Woran merke ich ob er mich betrügt?

    • (1) 04.07.18 - 23:09

      Ich versuche es kurz zu halten. Mein Mann hat psychische Probleme (PTSD) und hat sich in letzter Zeit wunderlich verhalten (mir aus dem Weg gegangen, gefühlskalt gewesen, nicht kommuniziert und so weiter); dann sagte er mir und zwar zwei mal innerhalb von zwei Monaten, dass er befürchtet, dass er sich was antun wollen würde... also nicht jetzt sofort, sondern wenn es auf seiner Arbeit weiter so stressig bleibt. Dann war er eine Woche auf Fortbildung, hat sich obwohl er es versprochen hatte kein einziges Mal gemeldet. Wenn ich abends anrief, hat er mich weggedrückt.
      Ich habe ihm daraufhin Vorwürfe gemacht, dass ich vor Sorge um ihn bald umgekommen bin (eben wegen der Vorgeschichte). Er reagierte wieder gefühlskalt und schroff und stellte mich als komisch da... und dann habe ich heute Abend ein Kondom in seinem Kulturbeutel, den er mitgenommen hatte, gefunden. Ich fragte ihn was das soll. Er sagte er hätte es mitgenommen um Sachen trocken zu halten wenn er joggen geht. Er hat manchmal seltsame Ideen und tatsächlich schonmal Kondome benutzt um was trockenzuhalten.

      Ich kriege die Idee nicht aus dem Kopf, dass er mich betrügt. Interpretiere ich Dinge in sein Verhalten herein?

      • Ob er dich betrügt, weiss ich nicht. Aber er ist nicht fair dir gegenüber. Das Wegdrücken geht gar nicht.

        Seine Selbstmord-Gedanken sind äusserst besorgniserregend. Er braucht Hilfe.

        Ich hätte im Moment mehr Horror wegen der Suizidandrohungen. Ist er in Therapie? Dann würde ich umgehend seinen Therapeuten fragen, wie zu reagieren ist.
        Rausfinden, ob er Dich betrügt,kannst Du wohl nicht, wenn er ohnehin so komische Gepflogenheiten mit Kondomen hat.
        Einem Menschen mit Posttraumatischer Belastungsstörung kannst DU nicht helfen, er muss in Therapie; wenn er es nicht ist,versuche ihn dringend, davon zu überzeugen. Habe ich selber mehrfach bei der Bundeswehr erlebt. LG Moni

        • Hallo,

          ich stimme Deinem Beitrag zu #pro

          Aber mich interessiert eine Sache - diese Frage würde ich gerne auch an die anderen richten, die diesen Beitrag lesen:

          Ist es richtig, jemanden von einer therapie zu überzeugen? Man sagt ja generell, dass die Person es selber von sich aus wollen muss, damit die Therapie überhaupt Erfolg hat.
          Ich habe so etwas ähnliches wie Du bereits schon einmal in Urbia zu dem Thema "Therapie" geschrieben und wurde heftigst angegangen, dass man niemanden zu einer Therapie "zwingen" oder überreden kann, dies sei übergriffig.

          Wäre sowas aber in diesem Fall angebracht? Gute Frage oder?

          LG

          • Er macht Therapie (CBT), ich habe in der letzten Zeit alles getan um ihn zu unterstützen, ihm Hilfe zu holen etc aber er wollte das gar nicht. Er wollte auch nicht drüber reden.

            Meine Frage, die geht eigentlich in eine andere Richtung. Ich hoffe ihr haltet mich nicht für einen schlechten misstrauischen Menschen, aber ich hatte schon bevor er mir das mit den Selbstmorgedanken erzählt hat wegen seines komischen Verhalten Angst, dass er eine Affäre hat. Er hat zum Beispiel auch nie Sex initiiert in den letzten Monaten.... und nachdem ich ihn damit konfrontiert habe, dass er mehrmals einfach do verschwunden ist und dass er sich stundenlang im Bad eingeschlossen und gebadet hat, erzählte er mir das.
            Daraufhin habe ich alles von ihm akzeptiert um ihn zu unterstützen, Hauptsache es hilft sein Stresslevel runter zu bringen... aber da war immer der Zweifel, das ich ausgenutzt werden... ohne diese Vorgeschichte hätte mir das mit dem Kondom nichts gemacht.

