zwangsläufige Entwicklung?

    • (1) 16.01.18 - 09:19
      ratlos1a

      Guten Morgen,

      ich schreibe, weil ich etwas frustriert und traurig über die Entwicklung unseres Sexlebens bin. Wir sind seit 4 Jahren zusammen. In den ersten beiden Jahren wollte mein Partner eigentlich ständig Sex. Ich war diejenige, die dann eher mal keine Lust hatte. Mittlerweile ist es so, dass ich öfter Sex möchte als er. Zum einen, weil ich tatsächlich etwas öfter Lust habe als früher (ich weiß nicht warum) und zum anderen, weil mein Partner weniger Lust hat als früher. Und irgendwie gefalle ich mir in dieser Rolle nicht. Ich hätte es gerne wieder andersrum! #rofl Ok, das ist natürlich Wunschdenken. Aber was mich daran stört ist, dass er sich mittlerweile mit nichts mehr Mühe gibt (er duscht noch nicht mal regelmäßig, was er früher gemacht hat, weil ihm da noch daran gelegen war, die Bedingungen so günstig wie möglich zu gestalten, damit ich Lust bekommen könnte).
      Jetzt ist es so, dass eher ich, ihn dazu bringen muss, Lust zu bekommen. Bedeutet konkret: Reizwäsche, kurzes Kleid, hohe Schuhe usw. Während er noch nicht mal geduscht ist. Denn er weiß ja: ich habe grundsätzlich öfter und eher Lust und mir ist mehr daran gelegen Sex zu haben als ihm. Wenn es nicht dazu kommt, ist es für ihn nicht so blöd wie für mich.
      Ich habe kein Problem damit mich ab und zu entsprechend anzuziehen und ihn zu verführen. Aber ich finde es blöd, wenn ich das ständig machen muss und er nicht auch so mal Lust bekommt. Es ist nicht so, dass ich in normalen Anziehsachen total unansehnlich wäre. Ich habe mich äußerlich auch nicht gravierend verändert in den letzten Jahren. Warum ist es jetzt also so nötig?
      Ist das oft so, dass man als Frau mit der Zeit sexuell so viel uninteressanter für seinen Partner wird? Es ist nicht so, dass er andernfalls (wenn ich mich nicht in Schale werfe) nie Lust hätte. Aber es ist eben so viel seltener geworden als früher.

      Kennt jemand dieses Phänomen? Ist das eine zwangsläufige Entwicklung?

      liebe Grüße,
      J.

      • Nein, das ist definitiv keine zwangsläufige Entwicklung. Das ist einfach ein fauler Sack!

        >> Ist das eine zwangsläufige Entwicklung? <<

        Nein. Ich habe schon wesentlich längere Beziehungen geführt und die Männer haben es auch nach Jahren noch geschafft zu duschen und sich anderweitig zu pflegen.

        Wenn er nicht einmal normale Körperhygiene betreibt (was man unabhängig vom Sex tun sollte), ist er vielleicht einfach insgesamt etwas in eine Trägheit und Faulheit abgerutscht. Ich würde ihn - auch unabhängig von Sex - zumindest dazu auffordern, seine Körperhygiene entsprechend einzuhalten.

        Sexuelle Unlust kann bei Männern viele Gründe haben. Er müsste dann aber zumindest ein gewisses Interesse daran haben, seiner Unlust entgegen zu wirken. Ihm scheint das ja aber ziemlich egal zu sein.

        (4) 16.01.18 - 10:41

        Das Phänomen kenn ich.
        Es war bei meinem Exmann so und bei meinem jetzigen Partner auch, dass die Lust der Männer im Laufe der Beziehung angenommen hat.
        Ich habe heute generell mehr Lust als mit Mitte zwanzig.
        Meinem Partner tut das auch leid, er kann es aber nicht ändern. Ich bin froh, wenn wir alle 2-4 Wochen mal Sex habe.
        Ich hab übrigens die gleiche Figur wie mit Mitte 20 nur ein bisschen weniger straff ;-)
        Und bekomme immer noch bestätigt, dass ich attraktiv bin, auch von meinem Partner.
        Sonst passt auch alles bei uns. Wie sind glücklich, auf einer Wellenlänge und könten es uns nicht besser vorstellen. Nur Lust hat er halt selten.
        Ich versuche mich zu arrangieren.
        Manchmal denke ich, dass Männer generell weniger Lust haben, wenn die Beziehung nicht mehr so frisch ist, höre ich auch aus dem Freundes und Bekanntenkreis. Am Anfang wollen die Männer öfters, später die Frauen.
        Aber vielleicht ist das in meinem Umfeld Zufall.

        • (5) 16.01.18 - 19:23

          Kein Zufall kenne ich auch so. Ich hatte einige mehrjährige Beziehungen und es ist in jeder enorm abgeflacht.

