Freundin mit starkem Übergewicht

    • (1) 29.01.19 - 21:52

      Hallo ihr Lieben,

      vorab entschuldige ich mich, dass ich in Partnerschaft poste, denn es geht um eine enge Freundschaft. Ich habe im Freundschaften-Forum aber nur lauter Gesuche für Kontakte in bestimmten Regionen gesehen, und ich hätte im Unterschied dazu gerne Rat von euch!

      Es geht um eine liebe Freundin von mir, die ich schon seit der Schulzeit kenne - also seit ca. 20 Jahren. Ich mag sie sehr, und wir werden haben ein vertrautes Verhältnis. Auch über „schwierige Themen“ können wir gut sprechen. Bis auf eine Ausnahme: Sie ist wirklich sehr stark übergewichtig (im Prinzip schon seit der Schulzeit, es ist aber noch extremer geworden), und es ist aber ein absolutes Nicht-Thema zwischen uns. Ich weiß also gar nicht, ob es eine medizinische Erklärung gibt, oder ob es seelische Gründe hat. Ich weiß auch nicht, ob sie es gerne ändern würde, oder sich gut so findet. Letzteres glaube ich aber nicht, da sie beispielsweise auch im Sommer immer extrem „warm“ gekleidet ist (nie kurze Hosen oder T-Shirts oder gar Kleider o.ä.), und nie mit ins Schwimmbad kommt. Einen Partner oder eine Partnerin hat sie ebenfalls nicht. Ich könnte mir schon vorstellen, dass sie gerne schlanker wäre, aber wir sprechen NIE darüber.

      Folgendes beschäftigt mich manchmal: Ich sage seit ich sie kenne nichts dazu, da ich sie natürlich mag, so wie sie ist, und sie nicht verletzen möchte. Gleichzeitig denke ich manchmal, dass ich sie gerne unterstützen würde, falls sie weniger wiegen möchte, da es ja einfach auf die Dauer nicht gesund für Gelenke etc. ist, und sie sich evtl. wohler fühlen würde.

      Wie denkt ihr darüber? Ich finde es manchmal so komisch, das immer auszuklammern. In meiner Gegenwart isst sie übrigens immer extrem wenig. Also mampft sie wahrscheinlich heimlich - und wenn es so ist, wäre es vielleicht ein Zeichen, dass es ihr nicht so gut geht. Aber wie könnte ich das herausfinden, ohne trampelig zu sein? Oder mache ich so weiter und sage nichts, solange sie es nicht anspricht?

      Ich verstehe halt Freundschaft eigentlich so, dass man auch auf den anderen zugeht, wenn er nicht von sich aus schafft, über ein Thema zu sprechen. Zum Beispiel war ich früher eine Zeitlang nach schlimmen Ereignissen sehr erschöpft und depressiv. Ich habe niemanden belasten wollen, aber als eine Kollegin bemerkt hat, dass es mir hinter der Fassade nicht gut ging, habe ich mich doch gefreut, und ich habe ihr das nie vergessen.

      Entschuldigt den langen Text. Ich bin in dem Punkt wirklich ratlos, weil das Thema „Gewicht/Figur“ ja auch so sensibel ist. Ich freue mich auf Austausch mit euch!!

      Viele Grüße, Travekind

      • Oben hat sich ein Fehler eingeschlichen. „Wir haben ein vertrautes Verhältnis“, muss es heißen, das „werden“ gehört nicht in den Satz.

        Ja das ist sehr schwierig. Wenn Eure Freunschaft nicht so eine richtige exklusive lebenslange Busenfreundschaft ist, riskierst Du die Freundschaft. Denn sie ist sehr sensibel. Deswegen ißt sie ja soviel aus Frust über irgendwas. Es kann auch mit der Kindheit zu tun haben. Die Eltern haben sie vielleicht unterdrückt.

