Untermietvertrag

    • (1) 26.03.18 - 08:38
      dieHausbesitzerin

      Guten Morgen,

      wir tragen uns mit dem Gedanken zusammenzuziehen. Ich besitze (stehe alleine im Grundbuch, keine Abträge mehr fällig, aber relativ hohe Nebenkosten) eine (kleine) Doppelhaushälfte.
      Nun bin ich mir unsicher, mache ich einen Untermietvertrag? Aber er bekommt ja nicht "eigene Räume" sondern lebt halt mit in den Räumen?!
      Ist ein Untermietvertrag überhaupt notwendig?

      Ich grüble und denke, dass vielleicht jemand von euch hierzu eine Lösung weiß...

      Schöne Grüße
      dieHausbesitzerin

      Soll er Miete zahlen? Nur in dem Fall würde ich einen Mietvertrag aufsetzen.

      Bei uns ist es ähnlich: ich bin alleinige Eigentümerin eines unbelasteten Hauses. Mein Partner zahlt die Hälfte der Nebenkosten. Er macht auch sehr viel Handwerkliches am Haus und kauft notwendige Dinge. Das macht er aber von sich aus und nicht, weil wir es so vereinbart hätten. So sind wir beide zufrieden.

      Anfangs wollte er immer eine "Sicherheit" haben, damit ich ihn nicht einfach aus dem Haus werfen kann. Ich nehme an, dass das bei deinem Partner auch der Fall ist, deshalb die Frage? Ich habe mich geweigert, einen Mietvertrag aufzusetzen oder ihm ein dingliches Wohnrecht einzuräumen, denn er profitiert ja schon genug von der Situation.

      Abgesehen davon würde deinen Partner ein Mietvertrag nicht vor einer möglichen Kündigung schützen, da du mit ihm das Haus zusammen bewohnst und er deshalb den für Mieter üblichen Kündigungsschutz nicht hat. UND: du müsstest die Mieteinnahmen versteuern.

      Wenn er unbedingt einen Vertrag abschließen will und du das auch willst, sollte es ein Leihvertrag sein - vorausgesetzt, er zahlt keine Miete. Ihr könnt darin eine bestimmte Kündigungsfrist festlegen und auch, dass er seine Betriebskosten zahlt. Ebenso sollte drin stehen, dass er unentgeltlich im Haus lebt, also keine Miete zahlt.

      • (5) 26.03.18 - 11:02

        Herzlichen Dank für Deine Tipps!

        Er wird die hälfte der Nebenkosten übernehmen, ich möchte keine Miete von ihm verlangen. Irgendwie geht es uns beiden um die Sicherheit, also meine Sicherheit, dass ich ihn kündigen kann, seine Sicherheit, dass er einen Beleg hat, wofür seine Zahlungen sind.

        Der Tipp mit dem Leihvertrag, wie soll so was denn aussehen?

        Schöne Grüße
        die Hausbesitzerin

        • Er kann seinen Anteil der Nebenkosten ganz einfach auf dein Konto überweisen, von dem mit Sicherheit ja schon ohnehin abgebucht wird. Dann hat er seinen Beleg.

          Wenn du gar keinen Vertrag aufsetzt, kannst du ihm jederzeit kündigen.

          Wenn du einen Leihvertrag aufsetzt, muss darin stehen, dass er keine Miete zahlt, aber welche Nebenkosten er zahlen muss. Er hat dann keinerlei Pflichten dir gegenüber, du aber die Pflicht, ihm das Haus zum Gebrauch kostenfrei zu überlassen. Wenn du willst, kannst du eine Kündigungsfrist festlegen. Machst du es nicht, gibt es auch keine.

    Mein Partner (Eigentümer vom Haus) und ich haben einfach eine Kostenbeteiligungsvereinbarung mit einem "Pauschalpreis", der ca. die halben Nebenkosten abdecken.
    Irgendwas von wegen Kündigungsfrist usw brauchen wir nicht. Kommt es irgendwann doch zur Trennung, könnte ich hier wohnen bleiben bis ich etwas neues habe. Genug Platz ist eh vorhanden ;)

    Mir gehört auch ein abbezahltes Haus, ich würde nie auf die Idee kommen, Miete zu nehmen-wir teilen uns alle anfallenden Kosten ziemlich gleichmäßig, ohne centgenau abzurechnen

    Hi,

    ich würde ehrlich das Geld in einen Anwalt investieren und mich total schlau machen. Sowas kann total nach hinten losgehen.

    Story aus unserem Dorf: Paar (sie aus unserem Dorf) kauft sich ein statliches Haus (eher Villa) mit großem Gelände und lässt diese aufwändig und liebevoll renovieren. Kurz vor dem Einzug bekommt er nochmal das Angebot, für ein Jahr ins Ausland zu gehen, das er annimmt. Die Angst ist da, dass das Haus das Jahr über unbeaufsichtigt ist.

    Es kommt zu einem (fatalen) Treffen mit einer ehemaligen (und damals total verlässlichen) Mitschülerin - diese hat sich gerade (verständlicherweise) vom Mann getrennt und lebt nun mit den Kindern in ihrem ehemaligen Kinderzimmer bei ihrer Mutter. Man einigt sich, dass sie für ein Jahr das Haus bewohnt, nach dem Rechten schaut und dafür eine symbolische Miete (1€) bezahlt. Vertrag ist befristet. Man geht von einer win:win Situation aus: Das Haus ist bewohnt und sie kann finanziell wieder auf die Füße kommen.

    Nach einem Jahr: Sie weigert sich auszuziehen, weil sie nichts "vergleichbares" findet, Schulwechsel für die Kinder für unzumutbar hält usw. Nein, auf dem freien Markt gibt es halt keine Altbauvillen mit gehobenen Standard für 1€ im Monat. Zudem macht die Geschichte in der Gegend die Runde und schreckt alle potentiellen Vermieter ab. Ende vom Lied: SIe musste mühevollst rausgeklagt werden und es sind noch andere sehr seltsame Dinge passiert. Den Eigentümern wäre es im Nachhinein lieber gewesen (und es wäre auch billiger gewesen) wenn eine Rockerbande das Haus vandalisiert hätte.

    Daher - jetzt nicht sparen. Wenn ihr euch nicht mehr verstehen solltet, spart eine solider Vertrag viel Geld und Ärger.

    GLG
    Miss Mary

Top Diskussionen anzeigen