Schwierigkeiten in Beziehungen mit kleinen Kindern

    • (1) 15.03.19 - 12:47
      allgemein

      Hallo,

      mir ist heute beim Gespräch mit einer Freundin aufgefallen, dass viele (zumindest in meinem Umfeld) massive Probleme in der Beziehung bekommen wenn Kinder dazu kommen. Unsere beiden Männer sind zu "Arbeitsmaschinen" mutiert, die uns beneiden, weil wir beim "ach so tollem Alltag" mit Kleinkind nur zuhause rum sitzen und den ganzen Tag Kaffee trinken. Der Respekt uns gegenüber ist irgendwie auch abhanden gekommen.
      Nun muss ich gestehen, dass mein Partner und ich mit den beiden Kindern aus der Kleinkindphase raus sind und es wird wesentlich besser. Früher habe ich tatsächlich (auch zu ihm) gesagt, wenn es nicht besser wird ziehe ich aus, sobald die Kinder selbstständig sind. Dass ER sich verändert hat, weil ich das gesagt habe glaube ich nicht. Aber ich bin nun beruflich aktiver und fühle mich dahingehend wohler. Er hat anscheinend durch meinen Zuverdienst auch wieder mehr Respekt vor mir bekommen und die Kinder stressen unsere Beziehung durch Streitigkeiten immer weniger.
      Meine Freundin, die eben später mit dem Thema Heirat und Familie angefangen hat steckt nun mitten drin. Den Kinderwunsch zum zweiten hat sie abgehakt. Erstens wegen dem Alter aber zweitens auch wegen der momentanen Beziehungslage. Ich habe ihr gesagt: "In einigen Jahren wird es wieder besser!"
      Das bringt mich aber auf den Thread, den ich heute eröffnet habe. Geht es vielen so? Wie sieht das bei euch aus? So ehrlich wie mit meiner Freundin heute habe ich noch nicht mit anderen gesprochen, aber wenn es in die Richtung ging, sah es bei den Mädels in meinem Umfeld immer gleich aus...

      Viele Grüße
      aus der Allgemeinheit

      • Bei uns ist es Gottseidank nicht so, wir haben allerdings auch ein pflegeleichtes Anfängerbaby bekommen .. es ist inzwischen 18 Monate, im Mai kommt Nr.2. Mein Mann und ich sind dieses Jahr schon 20 Jahre zusammen, und der Kinderwunschweg war lang und steinig, vielleicht wissen wir es anders zu schätzen, und das was der jeweils andere Partner tut.

        (3) 15.03.19 - 13:09

        Nein, bei uns war uns ist es nicht so. Wir haben in nicht mal 4 Jahren drei Kinder bekommen, also auch ein wenig Ahnung von der Zeit. 😂

        Aufgrund der Arbeit meines Mannes bin ich viel mit den Kindern alleine, er beneidet mich so gar nicht. Er hat einen stressigen Job, findet es für mich aber wesentlich stressiger. Alleine wegen der Verantwortung.

        Also nein, ich kann die Erfahrung so nicht teilen. Wir hatten immer schon Respekt vor der Arbeit des anderen, und auch sonst hat uns die Kleinkindzeit nicht auseinander gebracht.

        (4) 15.03.19 - 13:30

        Nach dem ersten Kind war es bei uns nicht so, aber nach dem Zweiten. Die Dynamik zwischen unseren beiden Kindern war von Anfang an enorm, ein riesiges Potential aus Anziehung und Abstoßung, die beiden können nicht mit- und nicht ohne einander, egal, ob sie sich vertragen oder streiten, es ist IMMER laut, ständig provoziert einer den anderen oder stachelt ihn an, Blödsinn zu machen. Sie sind jetzt 10 + 13 Jahre alt und ich warte immer noch auf den Tag, wo das endlich mal besser wird, man kann sie tatsächlich bis heute nicht allein und unbeaufsichtigt zu Hause lassen. Dabei ist jeder für sich ein Engel, total lieb und folgsam, aber zusammen sind sie wirklich wie die Irren, als ob einer beim Anderen den Verstand ausschaltet. Belohnungen, Strafen, Konsequenzen, Machen-lassen-um-aus-eigener-Dummheit-zu-lernen - wir haben ALLES versucht, es ändert nichts. Sie sind wie Feuer und Eis, allein die Anwesenheit des jeweils anderen reizt sie je nach Laune bis aufs Blut oder zu Blödsinn hoch 10.