        Gutes Buch dazu: Alice Miller: "Das Drama des begabten Kindes"

        Auf jeden Fall muss sie sich darauf verlassen können dass Du mit NIEMAND anderem darüber sprichst, nicht mit anderen sog "besten" Freundinnen, Müttern, Tanten o. sonst jemand. Wenn sie das rauskriegt, bist du passe. Weil Du dann ihr Vertrauen misbraucht hast. Jedenfalls wird sie das so fühlen.

        Eine Möglichkeit wäre vielleicht von einer Doku oder entfernten Bekannten, Kollegen o.ä. zu sprechen, die eben Dick sind und ihre Ernährung umgestellt haben und eine Freundin hatten die immer beim Kochen da war oder irgendso eine Story. Bestimmt sind da auch Sachen auf youtube. Schau wie sie reagiert. Lass ihr Zeit zum drüber nachdenken. Sie muss wissen dass Du es gut mit ihr meinst und nicht dass Du Dich nur erhöhen willst weil Du schlank bist.

        Vielleicht kanns Du Rat bei einschlägigen Selbsthilfegruppen finden. Vielleicht wissen die Insidertipps wie Du sie dazu birngen kannst da hin zu gehn. Wenn sie sieht, dass da auch viele Mollis mit den gleichen Ängsten, Frustrationen usw sind, dann wird sie das vielleicht befreien.

        (4) 29.01.19 - 22:53

        Wenn Du sie höflich und respektvoll ansprichst, wüsste ich nicht, was dagegen sprechen sollte.

        Nur eine Bitte: Abnehmen ist so ein Allerweltsthema, dass jeder, der mal 2kg Weihnachtsspeck abegenommen oder einen Artikel über irgendwas gelesen hat, meint einem dicken Menschen erklären zu müssen, wie es geht. Also wirklich jeder.
        Sie hat als Adipöse mittlerweile einen ganz anderen Stoffwechsel, anderen Kalorienbedarf, eine andere Körperchemie und Du hast völlig recht, dass oftmals auch seelische Ursachen dahinter stecken... kurzum: erklär ihr nicht, Du willst ihr beim Abnehmen helfen.
        Du kannst ihr helfen, Hilfe zu finden. Mit massivem Übergewicht kann sie Hilfe von Profis bekommen, größere Kliniken bieten Sprechstunden an, es gibt Therapien... aber letztlich hilft es vielleicht, einfach darüber zu reden, dass Du ihr zuhörst und sie nicht verurteilst oder mit guten Ratschlägen pestest und nervst.

        Danke, dass Du so einfühlig und interessiert an ihr bist!

        • (5) 30.01.19 - 18:17

          Ich danke dir sehr für deine liebe Antwort, und auch deine ehrliche „Warnung“ vor nervigen Tipps. Ich musste gleich an diesen Ausspruch denken, dass Ratschläge auch Schläge sind. Ich nehme mir das auf jeden Fall zu Herzen!

      Ich würde sie nicht ansprechen. Wenn sie darüber reden wollen würde, dann hätte sie es schon längst getan.

      • Ich würde sie auch nicht ansprechen. Wenn sie nicht drüber reden will offensichtlich, wird es ihr nur unangenehm sein, und wenn sie vielleicht gar kein Problem damit hat, wird es sie kränken. Entweder sie redet mal von sich aus drüber oder nicht, ihr Körper, ihr Thema, ihre Entscheidung. Denk auch mal dran, dass sie vielleicht gerade DESHALB die Freundschaft zu Dir schätzt, weil Du das NICHT zum Thema machst und sievsich von Dir angekommen und gemocht fühlt, wie sie ist, bei Dir mal NICHT über die Figur nachdenken muss etc.! Bringst Du das Gespräch drauf, könnte sie das dann sehr verletzen und enttäuschen.

    (8) 29.01.19 - 23:36

    Ich habe auch eine Freundin, die übergewichtig ist, aber ich bin gar nicht auf die Idee gekommen das anzusprechen.
    Sie hat selbst angefangen, was zu tun und klar, gab es ein Kompliment als man was sah, aber mehr auch nicht.

    Ich würde an deiner Stelle die Füße ganz still halten, solange du die Gründe für ihr Gewicht nicht kennst. Du kannst sie höchstens nach ihrem allgemeinen Wohlbefinden fragen, mehr nicht.

