Ich hasse meine Schwiegereltern

    • (1) 23.12.17 - 19:54
      Immerschlimmer

      Hallo, ich muss leider feige in schwarz schreiben.

      Meine Ehe wackelt. Der Grund, mein Mann ist aggressiv. Darum geht es aber nicht vorwiegend. Da wir Eltern sind, versuchen wir die Ehe zu kitten. Nur, weil er sich zu einer Therapie bereit erklärt hat, bin ich bereit, es noch weiter zu versuchen.

      Es geht allerdings um seine Eltern. Zur Vorgeschichte: Schon kurz nach Beginn unserer Beziehung habe ich eine Abneigung hauptsächlich gegen seinen Vater entwickelt. Aber auch seine Mutter bedeutet mir nichts. Anfangs waren es noch vermeintlich banale Gründe wie zB extremer Geiz. Hinzu kam, dass gemeinsame Treffen eher unangenehm waren. Es bestehen keinerlei Gemeinsamkeiten, Gesprächsthemen, es ist dort weder warm, noch herzlich, noch lustig, Sat wird man auch nicht. Er ist dabei sehr stur und rechthaberisch. Zu seinem Geiz kommt, dass er seine Rechte jedoch ganz genau kennt. Kommt ihm also Jemand blöd, wird er verklagt. Die Schwiegermutter hingegen redet kaum, ist auch kaum da. Stets im Haushalt am wuseln. Hat auch keine eigene Meinung. Sie ist eher ein Schatten.

      Irgendwann kam es doch mal zum Gespräch. Dabei bagatellisierte mein SV das cholerische Verhalten meines Mannes... Das sei halb so wild. Bei ihnen sei früher auch mal die Kaffeemaschine an die Wand geflogen, das gebe sich mit dem Alter. Irgendwann erfuhr Ich, dass er trockener Alkoholiker ist.

      Jahre später wurden wir Eltern. Die typischen Konflikte fingen an. Sie wollten ständig vorbei kommen, ich wollte das nicht. Prompt wird eine Aussprache gefordert in der der SV ansetzte anzudrohen, dass er auch Rechte als Großvater habe, hat aber sofort auf seine Zunge gebissen, als er bemerkte, dass er da bei mir ganz erheblich an der falschen Adresse ist. Es wäre ein leichtes gewesen, damals das Gespräch eskalieren zu lassen, aber meinem Mann zuliebe habe ich eingelenkt während er weiter bockte. Mein Mann hält sich stets zurück. Er ist nicht kommunikativ und emotional seine Vergangenheit betreffend sehr verschlossen. Er spricht über nichts.

      Zwar habe ich eingelenkt, aber ehrlicherweise versuchte ich Besuche dennoch so selten wie irgend möglich zu halten. Mein Mann ging mit Kind öfter hin. Dann die Forderungen, das Kind betreuen zu dürfen. Ein paar Mal sprang ich über meinen Schatten und fragte die SM für Betreuung. Allerdings startete sie daraus direkt einen kleinen Machtkampf. Sie will nicht bei uns sondern bei sich betreuen. Sagte ich, es gehe nur hier, hatte sie entweder Sport oder kein Auto usw...also keine Betreuung durch sie.

      Nun mein aktuelles Problem: seit einem halben Jahr versucht es mein Mann nun mit Therapie. Die Entwicklung gleicht einem Börsenkurs. Es gibt Höhen und Tiefen. Die Zeit ist sehr hart und der Ausgang ungewiss. Er erzählte weiter nur kleine Bröckchen aus seiner Kindheit.

      Nun flattert mir jüngst ein Therapiebericht in die Hände. Wir gehen mit der Post offen um und das Schreiben lag offen in der Küche. Die Schilderungan meines Mannes:
      Er und jüngerer Bruder. Vater Alkoholiker empfindlich und leicht reizbar. Nachts bekommt er oft Schreierei mit und wie Mutter vertrimmt wird. Danach stets Mutter tagelang schweigsam, zurückgezogen usw.

