Mann will umziehen und ich müsste meinen Beruf aufgeben

Hallo ihr Lieben,

ich und mein Mann erwarten unser erstes Kind und sind unglaublich glücklich darüber. Nun kommt bei ihm immer mehr der Wunsch auf wieder in unseren Heimatort - 400km entfernt - zu ziehen.
Grundsätzlich nicht das Problem, aber für mich gibt es dort keine Arbeit. Wir leben momentan in einer Großstadt und ich arbeite im Online/Digitalbereich. Unsere Heimat ist eine eher ländliche Gegend und der nächste Job für mich wäre vll 200km entfernt...
Also kommt ein Umzug quasi dem Aufgeben meines Berufes gleich. Das würde mein Mann nie verlangen, aber ich sehe zur Zeit keine andere Möglichkeit.

Ich kann ihn verstehen, dass er möchte das unser Kind auch bei der Familie aufwächst, aber ich sehe das anders. Ich bin sogar froh darüber, dass die Familie etwas entfernt ist.

Im großen und Ganzen sehe ich nur negative Punkte für einen Umzug.
1: Mein Beruf existiert dort nicht
2: Höhere Lebenshaltungskosten (die wir ohne mein Einkommen nicht decken können)
3: Zusätzliche Kosten wie Kitagebühren, wahrscheinlich ein weiter Fahrtweg für mich und eine teurere Wohnung
4: Und der Umzug an sich. Ich möchte schwanger oder mit einem Säugling, nicht sowas stemmen
5: Begrenzte Möglichkeiten in allen Bereichen (Bildung, Bezahlung, Ausbildung- und Jobaussichten, Ärzte - Man muss immer das nehmen, was noch übrig bleibt)

Er kennt all diese Fakten, aber er möchte trotzdem sehr gerne umziehen und ich will natürlich nicht das er in der Großstadt unglücklich ist (Wir leben bereits seit 4 1/2 Jahren hier).

Ich versuche ihm entgegen zukommen und sage, dass man ja nicht weiß was die Zukunft bringt - Aber gerade durch die Elternzeit, lässt sich sowieso erst frühstens 2019 etwas realisieren. Ich habe auch angeboten, dass wir 2 - 3 Wochenenden dort hinfahren könnten. In der Woche sind sowieso die meisten beschäftigt...
Ich könnte ihm auch vorschlagen, dass ein Umzug möglich wäre wenn er einen Job findet indem er so viel verdient, dass wir auf mein Gehalt nicht angewiesen sind, aber was bedeutet das für mich?! Hausfrau sein, kaum Rentenansprüche, Abhängigkeit, die Blicke und Sprüche von anderen, weil ich ja "nichts" mache.
Ich habe so viel Zeit, Mühe und Geld in mein Studium gesteckt um jetzt hier zu sein wo ich bin und ich arbeite auch erst seit einem Jahr. Das heißt bis ich sehr gut verdiene und vll Homeoffice machen könnte, dauert es eine Weile...

Ich weiß nicht wie wir das lösen sollen. Ich könnte heulen.

200km Pendeln kannst Du nicht.
Job findest Du dort nicht.
Arbeiten willst Du aber.

Also könnt ihr nicht umziehen!

Verwundert bin ich darüber, dass Lebenshaltungskosten und Mieten im ländlichen Bereich höher sein sollen, als in der Großstadt. Normalerweise würde man das ja genau umgekehrt vermuten.

Wenn Ihr es Euch de facto nicht leisten könnt, umzuziehen, und wenn es für Dich mit einer Aufgabe Deines Berufes verbunden ist, dann muss es eben ein Wunsch Deines Mannes bleiben.

Wir haben hier eine sehr günstige, super gelegene und große Wohnung. Die würde überall mehr kosten. Dort bräuchten wir auch 2 Autos, Kitagebühren fallen in Berlin nicht an - Da kommen schon mind. 500 Euro zusätzlich zusammen.

