Mache ich mir was vor?

    • (1) 17.12.18 - 23:56

      Guten Abend,

      ich würde euch gerne um eure Einschätzung bitten, ob ich mir in meiner Beziehung etwas vormache bzw. es mir zu lange vorgemacht habe und meine Gefühle berechtigt sind ...

      Mein Partner und ich sind seit über 10 Jahren zusammen. Anfangs war es eine Fernbeziehung, die wir aber zügig beendet haben und dafür bin ich zu ihm gezogen, da er im Elternhaus seiner Mutter mietfrei wohnen kann/konnte (inzwischen gehört es ihm).

      Er war erst seit kurzem mit dem Studium fertig (er hat eine Dissertation schreiben wollen, das aber nach ein paar Jahren doch aufgegeben) und noch dabei, seine Karriere aufzubauen. Da hat er verständlicherweise sehr viel gearbeitet.

      Der Karrierestart war über mehrere Jahre sehr schwierig, so dass mein Partner praktisch keine Einkünfte hatte und wir von meinem kleinen Gehalt gelebt haben - das haben wir aber hinbekommen und inzwischen verdient er sehr gut, viel, viel besser als ich.

      Wir waren uns von Anfang an einig, dass wir Kinder möchten. Er hat mir auch ziemlich bald erklärt (erklären müssen, man wundert sich ja irgendwann), dass er ein Prolaktinom hat (das ist ein gutartiger Hirntumor, der aber den Sexualtrieb bzw. die Bildung der entsprechenden Hormone und damit die sexuelle Leistungsfähigkeit beeinträchtigen kann), er aber dagegen medikamentös behandelt wird. Dass er etwas gegen Bluthochdruck nimmt hat er mir auch gesagt - verursacht durch früheres Übergewicht.

      Was mir erst mit der Zeit klar geworden ist (ihm vielleicht auch erst dann, das kann ich nicht beurteilen): er ist auch Hypochonder und hat noch weitere Neurosen (Agoraphobie, Zwangsverhalten [Zählen/Messen]).

      Unter anderem ist die Vorstellung, dass er JETZT gerade stirbt quasi ein täglicher Begleiter im Alltag. Das war am Anfang sehr, sehr schwer für uns beide, weil da unter anderem eben nächtliche "Schlaganfälle" und "Herzinfarkte" dazugehörten.

      Dabei gab es in der ersten Zeit durchaus ein gegenseitiges sexuelles Interesse ... da gibt es ja Wege.

      Mit der Zeit habe ich dann aber festgestellt, dass er die Medikamente gegen das Prolaktinom nicht mehr regelmäßig einnimmt. Ich habe lange darauf gedrängt, dass er sich dahingehend untersuchen lässt, ob die Einnahme weiter erforderlich ist (natürlich auch im Hinblick auf unseren Kinderwunsch bzw. das inzwischen eingestellte Intimleben).

      Wir haben auch einen Termin für ein MRT gemacht - da hat uns aber die Agoraphobie einen Strich durch die Rechnung gemacht und er ist aus dem laufenden Gerät geklettert und aus der Praxis gestürmt (ein Beruhigungsmittel kam nicht in Frage, er hat Angst vor einer allergischen Reaktion, auf die der Tod folgt).

      Das war 2008. Seitdem hat er sich zwar die Medikamente noch eine Weile lang verschreiben lassen, aber genommen hat er sie nicht. Und mit unserem Intimleben war es dann auch komplett vorbei. Wir sehen uns eigentlich nur zufällig noch nackt.

      Ich predige natürlich, dass er zum Arzt gehen soll - nicht nur wegen des Prolaktinoms, auch wegen seiner Herzprobleme, gegen die er seit Jahren Medikamente nimmt, aber die nie wieder überprüft wurden (er hat sich auf mein Drängen hin einen Termin beim Kardiologen geben lassen, aber der ist erst im Februar und er hat schon mehrfach solche Termine dann nicht wahrgenommen oder kurzfristig abgesagt) . Und natürlich auch, dass er oder wir gemeinsam vielleicht zu einem Therapeuten könnten, aber das kommt für ihn überhaupt nicht in Frage.