      Irgendwann deutlich später wurde Vater trocken. Bisher distanziertes Verhältnis bessert sich. Mein Mann kann sehr warmherzig sein, davon ist seinem Eltern ggü nichts zu spüren. Auf meine Nachfrage, ob das jemals thematisiert wurde, ob der Vater sich jemals entschuldigt hätte hörte ich ein Nein. Er will auch nicht weiter drüber sprechen.

      Wenn ich an das Bagatellisieren aggressiven Verhaltens in der Vergangenheit denke, sieht sich der Schwiegervater ja bis heute in keiner Schuld. Das deckt sich auch mit dem Verhalten meines Mannes. Er bagatellisiert seine Aggressivität mir ggü auch immer. Es eskaliert auch öfter, weil ich eben kein Duckmäuschen bin, wie seine Mutter.

      Seine Eltern hatten damals Söhne. Durch ihr ekelhaftes Verhalten haben sie zwei Täter erzogen. Ich bin aber Mädchenmutter. Wenn ich das Spiel auch mitspiele, wie sein Vater ja offenbar erwartet, erziehe ich ein zukünftiges Opfer.

      Wenn ich nun noch daran denke, dass das Schwiegermutterduckmäuschen plötzlich meint zu versuchen sich mir ggü behaupten zu müssen, kommt mir die Galle hoch.

      Meine Abneigung hat sich in Hass gesteigert. Ich mache meine Schwiegereltern natürlich für meine Probleme heute mitverantwortlich, wobei mir natürlich selbst bewusst ist, dass auch ich naiv war, die Beziehung mit meinem Mann zu dem werden zu lassen, was Sie heute ist. Ich hätte ihn weder heiraten, noch Mutter werden dürfen. Allerdings werde ich kein Opfer erziehen. Er bekommt noch seine Chance, bleibt das ohne deutliche Verbesserung, ziehe ich natürlich die Konsequenzen.

      Ich habe meine Schwiegereltern seit 6 Monaten nicht gesehen und möchte daran auch nichts mehr ändern. Sie rufen oft hier an, aber ich hebe nicht ab. Sie fordern ein, uns hier zu besuchen, mein Mann wimmelt es ab, da ich es nicht möchte. Ich habe ihm öfter gesagt, dass ich mindestens mal eine Aussprache erwarte und eigentlich auch eine Entschuldigung. Mein Mann spricht es aber nicht an. Sie wissen also gar nichts von meiner jüngst noch erheblich gesteigerten Abneigung.

      Ich habe aber auch keine Lust mehr, seine Kommunikation zu übernehmen. Es sind seine Eltern. Wenn er weiter alles unter den Teppich kehren möchte, soll er das tun. Ich will sie nicht besuchen, bin aber auch nicht bereit, sie mehr in unserem Heim zu empfangen. Betreuung durch sie stimme ich nach wie vor wenig bis überhaupt nicht zu. Bisher kam es in den vergangenen 5 Jahren genau dreimal halbtags dazu auf Drängen meines Mannes. Nach diesem Schrieb braucht er mich das gar nicht mehr zu fragen.

      Ich weiß nichtmal, ob ich ernste Bedenken hätte, dass er unserer Tochter etwas tut. Aber allein diese Konstellation, Aggressivität zu bagatellisieren, immernoch schnell reizbar zu sein gepaart mit einer kuschenden Oma...nein, das braucht mein Kind nicht vorgelebt zu bekommen. Sie sieht hier schon genug, was ich ja vehement abzustellen versuche.

      Sehe ich das alles zu eng? Wie wirkt das aus der Ferne auf euch?

      Danke für das Lesen dieses langen Berichts.