            @Wildkatze: Wen willst du warum in Therapie schicken?

            • Ach, nein.. ich wollte niemanden in Therapie schicken.
              Es gab mal einen Beitrag wo es auch hieß der Partner sollte eine Therapie machen bzw ich hatte das vorgeschlagen und ich (und andere auch) wurde dafür runtergeputzt, dass man niemanden dazu zwingen kann.

              Mein letzter Beitrag hatte per se gar nichts mit deinem Ausgangspost zu tun.

              Wenn ich aber mal darauf Bezug nehmen würde, dann fände ich sein Verhalten auch eigenartig. Ich verstehe dich schon. Einen richtig guten Ansatz, der dir helfen könnte, den habe ich leider nicht.

              An deiner Stelle würde ich sein Verhalten weiter beobachten, aber darauf achten, dass deine eigenen Grenzen nicht überschritten werden.

              Wenn alle stricke reißen, würde ich auch eine Trennung in Betracht ziehen.

              LG

              • Man kann im Normalfall deshalb niemanden zwingen, weil derjenige dann ja nicht dauerhaft zur Therapie erscheinen würde. Termine würden abgesagt und verschoben werden. Zudem käme man in den Gesprächen keinen Schritt weiter, wenn sich derjenige sperrt. Und ein guter Therapeut würde merken, dass das Interesse nicht vorhanden ist und nach den probatorischen Sitzungen keinen Therapieantrag stellen.

                Natürlich kann man sich jetzt trefflich darüber streiten, ob es Zwang ist, wenn ich aus der Erkrankung meines Partners und den dadurch auftretenden Problemen meine Konsequenzen ziehe. Und diese wiederum meinen Partner veranlassen, sich doch in Therapie zu begeben.

          DIe meisten PTBS-Patienten beim Bund meinten zuerst auch, sie brauchen keine Therapie. Wozu auch? Hatten teils wirklich mörderische Ereignisse erlebt, die sie nicht mehr schlafen ließen, Flashbacks ohne Ende usw. - aber - man ist doch ein echter Kerl, der das wegsteckt. Therapie ist nur für Weicheier.
          Aber - beim Bund bleibt das ja nicht mehr verborgen und Du wirst dann vom Truppenarzt in eine entsprechende stationäre Behandlung geschickt und hast keine Möglichkeit mehr, nein zu sagen. Und das ist auch gut so. Die Männer, mit denen ich nach der Behandlung gesprochen habe, war auch ein guter Freund dabei, waren durchweg alle froh, dass man sie zu der Behandlung "gezwungen" hat. Ich weiß von keinem, der dann später trotzdem dienstunfähig geworden wäre, obwohl das sicher auch vorkommt, ich kenne ja nur wenige Fälle.
          Übrigens habe ich auch schon öfter gehört, dass PTBS-Patienten ihre Probleme durch Fremdgehen kompensieren versuchten.
          Denkweise: Ich bin doch kein Psycho - bin ein harter Kerl - meine Frau versteht mich nicht - bei einer neuen Frau kann ich beweisen, was ich für ein toller Hecht bin.
          Ist nicht meine Auslegung, sondern die Erzählung eines Psychologen von uns, der mir da mal einiges erklärt hat, als das Thema noch neu war und ich mich dafür interessierte.
          LG Moni

          • Hallo Früchenoma,

            Darf ich dich fragen, was dein persönlicher Bezug zum Thema ist? wenn es nicht zu privat ist. Mein Mann war früher auch beim Bund, schon Jahre her aber wir haben das Gefühl, dass er den Menschenschlag vermisst und es ihm guttun würde, Gleichgesinnte zu treffen. Er meinte zuerst ja, dann aber nein, dann aber: nur wenn sie auch PTBS haben.
            Dann fand er die Idee von Army Vets MC cool, das ist ein Motorrad Club, dann glaubte er, man würde dort wahrscheinlich auf ihn herab sehen also doch nicht.

            Ich finde eigentlich, dass ich in den letzten Monaten sehr verständnisvoll war und dass er zum Teil echt arschig war.... hat mich und die Kinder rumkommandiert... hat im Fitnessraum geschlafen oder auf der Couch, keine Lust auf Sex. Ich habe versucht zu denken, dass das seine Krankheit ist.... aber wenn er die ganze Zeit fremd gegangen wär, das wär hart.