Hört sich sehr nach der Umgebung von München an.....da ist alles sehr viel teurer als in Berlin. Auch im ländlichen Bereich.

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Kann denn dein Mann in der Heimat arbeiten?
Ist ein Wechsel problemlos möglich?

Wie lange möchtest du denn zu Hause bleiben?

Für ihn ist ein Wechsel ohne Probleme möglich - wahrscheinlich auch zu ziemlich guten Konditionen. Ich möchte ein Jahr Elternzeit nehmen

Ich verstehe euch beide absolut!
Kann da auch gar nicht raten leider..
Ich weiß wie schlimm es ist, irgendwo zu wohnen, wo man sich nicht wohlfühlt. Ich war immer ein Landkind und in der Stadt würde ich eingehen wie Dörrobst, könnte meine Tiere dort auch gar nicht halten.
Andererseits bin ich auch eine „Wühlmaus“ und muss mich körperlich betätigen (was bei mir der Job ist = Landwirtin) um zufrieden zu sein..als „Nur“-Hausfrau würde ich auch kein wirklich ausgefülltes Leben führen.
Also eine absolute Patt-Situation für euch beide, einer verliert immer.

Und wenn ihr zumindest halbe/halbe macht..?
Du sagst, Deine Job-Aussichten sind in seiner Heimat schlecht und müsstest 200 KM weit fahren. Was wäre, wenn ihr diese 200 KM dichter an seinen Heimatort heran zieht..? Oder sagen wir mal so, dass du noch 30 KM o.ä. zum Job hast und ihr etwa 170 KM an seiner Heimat wohnt. 170 KM sind leichter und schneller zu bewältigen als 400 und so würde er seine Familie öfter sehen können und die Enkel ihre Großeltern.
Mehr fiele mir leider auch nicht ein😞

Diese Option haben wir schon mal besprochen, obwohl ich eigentlich damit auch nicht glücklich bin - aber was macht man nicht alles.
Leider kam dann heraus, dass er nur in unserer Heimat wohnen, aber selber hat er keine Lösungsvorschläge - was absolut kindisch ist.

Dann würde ich das Thema ruhen lassen.

Wenn ihr bereits festgestellt habt, dass ihr das Leben, so wie es dein Mann wünscht, nicht einmal finanzieren könnt, hat sich das Thema doch schon von selbst erledigt.

Hallo,

ich würde das nicht machen. Ich lese in Deinem Text NUR Gründe, die dagegen sprechen. Danach zu urteilen, würdest Du Dich mit einem Umzug wirklich unglücklich machen.

Tu es nicht.

Viele Grüße!

Leider fällt mir auch fast nur negatives ein. Wir haben auch viele gute Freunde in der Gegend und es wäre schön, wieder mehr Zeit mit Ihnen zu verbringen. Wenn es wenigstens ein paar Agenturen oder irgendwas dort geben, damit ich eine kleine Perspektive habe, aber nichts...

Was ist denn die Intention deines Mannes, umzuziehen? Möchte er in der Nähe seiner Familie sein oder mag er nur die Großstadt nicht? Wenn Zweiteres der Fall ist, dann könntet ihr sicherlich einen Kompromiss finden, indem ihr aus der Stadt hinaus zieht und etwas Richtung Vorstatd / ländlicher zieht. Ihr wärt aus der Stadt raus, trotzdem ist dein Beruf in der Nähe und du kannst ihn weiterhin - vielleicht unterstützt durch 1-2 HomeOffice-Tage in der Woche - ausüben.