      • Ich habe einen Kumpel, der von seiner Mutter und deren Liebhaber als Kind verprügelt wurde. Ich hasse sie. Alle seine Freunde hassen sie.
        Wie dein Schwiegervater redet, hätte ich Angst, dass er irgendwann hand an meinem Kind anlegt. Ist ja vollkommen normal, für ihn. Auch wegen deines Mannes hätte ich Angst. Wenn er auch nur ein Mal aggressiv gegenüber dem Kind reagieren würde, wäre ich weg, oder er könnte seine Koffer packen.
        Ich finde nicht, dass du übertreibst.
        Es gibt keine Entschuldigung für häusliche Gewalt.

        Hallo !
        Klingt wirklich gruselig...ob ihr als Paar eine Chance habt......das kann hier niemand beurteilen..
        ich kann Dir nur einen Ratschlag geben : vertrau DEinem Bauchgefühl !! Ich denke dass Du Dich auf Dich darauf am besten verlassen kannst!
        Es sind so viele Baustellen, Dein Mann ist auch Opfer....
        Kannst Du Dir nicht auch professionelle Hilfe holen? Wie willst Du das auf Dauer durchhalten?
        Ich wünsche Dir alles ,alles Gute!#liebdrueck

        (4) 23.12.17 - 20:33

        Ich finde du übertreibst überhaupt nicht!!!! Ich würde mich genauso verhalten bzw . Ich hätte schon vorher die Bremse gezogen und ihn verlassen!Aber da bin ich zu radikal....ich finde Aggressivität schlimm besonders wenn Kinder das erfahren ! Kinder sollte sowas nicht erleben! Gut das er schonmal zur Therapie geht,
        Was die Großeltern angeht...solang die nicht einsichtig sind, dann hat es auch kein Sinn mit denen zu diskutieren! Es ist traurig aber ist halt so!

      • Hallo,

        Deine Gefühle gegenüber Deinen Schwiegereltern kann ich gut nachvollziehen, vor allem gegenüber Deinem SV. Daß Dein Mann heute so ist, wie er ist, hat der SV zu einem großen Stück mit zu verantworten. Sclimm ist, daß er davon überzeugt ist, seine Kinder richtig erzogen zu haben. Deshalb wird er sich wohl auch nicht für irgendetwas entschuldigen - er weiß ja gar nicht, für was.

        Bei uns ist es ähnlich. SV hat einen schlimmen Erziehungsstil gehabt, Mein Mann leidet darunter, hat u. a. deshalb Probleme im psychosomatischen Bereich und ist damit in Therapie. Und ich habe mich auch schon oft über SV geärgert, was er kaputt gemacht hat und daß er null Einsicht hat. Unsere Kinder waren in der Regel nur unter Aufsicht bei ihm.
        Nun wird er langsam dement und ist auf Hilfe angewiesen. Das Ganze beginnt grade erst und mein Mann sagt, er fühlt sich nicht in der Lage, da groß zu helfen, weil er seinem Vater da schlecht verzeihen kann.

        Mittlerweile weiß ich, daß mein SV selbst ein Opfer der Erziehung durch seinen Vater und der damaligen Zeit (Krieg / Nachkriegszeit) ist. Ich bin manchmal sauer, daß er sein Verhalten nicht reflektiert hat und er tut mir auch leid, daß er so etwas mit erleben musste.

        Dein SV ist damit gestraft, wohl nie ein inniges, harmonisches, liebevolles Familienleben erfahren zu haben. Ich würde nachsichtig sein, vor allem vor den Kindern. Dennoch kannst auf sachliche Art kundtun, was Du im Umgang mit Deinen Kindern wünscht und was nicht.

        Alles Gute Euch!

        mare88

        So gaz kann ich das jetzt nicht nachvollziehen.