      Und er arbeitet viel, wirklich viel. 16 Stunden am Tag sind keine Seltenheit. Ich denke oft, dass er eigentlich kurz vorm Burn-Out stehen müsste. Dieses Jahr war es so schlimm, dass er irgendwann erst früh um 6 Uhr oder noch später zu Bett ging (er kann von zu Hause arbeiten teilweise, sonst würde ich ihn wohl gar nicht mehr sehen) und entsprechend spät wieder aufstand. Heute macht er gerade wieder "durch", um in einen normaleren Rhythmus zu kommen.

      Wir haben oft darüber gesprochen, was das für uns bedeutet und wie er vielleicht bestimmte Bereiche einschränken oder delegieren könnte, aber am Ende ändert sich meist nichts. Auch im Hinblick auf die körperlichen und psychischen Probleme - wir reden darüber, er verspricht mir, besser auf sich zu achten und zum Arzt zu gehen und ... nichts.

      Das Schlimmste ist, er sagt, er tut es für mich - damit er mir jeden Wunsch erfüllen kann, damit ich mal abgesichert bin (schon mehrfach gehört: "Wenn ich Projekt X noch zu Ende bringe, dann bekommst du das Geld noch und dann ist es nicht so schlimm, wenn ich daran zugrunde gehe." Auch schon mal: "Meine Frau soll nicht arbeiten müssen!", aber das kommt für mich nicht in Frage).

      Und ich verstehe es nicht - natürlich ist es angenehm, sich finanziell keine Sorgen machen zu müssen, aber wir haben viel mehr Geld, als wir zum Leben brauchen. Auch größere Anschaffungen sind ohne Probleme möglich. Wir stecken natürlich auch viel ins Haus, da ist auch noch einiges zu machen - aber das geht doch auch anders, ein neues Dach zahlt doch niemand mal eben vom Girokonto! Das ist es doch alles nicht wert, dass er sich dafür umbringt!


      Das geht jetzt schon eine Weile so, dass wir wie in einer WG leben, die er zum Großteil finanziert und in der ich mich um alles kümmere, was nicht seine Arbeit betrifft (und darum teilweise auch, Steuererklärung etc.).

      Und ich bin frustriert und wütend, weil er sich nicht helfen lassen will. Und weil ich merke, dass es mich auch kaputt macht, ich verliere die Geduld mit ihm und bin eigentlich ständig irgendwie wütend, breche in Tränen aus und kann nicht atmen und dann kann ich mich nur verstecken, weil er es nicht mitbekommen darf. Und ich denke oft an das Kind, das ich vielleicht hätte haben können und fühle mich irgendwie darum betrogen (und deswegen fühle ich mich schlecht und schäme mich).

      Meine Mutter war lange mit einem Alkoholiker verheiratet und hat viel verloren an diese Ehe und ich habe immer gedacht, das passiert dir niemals ...


      Um zur ursprünglichen Frage zurückzukommen: Mache ich mir was vor, wenn ich immer noch hoffe?

      • (2) 18.12.18 - 02:45

        Hoffen worauf ?
        Du tust mir genauso leid wie er. Er hat offenbar Kontrollmechanismen sich angeeignet, die ihm Sicherheit geben. Auch das viele arbeiten.. Suche nach Anerkennung.. Wertschätzung. Ich gehe davon aus, dass seine Eltern vermutlich in seiner Gegenwart auch selten Zärtlichkeiten ausgetauscht haben. Es sind sicher nicht nur seine Erkrankungen. Oft leben Kinder das Leben ihrer Eltern.. unbewusst. Warum lehnt er Medikamente ab ? Ist er Zeuge Jehova? Als ich deine Geschichte las, erinnerte mich viel an einen Mann, dessen Mutter 3 psychisch kranke Kinder ( später Erwachsene) hatte , weil die eben diese immer heimlich die Kinder zu so Versammlungen schleppte und z.B. Medikamente abgelehnt wurden. Oftmals auch Ärzte oder Behandlungen.. alle Kinder entwickelten unterschiedlich Störungen / Zwänge und sind depressiv. Tragisch .
        Es ist eben leider so, dass viele Ursachen von psychischen Störungen ergründet werden müssten, um die erfolgreich zu therapieren. Der Therapiewille sollte vorhanden sein. Leider nicht erkennbar bei deinem Mann. Er wird es nicht aus Liebe tun. Das hätte er bereits. Also verändern wird er sich ohne entsprechende Therapien nicht. Er beschwichtigt dich , in dem er Termine sporadisch vereinbart. Oder wahrnimmt. Aber er zeigt keinen Antrieb, etwas verändern zu wollen. M.E. nach machst du dir was vor und verursacht Druck, auf den er reagiert. Und ich bin froh, dass er unter solchen Umständen keine Kinder zeugen mag. Die würden wiederum eben so Störungen entwickeln.