            Ich hätte das Gegühl es geht ihm Wieder besser, weil er so euphorisch und froh uns zu sehen wirkte nach der Fortbildung und dann fand ich das Kondom... aber vielleicht ist es ja echt genau so gewesen wie er sagte. Ich werde das Thema bei ihm heute Abend wieder ansprechen.

            • Ich habe 40 Jahre bei der Bundeswehr gearbeitet - in der Truppe - immer mittendrin und bekam so natürlich alles hautnah mit (Geschäftszimmer= ähnlich Sekretariat).
              Einer meiner Chefs war in den 90ern bei der Aufnahme/Registrierung von Massengräbern auf dem Balkan dabei....er sah Dinge, die will keiner sehen und ich werde auch nicht näher drauf eingehen. Damals war die PTBS-Behandlung allerdings noch kein Thema beim Bund, das kam erst später hoch und wurde zum Thema gemacht. Schlimmes haben auch mir sehr gut - und liebgewordene - Soldaten in Afghanistan erlebt - die gingen durchweg in Behandlung.
              Schau mal, vielleicht mag er sich hier an irgendeine Adresse wenden.
              https://ptbs-hilfe.de/service/ansprechpartner.html

              Ich bin wirklich kein Psychologe, aber Euphorie und Depression wechsen bei diesen Patienten ab - auch bei meinem guten Freund war das so.
              Meinst Du, seine Krankheit ist beim Bund entstanden? War er im Einsatz?
              LG Moni

              • Ja, er war im Auslandseinsatz, wobei das wohl relativ harmlos war, im Vergleich zu was andere Kameraden erlebt haben, und er hatte noch weitere für ihn schreckliche Erlebnisse. Zum einen ist sein sehr guter Freund, Zivilist, ohne Vorwarnung schwer erkrankt. Zum anderen hatte er einen Sportunfall mit Gehirnerschütterung und Klinikaufenthalt und dies auch obwohl er alle Vorsichtmassnahmen beachtet hat. Es kam also mehreres zusammen. Später, da hatte er aber schon PTBS, gab es bei einer meiner Geburten Komplikationen und seltsamerweise hat ihn das mehr gestresst als mich und ihn nochmal zurück geworfen.

                Also alles im einzelnen gar nicht so schlimm aber es hat dazu geführt, dass er das Gefühl nicht mehr loswerden, die Welt ist eigentlich gefährlich und er inkompetent.

                Ich habe mit ihm geredet gestern. Er hat mir geschworen, dass er das Kondom zum Trockenhalten nutzen wollte.
                Er hat mich vorher schonmal angelogen. Da ging es nicht um Untreue.... aber zum Beispiel hat er mich angelogen als er seinen letzten Job verloren hatte. Das hat er mir verheimlicht, so dass i h etwas richtig Teueres gekauft habe.

                • Er kann trotzdem mit einer der in dem Link genannten Anlaufstellen mal Kontakt aufnehmen. Vielleicht verändert er sich auch wieder zum Positiven, wenn er die PTBS mal überstanden hat. Dass Männer einen Jobverlust verheimlichen, weil sie sich schämen, habe ich auch schon öfter von "ganz normalen" Männern gehört. Passt nicht zur Männlichkeit und kratzt am Ego.
                  Irgendwie habe ich den Eindruck, dass das Problem von ihm hier liegt ....er braucht Selbstbestätigung - soviel wie möglich. Aber das kannst Du nicht therapieren.
                  LG

                  Hallo,
                  Wie hält man mit einem Kondom Sachen trocken?
                  Den Zusammenhang versteh ich nicht.

                  Lg

        Naja, generell ist es wohl falsch jemanden zu einer Therapie zu zwingen. Es ist überhaupt falsch Menschen zu etwas zu zwingen.

        Aber, man kann Menschen den Vorschlag machen und ihnen zu einer Therapie raten.
        Man kann auch zusammen mit zu einer Beratung gehen.

        Ist etwas knapp gesagt, aber vielleicht beantwortet es deine Frage?

Frag ihn am besten 🤷‍♀️
Ich finde es schon bedenklich wenn man so etwas in Erwägung zieht ....

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