Anscheinend bin ich bald alleine

    • (1) 28.03.19 - 22:46

      Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Es ist einfach eine zu lange Geschichte.
      Ich glaube jetzt ist es endgültig vorbei mit mir und meinem Freund.
      Ich will weinen. Nicht weil ich traurig bin. Das ist wahrscheinlich das beste für alle. Aber mein Sohn wird ohne seinen Vater aufwachsen. Alle werden mich für eine dumme halten weil ich dann alleine bin. Ich habe keine Freundin mit der ich reden kann. Ich bin gerade alleine und habe keine Ahnung wohin mit meinen Gefühlen.
      Nun ja das hier zu schreiben hilft ein wenig.

      • Wieso muss das Kind ohne Vater aufwachsen nur weil ihr euch trennt?? Das verstehe ich nicht 😅

        Wenn du keine Freunde hast, wird es Zeit das inne Hand zu nehmen und sich welche zu suchen. Auch mit Lebenspartner sollte man immer seine Freundschaften pflegen, denn die sind auch in solchen Situationen für einen da!
        Schau doch nach Hobbys o.ä. in Kursen.

        Gerade wenn euer Sohn bei dem Vater ist, trotz Trennung 😉, kannst du ja mal raus gehen und Leute kennenlernen.

        Alles Gute 🍀

        • Jaja, soweit die Theorie. Wie viele Leute kennst du, bei denen das tatsächlich funktioniert, dass die Kinder von beiden Eltern ausreichend viel haben? Alle zwei Wochen zu Papa und neuer Freundin? Das heißt dann nicht "ohne Vater aufwachsen", oder?

          Also, ich kenne ein paar Leute:
          -Kind war bei Trennung 10 Monate, jetzt 10 Jahre, immer schon Wechselmodell, der Papa ist die Hauptbezugsperson, weil die Mutter eh nen Vogel hat.
          -Kind war bei Trennung 14, jetzt über 30. Sie lebte bei der Mutter, Vater ging dort aber irgendwie immer noch aus und ein, alle Events wurden von Eltern absolut gemeinsam quasi wie ein Paar besucht. Klingt nach völlig unkompliziert und Optimalfall, aber sogar für sie war es schwer, wohin z.B. an Weihnachten zu gehen
          -Kind ist im Teenageralter, geht nach der Schule zum Vater, abends zur Mutter

          So, und das war es jetzt ziemlich mit meinen "Eltern bleiben" Erfahrungen. Also, ich kann definitiv sagen, dass meine Kinder NICHT mehr annähernd so viel vom Vater hätten wie jetzt. Aber natürlich, bei vielen Familien taucht auch heute noch der Vater maximal am Wochenende richtig auf - wenn er nicht gerade auf dem Fußballplatz ist oder sich beim Zocken entspannt. Da macht dann auch die Trennung nicht viel Unterschied.

          Versteht mich nicht falsch. Ich möchte nicht sagen, dass eine Trennung immer das Schlimmste für Kinder ist Ganz und gar nicht. Es stellt sich auch die Frage, ob man jeden Vater oder jede Mutter auch wirklich braucht oder ob man ohne nicht vielleicht besser dran ist. Was mir aber auf den Senkel geht, ist dieses Verlogene: "Ach, die Kinder verlieren doch dadurch keinen Elternteil." blablabla. Ist doch Quatsch! Natürlich tun sie das! Wenn man sich nicht gerade in der Nachbarschaft ansiedelt und die Kinder hin und herlaufen können, wie sie wollen. Aber das werden die wenigsten tun!

          • "Ohne Vater aufwachsen" klingt trotzdem sehr endgültig und das muss es definitiv nicht sein!

            Liegt natürlich auch an Vater und Mutter als einzelne Person.
            Ist mir auch relativ egal wie es in einigen Familien ausschaut die du kennst, nur weil es da nicht funktioniert, muss das nicht grundsätzlich so sein. Man kann es selber immer besser machen.

            Ich kenne nur eine Familie als Patchwork und da funktioniert es. Auch die kann man sich als Vorbild nehmen statt die schlechten Varianten 😉

            So oder so, bei einer Trennung muss ich nicht vom schlimmsten ausgehen und gleich der Meinung sein dass mein Kind ohne Vater aufwächst 🤔
            Natürlich ist es weniger als in einer intakten Familie, aber wie gesagt, es klingt bei der TE sehr endgültig.
            Außerdem "bemitleiden" sie sich im allgemein etwas, betitelt sich selber als dumm, hat keine Freunde...
            Da muss man selbst auch mal an sich arbeiten und etwas ändern,die Trennung ist vllt der erste Schritt in die richtige Richtung 😅

      (5) 28.03.19 - 22:56

      Tut mir sehr Leid, sowas ist immer schwer.