    Ich bin selbst stark adipös, bin schilddrüsenkrank und muss Essen nur anschauen um zuzunehmen. Ich bin in Behandlung, eine Einstellung der SD ist dank Hashimoto kaum möglich und nach jedem Schub ist alles hinfällig, ich habe Schwankungen um 20kg und mehr, aber Sport und Ernährung bringen gar nichts. Die Ärzte wissen bescheid und nerven dahingehend nicht mehr, denn es bringt eh nichts. Alle anderen Bluwerte sind vollkommen in Ordnung, nur die Leber ist durch die jahrelange Medikation etwas angeknackst. Und mein Blutdruck ist seit meiner Kindheit (damals Unter- bis Normalgewicht) erhöht. Weißt du, ob sie nicht ebenfalls in Behandlung ist und was die Ärzte dazu sagen?

    Es ist übrigens äußerst unangenehm als stark adipöser Mensch auf sein Gewicht angesprochen zu werden. Das gilt auch für untergewichtige Menschen. Normalgewichtige reduziert man ja auch nicht nur darauf.

    (10) 30.01.19 - 07:45
    Muss nicht so sein

    Ich möchte dazu mal beitragen, dass mein Mann auch wirklich adipös ist. Eine Ursache hat man nie gefunden. Sein Herz ist fit wie ein Turnschuh. Er bewegt sich den ganzen Tag. Raucht nicht. Trinkt nicht. Er hat zusätzlich noch 3x die Woche Sport. Ist groß. Eigentlich müsste er Essen können wie Blöde. Aber er isst wenig. Auch seine Familie. Alle nicht schlank. Nie habe ich auch nur einen davon übermäßig essen sehen. Sie achten alle darauf. Ich selbst, war zwar nie richtig dick aber immer so leicht angemoppelt. Ich komme spielend mit 1200 Kalorien über den Tag trotz Sport und 1,80 Körpergröße und muss auch dann total aufpassen, dass ich nicht zunehme.

    Wir trinken nur Wasser, wir kochen gesund. Wir haben schon ne Menge ausprobiert.

    Ganz ehrlich, ich denke, dass es bei manchen einfach am Stoffwechsel liegt. Manche verbrennen alles wie Blöde und andere können machen was sie wollen, sie haben es immer schwer.

    Wir sind allerdings sehr offensiv damit. Mein Mann reißt die besten Dickenwitze des Planeten und bekommt damit alle und jeden der vielleicht was fieses sagen könnte, respektvoll mundtot. ;)

    • Also ich möchte Dir nicht zu nahe treten, aber ein Mensch, der 3x die Woche Sport macht und wenig und auch nur gesunde Sachen isst, der ist doch nicht -> "stark übergewichtig/adipös"! Außer vielleicht, er nimmt viele Medikamente, die aufschwemmen wie Cortison - aber dann würdest Du nicht schreiben, er sei fit wie ein Turnschuh.
      Das kann ganz einfach nicht stimmen. Ich denke, ihr macht euch da ganz schön etwas vor. Auch ein langsamer Stoffwechsel führt allein nicht zu krankhaft starkem Übergewicht!

      • (12) 30.01.19 - 09:05

        Und woher willst du wissen, ob es krankhaft ist? Er geht regelmäßig zum Check. Die Ärzte gehen jedes mal mit einer Miene ran und sagen, wie ungesund das ist und alles was sie feststellen ist, dass er die Herz und Blutwerte eines kerngesunden 20 Jährigen hat.

        Ehrlich, ich war vorher mit einem Mann zusammen, der war genauso groß wie er. Und hat den ganzen Tag Fertigpizza, Süßigkeiten und Fertigjoghurts in sich rein gestopft und MC Donalds war geil hoch 10. Er war so ein PC Zocker Typ. Der war ein Spargel. Ich habe Ruckzuck 10 Kilo zugenommen in seiner Nähe, weil wenn neben dir ständig einer sowas futtert, dann sagst du auch nicht immer nur nein. Der Typ hat locker 2-3 Teller Mittag gegessen. Der ging nicht Mal zum Sport. Er war schlank.

