Geht meine Ehe in die Brüche??

    • (1) 23.12.18 - 03:24

      Ich bin emotional total verwirrt und weiß eigentlich nicht mehr wo vorne und hinten ist.
      Ich muss etwas ausholen und entschuldige mich schonmal im voraus für den langen Text.

      Mein Mann und ich sind seit über 8 Jahren ein paar und sind nun seit einem Jahr verheiratet. Wir haben einen Sohn, der bald eins wird. Mein Mann geht arbeiten und ich bin bei meinem Sohn daheim, der ab Mitte April zur Tagesmutter gehen soll und ich mich nach einem neuen Job umsehen kann.

      Wir wollten beide schon immer Kinder und mussten auch so einige Schicksalsschläge überleben. Geplant waren ursprünglich 3 Kinder, was wir dann direkt nach der Geburt auf 2 Kinder gekürzt haben, da es doch eine sehr heftige Geburt geworden ist. Unser Sohn war von Beginn an sehr anstrengend und hat uns sehr viel abverlangt... Es gab Tage und Nächte, in denen war nichtmal an Schlaf zu denken und der kleine Mann hat sich den lieben langen Tag die Seele aus dem Leib gekrischen. Mein Mann hatte sich die ersten drei Lebenswochen Urlaub genommen und hatte ursprünglich vor ein Jahr daheim zu bleiben, nachdem ich mindestens ein halbes bis dreiviertel Jahr daheim geblieben bin. Er kam jedoch mit dem Geschrei und dem Schlafmangel absolut nicht klar und wurde sogar böse und wütend auf unseren Sohn, sodass wir den Plan komplett gestrichen haben. Nun haben wir uns für eine Tagesmutter entschieden, ich werde mir einen neuen Job suchen und somit ist das dann auch geklärt.

      Jetzt habe ich zwischendurch immer mal wieder depressive Phasen gehabt, die in meinen letzten Stillmonaten (6.-9. Lebensmonat) bei jedem anlegen kamen. Als ich das in einen Zusammenhang bringen konnte, war auch schon abgestillt (mein Sohn wollte die Brust nicht mehr). Jedoch habe ich das Gefühl mich seitdem in irgendeiner Form verändert zu haben.

      Mein Mann und ich streiten nur noch. Er sagt immer, dass er arbeiten muss und ich ja "nur" zuhause sei. Er macht mir ständig Vorwürfe, dass unser Sohn wegen mir so anstrengend und mies gelaunt ist. Am Wochenende sagt er zwar immer ich soll ins Bett gehen und unseren Sohn bei ihm im Wohnzimmer lassen, doch es dauert meist nicht lange bis mein Mann komplett überfordert ist. Er hockt die meiste Zeit nur vor der Playstation. Ab und zu bekomme ich aber auch mit wie die beiden richtig mit einander spielen.
      Er sagt ganz oft, dass er kein Kind mehr haben will uns dieses schon eines zuviel wäre. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht wieso er sowas manchmal sagt, da er eigentlich genauso gerne Kinder wollte und wirklich ein toller Papa ist. Unser Sohn rennt jeden Abend ans Türschutzgitter, wenn er hört, dass Papa von der Arbeit kommt.
      Jedoch macht mein Mann immer einen mückenfurz zu einem riesen Streitthema und kommt dann am nächsten Tag wieder angekrochen und entschuldigt sich. Ich kann nur dieses Entschuldigung nicht mehr ernst nehmen. Ich weiß nicht mehr was ich fühle. Es gibt mittlerweile alle zwei Tage die Situation in der ich denke, ich packe jetzt die Sachen meines Sohnes und mir zusammen und verschwinde einfach. Was soll ich tun, um diese Ehe noch zu retten bzw kann ich da noch etwas tun??
      Ich bin total hin uns her gerissen und weiß nicht ob ich gehen oder bleiben soll.

      Danke für jede noch so kleine Antwort.

      • (2) 23.12.18 - 09:44

        Ich erkenne jetzt nicht, warum du deine Koffer packen müsstest. Diese Probleme haben wahrscheinlich 90% der Paare welche zum ersten Mal Eltern werden.