Ich würde meinen Beruf nicht zu Gunsten meines Mannes aufgeben, wir hatten dieses Thema hier auch mal. Das, was man sich jahrelang erarbeitet hat, schmeißt man nicht einfach hin. Mal abgesehen von der Langeweile, die zwangsläufig irgendwann aufkommen wird und den Problemen mit deiner Rente, wirst du dich nicht mehr genug wertgeschätzt fühlen - zumindest ging es mir so. Ich brauche die Anerkennung im Beruf. Mir reicht es nicht, dass mein Mann mir sagt, wie toll sauber das Haus ist oder mir andere sagen, wie wohlerzogen mein Kind ist. Ich brauche anderweitige Bestätigung und Herausforderungen. Außerdem möchte ich mich auch über andere Dinge unterhalten können als über Kind und Haushalt und vielleicht ein Hobby.

Außerdem denke ich immer, dass man sich damit einfach total von einem Mann abhängig macht. Es kann immer etwas schief gehen und man kann nicht davon ausgehen, dass man mit Sicherheit das ganze Leben bis zur Rente miteinander verbringt. Meiner Meinung nach muss man immer zumindest so im Beruf stehen, dass man ggf. für sich alleine sorgen könnte. Leider sehe ich es eben nicht, dass man nach 10 Jahren als Hausfrau völlig problemlos einen neuen Job findet, wenn man dann auf einmal einen braucht.

Und bevor hier gleich wieder ein Shitstorm losbricht: Ich möchte damit niemandem zu nahe treten, der sich entschieden hat, Hausfrau oder Hausmann zu sein. Für MICH PERSÖNLICH würde das eben nicht in Frage kommen aus den oben genannten Gründen. Es mag viele Menschen geben, die das anders sehen, ich aber nicht. Daher ist es MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG.

Ich stimme dir da absolut nur

Wenn er nicht in der Großstadt leben möchte, würde ich das auch verstehen. Das ist nun mal nicht für jeden was (obwohl wir wirklich sehr ruhig wohnen). Aufs Land oder die Umgebung an sich zu ziehen, wäre auch absolut in Ordnung für mich - aber "leider" ist der einzige Grund seine Familie.
Daher sind all meine Lösungsvorschläge für ihn nicht akzeptabel...

Absolut richtig..wer die Arbeit zum Glücklichsein oder Absicherung oder was auch immer braucht, der muss arbeiten.
Man hat nur ein Leben, warum sollte man das in Unzufriedenheit verbringen..?
Unglückliche Eltern = unglückliche Kinder.
Aber zu „Eltern“ gehört eben auch der Mann. Und dass der Wohnort auch ebenso für Glück oder Unglück sorgen kann, ist einfach Fakt.
Die TE würde den Kompromiss - wenn auch nur ungern (wieso eigentlich..?) - eingehen und 200 KM dichter an seinen Heimatort ziehen. Zu mehr Zugeständnis wäre ich in der Sache auch nicht bereit.
Er möchte gar keinen Kompromiss eingehen..? Liebt er seine Frau? Wünscht er ihr eine immerwährende Unzufriedenheit?
An dem Wickel solltest du (TE natürlich) ihn packen.
Wenn er dann immer noch stur bleibt, ist er leider vielleicht nicht der Richtige.
Alles Gute

Ich würde ihm so weit entgegen kommen, dass ich ihm sagen, würde, dass du einen Umzug zwar nicht wirklich willst, aber bereit wärst, ihn ihm zuliebe dennoch mitzumachen. Natürlich unter der Voraussetzung, dass IHR BEIDE äquivalente Jobs habt.

Alles andere wäre Wahnsinn. Du wärst nicht unglücklich, sondern auch vollkommen abhängig von ihm.

Er hat also keine Alternativen?

Was sagt er, wenn du ihm in konkreten Zahlen vorrechnest, was xy dort alles kostet. Und sein Gehalt dafür nicht reicht?

Ich würde mich übrigens niemals in so eine Abhängigkeit begeben...

LG

Er bleibt da optimistisch und meint das würde schon irgendwie gehen und irgendeinen passenden Job werde ich schon finden :/

Rechne es ihm vor.

Und zeig ihm mal die Stellenangebote in der Gegend.