        Die Frage ist aber, warum du dieses Leben seit Jahren führst und immer wieder hoffst.. vermutlich gehört es sich so. Euch geht es ja finanziell gut. Aber zu welchem Preis? Mich würde solch ein Leben ebenfalls krank machen als vermeintlich gesunder Mensch. Ich könnte dies rational nicht nachvollziehen, wieso ein Mensch freiwillig sich geisselt und die Familie/ Frau eben so.
        Also viel Kraft auf deinem noch steinigen Weg.

        (3) 18.12.18 - 06:43

        Ich habe alles aufmerksam gelesen und finde das Leid fast greifbar, dem Du ausgesetzt bist. Allerdings habe ich nirgends einen Hinweis gefunden, dass er sich in Therapie befindet, um seine zahlreichen psychischen Erkrankungen in den Griff zu bekommen. Habe ich das nur überlesen oder zwingt er Dich tatsächlich, das alles bis in alle Ewigkeit mitzutragen, ohne daran aktiv etwas ändern zu wollen?

        (4) 18.12.18 - 07:45

        Hallo,

        wie groß war denn das Prolaktinom beim letzten MRT, das statt fand? Wer weiß, was da sonst noch ist, auch wenn das kein Krebs ist, kann so ein Tumor großen Schaden anrichten und die Hypophyse und die Augen zerstören. Die Herzprobleme müssen ja auch von irgendwo her kommen.

        Hormonelle Störungen verursachen auch psychische Probleme, das passt ganz gut dazu.

        So wirklich harmlos ist diese Krankheit nicht und wahrscheinlich wächst der Tumor weiter. Er weiß das bestimmt auch und will es nicht wahrhaben.

        Wenn ich nicht verheiratet wäre, mein Partner krank wäre, er nichts für seine Gesundheit tun würde, keine Kinder zeugen könnte, obwohl ich welche wollte, würde ich mir einen anderen Mann suchen.

        Bitte denk rational über alles nach, was ist dir wichtiger, Geld oder Familie und richtige Partnerschaft?

      • (5) 18.12.18 - 09:16

        Warum darf er nicht mitbekommen, dass du wütend bist ?

        Du hast alles Recht dazu, er muss sich in eine Therapie begeben, wobei du mal über Co-abhängigkeit nachdenken solltest.

        Wende dich selbst an einen Therapeuten, enteeder er kommt mit oder eben nicht. Mach ihm aber deutlich, so geht dein Leben nicht weiter.

        (6) 18.12.18 - 09:54

        Ich würde mir an Deiner Stelle einen Coach suchen, mit welchem ich diese Dinge durchsprechen kann.
        Das sind viele Themen, die ineinander greifen und das solltest Du mit Coach erst einmal sortieren (wobei ich schon mal sehr angetan davon bin, wie gut Du alles beschreiben kannst)

        Eure Ziele im Leben driften ganz gewaltig auseinander.
        Du wünschst Dir Familie und mehr Zusammensein, er sieht den wirtschaftlichen Erfolg und Versorgertum als etwas Erstrebenswertes.

        Grundsätzliche Fragen:
        warum bist Du mit ihm zusammen?
        was liebst Du an ihm?
        was tut er für Dich (außer versorgen)?
        was tust Du gerne für ihn?
        wie sehen innere Bilder einer Zukunft aus (5, 10, 30 Jahre)


        Mit einer Therapie/ Coaching könntest Du für Dich wieder mehr Klarheit erlangen. Was wirklich wichtig und unabdingbar für Dein Leben ist, was Dich in Deine Kraft bringt, was Seins und was Deins ist usw.

        Vielleicht bleibst Du dann trotzdem mit ihm zusammen, ohne eine Erwartungshaltung an ihn zu haben, einfach weil Du Dich dazu entschieden hast und es "neutraler" sehen kannst.

        Oder aber Du baust Dir eine neues/anderes Leben auf, neben ihm oder ohne ihn.

