Bin ich zu spiessig oder hat er wirklich ein Alkoholproblem?

    • (1) 08.04.19 - 13:57

      Hallo an Alle,

      ich möchte gerne Ihre Meinung hören.

      Ich bin mit meinem Freund etwas mehr als 1 Jahr zusammen.
      Er kann wirklich absolut toll und süß sein. Allerdings trinkt er gerne.
      Gewöhnt war er jeden Tag mehrere Flaschen Bier zu trinken. Nun hat er mich kennengelernt und möchte sich für mich ändern.
      Er weisst, dass in meiner Familie niemand getrunken hatte und mein Ex-Mann auch nie getrunken hatte. Ich kenne mich mit Alkohol nicht aus. Ich kenne es nicht, wenn mein Partner nach Hause kommt und nach Bier stinkt. Erst seit ich ihn kenne. Natürlich trinke ich auch ab und zu mal Glas Wein zu Hause so ist es nicht, aber nur 1-2 Gläser...

      Er gibt sich Mühe. Versucht die Zähne zusammen zu beissen und nicht mehr als 2-3 mal pro Woche jemals 2 Flaschen Feierabendbier zu trinken... aber ...

      Alle zwei Wochen, manchmal schon nach einer Woche ... aber meistens hält er 2 Wochen ... geht er seine Kumpels besuchen und trinkt enorme Menge. Pro Abend sind es 8-10 Flaschen Bier .. manchmal sogar mehr.
      Er sucht regelrecht Situationen, damit er nach diesen 2 Wochen irgendwo trinken kann.

      Nach etwa 1 Monat, als wir zusammengekommen sind und er sich das erste mal besoffen hatte, hat er mir gestanden, dass er früher ein Alkoholproblem hatte und auch mal besoffen in der Arbeit gewesen ist.
      Er wollte mich nicht verlieren und bat mich ihm zu helfen. Er wollte sich Hilfe suchen.
      Hat etwa 1 1/2 Monate geschafft nur Alkoholfreies Bier zu trinken.

      Leider hat er nie Hilfe ausgesucht und nach 1 1/2 Monaten musste ich mir anhören, dass er sich sein Bier nicht verbieten lässt und wenn es mir nicht gefehlt, dann soll ich gehen.

      Ich liebe ihn unglaublich und habe Probleme ihn zu verlassen. Er ist sonst ein unglaublich liebevoller Mann. Ich habe bis heute nicht geschafft, ihn zu verlassen.
      Er hat mir 1000 mal versprochen sein Alkoholkonsum in den Griff zu bekommen.
      Aber er lügt mich ständig an. Wenn ich frage wieviele Flaschen es waren... lügt er jedesmal.
      Er ruft mich an und sagt, dass er für 1 Stunde zu einem Kumpel fährt und maximal 2 Bier trinken wird.. er verspricht das.. und dann kommt er irgendwann Nachts nach Hause und hatte seine 8-12 Bier getrunken und macht mir noch Vorwürfe... er kann doch seine Freunde besuchen wann er will und bleibt bei denen wie lange er will und er trinkt auch wieviel er will ... dann frage ich mich, wieso ruft er vorher an und verspricht da eine Stunde zu bleiben und maximal 2 Bier zu trinken...
      Er hält nie das, was er verspricht. Ich kann mich auf ihn überhaupt nicht verlassen.
      Sobald er Flasche in der Hand hat, vergisst er alles, was er mir mal versprochen hatte.

      Seiner Meinung nach, hat er sich schon wegen mir sehr verbessert. Er trinkt nur 2-3 mal in der Woche 2 Flaschen Bier ..... vergisst dabei, dass er regelmässig alle 2 Wochen sein Alkoholpendel nachholt.... Leider hat er Freunde, die ihm lieber Flasche mehr in die Hand drücken, als zu sagen..." Hey Kumpel, du hast schon 8 Bier getrunken. Das reicht für heute"
      Es ist sogar soweit, dass er manchmal dann lieber zu seinen Eltern fährt und alleine in seinem Zimmer ohne Grund Flasche für Flasche trinkt und kommt dann öfters mit einer Pfanne zur Arbeit.

      Er sagt mir immer, dass er nicht versteht, was ich für Problem habe und nur, weil ich mein Leben hingeschmissen habe, muss er nicht auf seine Freunde verzichten.
      Ich bin spiessig und möchte ihm alles verbieten.
      Es ist doch nichts dabei, wenn er alle 2 Wochen trinken geht.

      Abe er sucht immer Situationen um nach 2 Wochen trinken zu können. Länger hält er nie. Er braucht spätestens nach 2 Wochen eine Menge an Flaschen. Für mich ist es, als ob er süchtig wäre und schnell nachholen muss, was er die 2 Wochen versäumt hatte.