        Naja, lange Rede, kurzer Sinn: Das Alles war für unsere Beziehung mehr als wir vertragen konnten, wir haben uns dieses Jahr getrennt.

        • Solche Kinder habe ich hier auch. Nur sind sie 6 und 12 Jahre alt. Es ist zum wahnsinnig werden...

          • (6) 15.03.19 - 15:46

            Ja, schlimm, man zweifelt auch so an sich selbst. Nur was soll man machen? Ich kann sie doch nicht verprügeln, denn das ist das Einzige, was ich noch nicht ausprobiert habe (und auch nicht werde). Sie sind sogar SELBST verzweifelt drüber, dass das so ist, denn auf die Strafen (PC Verbot, Hausarrest etc.) sind sie ja auch nicht scharf, aber natürlich ist immer der Andere Schuld. Ständig muss man für jeden Pups Schiedsrichter spielen. "Mama! Der XY hat...." - "Mamaaa! Die YZ hat aber..." Wirklich zum wahnsinnig werden. Ich liebe meine Kinder und finde es wahnsinnig traurig, dass ich ihre Kindheit nicht genießen kann / konnte, weil ich mir immer nur wieder wünsche, dass sie endlich größer und dann hoffentlich auch vernünftiger sind. Traurig, echt. :-(

        Aaahhh, ihr macht mir Angst. Ich habe auch zwei so Katalysatoren-Kinder. Allerdings habe ich noch die Hoffnung auf Besserung, da unser Drama erst 3 Jahre andauert :-(

        Unsere Ehe ist auch verdammt arg auf dem Prüfstand. Es tut mir leid, dass ihr das nicht überlebt habt.

        Mitleidige Grüße

        • (8) 16.03.19 - 17:17

          Ich drücke die Daumen, dass es bei Euch besser wird, normal ist es eigentlich nicht, dass es so lang andauert wie bei uns. 🙄 Unsere Kleine war ein Schreibaby, der "Große" musste da mit 2 1/2 Jahren nicht nur mit Geschwisterkind klarkommen, sondern auch noch extrem zurückstecken, weil an Mama plötzlich 24/7 ein schreiendes Baby hing. Ich glaube, das hat dafür gesorgt, dass er bis heute extremst eifersüchtig auf die kleine Schwester ist und jeder Pups zum Anlass genommen wird, dem Anderen was zu neiden oder eins auszuwischen. Dabei bemühten wir uns immer nach Kräften, sie gleichberechtigt zu behandeln bzw. ihm als Älterem auch mehr zu erlauben, aber da wurde wohl schon im Kleinkindalter so ein Grundstein gelegt bei ihm mental, dass das nicht mehr rauszukriegen ist.

          Das Schlimmste ist eigentlich, dass mein Noch-Mann und ich uns auf die Distanz besser verstehen als vorher und das Konzept, sich die Kinder jetzt zu teilen, besser funktioniert, da jeder so auch immer wieder seine Auszeit hat. Schlimm deshalb, weil wir uns immer noch lieben und uns vermissen, aber wissen, zusammenleben, das klappt nicht mehr. 😢

    Hallo,

    wir haben die Elternzeiten hälftig geteilt, auch (nicht nur und nicht vorrangig!), um so unterschiedliche Entwicklungen zu vermeiden. Ich habe jeweils die ersten 7 Monate die Betreuung übernommen. Einmal kam eine blöde Bemerkung, nachdem mein Mann selber Elternzeit hatte, hat er sich dafür entschuldigt.

    Dadurch, dass wir uns beide Einkommen und Betreuung teilen, ist die Wertschätzung geblieben.