        Mein Mann ist nach einem Teller Mittag pappsatt. Der würde niemals ne halbe Ente wie diverse andere Männer aus meiner Familie. Es ist so. Mit ihm halte ich mein Gewicht. Und er war schon immer sportlich.

        Ich habe dasselbe gedacht wie Du als wir uns kennenlernten. Ich dachte er isst heimlich und hängt vielleicht viel mit Chips vorm TV. Die typischen Dicke-Klisches halt. Nun leben wir schon jahrelang zusammen. Ich bin die, die Lebensmittel einkauft. Und ich bin die, die kocht. Ich weiß, was ich koche und kaufe. Und wir leben zusammen. Wir arbeiten zusammen. Wir fahren zusammen zur Arbeit. Ich wüsste das einfach.

        Es hat sich nie groß etwas daran geändert. Vielleicht waren es Mal 10 Kilo weniger hier, wenn man Mal hier und da was probiert hat, aber der Körper scheint sich einfach daran zu gewöhnen und das wars. Und mehr als gesundes Essen kaufen und Sport machen, geht eben nicht.

        • Lass es. ;-) Du kannst die Fraktion "Dicke sind immer selber schuld" nicht vom Gegenteil überzeugen.
          Erfahrung aus ca 54 Jahren. Ich bin ein leider schon dick aufgezogenes Kind und kämpfe lebenslang gegen diese Fettzellen, dazu noch mit der familiären Veranlagung - mütterlicherseits gibts keine Schlanken.
          Aussage meines Hausarztes schon vor 30 Jahren: "Sie haben nur die Alternative Salat/Gemüse und Wasser - und das lebenslang - wenn Sie einigermaßen schlank sein wollen". Hat DAS noch irgendwas mit Lebensqualität und Genuss zu tun?
          Mein Mann verspeiste locker das Doppelte und mehr als ich und wog nie mehr als 75 kg.
          Aber für einen Schlanken sind das alles keine Argumente.
          Das müssen selbst Lipödemkranke erleben, dass sie einfach als fett und undiszipliniert angesehen werden, wie es eine Freundin schon 15 Jahre erlebt.
          Solange ich gesund bin, was ich regelmäßig kontrollieren lasse, werde ich garantiert keine Hungerkuren mehr machen (hab in meinem Leben sicher schon 120 kg abgenommen;-) )
          LG Moni

          • Wo bitte schrieb ich denn, das Dicke immer selbst schuld sind?
            Nirgendwo!
            Es ging mir rein um die Aussage, dass ein Mensch, der sich immer nur gesund ernährt und WENIG isst und noch dazu 3x pro Woche Sport macht, und nachweislich GESUND ist (also keine Medikamente nimmt wie z.B. Cortison oder Lipödeme oder eine andere Krankheit hat!) trotzdem adipös ist! Es geht um sehr starkes Übergewicht und nicht einfach nur um ein paar Kilo zu viel.
            Das was Du schreibst, hat gar nichts mit meinem Posting zu tun.

          Oh, du sprichst mir aus der Seele.
          Meine Mutter war einige Jahre in ihrer Jugend wirklich sehr schlank. Damals hat sie aber auch nur einen Apfel mittags gegessen, und das wars. Als sie dann Kinder bekam, hat sie diese Figur nie wieder erreicht, und isst auch heute nur MIttags etwas, um einigermaßen normalgewichtig zu sein. Als ich 17 war, hab ich ein Jahr lang mit meiner ganzen Familie eine Diät gemacht, mit Hilfe einer Ernährungsberaterin und streng kalkulierten Kalorien. Damals war ich 3 Mal die Woche tanzen, hatte ein eigenes Pferd, das mindestens alle zwei Tage geritten wurde. An Sport mangelte es nicht. Ich hab über's Jahr ganze 3 Kilo abgenommen, und dann für mich entschieden, dass es das nicht wert ist. Natürlich achte ich auf meine Ernährung, um nicht wahllos zuzunehmen. Denn ich habe genau das gleiche Gefühl: um einigermaßen schlank zu sein, gäb's für mich nur noch Salat und Wasser. So viel Disziplin hat kein Mensch.