      Z.B. Mir sagt er, dass er nach der Arbeit zu einem Freund geht etwas zu besprechen. Ich kenne den und weiss, er ist vernünftig, ich muss keine Angst haben.... Spät Abend erfahre ich, dass er es zu diesem Freund gar nicht mehr geschafft hatte, weil er erstmal woanders ging um etwas abzusagen und da ist er sitzen und trinken geblieben obwohl wir vereinbart haben, dass er nichts trinkt. Er lügt ständig und hält seine Versprechen nie!

      Wie gesagt, wir sind etwas mehr als 1 Jahr zusammen und ich war noch nie mit ihm irgendwo bei Party. Er nimmt mich nie mit. Ich denke, damit er trinken kann. Oder hat er Angst, ich mache ihm eine Szene vor allen Freunden, wenn er bei 6 oder 7 Flasche ist ...

      Letzten Freitag war er auch trinken. Angeblich waren es diesmal nur 5 Bier. Er hat mir in diesem Zustand zum ersten mal gesagt, dass er mich nie mitnimmt, weil das, was ich sehen würde, würde ich nicht überleben. Da trinken alle sehr viel. Auch die Frauen.
      Hmm... was soll ich davon halten ...

      Er liebt mich, ich weiss und ich ihn auch. Sehr. Aber ich verstehe nicht, wieso man nicht seine Kumpels besuchen gehen kann und nur 4 Falschen dabei trinken kann... wieso es jedesmal soviele Falschen gleich sein müssen!!! Er will daran arbeiten... ich glaube ihm aber nicht mehr. Das habe ich 1000 mal gehört ... auf der anderen Seite, hat er sich wirklich verbessert ...nur noch alle 2 Wochen ...

      Wir lieben uns. Ich möchte ihn eigentlich nicht verlieren. Ich möchte nur, dass er die Menge reduziert. Gibt da eine Chance, dass er es schaffen könnte?

      Ich möchte Hilfe von euch!! Bin ich wirklich so spiessig und sein Verhalten für einen Mann total normal ist oder muss ich Angst haben, weil er ein Alkoholproblem hat.
      Ich weiss, dass er mich wahnsinnig liebt.. und ich weiss, dass er sich zusammen beisst. Manchmal sage ich mir... hey, es ist doch nur alle 2 Wochen. Das kann man akzeptieren und damit leben..... aber ich habe leider damit Probleme. Ich kenne so etwas nicht. Bis jetzt musste ich mich mit so etwas nicht auseinander setzen.

      Bin ich spiessig oder ist es korrekt, wenn ich Alarmglocken höre?

      • Dein Gefühl trügt nicht, er ist (schon relativ schwerer) Alkoholiker. Sein Suchtproblem ist so ausgeprägt, dass er selbst ohne Hilfe nicht davon los kommen wird. Allerdings kannst Du ihm nicht helfen, denn er will ja Deine Hilfe nicht. Statt dessen lügt er Dich an und verheimlicht seinen Konsum.

        Du kannst nur noch Dir selbst helfen.

        Hallo. Ganz ehrlich... er wird nie aufhören zu trinken und ja er ist ein Alkoholiker. Setz ihm ne Frist und wenn er bis dahin keine Therapie angefangen hat ... dann geh ...

        >>>dass er sich sein Bier nicht verbieten lässt und wenn es mir nicht gefehlt, dann soll ich gehen.<<<

        Du solltest besser gehen.
        Der Alkohol ist von Anfang an ein zentrales Thema bei euch. Alkoholkonsum steigert sich meist im Lauf der Zeit und du kommst jetzt schon nicht klar damit.
        Dass er sich helfen lassen will, scheint ja auch nur so dahergesagt zu sein.

      • Nein, du bist nicht spießig. Dein Partner sagt ja selbst, dass er ein Alkoholproblem hat. Er sagt auch selbst, dass ihm im Zweifel sein Bier wichtiger ist als du. Dem würde ich Glauben schenken.

        Fährt er betrunken mit dem Auto (z.B. zu seinem Freund)? Ist er manchmal in der Arbeit betrunken bzw. kann nicht zur Arbeit, weil er verkatert ist? Das geht gar nicht!!!

        Dein Partner kann nicht aufhören, wenn er mal anfängt zu trinken. Das geht vielen so. Der einzige Weg, da rauszukommen, ist gar nicht erst mit dem trinken anzufangen.

        Manche schaffen es, einen gemäßigten Umgang mit Alkohol zu haben. Bei starken Alkoholikern hilft aber nur der Total-Entzug.

