Ratlos und traurig

    • (1) 31.08.18 - 22:38

      Ich weiß garnicht so genau wo ich anfangen soll... Ich bin 29 Jahre alt und wir haben eine 2 jährige Tochter. Verheiratet seit 2 1/2 Jahren und ein Haus gekauft und kernsaniert vor 2 Jahren. Mein Mann macht alles selber und somit dauert es und wir sind noch nicht fertig. Ich könnte glücklich sein, bin es aber aktuell nicht.
      Warum nicht? Ich bin ein totaler Stress Typ, ich würde sagen 90% des Tages stehe ich unter Hochspannung und 60% des Tages bin ich einfach nur genervt. Was mein Mann leider extrem zu spüren bekommt :(
      Ich kriege eine vollkrise wenn es zuhause unordentlich ist... Mein Mann lässt alles stehen und liegen wo es gerade passt und er versteht einfach nicht das es mich rasend macht und er kann es auch leider nicht ändern,sagt er. Ich bin nur am hinterher räumen und putzen. Natürlich haben wir auch immer wieder Dreck durch den Umbau des Hauses.
      Ich weiß das ich extrem viel leiste (Job, Kind, Haus, Mann), aber ich bin so extrem enttäuscht darüber das es anscheinend niemand sieht und einem mal sagt,, super wie du das alles hinbekommst,,
      Wenn ich zu meinem Mann was sage dann diskutieren wir eigentlich nur und er sagt zb. Gut dann mache ich ab jetzt auch nichts mehr! Oder lass es doch einfach liegen!

      Ich habe Angst vor der Zukunft, es vergeht kein Tag an dem wir nicht diskutieren oder ich auf 180 bin. Ich glaube früher oder später ist es aus... Und ich würde mich so gerne ändern, würde so gerne alles lockerer sehen und meine Prioritäten anders setzen.

      Sollte ich zu einem Psychologen gehen, oder vllt ein anti aggressions Kurs machen?
      Ich bin einfach nur traurig und ratlos

      Sorry für den vielen Text

      • (2) 31.08.18 - 22:40

        Siehst Du denn, was Dein Mann alles leistet und sagst ihm, wie toll Du das findest?

        • (3) 31.08.18 - 22:51

          Zwar nicht in einer Tour... aber wenn zb wieder etwas fertig ist im Haus dann sage ich ihm das es total klasse aussieht und ich stolz bin das er alles so hinkriegt. (erzähle ihm auch das viele sagen das ich stolz sein kann so einen Mann zu haben)
          Letztens sagte ich : ich weiß das ich es dir nicht oft sage, aber ich bin ganz froh darüber das ich dich habe und du hier alles so super hinbekommst.

          Er ist auch ein totaler Perfektionist, sage ihm auch ganz oft das er sich selber nicht so unter Druck setzen soll.

          Lobe ihn wegen seinem neuen job... Und all sowas

      (4) 31.08.18 - 22:42

      Na bei 150% wäre ich auch gestresst 💁🏻‍♀️

    (6) 31.08.18 - 22:56

    Ich würde dir mal eine Kur ans Herz legen.

    Mit entsprechenden Seminaren zum Thema Zeitmanagement.
    Du wirst sehen das du viel zu hohe Ansprüche an dich selbst hast... sich mal zu langweilen muss man lernen und braucht der Körper.
    Dann braucht man auch keine Bestätigung mehr durch Dritte. Denn helfen sie dir? Nein! Sie bringen dich ja auch nicht zur Ruhe und mehr Gelassenheit.
    Und das scheint dir ja aktuell zu fehlen. Denn es ist nicht schlimm, wenn es mal unordentlich ist 😉.

    • (7) 31.08.18 - 23:07

      An so etwas habe ich noch garnicht gedacht... Dafür muss ich natürlich erstmal zu einem Arzt und dort alles erzählen...

      Es ist schlimm... Anstatt nach der Arbeit mit meiner Tochter zu spielen und die Zeit zu genießen, bin ich am Tun und machen. Und ich schäme mich dafür das zu zu geben

      • (8) 01.09.18 - 00:51

        Geh auf deinen Mann zu.Auch er ist sehr belastet mit Umbau, Job, Familie,und was sonst so anfällt im Alltag. Dein Verhalten macht euch beiden das Leben schwer und zeigt deinem Kind Situationen, die nicht schön sind.
        Könnt ihr euch vielleicht eine gemeinsame Auszeit nehmen?

