Neustart nach Affäre - Erfahrungen

    • (1) 12.05.18 - 15:49

      Hallo!
      Mein Partner hatte fast ein Jahr eine Affäre. Wir sind in Therapie und da es noch recht frisch ist, kann ich nicht sagen ob ich es verarbeiten kann oder nicht. Haben 3 Kinder, für sie möchte ich alles versuchen dass sie ein schönes Familienleben haben, aber ich bin in einem Tief.

      Meine Frage wäre: kann ein Neustart wirklich funktionien??

      Ich schätze wenn ja, dann braucht es seeeehr viel Zeit?! Aber ich bin sehr ungeduldig :)

      Danke für eure Meinungen!
      Schackalack

      • Hallo,

        fühl dich erstmal fest gedrückt.

        Ob du das verzeihen / verarbeiten kannst, kannst nur du für dich selber herausfinden. Da tickt ja jeder anderst.

        Hast du es herausgefunden oder hat er es dir von sich aus gebeichtet? Ich für mich sehe ja einen großen Unterschied zwischen einem Ausrutscher (den ich vermutlich verzeihen könnte) und einer einjährigen Affäre. Da hat er ja bewusst gehandelt und in Kauf genommen dich zu verletzen und hat damit eure Ehe/Familie aufs Spiel gesetzt.

        Gut finde ich, dass ihr in Therapie seid und grundsätzlich würde ich wenn Kinder im Spiel sind auch alles versuchen.

        Ich drück dir die Daumen, dass du für DICH die richtige Entscheidung triffst!!!

        • Naja, Affäre kann man definieren wie man möchte aber es scheint ja schon ein Jahr zu gehen, das wäre für mich eine zweite feste Beziehung.

          Mal ein One Night Stand - das kann man unter Ausrutscher deklarieren - aber so etwas, nein, er sucht etwas, was er bei dir nicht bekommt.
          Ein Rama-Famlienleben gibt es nicht, daher zuehe für DICH einen Entschluss und nicht wegen den Kindern.

          Was wirst du in 10 Jahren sagen " ich habe es wegen Euch ausgehalten"?

          lg
          lisa

        Danke!

        Ich habe es rausgefunden.

        Ja er hat es bewusst gemacht, er wollte mir weh tun. Deshalb ja meine Zweifel. Aber die Kinder hängen sehr an ihm und ich an den Gewohnheiten nach so vielen Jahren. Aber von Liebe ist keine Rede mehr - im Moment zumindest.

        Er bemüht sich zwar sehr aber ich bin tief verletzt.

        • (7) 12.05.18 - 17:37

          Klar hängen die Kinder an ihren Vater, nur können sie das auch wenn er woanders wohnt...

          Diesen miesen Charakter von deinem Mann, deine Verletzungen und so vieles mehr, wird den Kindern noch Jahre vorgelebt, sie bekommen alles mit und wissen immer (unterschwellig) das was nicht in Ordnung ist und das prägt sie für's Leben und würde das niemals wollen.Erst recht nicht unter dem feigen Deckelmäntelchen, dass die Kinder an ihn hängen.

          Und Bequemheit sollte wohl erst Recht kein Grund sein....

          1 Jahr Lügen, so völlig unschuldig in dein Gesicht, noch dazu das er dich verletzen wollte....

          Und das er eine Therapie mitmacht hat keine Bedeutung unter den Voraussetzungen.
          Viele Männer reden auch noch von einem Baby oder Hausbau usw., aber hat ebenfalls keine Bedeutung.
          Das wird nur benutzt um überzeugend zu wirken und der Frau die Probleme zuzuschieben und bei Bedarf der Liebe zu sein wenn die Frau nicht so will er er.

          Wenn du es nicht rausgefunden hättest, hätte er also noch immer eine Affäre und ihr keine Therapie?

          Mhm... allein dieser Gedanke würde mich doch sehr beschäftigen.

    (9) 12.05.18 - 19:21

    Hallo :-)
    Bei uns funktioniert es, bisher, gut :-) Das Wort „Affäre“ war für mich ein rotes Tuch. Ich habe dicht gemacht und eine Trennung war, erst mal, die einzige Lösung für mich.
    Mit der Zeit merkten wir dann beide, vieles blieb ungesagt. Lange Rede, kurzer Sinn: wir haben uns beschlossen den Versuch zu wagen wieder zusammen zu sein. Wir waren realistisch und wussten, es ist nicht damit getan. Wir mussten gerade am Anfang viel an uns arbeiten und das war teilweise wirklich extrem anstrengend.
    Aber das Miteinander überwiegt klar. Es fühlt sich gut und richtig an.
    Was in 10 Jahren ist? Bis dato besteht kein Grund zur Sorge. Wir haben genau analysiert was schief gelaufen ist, die Kommunikation zwischen uns ist qualitativ ganz anders,...
    Egal was kommt. Es war die richtige Entscheidung es zu versuchen. Das was jetzt ist kann uns keiner mehr nehmen und wir würden mit dem Wissen leben alles gegeben zu haben.

