Unsicher Kalte Füße

    • (1) 03.04.19 - 02:31
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      Hallo zusammen,

      ich bin 28 Jahre alt und seit 7 Jahren mit meinem Verlobten zusammen. Eine Zeit lang haben wir eine Fernbeziehung geführt und wohnen jetzt aber seit 3 Jahren zusammen. Seit zwei Jahren sind wir verlobt und er drängt immer mehr, dass wir bald heiraten. Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie sträubt sich in mir etwas dagegen. Ich kann das nicht wirklich benennen. Er ist ein anständiger und lieber Kerl. Wir verstehen uns gut und haben einen gemeinsamen Freundeskreis. Unsere Eltern verstehen sich gut und finanziell geht es uns auch nicht schlecht. Nur wenn es um das Thema heiraten geht, da ist irgendwie ein Widerstand in mir. Ist das normal? Sind das die berüchtigten kalten Füße? Kennt das jemand?

      • (2) 03.04.19 - 08:49

        "Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht noch was Besseres findet!" oder auch "Wo und mit wem siehst Du Dich in 10 Jahren?".

        Kalte Füße sind normalerweise vorübergehend, beziehen sich mehr auf einen selbst, man zweifelt dann doch eher daran, ob man schon so weit ist, sich fest zu binden. Zweifel daran, ob es der richtige Partner ist, mit konkreten Gedanken dazu (bspw. weil es immer wieder um dieselben Dinge Streit gibt oder weil man ihn sich nicht als Elternteil vorstellen kann etc.) sind dann doch ernster zu nehmen.

        Stellst Du Dir vor, wie eure Kinder aussehen? Wie er sich als Vater macht? Hast Du manchmal den Gedanken, wie eure gemeinsame Zukunft aussieht? Gibt es vielleicht Probleme zwischen euch, die Du Dir die ganze Zeit schön redest? Streitet ihr viel? Hast Du das Gefühl, er will aus Gründen heiraten, die nicht ideal sind?

        (3) 03.04.19 - 09:26

        "Er ist ein anständiger und lieber Kerl. Wir verstehen uns gut" --> das sind nicht gerade die ersten Worte die mir in den Sinn kommen, wenn ich von meinem Freund spreche, den ich über alles liebe und alles für ihn tun würde und ohne den ich mir eine Leben nicht mehr vorstellen kann :-)

      (5) 03.04.19 - 09:51

      Hi,
      willst du denn überhaupt heiraten? Solange man noch ohne weitere Verpflichtungen, wie gemeinsamer Immobilie oder Kinder, ist, muss man diesen Schritt ja gar nicht gehen.🤷‍♀️
      Hat ja nicht zwingend mit fehlenden Gefühlen zu tun...

      vlg tina

      (6) 03.04.19 - 10:09

      Kannst du denn deine Beziehung bzw deine Gefühle für deinen Partner auch anders beschreiben, als so nüchtern wie du es getan hast? Anständig, lieb, gemeinsamer Freundeskreis, Eltern verstehen sich gut, finanziell nicht schlecht. Das ist soooo...langweilig, unemotional, nicht elementar, nüchtern.

    • (7) 03.04.19 - 10:15

      Entweder man weiß, ob man jemanden heiraten will (und tut es dann auch) oder nicht.
      "Kalte Füße" wären für mich immer ein Zeichen, dass es nicht 100%ig passt.
      Sorry.

      >>Er ist ein anständiger und lieber Kerl. Wir verstehen uns gut ..<<

      Sowas würde ich über nette Bekannte oder meine Arbeitskollegen sagen, aber doch nicht über meinen Lebenspartner.

      Sofern du nicht aus vollem Herzen sagen kannst "ich liebe diesen Mann über alles und möchte den Rest meines Lebens mit ihm verbringen", solltest du auf keinen Fall heiraten!

      LG Claudi

      Ja, genau in der Situation war ich auch. Hab den lieben, sympathischen Kerl dann zum Glück nicht geheiratet und bin nun mit einem Mann zusammen, den ich aus ganzem Herzen liebe, ohne den ich mir mein Leben nicht vorstellen könnte und auf den ich mich immer freue, wenn ich ihn sehe!

      (10) 03.04.19 - 11:03

      Das kenne ich so gut. Leider habe ich ihn geheiratet und es ging so fürchterlich daneben. Ich kann noch nicht mal sagen, ich hätte es nicht gewusst. Habe mir sein Verhalten (nichts wirklich schlimmes aber schon schräg) schön geredet und auch nach der Hochzeit lange die Augen verschlossen.

      Das schlimmste war, mir hinterher einzugestehen, dass eben wenig Gutes an der Beziehung war.

      Hör auf dein Bauchgefühl, es lügt nicht.

      (11) 03.04.19 - 11:06

      Moin,

      lass es. Es hat Gründe, warum du haderst.