        Dein Mann ist dir gegenüber aggressiv.
        Du lebst seit Jahren damit, hast auch ein Kind bekommen und lebst weiterhin seit Jahren damit, auch wenn du ihn als Täter ansiehst und dir sogar Sorgen machst, dass er deinem Kind schaden könnte.
        und das ganze funktioniert für dich, weil du ihn widerum als Opfer seiner Eltern ansiehst, die ihn schlecht behandelt haben, du also einen anderen Schuldigen als deinen Mann gefunden hast.

        das ändert aber doch an den Verletzungen an dir und deinen Kidn rein gar nichts.

        Es ist gut, wenn ihr Gründe findet, damit man daran arbeiten kann. Aber wenn er aggressiv ist, dann ist doch in erster Linie nicht wichtig warum , sondern dass du dich und dein Kind schützt.

        Er ist erwachsen, er muss das hinbekommen. Vielleicht sind ja seine Eltern auch nur Opfer in einer langen Täterreihe. dann hasst ihr halt alle deren Eltern, geholfen ist damit niemand.

        Du erfüllst gerade die gleiche Rolle wie deine Schwiergermutter, auch wenn du mal rumkrakelst, du hältst aus und machts das ganze mit.

      • Puh... eine schwierige Situation. In der Konsequenz finde ich Dein Verhalten richtig. Du hast die Verantwortung Dein Kind vor möglichen Aggressionen zu schützen, dem kommst Du auch nach.

        Was ich beim lesen bemerke ist jedoch auch folgendes: du siehst nur schwarz und weiß. Unterteilst kategorisch in Opfer und Täter. Dabei gehst Du ziemlich wenig empathisch vor. Dein Mann wurde nicht zum Täter erzogen, er ist ein Opfer seines Vaters. Genau wie sein Bruder. Täter zu werden war vermutlich nicht seine eigene Entscheidung, er kannte aber nichts anderes. Das er eine Therapie macht ist ein Anfang, dass er das Problem alleine lösen soll halte ich jedoch für utopisch. Ich finde ihr solltet gemeinsam zur Therapie gehen, so lernst Du Deinen Mann besser verstehen und ihr könnt gemeinsam Wege aus seiner Aggressivität finden. Ich glaube, dass er Deine Unterstützung braucht, um für alte Verhaltensmuster neue zu entwickeln.

        Die Mutter Deines Vaters ist ein wenig ambivalent. Sie ist nicht nur Opfer. Sie ist in gewisser Weise auch Täterin, denn sie hatte nie die Stärke und den Mut, sich gegen ihren Mann zu stellen und ihre Kinder zu schützen. Dafür kann sie einem ein Stück weit leidtun. Gut, dass Du nicht bist wie sie. Das sie versucht, dir gegenüber Macht auszuüben, zeigt ja nur, dass sie nicht nur Opfer ist, sondern sehr wohl weiß, was sie tut. Mutter und Vater haben bei mir eher Mitleid als Ablehnung verdient. Wer weiß wie sie selbst groß geworden sind - und sie hatten wahrscheinlich keine Chance auf gestützte Selbstreflektion.

        Damit will ich nicht sagen, dass Du Deine SE in Dein Leben lassen sollst. Sie derzeit abzulehnen wäre auch meine Alternative. Aber aus anderen Gründen. Wahrscheinlich haben auch sie niemals groß Wärme erlebt im Leben, sie könnten also gar nicht - selbst wenn sie wollten - ihr Verhalten von heute auf morgen ändern. Das ist aber auch gar nicht deine aktuelle Baustelle.

        Unterstütze Deinen Mann, so dass er seine alten Verhaltensmuster ablegen kann. Jeder Tag ohne Aggressionen ist dabei ein guter Tag.

        Alles Gute für euch!

        • Und jeder Tag mit Aggressionen ist dann.... einfach dumm gelaufen für die TE und ihr Kind?

          • Nein, gewiss nicht. Wenn die TE entschieden hat, dass sie der Ehe mit ihrem Mann noch eine Chance gibt, gehe ich nicht davon aus, das sich seine Aggressionen in Form von körperlichen Attacken gegen die TE oder ihre Kinder richten. In diesem Fall würde sie das wohl hoffentlich nicht seit Jahren mitmachen. Genaueres hat sie hierzu auch generell nicht geschrieben. So das alles andere hierzu reine Spekulation ist.

