Probleme mit Familie des Mannes

    • (1) 18.02.19 - 17:46
      epsilon234

      Mich würde interessieren, was Ihr mir zu folgendem Thema ratet bzw. was Eure Meinung dazu ist:
      Ich bin seit 4 Jahren mit meinem Mann zusammen und wir haben ein kleines Kind, das bald 1 Jahr alt wird. Seit 2 Jahren wohnen mein Mann und ich zusammen, seit über einem Jahr sind wir verheiratet. Mein Mann war von Anfang an psychisch angeschlagen, hat viele Tabletten genommen und viel an sich gezweifelt und auf seine Person bezogen. Sein Vater und sein Bruder sind in seinem Leben sehr präsent und haben sich viel eingemischt. Dazu kommt, dass wir alle auf einem Fleck wohnen und eine gemeinsame Arbeitsfläche mit Werkstatt haben. Als ich meinen Mann kennen lernte, war sein Vater ständig präsent, ist ungefragt auf die Terrasse gegangen und hat geklingelt wie es ihm gepasst hat...hat sich überall eingemischt und ihn abgewertet, wenn ihm was nicht passte. Seitdem ich seinen Vater und Bruder in die Schranken gewiesen habe und meinte, ich möchte nicht, dass man so mit meinem Mann spricht und übergriffig zu uns ist, haben wir mehr Ruhe...aber es heißt, wir ziehen uns zurück und nehmen nicht an der "Gemeinschaft" teil. Mein Mann macht mittlerweile eine Therapie und es geht ihm viel besser und er will sich den Problemen stellen. Kurz nach der Geburt unseres Kindes vor über einem 1 Jahr war ich am Ende meiner Kräfte angelangt...ich hatte davor jahrelang neben meiner Vollzeitarbeit studiert und habe mein Umfeld und meine Arbeit für meinen Mann gewechselt und jetzt nur noch seine stoffelige Familie...ein eigener Kreis ist schwer aufzubauen. Mein Mann ist zu allen Leute sehr freundlich und eckt nie an, er spring quasi im Achteck...sehr devot im Grunde. Sobald ich etwas sage, auch in seinem Freundeskreis, stoße ich auf Ablehnung...ich habe das Gefühl, die sind es einfach nicht gewohnt, dass etwas "zurück" kommt und Rückendeckung bekomme ich auch nicht von meinem Mann. Ich weiß einfach nicht mehr weiter, ich will einfach nicht ständig als Sonderling betrachet werden. Es heißt sogar, ich habe meinen Mann aus der Familie raus genommen und er hat sich durch mich verändert. Sein Vater hält uns in einer finanziellen Abhängigkeit mit dem Haus und kann selbst nicht loslassen und will alles kontrollieren...eigentlich auch aus Liebe. Ich weiß, dass er sich oft nicht gebraucht fühlt durch uns, aber selbst melden und vorbeikommen tut er auch nicht, also nach seinem Enkel fragen. Was ratet ihr mir?

      • Warum müsst ihr denn alle auf einem Fleck wohnen?
        Viele Probleme erledigen sich von selbst, wenn man ein paar Kilometer zwischen sich bringt.

        • (3) 18.02.19 - 20:14

          Das ist das Grundstück seiner Familie, auf denen jeder seinen Wohnraum hat. Wegziehen käme vor allem für meinen Mann nicht in Frage, da er dort aufgewachsen ist und sich nicht verkleinern möchte.

          • (4) 18.02.19 - 20:20

            Da setzt er halt Prioritäten.
            Mir wär ja verkleinern lieber als mit Leuten, die sich ständig einmischen und mich abwerten auf einem Grundstück zu wohnen.
            An deiner Stelle würde ich mich jedenfalls nicht vor ihn stellen, er scheint es ja so zu wollen...

            • (5) 18.02.19 - 20:31

              Ich habe mich schon damit abgefunden ehrlich gesagt, dass die Verhältnisse so sind. Es wird nicht leicht werden und Konfrontationen sind an der Tagesordnung. Ich muss halt weiterhin bei mir bleiben...und ihn zu nichts drängen. Dann bin halt ich die "Böse"...ich selbst behalte mir vor, irgendwann wegzuziehen, wenn es nicht mehr klappt und hoffe, er kommt dann mit.

      (6) 18.02.19 - 19:24

      Also ich muss ehrlich sagen, wenn ich im Freundeskreis ein Pärchen hätte, wo die Frau immer für ihren Mann in die Bresche springt, fände ich das auch suspekt! Wenn dieser Mann eigentlich ein freundliches Kerlchen ist, was nicht gerne Konfrontation mag, dann wäre mir die Frau noch suspekter! Ich fänd die Frau komisch - den Mann dann wohl auch - und würde dieses Paar auch meiden. Das ist schon ein sonderbares Verhalten von dir! Was hat man denn immer so zu meckern?

      Was ich dir raten würde? Halt den Ball flach und misch dich nicht überall ein (was du bei deinem Schwiegervater kritisierst). Dein Mann kann für sich sprechen. Tut er das nicht, muss er es lernen - oder er will es schlicht nicht! Sei mal lockerer! Nimm deinen Mann wie er ist. Du hast ihn so „devot“ kennengelernt, das scheint sein Charakter zu sein.

      Noch spezieller finde ich, dass du da so gegen Schwiegervater und Schwager wetterst. So spricht man nicht mit deinem Mann? Das du da in die Bresche springst ist einfach merkwürdig.

      • (7) 18.02.19 - 19:46

        Hallo epsilon,
        Das hört sich wirklich nach einer schwierigen Situation an. Wie genau steht den dein Mann dazu, daß du dich so für ihn einsetzt?
        Ich finde es gut das du dich so bemühst und nicht aufgibst. Vielleicht wäre es aber wirklich nicht schlecht ein anderen Wohnort zu wählen, dann währt ihr auch nicht mehr abhängig vom Schwiegervater und könntet gemeinsam mal etwas abschalten.

        LG buxbaum

        • Er ist meist froh darüber, dass ich mich durchsetzen kann und uns den nötigen Respekt und Eigenraum verschaffe, da er es eben nicht kann. Durch seine Therapie bekommt er auch immer mehr das Gefühl für sich und seine Person. Er sagt mir selbst, dass er in manchen Situationen merkt, dass er es nicht in Ordnung findet, wie man mit ihm spricht, er aber in einer Art Trauma steckt.

      (9) 18.02.19 - 20:26

      Ja das dachte ich mir auch schon oft, ich würde es selbst suspekt finden. Nur leider hat es mit freundlich nichts zu tun, es ist tatsächlich krankheitsbedingt und die der Schwiegervater und Schwager haben ihn vor meinen Augen schon mehrfach reduziert, dass er nicht fähig ist und nur Schmarrn redet. Nein, er KANN nicht für sich sprechen, das ist ja das Problem, daher ist er ja auch, neben den Depressionen, in Therapie! Ich KANN nicht zusehen, wie er von seiner Familie reduziert wird und von seinen Freunden teilweise ausgenutzt...das ist mein Problem vielleicht. Die Leute kennen teilweise die Probleme ja gar nicht, die er hat und ich will damit auch nicht hausieren, ganz klar.

(10) 20.02.19 - 12:25

Das ist ein Familienclan, da hat es jeder mehr als schwer, der da neu hinzukommt.

Du wirst entweder damit leben müssen oder irgendwann gehen. Dein Mann wird bleiben.

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