Wieso wird sich immer auf mich verlassen?

    • (1) 16.02.18 - 09:18

      Ich bin gerade etwas sprachlos.
      Grund ist folgender:
      Eine ehemalige Freundin meines Mannes ist verstorben. Als ich mit meinem Mann zusammen kam, haben wir uns paarweise getroffen. Nette Abende verlebt etc. Die Familie hatte damals schon 2 Kinder. Richtig warm geworden bin ich allerdings nicht mit der Familie. Es gab dann mehrere Dinge die mich auch verletzt haben und ich habe dann zu meinem Mann gesagt, dass er sich gerne noch treffen könne, ich jedoch nicht mehr dabei sein möchte. Es gab halt so Sprüche, dass wir nicht zusammenpassen würden etc. Ich habe damals einfach beschlossen, dass ich mir das nicht antun muss. Wir haben dann geheiratet und zur Hochzeit waren die beiden waren auch eingeladen. Mein Mann hat dann auch mehrere Sachen erlebt, die nicht ganz so rosig verliefen und der Kontakt schlief ein - ohne Streit und ohen Aussprache - man ging auseinander.
      Ich denke einfach, dass einige Freundschaften eine neue Partnerschaft nicht überstehen. Wir sind mittlerweile 16 Jahre zusammen. Der Kontakt besteht seit etwa 13 Jahren nicht mehr.
      Nun zum eigentlichen Thema. Die Frau ist jetzt verstorben. Mein Mann hat das sehr mitgenommen und er hat alte Fotos rausgekramt. Kann ich alles nachvollziehen auch das man darüber nachdenkt, ob man evtl. den Kontakt hätte wieder aufnehmen sollen etc. Nun möchte mein Mann zur Beerdigung gehen. Finde ich auch selbstverständlich. Jeder soll es so handhaben, wie er meint. Allerdings bin ich fassungslos darüber, dass er selbst nicht in der Lage war, eine Trauerkarte zu kaufen. Die Beerdigung steht nun an und er hat sich keine Gedanken über den Inhalt des Kartentextes gemacht und im Grunde ist er wohl davon ausgegangen, dass ich das übernehme - ich bin allerdings nicht dazu bereit. Es geht mir nicht darum, einen Text zu verfassen. Es geht mir darum, das man sein Mitgefühl selbst zum Ausdruck bringen sollte. Er versteht das überhaupt nicht und hat ziemlich wütend das Haus verlassen.
      In unserer Beziehung ist es schon so, dass ich viel übernehme aber es gibt einfach Dinge, die man selbst tun sollte. Sehe ich das falsch ?

      • Wenn du bisher all sowas gemacht hast... wenn du die Karte nicht schreiben möchtest, dann lass es halt, warum so ein Drama wegen so einer Kleinigkeit?

        Es gibt - oh Wunder - wie immer eine Lösung zwischen schwarz und weiß (oder hier: machen oder nicht machen).

        Dein Mann hat möglicherweise Probleme, seine Gefühle in Worte zu fassen und dann auch schriftlich auszudrücken. Wie wäre es denn, wenn Du ihm einfach dabei hilfst? Schreiben kann er ja wohl selber, aber passende Worte formulieren kannst Du vielleicht besser.

        • natürlich habe ich das - oh Wunder - gemacht aber es ist ihm nichts gut genug. Ich habe ihm auch ein Buch "Worte der Anteilnahme" gegeben. Alles schon vor einigen Tagen und die Karte liegt auf seinem Schreibtisch. Es geht nicht um schwarz oder weiß....aber manches muss man einfach selber machen

          • Ich hätte es auf jeden Fall für meinen Mann formuliert, wenn er mich drum gebeten hätte. Sollte meine Wortwahl allerdings nicht seinem Gusto entsprechen, wäre ich gepflegt aus der Nummer raus.

            Lass ihn 1 - 2 Tage schmollen und dann ist das vom Tisch. Sollte kein Drama werden, oder?

    Warum hast Du ihm das nicht einfach gesagt - bitte schreib die Karte selbst, ich denke das sollte von Dir kommen? Finde ich total nachvollziehbar und berechtigt.

    Allerdings liegt hier vielleicht der Hund begraben: Du artikulierst nicht, dass Du für bestimmte Dinge nicht zur Verfügung stehst. Mach das doch einfach mal, dann entstehen auch keine Erwartungen.

    • Irrtum! Ich habe ihm eindeutig gesagt, dass ich finde, dass er sie selber als Freund schreiben sollte. Ich finde eine Verabschiedung sollte aus dem "eigenen ich" kommen.

      • (14) 16.02.18 - 14:28

        Ich nehme mal an, so wie du dich hier gibst, so bist du auch wirklich....da wundert es mich allerdings, dass du so etwas sensibles tatsächlich von deinen Mann erwartest
        Denn normal ist doch, dass man nur das erwarten kann was man selber zu geben bereit ist.

Und ich so..."Hääähh??"

Verstehe das Problem nicht. Was interessiert dich die "Beerdigungsorganisation" Deines Mannes, wenn du mit der verstorbenen eh nix am Hut hast...
Hat er halt keine Karte, etc...ist doch sein Problem

Hallo,

soviel Drama wegen einer Karte? Ihr könnt die Karte zusammen verfassen.



vg
novemberhorror

Hallo. Das ist hier auch so.
Fürs Schriftliche in jeder Form bin ich zuständig und das betrifft auch Karten für sämtliche Anlässe.