            • Wenn du aber schreibst, jeder Tag ohne Aggresionen ist ein guter Tag, schwingt da ber ganz, ganz stark die Möglichkeit mit, dass es auch Tage mit Aggressionen gibt.

              Aggressionne, ob nun physisch oder verbal sind in keinem Fall zu tolerieren. Aber offensichtlich geschieht das, und auch du hast das erkannt. Oder sind das dann auch nur Sekulationen, die dich zu dieser Bemerkung treiben.

              ich finde diese bermekung unangemessen rührselig und gefährlich, deshalb antworte ich jetzt auch noch einmal.

              • Nein, da ist der Kontext offensichtlich nicht richtig rüber gekommen und ich danke dir für dein Nachhaken, denn so möchte ich es auch nicht verstanden wissen.

                Jeder mit Aggressionen ist nicht zu tolerieren und auch nicht zu akzeptieren! Dann bin ich ganz Deiner Meinung!

                Was ich ausdrücken wollte ist folgendes:

                Die TE gibt ihrem Mann eine Chance, auch wenn es ein sehr großes Problem gibt. Dann ist doch die Frage, wie man die TE in ihrem Vorhaben unterstützen kann. Sie schreibt auch, dass ihr Mann eine sehr warmherzige Seite hat. Sie möchte die Ehe nicht aufgeben, daher sollte sie die „guten Tage“ auch registrieren und wahrnehmen - ohne dadurch die aggressiven Tage zu relativieren. Ansonsten gerät man schnell in einen Strudel und sieht ausschließlich das Negative. Dann ist an eine Rettung der Ehe aber nicht mehr zu denken.

                Und ja, aus dem was die TE geschrieben hat, glaube ich daran, dass dem Mann geholfen werden kann - oder möchte es glauben. Die TE glaubt es offensichtlich auch, auch wenn der Weg schwer ist. Und ich betone auch noch einmal, ich gehe davon aus, dass es weder körperliche Attacken gibt und das auch verbale Attacken eine Schmerzgrenze nicht überschreiten, wobei diese individuell ist und von der TE als noch nicht überschritten gilt.

                Ich hoffe das es jetzt etwas klarer ist. Danke für Deine Rückmeldung.

      (12) 24.12.17 - 07:24

      Aus der Ferne wirkt das auf mich, als wenn du viel zu sehr damit beschäftigt bist, dich an Details aufzuhalten und dich in diesen zu verrennen.
      Du hast nicht wirklich den Therapiebericht deines Mannes gelesen? Hat er ihn dir in die Hand gegeben? Wenn nein, dann finde ich das ne ziemliche Hausnummer. Was glaubst du denn wozu eine Therapie da ist? Doch nicht damit DU endlich deine heißersehnten Antworten bekommst. Dann deine Ungeduld, was die Therapie an sich angeht, mit so viel Druck wird das eh nix. Vielleicht hat er ihn liegenlassen, damit du endlich mal Ruhe gibst. Er macht die Therapie also dir zuliebe, ist ja auch schon mal ein ganz schlechter Ansatz.

      So, dann kann man die Vergangenheit nicht ändern. Man könnte jetzt auch sagen, das du seine Eltern noch nie mochtest und du jetzt einfach die Vergangenheit als Steilvorlage für alles ÜBel benutzt. Das sie nicht so betreuen wollen, wie du es willst. wird ja auch abfällig mit einem "das sie sich dir ggü jetzt behaupten möchte".
      Das dein Mann fies geworden ist. Das du mit einem aggressiven Mann noch eine Familie gegründet hast. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, das die Aggressivität mit der Geburt plötzlich im Raum stand...Anzeichen (wenn auch kleine) gibt es meistens schon im Vorfeld.

