Seit dem Abbruch hat sich alles verändert...

    • (1) 07.10.18 - 17:16

      Hallo,

      ich weiß nicht, wie ich anfangen soll...

      Ich hatte im April einen Abbruch.
      Anfangs dachte ich, ich will es nicht. Mein Mann sagte erst er überlässt mir die Entscheidung hat mich dann immer mehr drauf gedrängt den Abbruch vornehmen zu lassen. Je schneller desto besser. Ich müsste kein so schlechtes Gewissen haben etc. Argument für den Abbruch, er wäre zu alt, er schafft es nicht mehr. #heul
      Ich wollte noch Bedenkzeit haben, ich habe auf der Fahrt zum Abbruch-Termin so geheult wie noch nie in meinem Leben.
      Ich habe seit dem Abbruch immer weniger Lust auf meinen Mann/auf Sex.
      Ich versuche ihn zu meiden, der Gedanke an ein Leben mit den Kindern alleine macht sich immer mehr breit.
      Ich würde am Liebsten ein neues Leben anfangen, aber wie soll ich das schaffen, mit zwei Kindern, Hund und Hasen.
      Mein Mann hatte anfangs immer gesagt, wenn es passiert dann passiert es.
      Wir haben es nicht darauf angelegt und ich wurde trotz Verhütung schwanger.
      Ich habe seitdem Schuldgefühle, warum habe ICH einen Abbruch vornehmen lassen. Ich bin unendlich traurig. Rückgängig machen kann ich es nicht, aber ich vermisse es.
      Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll?
      Hat mir jemand einen Rat bzw. kann jemand eigene Erfahrung mitteilen?

      Meine Mama weiß nix von dem Abbruch. Ich kann mit ihr noch nicht mal drüber sprechen, sie würde mich vermutlich zu Recht hassen #heul
      Hinzu kommt, dass meine Schwester letztes Jahr an starken Depressionen litt, sie aus dem Dachfenster sprang, auf der Intensivstation lag und zum Glück alles relativ unbeschadet überstand. Sie dachte, sie würde zu Weihnachten (letztes Jahr) ihr Kind bekommen würde. (Sie hat keines und es klappt auch nicht #schmoll)

      Genau dieses Jahr um die Weihnachtszeit wäre unseres auf die Welt gekommen #heul

      Ich habe mit meiner besten Freundin darüber gesprochen. Die Trauer kommt immer mehr hoch.
      Jetzt sind Ferien, die Kinder sind bei meinen Eltern, weil wir beide arbeiten müssen. Für meinen Mann geht der Alltag weiter. Für ihn ist es eine enorme Erleichterung, dass ich mit dem 3. Kind nicht mehr schwanger bin, aber ich trage den Schmerz jeden Tag in mir weiter. Ich weiß nicht mehr was ich tun soll #schmoll

      Viele Grüße

      • Hallo,


        ein Abbruch ist sehr schwer zu verarbeiten. So wie es sich für mich liest wolltest du diesen AB nicht wirklich wolltest. Hast ihm mehr aus Liebe zu deinem Mann zugestimmt hast.

        Das ein AB die Beziehung/ Ehe im nachhinein oft belastet kommt nicht selten vor. Für deinen Mann ist es einfacher damit umzugehen. Männer bauen meist erst sehr spät eine Bindung zum Kind auf.

        Das deine Trauer immer noch hochkommt ist normal. Du konntest den Ab nicht verarbeiten und hast bestimmt deine Trauer auch nicht zulassen können. Versuch diese Trauer zuzulassen. Wenn du jemand hast versuch über alles zu reden. Sollte niemand da sein, dann kannst du dich auch an eine Beratungsstelle wenden. Die meisten Beratungsstellen bieten auch eine Betreuung nach einem Ab an.


        Ich schicke dir viel Kraft für die Verarbeitung.

        blaue-Rose

        • Spätestens ab dem Moment wo dich gedrängt fühltest hättest du auf "deine Gefühle" hören sollen. Ich hab zum Glück keine Erfahrung damit wüsste aber auch nicht was wenn ich in der Situation stecken würde machen sollte.

          Ich würde dir raten einen Psychologen oder eine Beratungsstelle aufzusuchen.

          Wie alt ist denn dein Mann das er das auf das Alter schiebt?

          Ich bin der Meinung es ist immer alles zu schaffen! Ich weiß nicht ob ich das Gefühlsmäßig noch packen würde ich glaube eher nicht das ich nochmal glücklich werden würde und würde sehr wahrscheinlich die Konsequenz daraus ziehen.

          (4) 07.10.18 - 19:30
          schwer zu beurteilen

          Es ist schwer zu sagen was "richtig" ist. Fakt ist du bist trotz Verhütung schwanger geworden also habt ihr ja beschlossen keine weiteren Kinder zu haben, daher hat auch dein Mann ein recht darauf zu sagen das er dieses dritte Kind nicht möchte. sei es das Alter oder sonstige Gründe ihr hattet ausgemacht das keine Kinder mehr folgen. nun ist es passiert und er wollte es nicht haben, ich finde daraus kann man ihm kein Vorwurf machen. Sich nun zu trennen weil er das Kind nicht wollte finde ich nicht okay, den eigentlich war ja vorher klar das er keine Kinder mehr haben will, du hast deine Meinung dazu wohl geändert, er nicht. Nun ist liegt es an dir wie es weiter geht. Eine schuld am Abbruch hat er meiner Meinung nach nicht.