        Das Gute im Moment ist, daß Du etwas verändern willst. Das ist mit Ängsten verbunden, weil das Neue noch nicht greifbar ist und Du es bis jetzt ja auch ganz gut aushalten konntest. Nur meldet sich Körper und Seele irgendwann wenn Stillstand eintritt.

        Entwicklung ist ein Grundmerkmal des Menschseins, ist zumindest mein Ansatz. Besonders schwer ist es, wenn man meint alles alleine mit sich ausmachen zu müssen. Deshalb mein Rat, such Dir Begleitung von Außen.... ein anderer Blick kann ja nur zusätzlich bereichern.

        Den ersten Schritt hast Du mit Deinem Post bereits getan......

      • (7) 18.12.18 - 10:15

        Hallo
        dein Mann hat nicht eine oder zwei Baustellen, der hat ein ganzes U-Bahn Netz von Problemen.
        Und leider stützt du seine Verweigerung, sich den Dingen irgendwie zu stellen, indem du ihm alles abnimmst, für alles Verständnis hast und deine eigenen Wünsche komplett aus den Augen verlierst. (Kind).
        Ich glaube nicht, dass er es mit dir schafft, seine Phobien anzugehen, evtl ohne dich aber auch das bleibt spekulativ.
        Aber du kannst etwas tun: deine eigenen Muster in Sachen co-Abhängigkeit überprüfen (zB mit Hilfe einer Therapie) und dich darauf besinnen, was du in deinem Leben noch machen und erreichen möchtest. Allein dein Kinderwunsch würde für mich die Trennung bedeuten.

        (8) 18.12.18 - 12:17

        Ja, ich denke, du machst dir etwas vor.
        Und ich denke, du wirst es einmal bitter bereuen, so viele "gute Jahre" deines Lebens (und ev. auch die Mutterschaft) geopfert zu haben für einen Mann, der deine wirklichen Bedürfnisse offenbar nicht einmal wahrnimmt.

        LG Claudi

        (9) 18.12.18 - 12:54

        Ich habe durchaus Verständnis wenn es krankheitsbedingt zu wenig Sex kommt, aber stimmt das das ihr euch seit 2008 ( 10 Jahre?!!!) nur noch zufällig nackt seht?
        Und wenn er sich nicht helfen lassen will- ich denke Du hast genug Zeit an ihn verschwendet.

        (10) 18.12.18 - 17:45

        Hallo!

        Dein Mann betrügt dich nicht nur um ein Kind, sondern auch um ganz viel Lebensglück.

        Ihr seht euch maximal zufällig nackt, aber es gibt keine Intimität, keine Sexualität, kein Kuscheln. Das ist ein ganz großer Faktor in einer Beziehung. Was unterscheidet denn eine freundschaftliche WG von einer Beziehung? So wie Du mit ihm lebst, könntest du auch mit deinem Bruder leben.


        Gleichzeitig belastet er Dich immer wieder mit seinen eingebildeten Herzinfarkten, bei denen du dir ja auch Sorgen machst, er belastet dich mit seinen vorhandenen körperlichen und seelischen Krankheiten, und dabei darfst Du offenbar ihn nicht merken lassen, dass du wegen dieser Dauerbelastung auch allmählich krank wirst.


        Was ist das denn, wenn du nicht schlafen kannst, keine Luft bekommst, weinst, weil dich das alles so belastet, als der gerade Weg in eine Depression?



        Er WILL NICHTS ÄNDERN. Er ist mitten in seiner Komfortzone - keine Ärzte, keine Untersuchungen, keine Medikamente, und sobald du auch nur ein wenig Druck machst, ist er sofort Todsterbenskrank, damit du ihn erst recht mit Samthandschuhen anfasst. Wie es Dir dabei geht, ist ihm egal.


        Willst du in 30 Jahren immer noch so leben? wirklich?

        (11) 18.12.18 - 18:23

        Wenn Du nicht wesentlich jünger bist als er, dann bist Du vermutlich so Mitte 30 und hast leider nur noch wenige Jahre, in denen Du mit eigenen Eizellen Mutter werden kannst.

        Ob Dein Partner, mal abgesehen von seinen gesundheitlichen Baustellen dafür der richtige Mann ist, kann man wohl nach Deiner Schilderung getrost bezweifeln.

        (12) 18.12.18 - 20:23

        Hallo.