      Gruss
      agostea

      Mein Vater fuhr mich zum Standesamt, als ich das erste Mal heiratete. Plötzlich hatte ich richtig Panik und sagte "Papa bitte dreh um, ich will nicht". Am Vorabend hatte ich meinen Zukünftigen beim Polterabend zum ersten Mal nach eineinhalb Jahren ziemlich unangenehm erlebt und obwohl es alle herunterspielten, sagte mein Bauch NEIN.
      Hör auf Deinen Bauch und heirate noch nicht. Leider fuhr mein Vater damals weiter, weil man doch eine Hochzeit nicht absagt... es hätte mir viel Kummer erspart.
      Beim zweiten Mann hatte ich keine Sekunde Zweifel zu heiraten #verliebt
      Dass Dein Partner ein anständiger und lieber Kerl ist, reicht m.E. wirklich nicht für eine Heirat.
      LG Moni

      (13) 03.04.19 - 12:08

      Ja, kenne ich...es ist Dein Bauchgefühl, das sich da meldet. Ich habe das auch so erlebt und trotzdem geheiratet - und bin SEHENDEN AUGES ins Unglück gerannt. Denn ich neigte einst dazu, mir alles schön zu reden: "Na, nicht jeder ist perfekt - ich auch nicht." oder "Das wird schon alles gut werden..."

      Unterm Strich hat sich as schlechte Gefühl dann in einer echt ätzenden Ehe gezeigt, obwohl mein Exmann eine Art Traumschwiegersohn war: Gut situiert, bodenständig, fadengerader Lebenslauf, sportlich, gut aussehend - aber absolut narzisstisch gestrickt. Es hätte mir eine Warnung sein müssen, dass meine Vorgängerin Hals über Kopf ausgezogen und in einer psychiatrischen Klinik gelandet war - aber ich wollte es nicht sehen.

      Am Tag der standesamtlichen Hochzeit war ich mürrisch, schlecht gelaunt und in mir wehrte sich alles. Und bei der kirchlichen Hochzeit habe ich die ganze Zeit davor geheult - aber nicht vor Glück oder Freude.

      Ich bin jetzt Ü40 - und wenn ich was gelernt habe in meinem Leben: "Wenn es sich nicht gut anfühlt, lasse ich es bleiben."

      Die einen nennen es "kalte Füße", die anderen "Bauchgefühl."

      Alles Gute!

      (14) 03.04.19 - 16:08

      Ich bin auch so einer, der sich früh gebunden hat und damals lieber auf sein Bauchgefühl gehört hätte...

      > Er ist ein anständiger und lieber Kerl. Wir verstehen uns gut und haben
      > einen gemeinsamen Freundeskreis. Unsere Eltern verstehen sich gut...

      Wenn da nicht mehr ist, ist das keine Basis für eine lebenslange, erfüllende Partnerschaft. Und nur, weil es bisher "eigentlich" nie einen triftigen Grund gab, sich zu trennen, ist das kein Grund, lebenslang zusammen zu bleiben.

      Lass mich raten: ihr habt beide davor wenig oder keine Erfahrung gesammelt, oder?

      "Er ist ein anständiger und lieber Kerl. Wir verstehen uns gut ..."

      Das ist, ganz nüchtern betrachtet, schon eine ganze Menge. Mehr als manche Menschen über ihre Partner nach 5 oder 6 Jahren Ehe sagen können.

      Ich glaube, dass Erwartungshaltungen an einen (Ehe)partner und an die Ehe selbst sehr sehr unterschiedlich sind. Und, dass jede Erwartung mehr auch immer eine Enttäuschung mehr in sich birgt.

      Und nach 10 oder 20 Jahren Ehe ist wohl keine Beziehung mehr dort, wo sie am Anfang stand.

      Vielleicht wäre es klug, darüber nachzudenken, was man selbst möchte. Eventuell ist es auch einfach zu früh für Dich zu heiraten. Also, nicht er ist der Falsche aber der Zeitpunkt ist falsch.

      Ich kann nicht sagen, ob "Bauchgefühle" immer richtig sind aber wenn man etwas (noch) nicht möchte, gleich aus welchem Grund, sollte man es auch nicht machen.

      • In etwa das wollte ich auch schreiben, du hast mir die Arbeit bereits abgenommen. Weise Worte und wohl der beste Kommentar, weil du einfach eine Beziehung realistisch und nicht überromantisch bis ans Lebensende betrachtest. :-)

    (17) 03.04.19 - 22:54

    Mich würde interessieren was du für deinen Freund empfindest? Er mag ja ein netter und anständiger Mensch sein, aber davon gibt viele. Und das macht ihn doch irgendwie austauschbar. Was macht ihn zu dem einen, jenem Mann mit dem du ein Leben teilen möchtest? Wen du diese Frage nicht beantworten kannst, solltest du euch beiden den Gefallen tun und die Sache beenden. Denn das ist verschwendete Lebenszeit. Und zwar nicht nur deine, sondern auch seine.

    (18) 09.04.19 - 02:40

    Ich glaube, du liebst ihn nicht und bist nur aus Bequemlichkeit mit ihm zusammen bzw. Gewöhnung ... Sonst würdest Du nicht zweifeln, denn schließlich seid ihr seit zwei Jahren verlobt, wer braucht schon so lange um zu heiraten??? Also hast du definitiv irgendwelche Zweifeln

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