(9) 31.08.18 - 23:23

Wenn ihr beide einen Job habt wie wäre es dann mit einer Haushaltshilfe? Die kann dir etwas Arbeit abnehmen und du hast mehr Zeit für deine Tochter und um etwas runter zu kommen, ohne, dass du wahnsinnig wirst wegen der Unordnung.

Wann wart ihr zum letzten Mal im Urlaub?

Wir sanieren auch grade selber. Zum Glück kommt das Kind erst nächstes Jahr. Der Umbau alleine zieht stark an unseren Nerven (12 Stunden Schichten an den Wochenenden und das seit Wochen). Mir kann es auch gar nicht schnell genug gehen. Von daher verstehe ich dich gut. Aber manchmal sind sich Auszeiten wichtig. Daher fahren wir demnächst für eine Woche im Urlaub, sobald die Küche fertig ist, um die Batterien wieder aufzufüllen. Weil ich auch weiß, dass es mindestens genauso hart für meinen Partner ist. Umbau, Job, Zeitdruck, eine launische Schwangere ;)

(10) 31.08.18 - 23:57

Hi,
mhh, selbst wenn dir einer (wer auch immer) mal sagen würde, dass du alles toll hinbekommst, meinst du, dass dein Problem dann geringer wäre? Die Motivation die Dinge zu tun, ist ja intrinsisch. Du willst es perfekt haben und wenn das nicht gelingt, wirst du aggro. Wahrscheinlich müsstest du tatsächlich mit deinen Ansprüchen runterfahren, es hinnehmen, dass du stinknormale Erwachsenenanforderungen zu erfüllen hast und gelassener werden. (Ich habe dennoch Verständnis für deine Befindlichkeiten - bringt dir nur nix).
Ihr könntet am Ordnungssinn deines Mannes arbeiten und Kompromisse finden, aber wahrscheinlich ist deine Anspannung dein größtes Problem. Das ist schade für dich, denn ein etwas unordentliches Haus gefährdet die Zukunft eigentlich nicht.

vlg tina

Hi,

dein Mann soll zusehen, dass er das Haus fertig bekommt.
Dann hat er sich mehr Zeit auf die Ordnung zu achten und ihr habt euch alle wieder lieb.

Zumindest hast du hier nur davon geschrieben, dass das Problem die Unordnung und fehlende Anerkennung ist.

Sagst du deinem Mann bei all deinem Gezeter denn auch mal, wie toll er das alles macht?

Ist nicht bös gemeint, soll nur zum Nachdenken anregen.

LG

  • Sorry, hätte die anderen Beiträge auch lesen sollen 😂

    Ich denke, er ist auch gestresst und er reagiert einfach anders auf Stress als du.

    Die Idee mit der Kur finde ich super! Ihr seid ein paar Wochen weg und dann könnt ihr euch alle etwas erholen.
    Dein Mann hat genügend Zeit für die Sanierung und kann in Ruhe was tun oder auch mal die Füße hochlegen.

    LG

Sanierung in Eigenleistung kostet immer viel Zeit und viel Nerven, vorallem wenn beide noch berufstätig sind.
Eine Baustelle nach der anderen, heißt auf wo man mit Putzen aufhört, fängt man vorne wieder an.
Aber dein Man sitzt im selben Boot....Arbeit+ Baustelle, bei dir Arbeit + Haushalt+Kind.
Deshalb sollte man mal 1-2 Wo. Auszeit nehmen zum Durchatmen.
Vorwürfe machen ist noch mehr kontraproduktiv.
Wir haben damals auch den Dachboden wochenlang nach Feierabend komplett ausgebaut in Eigenleistung Wände gezogen, Dach gedämmt (damals noch Holzdecken) etc. nur Wasser und Strom ließen wir von Firmen machen...zerrt an den Nerven, aber enweder selber die Kraft und Nerven aufbringen oder es Firmen mit hohen Std.Löhnen machen lassen.

Euer Projekt ist enorm anspruchsvoll und der ersuche hat viele Ehen gekillt.

Ja, Psychologe ist eine gute Idee. Eine Auszeit oder Kur wirken nur kurzzeitig, dann stehst du wieder in der gleichen Situation, an der Art zu arbeiten, wie du mit Stress umgehst, wirkt hoffentlich nachhaltig.

Termine bei Psychologen können aber dauern, also durchaus etwas zur Überbrückung machen.

Und auch in Eigenregie schonmal an der Einstellung arbeiten.