        Könnte er (und du) damit leben, wenn er alle 14 Tage was trinkt, dafür so viel er will?

        Insgesamt schwierig. Objektiv wird man dir raten, den Mann zu verlassen, solange ihr noch keine schwerwiegenden Verpflichtungen miteinander habt.

        • Ich schließe mich meiner Vorrednerin an. Er macht dich zur Co-Alkoholikerin und die Zeiten werden eher schwerer als leichter.
          Wie soll das mal werden wenn Kinder im Spiel sind?
          Du liebst ihn sehr, aber würde wohl eher den Alkohol nehmen wenn er vor dir Wahl gestellt wird. Ist das der Typ Mann den du verdient hast?
          Wenn du nie Erfahungen mit Sucht hattest gehst du vermutlich noch recht naiv an die Sache heran (nicht böse gemeint, viele denken sie können helfen, verändern etc, aber das kann nur er).
          Frag dich ob dein Leben wirklich so aussehen soll.
          Du kannst ja mal zu einer Beratungsstelle gehen und dich informieren. Wenn Sie ehrlich sind gehst Du recht ernüchtert aus dem Gespräch.

          • Danke für die Antworten.

            Wahrscheinlich bin ich naiv . Ja. Ich glaube immer an das Gute in einem Menschen und hoffe, dass er erkennt, dass sein Alkohol unsere Beziehung kaputt macht.
            Auf der anderen Seite... er macht es alle zwei Wochen... es ist nicht jeden Tag ...
            Mir macht nur die Regelmässigkeit Angst. Er muss alle zwei Wochen mehr trinken.
            Er sagt mir, dass er glücklich ist, seitdem ich in sein Leben getreten bin und er hat Angst mich zu verlieren .... ja ich hoffe, es kommt der Tag, an dem er erkennt, dass er etwas ändern muss....
            Aber wenn ich richtig lese ... hat er wirklich ein Alkoholproblem und ich ihm dabei nicht helfen kann ... er muss erstmal selbst erkennen, dass er Hilfe braucht und das tut er eindeutig nicht .... ich will ihn aber nicht verlieren. Er ist ein guter Mensch. Kann man da nicht etwas machen? Reden kann ich mit ihm nicht. Wenn ich das Thema Alkohol anfange, verdreht er die Augen und geht er weg .. oder er wird laut, dass er es nicht mehr hören kann und er nicht versteht wieso ich das immer zu so einem Thema mache!! Es ist doch nur maximal alle 2 Wochen ....
            Gestern hat er mir versprochen an sich zu arbeiten und er will angeblich versuchen maximal 4 Bier an solchen Abenden zu trinken .... ich weiss aber, dass es wieder gelogen ist... sobald er da ist, ist alles vergessen, was er mir versprochen hatte ...
            Ich weiss es alles, aber trotzdem liebe ich ihn immer noch so sehr, dass ich es nicht schaffe ihn zu verlassen und hoffe immer, dass er es doch schafft.
            Naiv, was?

            • Zum Thema "nur alle zwei Wochen"
              Es gibt verschiede Arten von Alkoholikern. Schenkt sich aber alles nichts.
              Es gibt Spiegel Trinker (die bleiben immer auf Pegel) aber auch Quartalstrinker (die machen Pausen, haben aber regelmäßig Exzesse)
              Lassen können sie es beide nicht. Wenn du das was du schreibst von einer fremden Person lesen würdest, was würdest du ihr raten?
              Dein Freund leugnet sein Problem und du bist schon mitterdrin als Co-alkoholiker.
              Du suchst einen Ausweg den es nicht gibt. Du rechtfertigst sein Verhalten.
              Nimm dir Zeit für dich und überlege ihr dein Leben aussehen soll.
              Klingt alles hart, aber ich spreche aus Erfahrung. Klar tut das weh, aber wenn er dich wirklich nicht verlieren wollte würde er was tun. Und du hast Angst ihn ernsthaft vor die Wahl zu stellen.
              Würdest du anders herum für ihn auf deine paar Gläser Wein verzichten? Wäre das zu viel verlangt?

              "Er ist ein guter Mensch. Kann man da nicht etwas machen? Reden kann ich mit ihm nicht."

              Klar kannst Du etwas machen. Den Kontakt abbrechen und ihm sagen, wenn ihm die Beziehung etwas wert ist, dann begibt er sich in Therapie und meldet sich erst wieder bei Dir, wenn er trocken ist.