Eigentlich müsste man ja sagen: machen und ihm dabei zusehen, wie es schief geht.
Aber: du bist dann diejenige, die bei so einem Experiment den höchsten Preis bezahlt, sitzt dann mit Kind und finanziellen Problemen und ohne Job irgendwo. Und kommst vermutlich nicht einmal mehr weg, weil der gute Mann sich trotzdem weigert zurückzugehen.

Mach es nicht.

LG

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Weswegen ist Dein Mann nach Berlin gezogen und hat seine Ursprungs-Familie verlassen?

Wegen mir, weil ich hier studieren wollte. Er hat aber nie etwas in der Richtung gesagt, dass er damit unglücklich werde. Anfangs fand er es sogar gut von seiner Familie weg zu sein, weil sie ziemlich anstrengend ist.
Aber Gefühle ändern sich nun mal - ich weiß nur nicht wie ich ihm seinen Wunsch erfüllen soll...

mmmmhhhhhh

schwierig. Früher hätte ich das wahrscheinlich gemacht - der Liebe wegen und den ganzen rosa Herzen.

Sollte bei Deinem Mann mal wieder Synapsenordnung eintreten und Ihr gemeinsam die Pro- und Contraliste abarbeiten, dann wird ihm ein Seifensieder aufgehen.

Zu deutsch: Bleibt wo Ihr seid. (auch wenn mich persönlich keine 10 Pferde in eine Großstadt und schon garnicht nach Berlin treiben würden #cool)

Hallo Du,

lass Dich erst mal drücken.

(..)Wegen mir, weil ich hier studieren wollte. Er hat aber nie etwas in der Richtung gesagt, dass er damit unglücklich werde. Anfangs fand er es sogar gut von seiner Familie weg zu sein, weil sie ziemlich anstrengend ist.
Aber Gefühle ändern sich nun mal - ich weiß nur nicht wie ich ihm seinen Wunsch erfüllen soll...(...)

Richtig, Gefühle und Ansichten können sich ändern.
Der Mensch entwickelt sich weiter.
Nur kann man so eine Entscheidung nicht einfach so durchsetzen.

Fakt ist, es ist wichtig, dass Du auch genug Optionen hast, um einen Job zu bekommen.
Die Kinder werden älter, Du willst auch nicht ewig auf dem Land versauern.

(Vorsicht! Bezugnehmend auf den inzwischen geschlossenen "Susi-Thread": nichts gegen Dörfer oder Städte, Landleben oder Stadtleben, Kühe oder Straßenbahnen, Landwirte oder Firmenbosse, Hausfrauen oder Berufstätige sowie Dorf- oder Stadtmädels! Ich bin selber Landkind aus Bayern, habe keinerlei Voruteile gegen Berufe, Traditionen oder Bräuche, habe sowohl in riesigen Städten als auch winzigen Dörfern gelebt, liebe Rockkonzerte genauso wie Dorffeste und trage sowohl Lederjacke als auch Dirndl! Das hier ist alles vollkommen wertfrei geschrieben! Amen. )

Ich verstehe Deinen Mann, dass er sich in seine Heimat gezogen fühlt.
Jedoch wird Euch höchstwahrscheinlich wirklich nichts anderes als der Kompromiss bleiben. Er muss das einsehen.
Er kann nicht einfach sein Ding durchziehen und von Dir erwarten, das Du da jetzt mitmachst. Das wird irgendwann immer so ein Streitpunkt zwischen Euch sein.
Vor allem wird das sicher auch nicht einfach sein, wenn er selber seine Familie als "anstrengend" bezeichnet und dann aber nun mit Kind und Kegel wieder da hinziehen will.

Das Leben auf dem Land hat viele Vorzüge.
Trotzdem wäre es mir persönlich wichtig, dass ich eine recht gute und zügige Anbindung an eine größere Stadt habe.
200km sind da zu viel.
30-60km kann man je nachdem gut wuppen. Kommt halt auch auf den Beruf an.

