Traurig weil mein Mann zu viel trinkt und dann

    • (1) 28.03.18 - 14:10
      Vera_Schaefer

      Hallo in die Runde,

      habt ihr mal ein offenes Ohr?

      Doch ich muss sagen, er (mein Ehemann 44 Jahre alt und Bauingenieur) hat sich seit längerer Zeit da doch ganz gut im Griff. Auf meinen dringenden Wunsch hin, hat er auch wirklich Hilfe angenommen und ist seit ca. zwei Jahren in psychologischer Gesprächstherapie. Zu seinem Psychologen geht er so alle sechs Wochen hin.

      Das Problem ist, wenn er auf Feiern (dann mit den Arbeitskollegen wird doch viel Alkohol getrunken) ist, dann kommt er so stark angetrunken nach Hause. Und gestern war das nach langer Zeit wieder so. Die Feiern beginnen dann schon am Mittag oder frühen Nachmittag und da wird Bier und Schnaps getrunken. Er war also gegen 21 Uhr zuhause und derart betrunken, sodass er einen regelrechten Blackout hatte. So sagte er es mir dann. Zudem kam ein Ärgernis mit der Autowerkstatt.

      Problem ist, dass er mich dann anschimpft, Türen knallt und ich Angst bekomme. Streit gehe ich dann immer bewusst aus dem Wege, weil es ein denkbar schlechter Zeitpunkt für Diskussionen ist. Wir haben noch eine Ferienwohnung. So konnte ich es hinbekommen, dass er sich dort schlafen gelegt hat, ansonsten wäre ich dorthin ausgewandert, doch er ging dann von sich aus dorthin. Morgens sagte er mir, er wüsste gar nicht mehr, als er wach wurde, wie er dorthin gekommen war und ihm war der Abend nachdem Verlassen der Feier nicht mehr bewusst. Zum Glück war unser elfjähriger Sohn nicht zuhause sondern in den Osterferien bei den Großeltern.

      Zudem hat mein Mann wohl seit Sonntag nicht mehr geraucht. Mir hat er das aber gar nicht so richtig erzählt, dass er mit dem Rauchen aufhören wollte. Auf der Feier hat er also nicht geraucht, dafür wohl aber mehr Alkohol getrunken.

      Gut ist es ja, dass er nun das Rauchen aufhören will. Aber wie kann man ihn dabei unterstützen?

      Wahrscheinlich werdet ihr sagen, ich soll meinen Mann verlassen. Aber das würde für mich alles noch schlimmer machen. Finanziell bin ich ja auch abhängig. Und eine Trennung schaffe ich nicht. Auch wegen unseres Sohnes nicht. Außerdem versucht er ja schon seine Probleme anzugehen (geht seit zwei Jahren zum Psychologen, will mit dem Rauchen aufhören), das sehe ich ja als Fortschritt auch wenn es mal Rückfälle gibt.

      Meine Strategie zu unser aller Schutz ist dann ...
      - Kein Streit im Suff
      - getrennte Schlafräume und Distanz in problematischer Situation schaffen
      - Reden wenn der Kopf wieder klar ist (unter Eltern)
      - Zum Schutz des Kindes auch nicht vor dem Kind streiten oder diskutieren.

      Überlegungen:
      - gemeinsame Sitzung beim Psychologen meines Mannes vereinbaren (die Möglichkeit hatte der Therapeut zu Beginn mal angesprochen)
      - Wie unterstützen beim Abgewöhnen des Rauchens?

      Sollte ich nun doch vielleicht mal nachfragen, ob ich mal einen Termin beim Psychologen mit wahrnehmen kann? Das hatte der Psychologe wohl anfangs mal gewünscht oder vorgeschlagen. Von einer Paartherapie habe ich abgesehen und das will ich auch deshalb nicht machen, weil ich a) eine eingene psychologische Therapie schon durch habe und b) die Grundthematik seiner Probleme mit dem Alkohol und Rauchen (Suchtproblematik) tatsächlich aus seiner Kindheit (sein Vater hatte Alkoholprobleme und zuhause gab es viel Streit, seine Mutter ist eine herrschsüchtige und unfreundliche Person, mit der er sich nicht versteht, auch da viel Streit)
      Aber ich möchte die Spirale unterbrechen. Mein Sohn soll das nicht auch erleben!

      • (2) 28.03.18 - 14:37

        hallo,
        grundsätzlich ist es nicht so, dass dein Sohn automatisch das Verhalten des Vaters übernehmen wird! Je nachdem welche Persönlichkeit er so mitgebracht hat usw...

        und du tust doch schon eine Menge... das klingt doch sehr vernünftig.

        Mein Tipp wäre noch, die Verantwortung bei ihm (weiterhin) zu lassen - und warum nicht ein gemeinsames Gespräch mal ausprobieren. Wenn du ihn respektierst und liebst, dann frag ihn, inwieweit er Unterstützung als sinnvoll erachtet und wie die aussehen könnte. Und dann kannst du entscheiden, was davon für dich machbar ist.

        Und ich denke, er spürt das, wenn du nicht versuchst ihn in eine Richtung zu steuern oder zu manipulieren. Wenn du sagst, was für dich machbar ist und wo deine Grenzen sind - und andersherum auch, dann tariert ihr aus und probiert aus... und findet dann euren gemeinsamen Weg.
        Und der gemeinsame Weg ist mal mehr zusammen und mal mehr auseinander - und dafür jeder mehr für sich... wie Ebbe und Flut...

        bleib für dich klar und zu dir liebevoll und bleib nach außen klar...

        alles Gute und liebe Grüße

        ps: wenn du doch mehr Sorgen und Unsicherheit verspüren solltest, kannst du dich bei einer Beratungsstelle (oder über Bücher oder internet) für Co-Abhängug informieren... nur als Stärkung deines Weges (der in meinen Laienohren recht gesund sich anhört...)

        (3) 28.03.18 - 15:06

        Wieso bist du finanziell abhängig von deinem Mann ?

        Such dir einen Job und mach dich unabhängig keiner kann die garantieren das deine Beziehung bis zum Ende hält und dein Sohn ist auch alt genug das er nicht mehr auf permanente Betreuung von dir angewiesen ist !

        Ich frage mich immer wieso sich Frauen so aushalten lassen anstatt ihr Leben in die Hand zu nehmen .. Furchtbar echt !

        #winke

        Weshalb ist dein Mann in Therapie, welche Diagnose hat er? Mit einer reinen Suchtdiagnose bekommt er ja keine Kostenübernahme oder zahlt er privat?

      • (5) 28.03.18 - 20:09

        Ich würde eher die Thematik Alkohol angehen als rauchen. Das ist zu viel an Veränderung wenn dort süchte bestehen.

        Ich kann so gar nicht raus lesen das du ihn liebst oder hab ich das überlesen? Das du finanziell abhängig bist drückt dich an die Wand.

        Ich denke so kommt ihr nicht weiter. Alle 6 Wochen Therapie ist auch echt wenig.

        Raten kann ich wenig. Eine Trennung wäre sinnvoll, vllt kapiert er dann das er wirklich an sich arbeiten muss!

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