              Du kannst ihm nur helfen, wenn Du ihm das Einzige wegnimmst, was ihm nach dem Alkohol noch etwas wert ist. Dass das Trinken wichtiger ist, als Du, formulierst Du ja schon in jedem Satz. Also kann nur noch helfen, dass er aufhört, wenn er Dich zu verlieren glaubt. Und da musst Du ernst machen - vier Wochen kein Alk bedeutet in seinem Fall nicht, dass er trocken ist.

              Du kannst Dich auch an eine Angehörigen- und Co-Gruppe wenden, falls es bei euch so etwas gibt. Online findest Du auch Foren für Angehörige oder Tipps von Seiten für Alkoholsucht. Man wird Dir aber auch dort kaum etwas anderes raten.

      (10) 08.04.19 - 14:10

      Er ist definitiv Alkoholiker. Keine Frage.

      Ändern kann und wird er das nicht, von daher akzeptiere das entweder oder beende die Beziehung.
      Was anderes kannst Du nicht tun.

      (12) 08.04.19 - 14:59

      "Er gibt sich Mühe. Versucht die Zähne zusammen zu beissen und nicht mehr als 2-3 mal pro Woche jemals 2 Flaschen Feierabendbier zu trinken... aber ..."

      ich habe hier schon aufgehört zu lesen und da wieder angefangen:

      " Ich möchte nur, dass er die Menge reduziert. Gibt da eine Chance, dass er es schaffen könnte?"

      Sorry, wenn ich das so schreibe, aber das mit dem Reduzieren funktioniert bei einem Schlucki nicht. Ich war 13 Monate Zivi in einer Entgiftung/Therapie-Einrichtung und maße mir an, das so zu schreiben. Gerade bei Alkokol ist das Suchtgedächtnis um ein vielfaches stärker als beispielsweise Heroin. Da gibt's nur: entweder oder und dazu gehört auch das Umfeld/den Freundeskreis zu wechseln. Das kann man schaffen, ja! Aber es ist ein harter und langer weg. Ob du bereit bis, den mit zu gehen?

      ich persönlich würde mir das gut überlegen....:-(

      Das Problem ist, dass Vorwürfe und Verbote hier gar nichts bringen. Verbietest du einem dicken Kind die Süßigkeiten, wird es einen Weg finden, sich woanders vollzustopfen und anders ist es nicht mit deinem Freund.

      Für ihn wird es schon eine enorme Herausforderung sein, für dich zurückzustecken und nun Intervallsaufen zu betreiben. Entweder er erkennt selbst, dass es ihm nicht guttut oder er bleibt dabei, du kannst ihn lediglich unterstützen, aber mehr auch nicht.

      (14) 08.04.19 - 15:18

      Du bist sehr sehr naiv, wenn du wirklich glaubst, dass er irgendwann erkennt, dass er mit Alkohol eure Liebe zerstört. Wird er nicht, denn ich habe das Gefühl, du wirst es weiter einfach so hinnehmen.

      Bei „er versucht die Zähne zusammen zu beißen“, war ich raus. Ernsthaft, wem das schwer fällt ist Alkoholiker. Ich trinke wirklich gerne mal was - aber mir fällt es nicht schwer nichts zu trinken...

      Dir bleibt nur zu gehen - oder es so hinzunehmen. Letzteres wäre für mich nicht akzeptabel. Und solltest du bleiben: bitte bitte verhütet ordentlich!

      (15) 08.04.19 - 15:27

      Mein Vater ist selbst ein "versteckter" Alkoholiker, deshalb kenne ich das nur zu gut.
      Er hat sein Feierabendbier gebraucht und meistens blieb es nicht nur bei dem einem Bier, am Wochenende suchte er immer einen Anlass um zu trinken.
      Die Ehe meiner Eltern ist daran bzw. an den Folgeschäden kaputt gegangen.

      Vielleicht würde es dir helfen mal zu einer Selbthilfegruppe von Angehörigen von Alkoholikern zu gehen und dich da auszutauschen. Die gibt es in nahezu jeder Stadt.

      (16) 08.04.19 - 16:35

      Du bist leider sehr naiv.

      Alkoholismus ist eine Sucht und gilt als Krankheit. Er KANN nicht anders. Du kannst dir den Mund fransig reden - er wird es nicht lassen. Er sagt ja selbst zu dir, dass du ihn mit deinen Vorhaltungen nervst und es so akzeptieren sollst.

      Und er wird IMMER ein Alkoholiker bleiben. Das ist keine Krankheit, die man abschüttelt wie Windpocken und man ist durch mit der Nummer.