Ich finde es von Dir toll, dass du Dich zumindest auf den Kompromiss einlässt, zur Not ein paar Kilometer mehr in die Richtung zu ziehen, damit Dein Mann öfters seine Familie/Freunde besuchen kann. Aber eben so, dass Du auch jobmässig Chancen wahrnehmen kannst.
Das ist eine große Geste.
Nun muss er auch ein wenig auf Dich Rücksicht nehmen.

Und es kann schnell geschehen, dass Ihr doch auf Dein Gehalt angewiesen seid.
Jetzt läuft alles rund, aber was wäre, wenn ihn ein Unfall oder eine Krankheit ausknockt?
Oder er betriebsbedingt gekündigt wird und erst mal suchen muss?
Dann ist er sicher froh, wenn Ihr noch Dein Gehalt habt.

Er macht es sich zu einfach.
Du hast Dir Gedanken gemacht, auch wegen erhöhter Mietkosten, Kita-gebühren, etc.
Er weiß davon, will aber bockbeinig seinen Plan durchziehen.
Das geht nicht.

LG

Daran dass er aufgrund eines Unfalles vll nicht mehr arbeiten kann, habe ich noch gar nicht gedacht - Danke für den Hinweis :)

200 km pendeln?? Wo soll der Ort denn sein???? Sicher das du hier nicht was schlecht reden willst?

Wir wohnen quasi am A. der Welt und bis zur nächsten Großstadt sind es 60 km

Die nächste große Stadt ist auch nicht 200km weg, aber die nächste Stadt in der es überhaupt Arbeitsstellen wie meine gibt schon.
Und selbst jeden Tag 60 - 80 km zu fahren, egal ob mit dem Auto oder der Bahn ist unglaublich kostpielig

Das frage ich mich auch gerade - wenn ich mal einen Radius von 400 um Berlin siehe - lande ich irgendwo in Niedersachsen, Hessen - in der Ostsee, Polen oder der sächsischen Schweiz - ich weiß auch nicht welcher Ort das sein soll, der im Umkreis von 200 Kilometer keine geeigneten Berufsausichten für die Fragestellerin bietet - oder sie hat etwas dermaßen exotisches studiert.

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Ein vernünftiger Vorschlag könnte ja sein ihr wartet die Elternzeit ab und sobald Du einen Job hast, zieht ihr um - solange sichert ihr in Berlin eure Existenz und schaut wie es läuft.
Gleichzeitig könntet ihr ja mal einige Wochen Urlaub in der Heimat machen, sofern seine Familie nicht wirklich DER Traum schlechthin sind, bestehen doch gute Chancen, dass sein Umziehwunsch nicht mehr allzu gross ist. Und wenn er es einfach nur ruhiger will, könnt ihr immer noch ein wenig raus ziehen, also in den Berliner Speckgürtel oder irgendwo dazwischen.

Das sehe ich auch so. Irgendetwas zu überstürzen bringt nichts

Hallo,

als Hausfrau kann ich dir sagen, du hast einen Job den du magst und den du nach der Elternzeit ohne Probleme wieder ausführen kannst. Du müsstest verrückt sein, sowas für NICHTS aufzugeben.

Ich würde ihm sagen, ihr zieht um, wenn ihr beide dort einen guten Job gefunden habt. Und guter Job bedeutet nicht, dass du irgendeinen Scheiss machen musst, sondern der sollte genauso wichtig sein, wie der deines Mannes.

Sei nicht blöd.

Danke, das sehe ich genauso

Bevor umgezogen wird müsste ja mal mindestens ER einen neuen Job haben oder kann er seinen Job deutschlandweit einfach mitnehmen?