      Leider absolut klassisch. Tut mir leid, dass du die Erfahrung nun machen musst. Ich habe noch keine Frau getroffen, die nicht, nachdem sie zur Abtreibung gedrängt wurde vom Partner, Aversionen und Ekel gegen den Partner entwickelt hat.

      Weiss er wie es dir geht? Was in dir vorgeht? Lässt er dir Raum für deine Trauer?
      Möchtest du die Ehe retten? Wenn ja, würde ich ihm sagen, dass ihr dringendst gemeinsam eine Paartherapie machen müsst, eventuell brauchst du zusätzlich eine Traumatherapie.
      Wenn du die Ehe nicht retten möchtest, oder er nicht einsichtig ist, dass ihr therapeutische Unterstützung benötigt, würde ich an deiner Stelle die Trennung zeitnah vollziehen. Langes Rumgeeier wird zu nichts führen.

    • (7) 08.10.18 - 00:29

      So ging es mir vor 5 Jahren. Ich war 21, noch in der Ausbildung ... er war 39, geschieden mit 2 Kindern ...

      Er hat mich dazu gezwungen, mir gedroht und mich eingeschüchtert. Mir hat es den Boden unter den Füssen weg gerissen und ich war richtig kaputt.

      Noch heute sage ich mir "wärst Du dumme Kuh doch nur weg gegangen, irgendwo Hilfe geholt, den Typ ignoriert"
      Aber ich war wie in Trance...

      Und als ich nach der Abtreibung im Auto neben ihm saß, kam der pure Hass. Ich habe kein Wort mehr mit dem geredet.
      Dem Mann gegenüber empfand ich nur noch Ekel und Verachtung.

      Trennung war unumgänglich, er hat etwas genommen, was unbezahlbar und unersetzbar ist. Mit dabei auch ein großes Stück von mir selbst. Nichts auf der Welt kann so etwas gut machen.

      Jetzt geht es mir besser. Aber die Erinnerung an dieses baby bleibt und wird aus meinem Herzen niemals verschwinden!

      (8) 08.10.18 - 07:42

      Hallo,
      Ich kann dich vollkommmen verstehen.
      Bei mir war es vor 6 Jahren genauso.
      Wir hatten schon zwei Kinder und dann wurde ich ungeplant schwanger. Da ich keine Hormone vertrage ect.hab ich mit persona "verhütet". Ich wollte immer ein 3. Kind und mein Mann wusste ganz genau wie hoch bei dem Gerät die Durchfallquote ist. Als ich dann schwanger war, war fär ihn klar das wir das Baby nicht bekommen. Er stellte mich vor die Wahl er oder das Baby. Zu dem Zeitpunkt war ich so verunsichert und hatte Angst mit dann 3 Kindern alleine da zu stehen. Er wollte mit mir nicht weiter darüber reden.
      Also hab ich es machen lassen. Ich war nicht stark genug und das ist das was mich auch heute noch fertig macht.
      Ich hab dann hinterher erfahren das er sich stark hat von "einer Freundin" beeinfussen lassen.
      Ich ging durch die Hölle, aß tagelang nicht, verlor innerhalb von 10 Wochen 15 kg Gewicht. Wollte mich einfach selbst bestrafen jnd auch meinen Mann. Es war mir alles egal und ich macht einen Fehler.
      Wir waren kurz vor der Trennung.
      Erst da merkt mein Mann was er mir angetan hatte.
      Wir haben gemerkt das wir beide viel falsch gemacht hatten, haben viel geredet und uns dann entschieden es weiter miteinander zu versuchen. Es hat einige Zeit gebraucht doch jetzt funktioniert es wieder sehr gut. Wir haben inzwischen ein drittes Kind bekommen, da ich nie darüber hinweg gekommen bin.

      Ich kann also nur sagen das es ein schwerer Weg ist aber man kann es schaffen wenn man will.

    Ich würde an deiner Stelle eine Beratungsstelle wie Pro Familia aufsuchen, bei der man auch nach einem Abbruch professionelle Hilfe bekommen kann. Alternativ wäre es sicherlich auch sinnvoll, wenn du eine Traumatherapie bei einem Psychotherapeuten machen würdest. Meiner Meinung nach wirst du alleine deine Probleme nicht lösen können, da du Vieles zu verarbeiten hast. Was deinen Partner anbelangt, wäre natürlich zu klären, ob eure Beziehung noch eine Chance hat oder eher nicht. Falls ihr beide nicht mehr vernünftig miteinander kommunizieren könnt, solltet ihr evtl. einen Paartherapeuten hinzuziehen.

    Ansonsten denke ich, dass du deinen Partner nicht alleine für die jetzige Situation verantwortlich machen solltest, auch wenn das sicherlich schwer fällt. Er hatte sicherlich seine persönlichen Gründe für diese Entscheidung, die für dich vermutlich nicht nachvollziehbar waren. Ich hoffe, dass du das jetzt nicht falsch verstehst. Natürlich finde ich es nicht in Ordnung, dass er dich zu diesem Schritt gedrängt hat, aber vielleicht ist er zu naiv an diese Sache herangegangen.

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