Gespräch mit Kind über Trennung und dessen Reaktion..

    • (1) 04.11.18 - 17:37
      lapidar

      Hallo ihr Lieben,

      vor einigen Tagen habe ich meinem Sohn gesagt, dass sein Vater und ich uns trennen. Er weinte darauf bitterlich. Am nächsten Tag schien schon wieder einiges in Ordnung zu sein und heute als wir nochmal auf das Thema kamen und ich fragte, wie er es nun finden würde sagte er: "ich finde es schade, aber es ist eure entscheidung". Er ist 13 und ich finde das eine sehr reife Antwort. Er zieht mit mir. Wollte noch wissen wo wir hinziehen und meinte dann, "ach, das geht ja" und meinte damit die Entfernung.

      Was meint ihr? Ist das vielleicht Verdränung?

      • (2) 04.11.18 - 17:47

        Du kennst dein Kind, wir nicht. Du weißt wie er gestrickt ist.

        Ich würde vermuten: Er leidet wie ein Hund aber will dich damit nicht belasten.

        Hallo!

        Kinder sind ja nicht doof. Die wissen oft sehr genau, wie es um die Ehe ihrer Eltern steht, leiden auch unter Streit oder ungemütlicher Stimmung, und auch für Kinder ist es doof, wenn die Eltern nicht glücklich sind.

        Ich wusste genau, wie es bei meinen Eltern lief, und ich habe schon in der Grundschule die Freundinnen beneidet, deren Eltern getrennt waren, wo endlich dieser ewige Streit nicht mehr war.

        Klar ist dann die eigentliche Trennung, die Umstellung, der Umzug nochmal eine Belastung, auch für das Kind - aber es ist auch ein Neuanfang. Eine entspannte Mutter, die wieder lachen kann. Ein Vater, der sich an den Besuchswochenenden ins Zeug legt und nicht nur vor der Glotze hängt.

        So klein ist dein Sohn ja nicht, du ziehst nicht weit weg, er kann zu seinem Vater und den Freunden radeln, wenn er möchte, so schlimm ist es für ihn wirklich nicht, wenn man mit einrechnet, dass es die letzten Jahre auch schon nicht toll war vom Familienleben her.

        (4) 04.11.18 - 17:52

        Das ist wohl wirklich sehr vom Kind und eurem Umgang mit der Trennung abhängig.

        Wichtig würde ich finden, dem Kind zu sagen, dass ihr beide ihn liebt und immer für ihn da seid, dass er jederzeit zum anderen Elternteil gehen kann, dass eure Türen und Ohren für seine Sorgen jederzeit offen stehen. Und ihr solltet nie schlecht über den Anderen reden. Natürlich darf man zugeben, dass man sich gerade gestritten hat oder sauer auf den anderen ist.

        Vielleicht weiß euer Kind im Inneren aber auch, dass es besser ist, wenn ihr euch trennt. Es hat ja sicher auch bemerkt, dass keine positiven Schwingungen zwischen euch sind und es ggf. viel Streit gab.

        LG

      • Ich glaube nicht, dass es das schon war.
        Meine Tochter (auch in dem Alter) hat sich nach einem Jahr so einigermaßen gefangen. Zuvor hat sie viel geweint und sogar in Betracht gezogen, zu Papa zu ziehen, weil er ihr so fehlte. Obwohl natürlich Umgang besteht.

        (6) 04.11.18 - 18:44

        Klar ist das Verdrängung. Meinst Du wirklich, er hat es geschluckt und Aus die Maus?
        Warum hast du es ihm alleine gesagt und nicht als Paar, wo beide Elternteile Rede und Antwort stehen können.

        Es gibt leider viele Trennungskinder, die komplett absacken. Wichtig ist, das ihr beide für Euer Kind da seid. Es steckt ausserdem noch am Anfang der Pubertät....gefährliche Mischung!Ich würde engmaschig drauf achten wie die nächsten Wochen laufen und auf kleine Anzeichen achten.

        lg
        lisa

      • (7) 04.11.18 - 20:21

        Hallo, danke schonmal für Eure Antworten. Interessant finde ich die Reaktion meines jüngeren Kindes, das ich heute eingeweiht hatte. Ich habe geweint und der kleine natürlich auch.. Er sagte zuerst, "da mache ich nicht mit".. und dann fragte er ob wir die Katze mitnehmen können und seinen Billiardtisch und nachdem wir dann gegessen und das Abendprogramm gesehen haben, hat er überhaupt nichts mehr dazu gesagt, ist wieder fröhlich.

        Mein Mann ist Choleriker, hätte ich vielleicht dazu schreiben sollen.

        Huhu, aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das dein Sohn super reagiert. Ich habe meinem immer gesagt, dass sein Vater ihm erhalten bleibt. Und ist genau so gekommen, die beiden sehen sich oft, es herrscht Frieden- alle profitieren davon.

        Ich wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit 🍀

        • (9) 04.11.18 - 21:14

          vielen Dank, positive Erfahrungen bauen mich auf!

          • Lass dich in der Trennung nicht fertig machen , gerade wenn dein Ex Cholerisch ist. Was mir geholfen hat, mich ganz klar zu distanzieren, so durfte mein EX nicht meine Wohnung betreten. Das war das Reich von mir und meinem Sohn - unser „ Schloss“ . So konnte ich lästige Diskussionen vor dem Kind vermeiden, kurze knappe Übergabe 😊

      Könnte mein Sohn sein.
      Er redet auch nicht soviel aber ist sehr sensibel.
      Das arbeitet aver er will dich wohl nicht so sehr belasten u es ist auch Typsache wenn man nicjt so nach außen geht.

      Ich denke mit Schrecken an die Trennung meiner Eltern zurück. Ich war schon größer aber beide waren so mit sich selbst beschäftigt dass ich irgendwann das Gefühl hatte es ist eh egal was ich mache. Interessiert ja sowieso niemanden..
      Hab mich sehr alleine gelassen gefühlt.

      Achte auf ihn.

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