Zu Deinen Punkten, Umzug von der Stadt aufs land

1. Du sagst Du arbeitest im online/digital Bereich, geht das nicht online von zu Hause aus mit Videokonferenz usw.?
2. warum sind Lebenshaltungskosten auf dem land höher?
3. Kita kann teurer sein, Fahrtwege kosten ggfs. mehr, Mieten sollten auf dem Land niedriger sein und auch ein Kauf/Neubau kann interessant sein, Land ist billig
4. Es soll Unternehmen geben, die Umzüge wuppen
5. Die Infrastruktur ist auf dem Land üblicherweise schlechter, ja, dafür hat man Platz und Landluft

Er will umziehen. Du nicht.
Wie stellt er sich den Schritt denn vor?

Man kann natürlich auch im Homeoffice arbeiten, aber zum einen bin ich noch am Anfang meiner Karriere und da kann man das nicht einfach verlangen. Zum anderen möchten die Unternehmen selten jemanden der Vollzeit im Homeoffice arbeitet. Vll für 2 Tage die Woche und dann bräuchte ich für die restliche Zeit eine Unterkunft in einer anderen Stadt - von den Kosten will ich gar nicht reden.
Mir ist bewusst das es Umzugsunternehmen gibt, aber wer packt alles ein und aus bzw. baut die Möbel auf und ab? Dieser Service wird von manchen zwar mitangeboten, aber ich möchte nicht, dass jemand fremdes meine privaten Sachen ein- und auspackt.
Zu dem Punkt mit den Kosten möchte ich eigentlich nicht nochmal eingehen, da ich das schon mehrfach kurz erklärt habe.

Bei uns ist es tatsächlich so, dass ich zeitweilig meinen Beruf aufgegeben habe, damit mein Mann in seinem arbeiten konnte - wir mussten auch weit weg ziehen. Aber: erstens war ich mit dem ersten Kind in Elternzeit, zweitens hatten wir noch mehr Kinder mit kurzem Abstand in Planung und drittens habe ich das freiwillig gemacht.

So. Wir denken jetzt darüber nach, in die Nähe der Eltern meines Mannes zu ziehen. Da hätte ich bessere Arbeitsmöglichkeiten. Und wir hätten Familie vor Ort, die mit den Kindern helfen können. Das machen wir aber nur, wenn sowohl mein Mann als auch ich dort Arbeit finden. Langfristig würden wir nicht nur an einem Einkommen hängen wollen.

Familienleben ist Teamarbeit. Und manchmal muss man Kompromisse eingehen. Das gilt aber für beide Seiten. Sich einfach nur bockig stellen und den anderen ignorieren, hat nichts mit Familie zu tun.

Hallo, zu den karrieretechnischen Punkten kann ich nicht viel sagen. Ich arbeite 400 km entfernt, aber projektweise. Das ist aber ein ganz anderer Bereich als deiner. Ich habe für uns festgestellt dass die Sentimentalismus wenn das erste Kind kommt, plötzlich neue Gefühle gegenüber der werdenden Großeltern erweckt. Man möchte viel Zeit mit der Familie verbringen, alles gemeinsam erleben. Bei uns war es tatsächlich so dass wir sooft wie möglich zu den Großeltern gefahren sind( alle mindestens 250 km weit entfernt). Es wurde aber ruhiger und es hat sich auf 5-6 Besuche im Jahr eingependelt. Ich möchte nicht ohne meinen Beruf irgendwo wohnen, da wäre ich depressiv. Mit dem Modell dass ich projektweise arbeite, ist viel Organisation dabei. Dafür wenn ich zu Hause bin, bin ich komplett da.

Hallo,

Ihr lebt in einer großen, sehr günstigen Wohnung im hippen Berlin, die auch noch ruhig gelegen ist.
Außerdem willst du nun nach langem Studium beruflich voll durchstarten.
Dafür sind die Möglichkeiten in der Haupstadt durchaus gegeben.

Das alles sollst du demnächst ernsthaft gegen
ein tristes Hausmütterchendasein irgendwo am Ar...der Welt ohne Berufsperspektive, mit weniger Geld und der Schwiegerfamilie in der Nähe aufgeben?