        Man hatte romantische Vorstellungen vom Eltern werden mit dauergrinsendem, entspannten Baby und erfährt dann die harte Bauchladung, sprich Realität.

        Du erwartest Anerkennung umd Entlastung sobald er Zuhause ist, er wünscht sich nach Feierabend Ruhe und Entspannung.
        Ihr habt beide Recht.
        Jetzt geht es darum Kompromisse zu finden, Verständnis für den anderen zu finden u aufeinander zuzugehen. Möglichst ohne Vorwürfe und ohne alte Kamellen hochzukochen.

        Btw.: wie ich schon oben geschrieben habe, geht es fast allen Eltern im ersten Lebensjahr so. Das ändert sich meist, wenn die Kids etwas größer sind.

        LG

        • Das stimmt doch so nicht. Wir haben eine sechs Monate alte Tochter und schreien uns nicht die ganze Zeit an. Und andere in meinem Umfeld auch nicht. Ich finde es auch nicht normal, sondern toxisch. Ich denke eher, dass man etwas über seinen wahren Charakter und den seines Partners lernt, wenn beide mal etwas unter Druck sind.

          Ich bin selbst Vater und gehe jeden Tag arbeiten (ab nächstem Jahr einen weniger pro Woche). Auf die Idee, am Abend nicht meine Tochter sehen zu wollen, sondern vor der Glotze zu hängen und mich zu erholen, bin ich noch nie gekommen. Klar, es gibt sicher Berufe, die einen härter beanspruchen als meinen, aber in vielen Fällen sind es nur vorgeschobene Ausreden von Vätern, die nichts mit ihren Kindern anfangen können.

          • Ich habe auch nicht behauptet, dass es überall so ist! Bei uns war es auch nicht so.
            Aber wenn man nur ein bisschen hier im Forum liest, ist es eher selten das es von Anfang an gut klappt.

            Wie es in meinem Umfeld ist/war, kann ich nicht sagen. Mit Eheproblemen geht man bekanntlich selten hausieren.

            • Das liegt daran, dass viele sich im Forum das Leid von der Seele schreiben. Diejenigen, bei denen es mehr oder weniger gut klappt, haben halt dieses Bedürfnis nicht.

      Ihr habt das "Pech" ein recht anstrengendes Kind zu haben (und zugleich das Glück einen sicher auch entzückenden kleinen Mann zu haben).

      Das ist anstrengend, das zerrt an den Nerven, ist belastend. Ich kenne flüchtig auch ein Paar, dass nach dem ersten Kind inklusive Dauergeschrei und zwei Jahre keine einzige Nacht durchschlafen ein zweites Kind gestrichen hat (sie haben übrigens gesagt, dass es dann auf einmal schlagartig besser wurde, Kind ist jetzt ein Sonnenschein, ein zweites wollten sie trotzdem nicht mehr).

      Schafft euch Auszeit, nehmt einen Babysitter und macht euch einen schönen Abend zu zweit.

      Und rede mit deinem Mann. Vorwürfe an dich, weil das Kind so ist wie es ist bringen nix. Die lieben Kleinen bringen ihren eigenen Kopf mit auf diese Welt!

      LG

    • Hallo!

      Ihr seid beide gestresst, und aus dem Stress heraus entsteht der Streit - wie ein Gewitter, das in der Luft liegt und sich einfach entladen muss. Das ist nicht schön , aber auch nicht ungewöhnlich und kein Grund, die Familie aufzugeben.

      Es ist halt alles nicht so geworden wie erwartet mit Schreikind, Depressionen und allem. Das ist niemandes Schuld und kein Trennungsgrund. Denkst du denn es wäre einfach alleine?

      Dein Mann gibt sich Mühe dich zu entlasten, aber gerade abends nach stressiger Arbeit ein stressiges Kind bringt ihn an seine Grenzen.

      Es wird besser. Wenn du wieder arbeitest und auch ein paar Stunden ohne Kind bist und mit jedem Lebensmonat des Kleinen wird es besser.

      Erst dann solltet ihr über weitere Kinder reden, aber auch akzeptieren, wenn der andere merkt, dass er das nicht packt. Nicht nochmal, nicht wieder mit Depressionen und Geschrei.