      Aber arbeite mal an deinem Selbstbewusstsein. Warum bist du denn eine Dumme, wenn du allein bist? Manchmal ist Alleinsein die klügere und mutigere Entscheidung. Lieber allein als in schlechter Gesellschaft. Ich bin selbst alleinerziehend mit zwei Kids, habe mich selbst entschieden dafür und gegen das Weiterführen einer schlechten Ehe. Niemand hält mich für dumm, im Gegenteil, mein Umfeld hält mich für sehr taff und mutig. Dumm empfindest Du Dich garantiert nur selbst, aber das ist absolut unnötig! Es gehört dazu, den unbequemen Weg zu wählen. Viele Frauen harren aus Feigheit und Bequemlichkeit in unglücklichen Beziehungen aus. Habe ich auch jahrelang getan und jede Alleinerziehende um ihre Freiheit beneidet.

      Das tut mir leid für dich, aber nutze diese Situation, um dir Freunde oder wenigstens gute Bekannte zu suchen.
      Und ob euer Kind "ohne Vater" aufwächst liegt ja an deinem Ex und dir.

      Meine Schwägerin ist schon lange getrennt, die Kinder waren noch recht klein. Sie haben das Wechselmodell, alle 3 Tage ist der andere dran. Die Kinder haben bei beiden ihre Zimmer und jeder Elternteil hat mal den Alltag und mal das Wochenende mit Kindern oder eben ohne.
      Das klappt prima und die Kinder machen nicht den Eindruck, als wären sie unglücklich. Es ist eben "anders", aber nicht zwangsläufig schlechter.

      Die Tochter meiner Freundin sieht ihren Papa nur alle 2 Wochen mal sonntags und zwischendurch wird telefoniert. DAS ist nicht schön.

      Ich hoffe, ihr könnt eine vernünftige Lösung finden.
      Alles Gute!

    • (7) 29.03.19 - 08:02

      1. Dein Sohn wird den Vater nicht verlieren. Er wird nur nicht im gleichen Haus wohnen.
      2. Hältst du selbst Alleinerziehende Mütter für dumm? Warum unterstellst du anderen Menschen dass sie schlecht von dir denken? Und warum ist es dir wichtig wer was denkt?
      3. Freunde lassen sich finden. und sogar einfacher wenn du ohne Mann bist.
      4. Zum reden im Notfall gibst Telefonseelsorge, es gibt aber auch Foren wo man sich aussprechen kann ;-) Und sonst, hast du Familie?

      Versuche jetzt was Positives an der Situation zu finden, und halte dich daran fest. Die Traurigkeit ist berechtigt, und sie wird eines Tages weggehen. Das ist ein Neuer Anfang.

      Liebe Lele, ich verstehe, wie dir zumute ist. Neben deinem Schmerz über die Trennung an sich kommt natürlich der Schmerz dazu, wenn der Traum von einem Familienleben, was man sich für sich und das Kind gewünscht hat, mit einem Mal geplatzt zu sein scheint. Sowas zu verkraften und zu bewältigen das braucht einfach seine Zeit. Die ganzen Ängste und Sorgen die damit verbunden sind kann ich dir gut nachfühlen. Ich möchte dir jetzt auch nicht mit klugen Sprüchen daher kommen, dass es am Ende gar nicht so finster aussehen wird, wie du es dir jetzt in deiner schwierigen Situation wo alles ungefiltert auf dich einströmt ausmalst. Was ich dir aber jetzt schon einmal versprechen kann, ist, dass es dir besser gehen wird als jetzt. Du bist jetzt in einer Krisensituation und die ist schwierig und es ist normal, traurig, ängstlich, verzweifelt und vielleicht sogar wütend zu sein.
      Dass du keine Freundin hast ist schade, aber gibt es irgendwen der dich auffängt, dir ein wenig Halt gibt? Wenn nicht könntest du vielleicht mal für dich eine Beratungsstelle aufsuchen wo du über deine Ängste sprechen kannst. Oder hast du eine liebe Hausärztin? Vielleicht magst du dich auch therapeutisch unterstützen lassen.
      Bist du in sozialen Netzwerken unterwegs? Manche bieten lokale Gruppen an für frisch getrennte wo man sich austauschen und auch, wenn man es denn schafft zu organisieren und nicht zu erschöpft ist, weil man zu überwältigt ist noch von seinen Gefühlen kleine Dinge zusammen unternehmen kann.
      Du siehst vielleicht es gibt sehr viele Möglichkeiten. Aber auch der gute alte Rückzug mit einfach nur Weinen und tonnenweise Eis essen kann helfen. Versuch vielleicht nur jeden Tag ein paar kleine schöne Dinge in deinen Alltag einzuplanen die dich bewusst von deinem Schmerz etwas ablenken können. Das muss nichts großes sein. Kekse backen mit deinem Kind, ein Spaziergang draußen und die Blütenpracht bestaunen, dir vielleicht was Gutes tun mit einem Bad oder einem neuen tollen Lippenstift, halt irgendwas, was dir eine kleine Freude macht und dich kurz aus dem Sumpf zieht.

