Mann will umziehen und ich müsste meinen Beruf aufgeben

    • (1) 09.01.18 - 09:57

      Hallo ihr Lieben,

      ich und mein Mann erwarten unser erstes Kind und sind unglaublich glücklich darüber. Nun kommt bei ihm immer mehr der Wunsch auf wieder in unseren Heimatort - 400km entfernt - zu ziehen.
      Grundsätzlich nicht das Problem, aber für mich gibt es dort keine Arbeit. Wir leben momentan in einer Großstadt und ich arbeite im Online/Digitalbereich. Unsere Heimat ist eine eher ländliche Gegend und der nächste Job für mich wäre vll 200km entfernt...
      Also kommt ein Umzug quasi dem Aufgeben meines Berufes gleich. Das würde mein Mann nie verlangen, aber ich sehe zur Zeit keine andere Möglichkeit.

      Ich kann ihn verstehen, dass er möchte das unser Kind auch bei der Familie aufwächst, aber ich sehe das anders. Ich bin sogar froh darüber, dass die Familie etwas entfernt ist.

      Im großen und Ganzen sehe ich nur negative Punkte für einen Umzug.
      1: Mein Beruf existiert dort nicht
      2: Höhere Lebenshaltungskosten (die wir ohne mein Einkommen nicht decken können)
      3: Zusätzliche Kosten wie Kitagebühren, wahrscheinlich ein weiter Fahrtweg für mich und eine teurere Wohnung
      4: Und der Umzug an sich. Ich möchte schwanger oder mit einem Säugling, nicht sowas stemmen
      5: Begrenzte Möglichkeiten in allen Bereichen (Bildung, Bezahlung, Ausbildung- und Jobaussichten, Ärzte - Man muss immer das nehmen, was noch übrig bleibt)

      Er kennt all diese Fakten, aber er möchte trotzdem sehr gerne umziehen und ich will natürlich nicht das er in der Großstadt unglücklich ist (Wir leben bereits seit 4 1/2 Jahren hier).

      Ich versuche ihm entgegen zukommen und sage, dass man ja nicht weiß was die Zukunft bringt - Aber gerade durch die Elternzeit, lässt sich sowieso erst frühstens 2019 etwas realisieren. Ich habe auch angeboten, dass wir 2 - 3 Wochenenden dort hinfahren könnten. In der Woche sind sowieso die meisten beschäftigt...
      Ich könnte ihm auch vorschlagen, dass ein Umzug möglich wäre wenn er einen Job findet indem er so viel verdient, dass wir auf mein Gehalt nicht angewiesen sind, aber was bedeutet das für mich?! Hausfrau sein, kaum Rentenansprüche, Abhängigkeit, die Blicke und Sprüche von anderen, weil ich ja "nichts" mache.
      Ich habe so viel Zeit, Mühe und Geld in mein Studium gesteckt um jetzt hier zu sein wo ich bin und ich arbeite auch erst seit einem Jahr. Das heißt bis ich sehr gut verdiene und vll Homeoffice machen könnte, dauert es eine Weile...

      Ich weiß nicht wie wir das lösen sollen. Ich könnte heulen.

      • 200km Pendeln kannst Du nicht.
        Job findest Du dort nicht.
        Arbeiten willst Du aber.

        Also könnt ihr nicht umziehen!

        Verwundert bin ich darüber, dass Lebenshaltungskosten und Mieten im ländlichen Bereich höher sein sollen, als in der Großstadt. Normalerweise würde man das ja genau umgekehrt vermuten.

        Wenn Ihr es Euch de facto nicht leisten könnt, umzuziehen, und wenn es für Dich mit einer Aufgabe Deines Berufes verbunden ist, dann muss es eben ein Wunsch Deines Mannes bleiben.

        • Wir haben hier eine sehr günstige, super gelegene und große Wohnung. Die würde überall mehr kosten. Dort bräuchten wir auch 2 Autos, Kitagebühren fallen in Berlin nicht an - Da kommen schon mind. 500 Euro zusätzlich zusammen.

      Kann denn dein Mann in der Heimat arbeiten?
      Ist ein Wechsel problemlos möglich?

      Wie lange möchtest du denn zu Hause bleiben?