          Auch ich bin vollkommen gesund, alle Werte top.

          Was das Anliegen der TE angeht: Du kennst deine Freundin am Besten. Wenn du denkst, es bringt ihr was, wenn du das Thema auf ihr Übergewicht lenkst, dann versuch es. Ich würde es wahrscheinlich nicht gleich ansprechen, sondern eher hintenrum versuchen herauszufinden, wie sie damit klar kommt. Sprich mit ihr darüber wie es ihr geht, und ich meine wie es ihr wirklich geht. VIelleicht kommt sie dann ganz alleine mit dem Thema.
          Aus eigener Erfahrung: Ich hasse es, wenn Menschen mich darauf ansprechen. Als würden wir nicht wissen, dass wir zu dick sind. Aus weiterer Erfahrung kann ich dir noch sagen, dass es Sehr beschämend ist, und dass keiner dir helfen kann, wenn du es nicht selber willst. Du kannst ihr aber gerne sagen, dass du immer für sie da bist, und sie unterstützt wann immer sie deine Hilfe brauch.

          Alles Gute.

          • Ich machte es wie Deine Mutter - als ich 15/16/17 war - dazu noch Sporttanzen, Sportschwimmen und intensiv wandern. Als mein Sohn kam und ich ja trotzdem Vollzeit arbeitete, war dafür keine Zeit mehr - und essen musste ich ja auch mehr. Das Jahr mit einer Ernährungsberatung hab ich auch durch - sie kam sogar unangemeldet und durfte in meinen Kühlschrank kucken - ich war damit einverstanden. Da ich Süßes aufgrund Sodbrennen ohnehin kaum vertrage, war auch hier nichts zu finden - lediglich etwas für die Kinder- was ich sowieso nicht mochte.
            Ambulante Nulldiät unter ärztlicher Aufsicht - 6 Wochen = 16 Kilo (habe aber weitergearbeitet!!) dann war ich schwanger - und nahm 25 Kilo zu - herrlich :-p Alles ging auch nicht mehr runter.
            Hypnose, irgendwelche sauteuren dubiosen Spritzen - alles durch - bis mein zweiter Mann dann sagte, dass es ihm sch****egal ist, ob ich 10 Kilo mehr oder weniger auf den Rippen habe - aber ich solle endlich wieder genießen lernen, das sei ja nicht mehr zum Aushalten mit meiner Laune #cool. Ich behaupte überhaupt nicht, dass ich garnichts "Ungesundes" esse - mir schmeckt eine Sauce Hollandaise (wenigstens die abgespeckte Version;-)) zu Spargel genausogut wie Spätzle mit Soße und Kartoffelsalat und Braten - aber zu 80% überlege ich mir sehr gut, was ich esse.
            Du findest bei mir weder Süßes noch Salziges (meine Enkelin meckert schon immer) und Fastfood wie auch Fertigfutter mag ich auch nicht.
            Meine Blutwerte meinen, dass es ihnen gut geht #freu
            Ich gehe 1-2x wöchentlich (je nach Wetter auch mal garnicht#rofl) zum Nordic Walking und stur jede Woche 40 min zur Wassergymnastik - das muss an Sport reichen. Gearbeitet (auch körperlich schwer) hab ich in meinem Leben schon genug - garantiert mehr als die, die mir sagen wollen, was ich zu tun habe in der Rente #rofl#rofl LG Moni

      "Und woher willst du wissen, ob es krankhaft ist?"
      Hä? Das waren doch Deine Worte! Du schriebst, dass er adipös ist.
      Adipositas = krankhafte Fettsucht!
      Damit wir nicht von unterschiedlichen Sachen reden:
      bitte sag doch mal, welchen Sport er 3x pro Woche macht und wie lange.
      Bitte schreib mal ein typisches Frühstück, Mittagessen und Abendbrot auf, nur, damit wir nicht aneinander vorbei reden.