          Einer hatte sogar nach 8-9 Monaten keinen Bock mehr. Der war einfach faul und träge. War wohl was familiäres, sein bruder war auch total sexfaul.
          ich hab dann allerdings aus diesen Gründen die Beziehung beendet, weils micj enorm verletzt hat #augen

      (6) 16.01.18 - 13:39

      Was mir bei der Schilderung spontan durch den Kopf schiesst: .... Geht der Jäger woanders auf die Pirsch, ist die Büchse im eigenen Revier schon leer und das Pulver bereits anderweitig verschossen....Kommt in den besten Beziehungen vor....Einfach mal genauer schauen, was er sonst noch nebenbei so treibt.....

      Und sollte da was zu finden sein: gleiches recht für alle.

      • Wenn er eine andere hätte, so würde er bestimmt nicht seine Körperpflege vernachlässigen. Ich bin ein Mann und kann zumindest von mir behaupten, dass ich unabhängig vom Beziehungsstatus seit der Pubertät täglich dusche. Ich denke mir, dass das der Normalfall ist. Wenn ein Mann sich gehen lässt, steckt womöglich noch etwas anderes dahinter.

    (8) 16.01.18 - 19:45

    vielen Dank für eure Antworten!
    Er duscht halt alle 2-3 Tage. Ich jeden Tag. Eine andere hat er nicht. Da bin ich mir sehr sicher. Er ist ansonsten von seiner Art her eigentlich gar nicht träge. Packt mit an wenn es was zu tun gibt, stellt sich auch an den Herd, kümmert sich super um die Kinder, massiert mich auch öfters abends mal. Deswegen ist eigentlich die einzige Erklärung, dass ich nicht mehr so interessant für ihn bin (nach 4 Jahren Beziehung). Tja....was will man da tun?

    (9) 16.01.18 - 21:35

    Wie alt seid ihr denn? Sexuelle Lust ist bei Mann und Frau auch eine Frage des Alters. Während der Mann mit Anfang 20 seine sexuelle Hochphase erreicht hat, ist eine Frau erst mit Mitte 30 so richtig in Fahrt. In diesem Alter befindet sich der Mann allerdings schon wieder auf einem absteigenden Ast. Mann und Frau nähern sich sexuell also etwa um die 30 an. Das liegt am Testosterongehalt, der beim Mann mit zunehmendem Alter sinkt, während bei der Frau das Östrogen weniger wird und somit das Testosteron mehr "Spielraum" hat.
    Deine Beobachtung ist somit richtig, wenn du das Gefühl hast, dass du mehr Lust auf Sex hast, als dein Partner.
    Bei meinem Mann und mir war es früher auch so. Er wollte richtig viel Sex, ich nicht. Mittlerweile bin ich Mitte 30 und habe viel Lust, während mein Mann (10 Jahre älter als ich) weniger Lust hat - als früher zumindest. Derzeit passt es somit ganz gut, weil die Lust bei uns beiden etwa gleich ist.
    Aber dass du dich jedes Mal in Dessous für ihn schmeißen musst, damit er heiß wird. Das wäre mir zu anstrengend, ganz ehrlich.

    • (10) 16.01.18 - 22:55

      wir sind beide 30.
      Ja, von dieser Entwicklung bei Männern und Frauen habe ich auch mal gehört. Ich wollte es nur bislang nicht so wirklich wahrhaben. Irgendwie echt frustrierend...Aber das Wissen darum hilft zumindest, es nicht zu persönlich zu nehmen.

(11) 17.01.18 - 07:03

Hallo

"Ist das oft so, dass man als Frau mit der Zeit sexuell so viel uninteressanter für seinen Partner wird?"

Ich kann jetzt nur von uns sprechen. Aber wir sind fast 9 jahre verheiratet und somit fast 10 jahre zusammen.
An seiner sexuellen lust hat sich aber nichts verändert. Von der theorie her könnten wir täglich sex haben.
Allerdings hab ich aktuell 0 bock. Was grade aber an der gesamtsituation liegt.

Mein sexuelles verlangen hat sich auf eine normale basis begeben.


Wie wäre es mal mit reden?

Im übrigen hat regelmäßiges duschen für mich nichts mit sexuellem bedürfnis zu tun. Das sollte man allein aus hygienischen gründen tun. Vielleicht geht dein partner richtung depressionen?

Eigene körperliche verwahrlosung kann ein anzeichen dafür sein. Und auch geminderte lust kann ein anzeichen sein.

Hat sich sonst noch was verändert in den jahren?


LG

  • (12) 17.01.18 - 12:46

    Naja, ich würde jetzt alle 2 Tage duschen nicht unbedingt als körperliche Verwahrlosung bezeichnen.

    (15) 17.01.18 - 15:43

    ich hab es ja auch nicht als körperliche Verwahrlosung bezeichnet. Mich stört sein Hygieneverhalten dennoch, da er einen körperlich anstrengenden Job hat und man sich ja zumindest grob waschen könnte am Abend (wenn man denn nicht Duschen möchte). Am Anfang der Beziehung war er da halt auch noch anders..

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