        Als Psychologin stelle ich mir zunächst natürlich folgende Fragen:
        - Woher kommen diese ganzen Diagnosen psychischer Leiden? Oder ist das nur eine Vermutung?
        - Richtig stellen möchte ich auch Folgendes: Agoraphobie bedeutet eigentlich Angst vor weiten, öffentlichen Räumen, speziell die Angst, dass man keine Fluchtmöglichkeit hat und sich irgendwie blamieren könnte. Das, was Sie beschreiben, ist eher Klaustrophobie, die Angst vor engen Räumen. Wobei natürlich etwaige Menschen Angst vorm MRT haben, ohne klinisch krank zu sein.
        - Was Sie weiter beschreiben, klingt viel nach Panikattacken, nicht notwendigerweise nach Hypochondrie.

        Haben Sie mit ihrem Partner über das mangelnde sexuelle Verhältnis gesprochen? Was sagt er dazu? Wieso will er seine Medikamente nicht mehr nehmen? Haben Sie mit ihm das Thema Kinderwunsch noch einmal angesprochen? Momentan scheinen Sie eher nebeneinander zu leben, als miteinander. Wieso ist es für ihren Partner ausgeschlossen zu einem Therapeuten zu gehen? Hat er in dieser Hinsicht schlechte Erfahrungen gemacht?
        Sie sollten ihm auf jeden Fall von ihrer Wut und ihrer Trauer erzählen, es nicht vor ihm verstecken. Vielleicht bekommt ihr Partner gar nicht mit, wie schlecht es Ihnen geht. Sprechen Sie in konkret an, erzählen Sie ihm von ihren Wünschen. Vielleicht finden Sie eine Einigung. Vielleicht auch nicht. Dann müssen Sie sich klar darüber werden, wie ihr Leben weiterhin aussehen soll.

        Ich wünsche Ihnen alles Gute!

        • (13) 19.12.18 - 00:32

          Danke euch allen für eure Einschätzungen. Ich habe jetzt einiges, über das ich erstmal nachdenken muss.


          Zu dragonflies Fragen:

          Er hat aus seiner Kindheit Erfahrungen mit einer Kinderpsychologin, weil er in der Schule auffällig war, aber entweder erinnert er sich nicht bewusst daran oder er will mir nicht mehr darüber sagen. Aber in seiner Familie wird auch nicht wirklich über seelische Probleme gesprochen, man reißt sich halt zusammen und macht weiter. Therapie als Option hat er mehrfach abgelehnt.

          Von dem Prolaktinom weiß ich nur das, was er mir gesagt hat und was ich im Internet darüber finde. Während wir zusammen sind hat nie eine Untersuchung stattgefunden und Unterlagen gibt es, soweit ich weiß, keine von früher.

          Agoraphobie kommt als Diagnose von ihm - vielleicht trifft auch Klaustrophobie zu, wobei ich schon das Gefühl habe, dass es der Mangel an Fluchtmöglichkeiten und die Angst vor öffentlicher Bloßstellung ist, die ihn so reagieren lassen ("Wenn ich da zusammenklappe und dann starren mich alle an, wie ich da am Boden liege ..." ).

          Die Hypochondrie ist eine Vermutung von mir gewesen, da muss ich auch zugeben, dass mir die Abgrenzung zu anderen psychischen Krankheitsbildern nicht ganz klar ist ... ich bin keine Psychologin, daher kann ich es sicher nicht korrekt einschätzen. Panikattacke klingt genauso passend, von dem her, was ich darüber lese.
          Manchmal möchte er unbedingt zum Arzt, um etwas ausschließen oder behandeln zu lassen (meist bei akuten Verletzungen, bei Hautausschlag auch schon mal, bei Eigendiagnosen ist es unterschiedlich), andererseits will er keinesfalls zum Arzt für die Dinge, die an sich bereits diagnostiziert wurden und im Auge behalten werden sollten.

          • (14) 19.12.18 - 08:51

            Guten Morgen!

            Ja, das klingt allerdings sehr nach Agoraphobie, vielleicht auch Sozialphobie, kann ich natürlich aber so nicht mit Sicherheit sagen.

            Ich denke Sie sollten auf jeden Fall ein klärendes Gespräch führen. Andernfalls kommen Sie ja nicht weiter.

            Ich wünsche Ihnen viel Glück, und die nötige Kraft.

Top Diskussionen anzeigen