    Grüße, Leni

    Jap, mir ging es auch so. Hier antworten jetzt einige mit gegenteiligen Erfahrungen, aber es gibt dazu tatsächlich auch Daten. Die Beziehungszufriedenheit von Paaren mit Kindern ist geringer als die von Paaren ohne Kinder bis das jüngste Kind in die Schule kommt. Es geht natürlich nicht allen so, aber der Trend ist definitiv da.

    (12) 15.03.19 - 19:17

    Huhu,
    Ja, es ist erwiesen, dass Kinder eine Partnerschaft mehr belasten als ein Unglücksfall, innerhalb der Familie oder plötzliche Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit eines Partners.
    Laut einer Studie sollen sich Paare mit Kleinkindern unglücklicher fühlen als kinderlose. Das Blatt wandelt sich aber wieder: ab ungefähr 40 Jahren sind Familien im Schnitt zufriedener, ausgeglichener und glücklicher als das Zweiergespann im selben alter.

    Soweit die Studie..

    Lg lelamari

    Werde ich nie verstehen und ist hier auch nie so gewesen
    Ich bin mir sicher das liegt an der Wahl...
    Wir haben schon immer alles 50/50 geteilt und begegneten uns immer mir Respekt
    Er wollte kein Weibchen und ich keinen Arbeitsesel...

    (14) 16.03.19 - 11:51

    Hallo
    Ich Klink mich mal in das Gespräch ein:

    Dass kleine Kinder die Partnerschaft erschweren kann ich absolut nicht bestätigen!
    Seit wir Eltern sind, sind wir als Paar erst richtig zusammengewachsen und haben eine viel tiefere Beziehung als davor.
    Mein Mann hat einen sehr anspruchsvollen, stressigen Beruf, ich kümmere mich allein in Kind, Haushalt und studiere.
    Wir haben beide Respekt vor der Leistung des anderen. Ich hab keine Chefs und Zeitdruck im Nacken sitzen und er hat nicht mit dauerbelastung Kind Und nie enden wollender Hausarbeit zu kämpfen.
    Wir haben beide unsere Freiräume und Pausen, versuchen aber auch als Paar und Familie Zeit zu haben.

    Ich denke, dass es auch eine Frage des Einfühlungsvermögens ist. Ich denke bei uns würde es auch nicht annähernd so gut laufen, wenn mein Mann zu pingelig im Haushalt wäre oder mir den Kaffeeklatsch mit meinen Freundinnen ab und zu nicht gönnen würde :-)

    Liebe Grüße

    Ich denke dass es viel an den Kindern liegt. Bei bem 0815 Kind leidet die Beziehung wahrscheinlich weniger als bei einem anstrengenden Kind.

    • (16) 17.03.19 - 14:57

      Denke auch. Ein pflegeleichtes Baby und Kleinkind stellt die Beziehung der Eltern sicherlich nicht annähernd so auf die Probe wie ein Schreibaby und später ein „schwierigeres“ Kind. Unsere Ehe hat auch einen ganz schönen Knacks abbekommen obwohl wir davor wirklich das Traumpaar schlechthin waren und so gut wie nie gestritten haben, dachte unsere Ehe wäre bombenfest aber dann kam unser Sohn. Schreiendes Kind und ein Jahr lang Schlafmangel (Kind ist alle 1-2 Stunden aufgewacht) steckt glaube ich keiner so gut weg. Wir haben über 2 jahre gebraucht bis unsere Beziehung sich wieder einigermaßen normalisierte, wie vorher ist es jetzt nach 3,5 Jahren immer noch nicht, und ich glaube auch dass es nie wieder so sein wird, zumindest nicht so lange die Kinder noch klein sind. Ich beobachte dasselbe auch bei Freundinnen, würde also sagen das ist nicht unbedingt ungewöhnlich.

(17) 17.03.19 - 18:30

Hallo!

Nein ist bei uns nicht so. Wir sind ein Team. Mein Mann unterstützt mich wo es geht. Es sind unsere Kinder. Ich gehe halbtags arbeiten. Er ganztägig. Außer kochen macht er alles. Ich finde die Männer doof die Mütter so abstempeln die zuhause derweilen ihre Kinder auf- bzw. erziehen.

gabi

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