      Alles wird wieder gut. #klee

      Zum Thema "Ohne Vater aufwachsen":
      Eine Pauschalaussage macht wenig Sinn. Es sind immer die individuellen Umstände, die alles relativieren. Wenn die Beziehung der Eltern jetzt schon so schlecht ist, dass das Kind nur mehr Streit, Kälte, Stillschweigen, etc zuhause erlebt, dann kann es auf Dauer nur profitieren, auch wenn der Vater in Zukunft nicht täglich präsent sein wird.

      (10) 29.03.19 - 09:18

      Das Gefühl, in einer Trennung mit Kind zu stecken, ist immer Mist. Aber du musst dich nicht "dumm" fühlen, und auch nicht schuldig deinem Kind gegenüber. Wenn ich manchmal sehe, wie Kinder in kaputtenFamilien aufwachsen, dann ist eine Trennung und Ruhe immer der bessere Weg. Und dadurch geht dem Kind nicht der Vater verloren.
      Ich hab sogar das Gefühl, dass meinen Kindern der Vater nach der Trennung viel präsenter war. Weil er sich jetzt allein um sie kümmern musste, wenn sie bei ihm waren, und ich ihm da nichts abgenommen habe. Die drei hatten die Zeit nur für sich, und das haben die auch gern genutzt.
      Mittlerweile haben sie noch ein Geschwisterchen bekommen, das wäre in unserer Konstellation nicht drin gewesen. Ich war mit Kinderkriegen durch.
      Wir wohnen keine 500 m entfernt voneinander, die Kinder könnten hin und her pendeln, wenn sie wollten. Der kleine (Halb-)Bruder ist auch oft bei uns, heute schläft er sogar hier. Wir feiern Geburtstage und Schuleinführungen immer zusammen, Weihnachten und Ostern wird jedes Jahr gewechselt. Die Ferien teilen wir uns rein.
      Ich hab Zeit, auch mal was für mich zu machen, wenn die Kids bei ihrem Vater sind.
      Wir hatten weiß Gott keine "schöne" Trennung. Ich war tief verletzt von ihm, wenn wir keine Kinder zusammen hätten, hätte ich nie im Leben wieder je ein Wort mit ihm gewechselt. Aber wir haben es trotzdem geschafft, als Eltern für unsere Kinder ein Team zu bleiben. Das hat sicher seine Zeit gebraucht, aber es hat sich gelohnt.
      Erstmal siehst du wahrscheinlich sehr schwarz, aber das wird wieder. Nimm dir Zeit für dich, tu dir was Gutes. Und bau dir ein soziales Netz auf, das ist verdammt wichtig. Wenn dein Kind beim Vater ist, suchst du dir einen Kurs, machst Sport, wasweiß ich ... lernst neue Leute kennen. Reaktivierst Freundschaften. Und dann öffnet sich eines Tages eine neue Tür.
      Lass dich drücken, kenne dieses ohnmächtige Gefühl. Ich hatte aber überhaupt keine Lust, mich lange in diesem Loch aufzuhalten, das bringt gar nichts. Am Wochenende scheint die Sonne, nutz das, um rauszugehen und was Schönes zu machen. Du packst das.

      Text könnte von mir sein 😥

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