Verständnis für den Mann, der auch viel leistet. Gemeinsam Prioritäten festlegen und den anderen darauf hinweisen, wenn er sie durcheinander bringt.

Und immer wieder im den anderen reinversetzen und sprechen, auch darüber wie schön man es sich vorstellt, wenn X, Y und Z noch klappt, und wie schwer es ist zu akzeptieren, wenn das im Moment so nicht realisierbar ist.

Wenn ihr euch nicht gemeibsamauf einen Weg einigt, verliert ihr alles.

Jeder Zoff, jeder Vorwurf sägt an dem Ast auf dem ihr sitzt. Anstatt mehr von den zu haben, was du dir wünschst, hast du am Ende... nichts, außer vielleicht die Freiheit ganz neu anzufangen, was natürlich au h seine Vor- und Nachteile hat.

(16) 01.09.18 - 08:22

Naja, es gibt Menschen, die fordern einfach nur und sind dann unzufrieden, wenn nicht alles nach ihrem Willen abläuft.
Der Mann muss den Umbau machen, soll Zeit haben, soll deine Leistung anerkennen, soll Dich Loben und und dazu der perfekte Mann sein, der absolut nichts liegen lässt.

Jetzt schau dich mal daheim um....die Mehrheit der Dinge um dich herum...Deko, Zeitschriften, Kochbücher, Kerzen, etc....sind die von Dir und deinem Kind, oder?
Männer, die keinen Sammelwahn haben, nehmen wenig Platz ein und auch dann meckern Frauen rum, wenn was liegen bleibt.

Fazit: Männer können einfach nix richtig machen.

Leider leider sehr viele Frauen drunter, immer nach links und recht zu schauen, wie es bei anderen ist, die mehr Geld haben, schöner Leben, den Alltag besser hin bekommen, intelligentere Kinder haben, etc. etc. etc. anstatt selber mal lernen für sich glücklich zu sein. Der Druck von aussen ist enorm, den man sich leider oftmals annimmt, um perfekt sein zu müssen.

DU bist genauso wenig perfekt eie Dein Mann, mit dem einzigen Unterschied, das Dein Mann einfach den Mund hält und nicht jede Zeitschrift moniert, die womöglich mal liegt, etc. etc.

Also, chill mal deine Basis. Mach ein Hobby, wo du lernst auszuspannen.

(17) 03.09.18 - 12:31

Ich spinne das einmal weiter....
Du ärgerst Dich mehr und mehr über Deinen Partner, die Konflikte spitzen sich zu, Ergebnis: Trennung
Du bist alleine, hast niemanden auf den Du das projizieren kannst ausser auf Dich selbst, dann merkst Du, daß Du Dich, Dein Verhalten und Deine Gefühle überall im Leben selbst mitnimmst.

Du hast die Herausforderung erkannt, siehst momentan nur noch nicht den Weg heraus.
Es gilt herauszufinden, was Deine Antreiber sind, wem Du was recht machen willst, welche Muster momentan unbewusst ablaufen.
Das Unbewusste sichtbar machen, erst dann hast Du die Möglichkeit Dich zu entscheiden und anders zu handeln (Hindernis hierbei die Gewohnheit).

Auszeit kann ein erster Schritt sein, Persönlichkeitsentwicklung in jede Richtung kann hier helfen auf die "Metaebene" zu kommen, in eine Position des eigenen Beobachtens was gerade geschieht und wie Du handelst.

Psychologe ist sicher eine gute Idee, evtl. hilft auch ein guter Coach.
Beide werden versuchen herauszufinden was Dir wirklich wichtig ist.

Manchmal verstecken wir uns hinter Kleinigkeiten und versuchen diese mit einem kleinkindlichen Verhaltensmuster durchzusetzen, der Partner wird getriggert, verfällt in seine Rolle (auf der Suche nach Anerkennung, Abwehr, Trotz, Flucht was auch immer) und das was wir eigentlich wollen hat gar keinen Platz.

So der Klassiker ist bspw. sich vorzustellen sehr alt zu sein und auf dem Sterbebett zu liegen: wer ist da um Dich herum, was waren die großen wichtigen Momente und Gefühle im Leben, welche Menschen haben Dich berührt, welche Gefühle würdest Du gerne gefühlt haben usw.

Dann könntest Du Dich fragen, wie wichtig es war, daß die Wohnung immer sauber war, die Socken gebügelt und die Küche immer meisterproppermäßig glänzte?

Vielleicht gibt es ein paar Anregungen bei blueprints.de oder zeitblüten

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