Nervt sicher auch mal, aber ich wähle auch gerne Karte und Text aus. Was mich auch stört, dass immer egal um welchen Anlass es geht es selbstverständlich ist, dass ich das tue, einkaufe und manage.
Sogar bei seiner Familie, wenn da Anlass ist übernehme ich Geschenkkauf, Karte etc obwohl er als Onkel, Bruder usw ja eigentlich selbst mal initiativ werden sollte.
Wenn ich nix hole zb dann macht er das nicht, hab ich jetzt mehrfach ausprobiert.

Tja, irgendwann war genug der Selbstverständlichkeiten und wenn er nix f. seine Verwandtschaft holt und tut, dann müssen die lernen; dass es ihr Bruder etc ist, der dafür keine Arbeit übernimmt. Ich persönlich mache das zu jedem Anlass, habe aber 2017 mehrfach nix getan und dann gabs halt nix. In meiner Familie käme das nicht vor, da bekommt immer jeder von mir persönlich was.

Mein Mann würde in Eurem Falle nur persönlich kondolieren, er würde nie was dazu schreiben.

  • da bin ich gerade.....ich habe einfach die Nase davon voll. Es ist nicht die Karte, sondern die Selbstverständlichkeit mit der die Erwartung verknüpft ist und manchmal ist es eine sog. Kleinigkeit die das Faß zum überlaufen bringt.

    Alle reden immer von Selbständigkeit bei Kindern.....bei Männern scheint es selbstverständlich zu sein, dass wir Frauen es übernehmen ? Übrigens bin ich auch nie auf die Idee gekommen, nicht einen Hammer, eine Säge, einen Bohrer, einen Spaten in die Hand zu nehmen. Reifenwechseln sollte heute jede Frau können.

    • Ja genau; es geht nicht um die Karte selbst sondern, dass Männer es oft erwarten und den Finger nicht krümmen. Können tun sie es aber sobald sie verheiratet sind, macht das ohne Worte nötig, die Frau.

      Ich bin sehr selbständig, hab 2 Hände und Füsse, aber dass ich "alles" mache muss keiner einfach erwarten und selbstverständlich sehen.

      Bei der Familie vom Mann kaufe ich nichts mehr, schreibe keine Karte mehr wie ich es 17 Jahre lang tat, denn er hat noch niemals nur eine Karte oder ein Geschenk besorgt, wenn es sich um meine Familie handelte.

      Da war es auch selbstverständlich, dass ich es mache in unsrem Namen verständlich.

      Ein wenig den Zahn muss man solchen Leuten ziehen!

In meinen Augen streitet ihr beide um eine Lappalie. Er findet nicht die richtigen Worte, du willst sie nicht schreiben. So what?
Gibt’s halt keine Karte.
Das ist doch kein Zwang, dass man eine Trauerkarte schreiben muss?!? Er geht zur Beerdigung und fertig.
Wozu eine Karte?

Wie kann man wegen sowas einen Aufriss machen? Verstehe ich nicht.

Ich hätte die Karte geschrieben und gut ist. Das dauert 5 Minuten.

Die meisten Männer sind in solchen Sachen nicht wirklich gut drin. Dafür sind wir Frauen in anderen Dingen nicht die Besten. Zum Beispiel putzt mein Mann meistens mein Auto oder er wechselt die Räder dran. Kann ich auch alles, aber er kann es hundert Mal besser, also macht er es.

Bei uns gibt es einfach NIE eine Karte, egal für wen, egal zu welchem Anlass...

Problem gelöst! ;-)

So viel Theater wegen einer Karte und einem Spruch? Auweia #schwitz

(24) 16.02.18 - 13:06

Ist das nicht vielleicht bloß ein Stellvertreter-Konflikt? Bei Streits um nicht zugedrehte Zahnpastatuben geht es ja auch nie um sie, sondern meistens um mangelnde Wertschätzung der Arbeit der putzenden Hausfrau gegenüber...
Kann es sein, dass du generell oftmals zähneknirschend Dinge übernimmst, von denen du eigentlich denkst, dass sie dein Mann übernehmen sollte?
Oder wurmt dich doch irgendwie, dass dein Mann nun um eine Frau trauert, die in dir nie die perfekte Partnerin für ihn gesehen hat?
Und fühlt dein Mann sich vielleicht allein gelassen in seiner Trauer, weil du im Grunde genommen nichts von seiner Trauer wissen willst, weil du die Verstorbene eh nicht mochtest?

Guck mal unter den eigentlichen Oberflächen-Konflikt, irgendwas gärt da, was vielleicht mal bearbeitet werden will.

Wir haben kürzlich erbittert über die korrekte Zubereitung eines Tiefkühlgerichts gestritten. Außenstehende hätten uns einen Vogel gezeigt. Wir haben ein bisschen gebraucht und mussten uns eine Weile anschreien, bis wir raushatten, dass es mir darum ging, dass ich im Alltag ganz allein für Nahrungsbeschaffung und -zubereitung zuständig bin und dabei manchmal aus Zeitmangel unter meinen Ansprüchen zurückbleibe, während der Mann an den Wochenenden in Muße die dollsten Sachen kocht und sich im Lob der Familie sonnt.

Nur so als Beispiel...

Falls da nix gärt, verstehe ich nicht, warum ihr so viel Lärm um eine Trauerkarte macht....

Wenn man keine anderen sorgen hat....!

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