      • (20) 30.01.19 - 12:33

        Adipös gilt man ab einem bestimmten Gewicht laut BMI Tabelle. Trotzdem würde ich dick nicht gleich mit krank übersetzen.

        Wir sind an drei Tagen die Woche um 7 Uhr und an 2 um 8.30 Uhr auf Arbeit. Ich mache für jeden ein belegtes Brötchen zum Frühstück. Das Essen wir meist gegen 8 oder 9-10 auf Arbeit, je nachdem. Dazu nimmt sich jeder eine Dose Obst mit, denn bei uns auf Arbeit ist nichts in der Nähe, wo man noch was besorgen könnte, außer einem alternativen Szene Café.

        An zwei Tagen haben wir Mittagspause, da wir da länger arbeiten. Da gehen wir in dieses Bio Café. Die bieten 8-10 verschiedene Salate aus aller Welt und 2 warme Tagessuppen, eine vegetarisch, eine mit Fleisch. Das Essen wir in 90 % aller Fälle, da wir nicht noch Mal Lust auf belegte Brötchen haben. Natürlich kannst du auch Muffins und sowas kaufen, aber die Male im Jahr wo das passiert, kann ich an einer Hand abzählen.

        Kaffe trinken wir beide nicht. Kuchen gibt's nur Mal am Wochenende, wenn Gäste kommen, also wird zum Mittag oder Nachmittags das Obst gegessen. Und ein weiteres halbes Brötchen an Tagen, wo wir nicht Mittagessen gehen.

        An den Tagen, wo wir früher nach Hause kommen, essen wir schon gegen 17.00 Uhr Abendbrot. An den Tagen, wo wir lange arbeiten erst 19 Uhr.

        Von 7 Wochentagen koche ich im Schnitt 2 vegetarisch, 3 Low carb und 2 normal, wobei an diesen Tagen, die Kinder bestimmen dürfen und da gibt es dann auch mal Nudeln mit Tomatensoße, Fischstäbchen, Senfeier und sowas Klassisches. Ich finde, dass muss aber auch mal drin sein.

        Ansonsten sind unsere Lieblingsgerichte Ofenkartoffeln mit Sour Creme, Shirataki mit asiatischen Gemüse und Kokosmilch scharf gewürzt, Seelachs mit Schinken umwickelt, gefüllte Paprika, Grünkohl, Rosenkohl, Blumenkohlbombe. Ich koche auch gerne mit Kürbis, Pastinaken und Fenchel. Es gibt selten Nudeln, Kartoffeln ja, aber wenn es sie in Form von Kartoffelspalten oder Pommes gibt, dann selbstmacht im Backofen. Reis mag eigentlich keiner von uns sonderlich. An Gemüse essen wir eigentlich alles. Soßen auf Mehl oder Sahne Basis meide ich sehr stark. Meistens gibt es frisch angerührten Kräuterquark als Dipp. Rotes Fleisch gibt es selten. Helles Fleisch etwa 2-3 die Woche, 1x Fisch. Fisch isst er leider nicht ganz so gerne.

        Ich kaufe keine Chips für den Alltag. Höchstens für Silvester oder wenn Besuch ansteht, der das mag. Ich kaufe 2-3 Tafeln Schokolade pro Woche ein, aber wir haben Kinder, die da fleißig mithelfen.

        Ich kaufe also überwiegend Obst und Gemüse, Geflügel, Fisch, Milch, Quark und 1x Schnittkäse und 2-3 Wurstsorten die Woche fürs Pausenbrot für uns und die Kinder. Beruflich essen gehen wir etwa 1-2 im Monat.

        Wenn es die Zeit zulässt, backen wir auch gerne selber Brot. Wir haben ein tolles Eiweißbrot Rezept.

        So: Ich bin trotzdem angemoppelt und er ist adipös.

        Mein Mann geht wochentags 2 x zum Sport. Einmal ist es Thai Boxen, das ist ziemliches Cardiotraining und einmal eine Form des Kung Fu die eher auf Abläufe und Kraft zielt. Beide zusammen gehen wir am Wochenende zur Tanzschule.

