallen lassen kann; könnt ihr darüber sprechen, dass ihr zB unterschiedliche Vorstellungen von Kuscheln habt?

            Natürlich ist es wuchtig, dass der Partner deine Bedürfnisse akzeptiert, aber vielleicht kann er auch einfach nicht aus seiner Haut - und zur Ehe gehört auch dazu, dass man die Grenzen des anderen akzeptiert.

            Glaub mir, ich kann deine Wünsche gut nachempfinden, weil - wenn auch aus ganz anderen Gründen - mein Mann ein schwieriges Verhältnis zu seiner eigenen Sexualität hat. Aber seit wir da beide offen drüber sprechen können, und miteinander nach dem Motto "alles kann, nichts muss" respektvoll miteinander umgehen, ist es viel besser zwischen uns.

      Hallo,

      Kuscheln ist für mich auch ruhiges aneinanderschmiegen und nicht bewegen.
      Für meinen Mann ist kuscheln eher rumstreicheln, küssen, Rücken kraulen, etc ...

      Wir haben 2 völlig unterschiedliche Vorstellungen von kuscheln, das haben wir aber auch erst über Gespräche herausgefunden. Er beschwerte sich, ich wolle nie kuscheln und ich habe gemeckert, wenn er beim kuscheln plötzlich mit "Zärtlichkeiten" anfing...

      BTW: Er hat ein super Verhältnis zu seinem Vergewaltiger? Und das wird auch noch entschuldigt, weil der arme Bruder ja schon immer schwul war und das nur rausfinden musste? Fände ich sehr seltsam - ist aber eure Familie.

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