      Nund enn, ich finde du hast einen völlig verdrehten Fous auf die Dinge und solltest vielleicht selber mit therapeutischer Begleitung mal den Blickwinkel ändern. Denn ganz ehrlich, ob deine Tochter in eine eine "Opferrolle" gedrängt wird, damit hat ja nun der Opa überhaupt nix zu tun. Du betonst zu sehr, das du anders bist, aber im Grunde lebst du ja selber mit einem aggressiven Mann unter einem Dach oder seid ihr räumlich getrennt?

    (14) 24.12.17 - 08:51

    Du siehst das nicht zu eng und übertreibst auch nicht.

    Ich bin selbst, bedingt durch meine schwierige Familienkonstellation und familäre Vorbelastung, immer wieder in psychischen Krisen. Sprich Depressionen. Ich war mehrfach in Therapie, in Kur und nehme aktuell wieder Medikamente weil es nicht anders geht. Ich bin 36; und angefangen hat es mit 18.

    Zum Einen: mit jeder Depression geht eine Aggression einher. Möglicherweise liegt bei deinem Mann etwas ähnliches zugrunde. Das wird aber der Therapeut feststellen und ggf zur Medikation raten.

    Zum Anderen: Es dauert lange bis man Therapieerfolge sieht. Es ist ein Auf und Ab. Bedenke, das es für deinen Mann Schwerstarbeit ist was er da leistet.

    Ich bin verheiratet und habe einen kleinen Sohn. Für meinen Mann, der mich so kennen gelernt hat, ist es phasenweise wirklich schwer. Ich habe immer mit offenen Karten gespielt und vor allem- ich rede offen mit ihm über meine Vergangenheit. Ich kann das mittlerweile und es ist heilsam für mich.

    Ich finde auch das du als betroffene Ehefrau das Recht hast den Therapebericht zu lesen. Ich würde dir empfehlen zu einer oder mehreren Sitzungen mitzugehen. Wahrscheinlich erfolgt ohnehin eine Einladung dafür vom Therapeuten.

    Eure einzige Chance als Paar ist das dein Mann sein Schweigen bricht. Sich mit den Traumata seiner Kindheit auseinander setzt und diese für sich verarbeitet. Ob er das schafft? Wer weiss. Den ersten Schritt hat er getan. Aber es ist ein langer Weg und wird ihn sein Leben lang begleiten. Das muss euch klar sein.

    Zu deinen Schwiegereltern- du hast das Recht auf Distanz zu gehen und den Rahmen zu bestimmen indem sie eure Tochter sehen dürfen. SIE wollen was von EUCH. Nicht umgekehrt. Wenn du nicht mitfahren willst, und sie nicht in eurem Haus haben willst wenn du anwesend bist, dann mach das so. Wenn du nicht willst das sie eure Tochter alleine betreuen, dann verbiete es. Für mein Kind wäre es mir egal wem ich auf die Füsse trete. Die Umgebung bei den Großeltern klingt alles andere als gesund.

    Ich folge deiner Argumentation das deine Tochter durch die Grosseltern falsche Vorbilder sehen kann. Ich bin dafür ein gutes Beispiel. Ich sehe mit Schrecken das ich einige Verhaltensweisen meiner Oma übernommen habe die ganz und gar nicht gesund sind (Schweigen als Strafe zum Beispiel). Ich arbeite mit aller Kraft dagegen.

    Deine Schwiegereltern werden für Problemlösungen wohl nicht zur Verfügung stehen. Warum sie ihr Leben so gelebt haben wie sie es taten, warum dein Schwiegervater Alkoholiker wurde und deine Schwiegermutter in dieser Hölle verharrte mit Kindern......hat sicher seine Ursache. Aber dafür seid ihr nicht verantwortlich und ihr müsst euch nicht mit reinziehen lassen.

    Alles Gute für euch.

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