    Ich verstehe euch beide absolut!
    Kann da auch gar nicht raten leider..
    Ich weiß wie schlimm es ist, irgendwo zu wohnen, wo man sich nicht wohlfühlt. Ich war immer ein Landkind und in der Stadt würde ich eingehen wie Dörrobst, könnte meine Tiere dort auch gar nicht halten.
    Andererseits bin ich auch eine „Wühlmaus“ und muss mich körperlich betätigen (was bei mir der Job ist = Landwirtin) um zufrieden zu sein..als „Nur“-Hausfrau würde ich auch kein wirklich ausgefülltes Leben führen.
    Also eine absolute Patt-Situation für euch beide, einer verliert immer.

    Und wenn ihr zumindest halbe/halbe macht..?
    Du sagst, Deine Job-Aussichten sind in seiner Heimat schlecht und müsstest 200 KM weit fahren. Was wäre, wenn ihr diese 200 KM dichter an seinen Heimatort heran zieht..? Oder sagen wir mal so, dass du noch 30 KM o.ä. zum Job hast und ihr etwa 170 KM an seiner Heimat wohnt. 170 KM sind leichter und schneller zu bewältigen als 400 und so würde er seine Familie öfter sehen können und die Enkel ihre Großeltern.
    Mehr fiele mir leider auch nicht ein😞

    • Diese Option haben wir schon mal besprochen, obwohl ich eigentlich damit auch nicht glücklich bin - aber was macht man nicht alles.
      Leider kam dann heraus, dass er nur in unserer Heimat wohnen, aber selber hat er keine Lösungsvorschläge - was absolut kindisch ist.

      • Dann würde ich das Thema ruhen lassen.

        Wenn ihr bereits festgestellt habt, dass ihr das Leben, so wie es dein Mann wünscht, nicht einmal finanzieren könnt, hat sich das Thema doch schon von selbst erledigt.

Hallo,

ich würde das nicht machen. Ich lese in Deinem Text NUR Gründe, die dagegen sprechen. Danach zu urteilen, würdest Du Dich mit einem Umzug wirklich unglücklich machen.

Tu es nicht.

Viele Grüße!

  • Leider fällt mir auch fast nur negatives ein. Wir haben auch viele gute Freunde in der Gegend und es wäre schön, wieder mehr Zeit mit Ihnen zu verbringen. Wenn es wenigstens ein paar Agenturen oder irgendwas dort geben, damit ich eine kleine Perspektive habe, aber nichts...

Was ist denn die Intention deines Mannes, umzuziehen? Möchte er in der Nähe seiner Familie sein oder mag er nur die Großstadt nicht? Wenn Zweiteres der Fall ist, dann könntet ihr sicherlich einen Kompromiss finden, indem ihr aus der Stadt hinaus zieht und etwas Richtung Vorstatd / ländlicher zieht. Ihr wärt aus der Stadt raus, trotzdem ist dein Beruf in der Nähe und du kannst ihn weiterhin - vielleicht unterstützt durch 1-2 HomeOffice-Tage in der Woche - ausüben.

Ich würde meinen Beruf nicht zu Gunsten meines Mannes aufgeben, wir hatten dieses Thema hier auch mal. Das, was man sich jahrelang erarbeitet hat, schmeißt man nicht einfach hin. Mal abgesehen von der Langeweile, die zwangsläufig irgendwann aufkommen wird und den Problemen mit deiner Rente, wirst du dich nicht mehr genug wertgeschätzt fühlen - zumindest ging es mir so. Ich brauche die Anerkennung im Beruf. Mir reicht es nicht, dass mein Mann mir sagt, wie toll sauber das Haus ist oder mir andere sagen, wie wohlerzogen mein Kind ist. Ich brauche anderweitige Bestätigung und Herausforderungen. Außerdem möchte ich mich auch über andere Dinge unterhalten können als über Kind und Haushalt und vielleicht ein Hobby.

Außerdem denke ich immer, dass man sich damit einfach total von einem Mann abhängig macht. Es kann immer etwas schief gehen und man kann nicht davon ausgehen, dass man mit Sicherheit das ganze Leben bis zur Rente miteinander verbringt. Meiner Meinung nach muss man immer zumindest so im Beruf stehen, dass man ggf. für sich alleine sorgen könnte. Leider sehe ich es eben nicht, dass man nach 10 Jahren als Hausfrau völlig problemlos einen neuen Job findet, wenn man dann auf einmal einen braucht.

Und bevor hier gleich wieder ein Shitstorm losbricht: Ich möchte damit niemandem zu nahe treten, der sich entschieden hat, Hausfrau oder Hausmann zu sein. Für MICH PERSÖNLICH würde das eben nicht in Frage kommen aus den oben genannten Gründen. Es mag viele Menschen geben, die das anders sehen, ich aber nicht. Daher ist es MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG.