        Das er irgendeinen Defekt hat, der nicht diagnostiziert ist, mag sein, spekulieren wir drauf. Alle in seiner nahen Famie haben damit Probleme. Von keinem würde ich sagen, dass sie wie typische Klischee Dicke maßlos oder unsportlich leben. Auch in meiner Familie sind die typischen Partien durch die Bank weg mopplig und da können wir oft Kleidertauschen. Meine Eltern gegen zur Ernährungsberatung. Da hole ich mir oft Rezepte. Sie gehen zum Yoga.

        Ich bin der Meinung, dass eigentlich keiner von uns ein Problem haben dürfte. Und rein von den Werten her, haben wir auch keines. Aber der BMI ist trotzdem nicht begeistert von uns.

    (23) 02.02.19 - 13:37

    Ich habe auch eine zeitlang einfach nicht mehr abgenommen.
    Konnte machen was ich wollte.. War 5 mal die Woche Sport.
    Dann habe ich das intervallfasten entdeckt, habe erst 16/8 gemacht und bin erstaunlich gut damit zurecht gekommen (und ich liebe essen) zwischendurch ein 500 er Tag eingeschoben und habe so innerhalb ca. 5 Monate 22 kg abgenommen! Ich habe nicht gehungert!
    Oft denkt man auch man isst ja garnicht so viel aber wenn man wirklich mal alles trackt merkt man wieviel Kalorien manche Lebensmittel haben! Und ich rede von gesunden Essen, Tomaten Mozzarella Salat knapp 700 Kalorien... Nur mal als Beispiel.
    Vorallem auf die Makros achten und dann hat man viel weniger Hunger.
    Der Stoffwechsel funktioniert durch das fasten wieder besser und die selbstheilung (autophagie) setzt ein, mehr Power, weniger Müdigkeit.

(24) 01.02.19 - 21:12

"Ganz ehrlich, ich denke, dass es bei manchen einfach am Stoffwechsel liegt."
Bingo!
Könnte bei Deinem Mann evtl. eine Unterfunktion der Schilddrüse vorliegen?

LG

(25) 30.01.19 - 07:54

Hi,
so ein starkes Übergewicht kommt ja nicht davon, dass man immer mal wieder ein bisschen zu viel isst und sich zu wenig bewegt. Da steckt eine Essstörung dahinter, sicherlich gepaart mit einer Veranlagung zum Übergewicht, was sich ja auch darin zeigt, dass sie in Gesellschaft wenig isst. Und diese Essstörung wird ja auch eine Ursache haben.
Deine Freundin ist sicherlich sehr sensibel, was das Thema betrifft. Ich könnte mir vorstellen, dass es ihr eben genau gut tut, dass es kein Thema bei euch ist und du eben nicht wegen ihres Gewichts an ihr herumkrittelst (was so bei ihr ankommen könnte).
Schwierig. Ich habe zwei gute Bekannte, die sich jetzt in ihren hohen Vierzigern operieren ließen bzw. noch lassen. Die eine geht damit sehr offen um und wir haben schon vor der OP über Gewicht gesprochen, allerdings war sie da schon im Vorbereitungsprozess für die OP. Sie sagt, diesen Weg musste sie ganz alleine gehen, ihre Familie hat sie außen vor gelassen und vor vollendete Tatsachen gestellt (ihr Mann wusste sicherlich etwas Bescheid). Es hatte bei ihr selbst Klick gemacht und das kam wahrscheinlich nicht dadurch, dass ihr Umfeld ihr mitgeteilt hat, dass es sich sorgt.
Ich denke deine Freundin weiß, dass du dich sorgst und ihr sicherlich auch helfen würdest. Vielleicht verhält es sich wie mit Suchtkranken, die sind auch nur dann erfolgreich, wenn sie es wollen.
Vielleicht könntest du dich mal bei einer Adipositas-Beratungsstelle erkundigen wie du dich als Freundin verhalten kannst.
Alles Gute!

vlg tina

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