    LG

    • Danke für deine ehrlichen Worte.
      Ja so war es bei mir auch, habe immer gesagt wenn man fremd geht, ist es aus. Aber dann, wenn man in der Situation ist, muss man alles überdenken und sich auch eingestehen, dass man selber auch viele Fehler gemacht hat. Trotzdem ist eine Affäre halt doch der größte Vertrauensbruch und hinterlässt eine tiefe Wunde, die nur langsam heilt (und sich immer wieder entzündet).

      Ich denke, ich muss es sowieso aufarbeiten,den sonst nehme ich es in jede weitere Beziehung mit.

      Und ja es ist extrem anstrengend, aber ein paar Monate sind da noch nichts ... das dauert und man ist ungeduldig. Aber wer weiß, was es bringt...

      Wünsche euch auch viel Kraft und alles Gute!!!!

Hallo!
Es tut mir sehr leid was dir passiert ist :( ich kenne das leider auch. Die Tatsache das du es rausfinden musstest und er dir „weh tun“ wollte (warum denn das??) macht es nicht besser.
Ich kann nur von mir berichten: ich konnte und könnte nie mehr vertrauen. Ein Jahr ist ganz schön lange - ich müsste die ganze Zeit daran denken was er wohl mit ihr alles erlebt haben muss.

Meinen Vorrednerinnen schließe ich mich an: er kann ein wunderbarer Vater sein, auch wenn ihr nicht mehr zusammen seid.

Verkauf dich nicht unter deinem Wert, du hast garantiert einen tollen Mann, der dich über alles liebt verdient..
ich wünsch dir viel Kraft!

  • Danke!

    Das befürchte ich auch, dass ich nie wieder vertrauen kann. Aber ich denke viel an die Kinder und daran, dass ich es zumindest probieren will. Aber es ist ein ständiges Auf und Ab.

    Viel erlebt ausser Sex und reden haben sie nicht. Es gibt keine Fotos, Geschenke, er weiß nicht wann sie Geb hat oder so Dinge. Es gab keine Ausflüge oä. Aber Sex ist im Grunde schon zuviel :(

    An diesen Mann der mich von ganzen Herzen liebt denke ich auch oft....aber ob es den wirklich gibt ist zu bezweifeln. 8 von 10 Beziehungen sind von Fremdgehen belastet sagt man ...

    • Hallo :)
      Also weißt du, einen ganz entscheidenden Unterschied zwischen dir und mir gibt es da schon: du scheinst noch Hoffnung zu haben und es versuchen zu WOLLEN.

      Das war bei mir sofort weg. Und niemals da solche Gefühle. Also du hast recht, viele Beziehungen sind mit Soetwas belastet, wenn du aber wirklich weißt (oder es zumindest voll glaubst) das er das nicht mehr machen würde - wieso sollte es nicht nochmal funktionieren?

      Für mich wäre es niemals gegangen andererseits bist du die erste die das so ausdrückt mir gegenüber. Da könnte ich mir das fast schon vorstellen :)
      Wichtig fände ich: das solltest du nur versuchen wenn es dir gut dabei geht. Wenn du leidest und gar nicht klar kommst bin ich leider nach wie vor der Ansicht, dass er die genug leid geschaffen hat.

      Ich wünsch dir alles alles gute!!

(14) 12.05.18 - 20:37
Meine Erfahrung ....

Mein Karma zieht irgendwie solche Männer an.

War mit dem ersten sieben Jahre zusammen, dann haben wir uns verlobt, geheiratet und gleichzeitig gebaut und sind an die Babyplanung gegangen ... es war so, dass er vier (!) Wochen nach der Hochzeit eine Affäre weiterführte, die sich vor der Hochzeit wohl schon angedeutet hatte (was auch immer). Er wollte sich selbst beweisen, dass er wieder von ihr los kommt - war wohl eine Sache von Herz und Verstand. Sie hatte ihm wohl "gedroht", dass mit der Hochzeit alles vorbei sei, hat die Drohung dann aber nicht wahr gemacht. Mir hat es damals komplett den Boden unter den Füßen weggezogen ... ich habe es probiert, bis the next schwanger wurde. Probiert habe ich es aus Liebe, aber auch aus einer Eitelkeit heraus - ich wollte nicht, während die Tinte auf den Hochzeitskarten noch nicht trocken ist, erklären müssen, dass die Beziehung tot ist. Aber sein Herz war nicht mehr da ... Dann (mit ihrer Schwangerschaft) war es vorbei - und ich blieb wirklich total verletzt, voller Selbstzweifel, arbeitslos und mittellos zurück. Da half alles nichts.