Irgendwie glaube ich dir nicht so recht.

Du ziehst das wirklichen in Betracht und dein Partner erwartet das wirklich von dir?

Ein Landleben ohne Job kann
natürlich erfüllend sein, klar, wenn man der Typ dafür ist.
Aber so wie du dich hier äußerst bist du das ganz bestimmt nicht.

Kennt dein Mann dich so wenig
oder sind ihm deine Bedürfnisse egal
oder veräppelst du uns hier?;-)

lg:-)

Was hier vll ein bisschen untergegangen ist, ist das wir beide aus dieser Kleinstadt stammen. Dort gibt es auch durchaus eine Infrastruktur, also es ist auch kein 300-Seelen Dorf.

Ich bin nur einfach nicht so ein Familienmensch wie er, und lege darauf nicht so viel Wert.

Mwaaaaahhh, ich liebe Thüringen, ein Teil meiner Familie wohnt auch da, wir sind da jedes Jahr im Urlaub. Schöne Landschaft, verträumte Dörfer im Schiefer Look, dunkle Wälder, aber auch traditionsreiche Unistädte, erschwingliche Häuser, Wintersport....ich würde hinziehen, aber um mich geht es ja nicht. ;-)

Aber wie ich von meinem eigenen Vater weiss: du kannst den Thüringer aus Thüringen hinaustragen, aber niemals Thüringen aus dem Thüringer. ;-) die wollen alle wieder zurück ;-)

Vielleicht solltest du deine Möglichkeiten noch mal prüfen und zur Not zieht ihr nach Leipzig oder so. ;-) oder Coburg.

Ich komme ja selber aus dieser Gegend, wir sind damals zusammen nach Berlin gezogen :) Ich habe auch nichts gegen Thüringen an sich, aber ohne Job...
Leider ist meinen Mann der direkte Kontakt zu seiner Familie neuerdings sehr wichtig, daher würde ihn Leipzig auch nicht besonders befriedigen - da wir von da aus auch noch mal mind. 2h brauchen :(

Ein bisschen muss er natürlich auch seinen Traum aufgeben, genau wie du, sowas nennt man Kompromiss, sag ihm das mal ;-)

Manchmal ist auch eine klare Aufrechnung von Lebenshaltungskosten hilfreich für Männer. Immerhin muss der Traum ja auch bezahlt werden.

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Hi,
niemals würde ich mich von meinem Mann abhängig machen, das hat mir sogar schon meine Oma eingebläut, die war um 1900 geboren.
Wenn du dafür deinen Beruf an den Nagel hängen musst, wird das wohl nichts.

vlg tina

Kompromisse in einer Ehe sind wichtig, aber meiner Meinung nach nur insoweit es für beide vertretbar ist. Und ich würde mich im Leben nicht so abhängig machen. Natürlich geht man immer davon aus, dass die eigene Ehe hält, aber ich bin ein Sicherheitsmensch und ich würde das nie machen. Was, wenn man sich doch trennt? Dann hockt man ohne Job in einer Stadt oder einem Dorf, wo SEINE Familie lebt. Ganz schönes Ungleichgewicht. Und ist ja auch irgendwie schizophren: er "opfert" sich und geht in die Großstadt, damit du studieren kannst und dann sollst du umziehen, wo du so einen Job gar nicht ausüben kannst? Da hättest du dir das Studium auch sparen können. Ich verstehe es, wenn man gerne in der Nähe der Familie wohnen möchte. Würde ich auch gerne, die wohnen auch 300 bzw. 400 km weg. Aber wir sind auch unsrere eigene Familie und die sollte an erster Stelle stehen. Für mich ist es auch wichtig, dass BEIDE gutes Geld verdienen, wir viele Möglichkeiten haben, was das Freizeit und Kulturangebot angeht und auch eine tolle Auswahl an Ärzten etc. Und der bestehende Freundeskreis ist auch wichtig. So wie du schreibst, überwiegen die Nachteile, daher würde ich mich nicht darauf einlassen. Ich würde ihm das auch mal konkret vorrechnen, was das kostet. Schriftlich in einem Excel. Ausgaben und Einnahmen. Wirklich alles gegenrechnen. Und wenn von ihm keine wirklichen Vorschläge kommen: Sorry, dann sowieso schon nicht.