  • Ich stimme dir da absolut nur

    Wenn er nicht in der Großstadt leben möchte, würde ich das auch verstehen. Das ist nun mal nicht für jeden was (obwohl wir wirklich sehr ruhig wohnen). Aufs Land oder die Umgebung an sich zu ziehen, wäre auch absolut in Ordnung für mich - aber "leider" ist der einzige Grund seine Familie.
    Daher sind all meine Lösungsvorschläge für ihn nicht akzeptabel...

    Absolut richtig..wer die Arbeit zum Glücklichsein oder Absicherung oder was auch immer braucht, der muss arbeiten.
    Man hat nur ein Leben, warum sollte man das in Unzufriedenheit verbringen..?
    Unglückliche Eltern = unglückliche Kinder.
    Aber zu „Eltern“ gehört eben auch der Mann. Und dass der Wohnort auch ebenso für Glück oder Unglück sorgen kann, ist einfach Fakt.
    Die TE würde den Kompromiss - wenn auch nur ungern (wieso eigentlich..?) - eingehen und 200 KM dichter an seinen Heimatort ziehen. Zu mehr Zugeständnis wäre ich in der Sache auch nicht bereit.
    Er möchte gar keinen Kompromiss eingehen..? Liebt er seine Frau? Wünscht er ihr eine immerwährende Unzufriedenheit?
    An dem Wickel solltest du (TE natürlich) ihn packen.
    Wenn er dann immer noch stur bleibt, ist er leider vielleicht nicht der Richtige.
    Alles Gute

Ich würde ihm so weit entgegen kommen, dass ich ihm sagen, würde, dass du einen Umzug zwar nicht wirklich willst, aber bereit wärst, ihn ihm zuliebe dennoch mitzumachen. Natürlich unter der Voraussetzung, dass IHR BEIDE äquivalente Jobs habt.

Alles andere wäre Wahnsinn. Du wärst nicht unglücklich, sondern auch vollkommen abhängig von ihm.

Er hat also keine Alternativen?

Was sagt er, wenn du ihm in konkreten Zahlen vorrechnest, was xy dort alles kostet. Und sein Gehalt dafür nicht reicht?

Ich würde mich übrigens niemals in so eine Abhängigkeit begeben...

LG

  • Er bleibt da optimistisch und meint das würde schon irgendwie gehen und irgendeinen passenden Job werde ich schon finden :/

    • Rechne es ihm vor.

      Und zeig ihm mal die Stellenangebote in der Gegend.

      Eigentlich müsste man ja sagen: machen und ihm dabei zusehen, wie es schief geht.
      Aber: du bist dann diejenige, die bei so einem Experiment den höchsten Preis bezahlt, sitzt dann mit Kind und finanziellen Problemen und ohne Job irgendwo. Und kommst vermutlich nicht einmal mehr weg, weil der gute Mann sich trotzdem weigert zurückzugehen.

      Mach es nicht.

      LG

      Optimistisch und realitätsfern sind manchmal synonym...

      Es gibt mit Sicherheit irgendeinen Job dort. Was allerdings unter passend zu verstehen ist, ist dann wohl sehr individuell. Ich hatte schon zweimal einen Job, den sogar ich selbst quasi auf dem Papier als passend betrachtet hätte, der sich dann aber von den konkreten Modalitäten (erwartete Arbeitszeiten, Betriebsklima, Chefin...) nicht als passend erwiesen hat. Natürlich kann man damit immer argumentieren, genauso wie er immer argumentieren kann, dass Du positiver ran gehen sollst.

      Letztlich helfen die besten Argumente nicht, wenn ihr beide emotional nicht glücklich seid. Er nicht in Berlin, Du aktuell nicht in der Heimat.

      Hast Du ihm den Vorschlag mal gemacht, in ein paar Jahren umzuziehen?

Weswegen ist Dein Mann nach Berlin gezogen und hat seine Ursprungs-Familie verlassen?

  • Wegen mir, weil ich hier studieren wollte. Er hat aber nie etwas in der Richtung gesagt, dass er damit unglücklich werde. Anfangs fand er es sogar gut von seiner Familie weg zu sein, weil sie ziemlich anstrengend ist.
    Aber Gefühle ändern sich nun mal - ich weiß nur nicht wie ich ihm seinen Wunsch erfüllen soll...

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