Fünf Jahre war ich Single ... dann traf ich meinen Mann. Die ersten 10 Jahre lief alles super, aber wir sind sexuell nicht kompatibel, Sachen, auf die er steht, finde ich ein Graus und mache sie nicht ... am Anfang der Ehe habe ich immer noch mitgemacht. Er begann dann eine Affäre ...ich habe die Affäre ziemlich "am Anfang" erwischt, es war nicht viel gelaufen, auch wenn die Frau mir Briefe schrieb und anderes behauptet. Ich weiß das so genau, weil wir damals einen boom in unserer Selbstständigkeit erlebten und mein Vater aushalf ... der ist sehr schlau und 100% loyal mir gegenüber. Es gab gar kein Zeitfenster ... es war mehr so eine virtuelle Schwärmerei. Wir hatten auch drei Kinder und wir haben uns kurz getrennt, eine Eheberatung gemacht und es dauerte ungefähr ein Jahr, dann war alles "wie früher", d.h. ich musste nicht immer daran denken und hörte auf, die Wahlwiederholtung zu drücken, den Kilometerstand des Autos zu checken und solche DInge.

Leider bekommen wir das Sexuelle nicht in den Griff. Was ich erzählt habe, ist nun ca. 9 Jahre her. Vor ca. 10 Monaten flaute sein sexuelles Interesse plötzlich ab - und ich hatte da schon den Verdacht, dass etwas sein könnte. Ich hielt die Ohren auf ... und tatsächlich, es gibt eine heimliche Email Adresse und es sind einige Sachen am laufen, die über Email organisiert werden. Zeitlich z.T. sehr versprengt, mitunter wochenlang Pause, sie hat schon genöhlt, dass man sich nun sieben Wochen nicht getroffen hätte und gedroht, mir Bescheid zu sagen.

Ich lasse mir momentan nichts anmerken. Es geht wohl in eine Richtung, die ihm nicht passt - ich schätze, ihm geht es um Sex (wir verstehen uns wirklich gut, arbeiten gut zusammen, führen zusammen einen Betrieb und er ist ein toller Vater), ihr geht es um eine feindliche Übernahme - sie hätte gerne alles, meinen Job, meine Kinder und den Mann. Ich bin viel weniger verletzt als das letzte Mal, eher angewidert von beiden und sehr reflektiert.

Ich war schon (heimlich) beim Anwalt, der hat mir aber vorgerechnet, dass bei einer Trennung der Betrieb aufgegeben werden muss, wenn einer den anderen auszahlen muss. Zudem habe ich Angst um die Kinder. Ich arbeite noch außerhalb des Betriebes, er nicht, er kann also geltend machen, dass er sich die ganze Zeit 100% um die Kinder gekümmert hat. Zudem gab es nun ein paar Gelegenheiten (Tod eines nahen Angehörigen, Hochzeit im engsten Kreis) wo eine "erneute Ehekrise" uns in den Mittelpunkt gestellt hätte.

Ich werde ihn demnächst damit konfrontieren, was ich weiß ... ich bin aber selbst nicht mit mir im Reinen, was ich will. Solange werde ich schweigen. Ich möchte nicht nochmals verzeihen, er hatte seine zweite Chance und hat sie nicht genutzt. Ich möchte aber auf gar keinen Fall meine Kinder verlieren, das wäre wirklich für mich das Schlimmste, v.a., falls die next gleich einzieht und die Stiefmutter gibt und meinen Job mitübernimmt. Und ... ich weiß, das klingt entsetzlich materialistisch, aber ich habe 20 Jahre lang den Betrieb aufgebaut, wir hatten Zeiten, wo wir zu großzügig investiert haben, wo wir nichts hatten ... und jetzt, wo es läuft, möchte ich auch mal "ernten".

Ich habe kürzlich die Variante überlegt, dass ich ausziehe, wir den Betrieb aber weiterhin gemeinsam führen (das kann ich aber nur, wenn die next nicht in Erscheinung tritt). Ich habe mir ein Haus angeschaut, dass mir vom Verstand her zugesagt hat, aber ich kann mir nicht vorstellen, ausziehen und da zu wohnen. Er wird nicht kampflos gehen und ohne ihn kann der Betrieb auch nicht geführt werden (zentrale Schlüsselfigur). Man wird sehen ...

Fazit: Ein Fremdgänger wird ein Fremdgänger bleiben. Wenn man einmal die rote Linie überschritten hat, seine Frau belügt und betrügt, dann bereut man nur kurzfristig. Ich bin nun in der gleichen Situation wie meine Großmutter. Mein Großvater war ein aufopferungsvoller Vater, ein liebevoller Ehemann, er hatte ein riesiges Herz und einen ausgeprägten Familiensinn und trotz allem gab es Nächte, wo er nicht nach Hause kam.
Meine Oma hat sich dafür entschlossen, zu bleiben (sie waren auch selbstständig), einfach, weil sie meinte, es ist das kleinere der Opfer, das sie bringen muss.

Ich würde meinem Mann absolut nicht der Kinder wegen verzeihen. Das wäre wie zusammenbleiben mit einem Schläger nur der Kids/heilen Welt nach außen wegen.

So etwas darf man nicht verzeihen, meine Meinung.

Wenn er ne Affäre braucht für sexuelles Glück darf er gerne sich trennen und dann Umgangavater sein.

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