Wäre die berufliche Perspektive für dich in Thüringen besser, wenn du mehr Berufserfahrung hast? Dann wäre das dich vielleicht ein Ansatzpunkt, das ihr in 5-10 Jahren mal schaut.
Ohne Jobaussichten würde ich auch nicht umziehen, und von ihm scheinen ja keine Lösungsvorschläge zu kommen. Da würde ich auch hart bleiben.

Das wäre sie definitiv und ich möchte auch gar nicht ausschließen nie umzuziehen. Es tut einfach nur weh ihn so unglücklich zu sehen

Das verstehe ich total, aber diese Perspektive könnte man doch mal besprechen. Mein Freund und ich würden auch gern auf Dauer umziehen, nur im Moment geht es eben beruflich nicht. Und in eurem Fall hat er ja auch noch nicht den ultimativen Job in der Nähe seiner Familie gefunden.
Ich wünsche euch alles Gute!

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Wir sind hier in einer ähnlichen Situation:

Wir bekommen unser zweites Kind, ich würde gern wieder in die Heimat (wobei es in dem Fall günstiger dort wäre, und man hätte die Chance auf Eigentum - das haben wir hier nicht in der Form)

Mein Mann würde dort aber auch mindestens 100km fahren müssen, damit er einen erfüllenden Job entsprechend seiner Qualifikation bekommt.
Wir haben uns entschieden nicht in meine Heimat zu ziehen, auch wenn mich das sehr sehr traurig macht.

Raten kann ich dir nichts, ich möchte dir nur sagen dass für mich ein Kompromiss auch nie in Frage gekommen wäre ... Also sowas wie, 100km näher an die Heimat ran oder sowas ...
Einfach weil dort beide(!) neu anfangen müssen, man niemanden kennt, sich neu orientieren muss, die Familie trotzdem noch weit weg ist, wenn auch näher..in der Heimat bzw am jetzigen Wohnort hat ja doch mindestens einer Freunde, kennt sich aus. Etc.

Viel Erfolg beim finden einer Lösung.

Hallo!

Wie wäre es denn, wenn ihr so umzieht, dass DU arbeit findest, ihr aber deutlich näher an der Familie seid? Wäre das eine Möglichkeit? So dass Du weniger als eine Stunde zur Arbeit brauchst, aber auch die Eltern nicht so extrem weit weg sind?

Wie schätzt du denn die Familien ein? Denkst Du, das sind tolle Omas und Opas, oder eher welche, die sich permanent einmischen, und sowieso nur am Wochenende zu Besuch von euch mit Enkel bekommen wollen, aber nicht mal einen Nachmittag alleine aufpassen? Viele Menschen sind dann ja letzten Endes doch eher Enttäuscht.

Und die Finanzen sind schon auch wichtig, und klar brauchst du eine Arbeit, die für Dich auch befriedigend ist.

Ich glaube, das liegt an der Tatsache, das er Papa wird. Ich, die, die nicht so eng mit der Familie sein muss (ich bin absoluter Familienmensch, aber nicht ständig und so eng), war plötzlich zu tiefst traurig, dass niemand aus unserer Familie unser Kinder auswachsen sehen würde. Ich saß zum Zuckerfest auf der Couch und hab mir die Augen ausgeheult, weil es keine Familie gab, die wir besuchen konnten. Total gaga. Aber meinem Mann ging es ähnlich.

Wahrscheinlich vergeht das, wenn das Kind da ist und der Alltag einkehrt.