      • Ich danke euch für die offenen Ohren.
        Es tut gut zu wissen, dass es "normal" ist.
        Ich kann hier mit niemandem drüber reden. Bei meinem letzten Versuch mit meiner besten Freundin über diese Situation zu sprechen, wurde mir durch die Blume gesagt, dass mein Sohn doch total entspannt und lustig wäre und sie absolut nicht verstehen kann wie das so schlimm sein soll. Ich bin die einzige Mama im Freundeskreis. In der Krabbelgruppe, zu der ich mit meinem Sohn gehe, wird auch nur erzählt wie toll die Kinder doch alle schlafen und wie reibungslos der tagesablauf doch ist und wie fröhlich die Kinder doch sind, auch wenn sie zahnen.
        Leider finde ich meinen Sohn in der Zahnungsphase erträglicher, als sonst, was man ja eigentlich auch niemandem erzählen sollte. Aber da kann ich etwas tun und es hilft ihm. Mein Mann und ich streiten auch in diesen Phasen so gut wie nicht, da wir das "Schlamassel" ja quasi unter Kontrolle halten können und der kleine super schläft. Leider geht das Zahnen nur ne knappe Woche.
        Ich habe vor mal eine Eheberatung zu machen, aber mein Mann winkt immer nur ab.
        Es tat wirklich gut, das hier einfach mal los zu werden und andere Sichtweisen darauf zu sehen und Tipps zu erhalten.

        Vielen Dank an euch drei😊

        • Das Gerede in der Krabbelgruppe ist alles nur Aufschneiderei. Das wird noch toller, mit zwei sollen dann alle schon aufs Töpfchen gehen, mit drei musisch total begabt sein und mit vier können alle lesen und schreiben. Du kannst da ruhig ganz vieles als Wunschdenken abhaken, will nur keiner Zugeben, dass das Schlafen kaum klappt, und sie auch manchmal am Ende sind.

          Deine beste Freundin kannst du übrigens auch Mal fragen ob sie nicht vielleicht Mal eine Stunde auf deinen Sonnenschein aufpassen könnte, während du zum Friseur gehst.

          Und der Kleine wird ganz schnell älter, bald versteht er schon was ihr ihm sagt (einfache kurze Sätze), und damit wird es schon leichter. Hab Geduld.

          Es ist total okay, sein Kind anstrengend und stressig zu finden.

    (10) 23.12.18 - 13:30

    Willkommen in der Realität.

    Irgendwelche theoretischen Familienplanungen sind eben etwas ganz anderes als die Realität.

    Genießt Euer Leben zu dritt, gebt Euch mehr Freiräume und plant Euer Leben nicht nach der Anzahl der Kinder!

    (11) 23.12.18 - 21:58

    Hallo Du Liebe,
    das erste Jahr mit Kind kann sehr anstrengend sein. Vor Allem der permanente Schlafmangel bringt Eltern ( die einfach nur Menschen sind!) oft an die Grenzen.
    Unausgeschlafen ist man gereizter, die Nerven dünner.
    Ich glaube, Alle Eltern waren schon mal an dem Punkt, an dem sie dachten: "Warum haben wir uns das angetan? Wenn wir das gewusst hätten..."(hätten wir`s wieder getan ;-))
    Die Aufgabe, Eltern zu sein, ist die Schwierigste und Schönste zugleich, die wir jeh im Leben machen mussten. Ein 24 Std- in Dauerbereitschaft- "Job".

    Kurzgesagt: Ich glaube, Euer Streit und Stress ist dem permanenten Druck der Elternaufgabe geschuldet.
    Gönnt Euch doch ab und zu einen Babysitter. Somit Zeit für Euch, um Eure Batterien wieder aufzuladen. Geht zusammen entspannt ins Spa, geht zusammen Essen, ins Kino...
    Stelle nicht Eure Ehe in Frage. Ihr schafft das!
    Alles Gute #klee

    Der wäre nicht lange mein Mann
    Was für ein Waschlappen und Du läst es mit Dir machen

    (13) 24.12.18 - 17:46

    Keine Ahnung. Was sollte es dir bringen aus der Situation zu gehen? Denkst du, dass du sofort einen passenden Partner findest, der sich ausgleichend um dein Kind kümmert? Ich bezweifel das, mit Kind .. und vor allem Kleinkind ist der Marktwert ganz weit unten, sorry.

    Ich habe Verständnis für deine Situation, aber da hilft es eben nur Kompromisse zu finden und an der Beziehung zu arbeiten. Eine Trennung wäre wohl eher nicht in eurem Sinne.

    • (14) 24.12.18 - 18:01

      Ich würde ein offenes Gespräch zu einer ruhigen Gelegenheit suchen. Im Vorfeld überlegen, wie man sich die Arbeit teilen könnte, so dass alle entlastet werden. Bedenke, dass dein Mann arbeiten geht und ich denke es ist einfach nur normal, dass er da noch weniger Energie als du hat, in seiner begrenzten Freizeit. Idealerweise sollte er dir die Arbeit - wenn auch nur für kurze Momente, Stunden - abnehmen können, so dass du wieder auftanken kannst. Eventuell schon mal unter Berücksichtigung dessen überlegen, wie man das machen könnte und vor allem, was dich auch an der Beziehung stört. Du kannst ihm ja ankündigen, dass du das so nicht weiter machen kannst. Es ist denke ich normal, dass Kinder besonders am Anfang sehr anstrengend ist, aber diese Phasen kann man gemeinsam überstehen, falls beide daran Interesse haben. Ihr solltet auch schauen, dass IHR unabhängig vom Kind noch gemeinsame Dinge unternimmt und die Ehe nicht schleifen lässt. Gut, dass Kind ist jetzt im Fokus, aber vergesst euch dabei nicht.

      Also offenes Gespräch, was bedrückt dich, was bedrückt ihn. Was könntet ihr euch vorstellen bei der Arbeitsteilung zur Entlastung? Und dann nicht vielleicht, mal probieren, oder sonst was, sondern schon festlegen. Wenn er schnell überfordert ist, muss er das halt trainieren und nicht gleich die Verantwortung wieder an dich abdrücken, gehört zum Vater sein dazu...

      Wenn es nicht läuft kannst du ja immer noch ausziehen, um die Androhung zu unterstreichen. Aber Playstation lieber zocken als sich mit seinem Kind zu beschäftigen, geht gar nicht. Ich wäre da auch (als Mann) ziemlich sauer auf ihn, und würde ihm den Vogel zeigen.

      Alles Gute!

(15) 24.12.18 - 18:28

ich würde ihn mal darum bitten, dass er mal ein oder zwei Tage frei nimmt und Du dann weg fährst und ihn mal mit eurem Sohn alleine lässt. Danach wird er ganz anders denken, vielen Männern ist nicht bewusst wie angstrengend Kind & Haushalt sein können. Ich habe unser Kind (zwar schon zu dem Zeitpunkt 4Jahre) mal mit dem Vater zwei Tage alleine gelassen und bin zu meinem Vater gefahren, soweit weg dass ich außer Reichweite war. So musste er sich kümmern, es ging aber er schätzte dann ab diesem Moment was ich alles getan habe.

Das erste Jahr mit Kind ist sehr anstrengend für beide Partner und ein Kind kann eine Ehe/Partnerschaft stärken oder auch kaputt machen je nach dem.

Ich würde ihm auch klar machen, dass die PlayStation für ihn in der Zeit wo euer Kind wach ist nicht zum spielen gedacht ist er sich mit euch beiden beschäftigen soll. Bei gutem Wetter zusammen raus gehen oder was gemeinsam unternehmen, Kinder können anstrengend werden wenn Sie nicht ausgelastet sind. Zudem ist euer Kind gerade in der Phase wo er sein Umfeld richtig kennen lernt aus einer neuen Perspektive heißt kommt vom Krabbelalter raus ins Laufalter, Sie fangen an langsam mehr zu verstehen...

versuche deine Ehe nicht gleich hinzuschmeißen, uns ging es genau so und es war eine echt superschlimme Zeit die ersten 2. Lebensjahre mit unserem Kind danach wurde es besser, meist könnten Väter auch wenn die Kleinen so klein sind nichts mit Ihnen Anfangen dass ändert sich dann mit der Zeit...

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