      Ich kenne einen Alkoholiker, der es geschafft hat, trocken zu werden. Bis dahin hat seine Frau die Hölle mitgemacht u. nach 20 Jahren exzessivem Konsum war die Leber fertig. Ein Arzt im KH hat ihm gesagt, er solle JETZT aufhören oder seine Lebensjahre kann er an einer Hand abzählen.
      Er hatte es letztlich geschafft. Aber seine Frau war immer in Panik, wenn wir ausgingen. Dass er bloß nicht versehentlich das falsche Bierglas erwischt......beim Dessert wurde drauf geachtet oder beim Kellner hinterfragt, ob da Alkohol drin ist uw.

      Die Schwester meiner Freundin war so drauf wie dein Freund. Ich kenne sie über 30 Jahre. Man merkte ihr nichtmal an, dass sie Alkoholikerin ist. Wir haben oft zusammen gefeiert. Irgendwann kam es zum Eklat u. meine Freundin half beim Wohnung ausräumen. Da wurde das ganze Ausmaß sichtbar. Überall versteckte Flaschen. Die haben das Leergut in Kisten rausgeschleppt.
      Sie selbst war auch da noch der Meinung, kaum ein Problem zu haben. Die zig Entgiftungen im KH verliefen geradezu einfach. Danach sollte sie zu den AA gehen. Tat sie auch kurz u. meinte, dass SIE ja längst nicht so drauf wäre wie die anderen dort u. ab und zu ein Sektchen seien doch kein Problem. Und der Kreislauf ging wieder von vorne los.

      Nach 30 Jahren Suff (gearbeitet hat sie übrigens die meiste Zeit u. sie war gut in ihrem Job) hat sie heute das Hörvermögen auf einem Ohr verloren, weil sie vor Jahren besoffen so unglücklich stürzte, dass sie eine Hirnblutung bekam u. lange im KH war u. das Innenohr unwiderbringlich geschädigt ist.

      Willst du so ein Leben? Er nimmt dich nicht mit, wenn er feiert. Gehst du mit, beobachtest du nur, wieviel er trinkt...... Das i

      Er säuft sich doch nicht nur alle zwei Wochen die Hucke voll, sondern trinkt ja unter der Woche auch noch seine zwei Liter....
      Der Mann ist Alkoholiker, da gibt's kein Beschönigen und irgendwann wird er, wenn Du ihm seine Sauferei verbieten willst, Dich nicht nur verbal sondern auch körperlich angehen. Er ist Kilometer davon entfernt, einzusehen, dass er sich und euch ruiniert mit der elenden Sauferei.
      Ich kann hier keine sanften rücksichtsvollen Worte finden; war in erster Ehe mit einem Alkoholiker verheiratet, was ich leider zu spät bemerkte, sonst hätte ich ihn sicher nicht geheiratet. Es war die Hölle. Ewige Sauferei, Beteuerungen bis hin zum Heulen, wieder Saufen, Auto zu Schrott fahren, Schulden machen, nicht mehr arbeiten, weil man noch besoffen zur Arbeit erschien und rausflog - und Aggressionen ohne Ende. Ich wurde über zwei Jahre regelmäßig geschlagen, wenn ich mich getraute, was zu sagen.
      Entweder er geht in Therapie - oder lass die Finger davon - es wird nicht besser. Da hilft auch Deine Liebe nicht und die Selbstberuhigung, dass er ja sonst sooo süß ist.
      LG Moni

      (18) 08.04.19 - 16:58

      Hi,
      dein Text liest sich wie eine Berg- und Talbahn und ich denke, dass kann man schon als Beweis für eine Sucht sehen. Die Vorwürfe, die er dir aus dem Nichts heraus macht, das Trinken alleine, Treffen mit Freunden ohne dich usw. sind definitiv Alarmzeichen.
      Vielleicht solltest du dich mal an Profis wenden, Suchthilfe oder so, die können dir wahrscheinlich sagen, was du tun kannst.

      vlg tina

      (19) 08.04.19 - 16:58

      Hallo!

      Seinen Alkoholkonsum finde ich sehr bedenklich. Er alleine muss es wollen, da weg zu kommen. Nur er kann sich helfen. Alles andere wird nicht funktionieren.

      Gabi

      Also wenn ich ihr euch sonst gut versteht und eine harmonische Beziehung führt, wäre es ja nun sehr schade wenn es nur daran scheitert, dass die unterschiedlichen Mengen an Alkohol zu dauerhaften und gavierenden Problem werden.

      Und wer sich Sorgen um die Menschen macht, die man gerne hat, ist ganz bestimmt nicht spießig, das nur mal vorweg.

      Vor allem stört dich ja der Konsum wenn er bei seinen Freunden ist. Ist er denn beim Nachhausekommen verändert, randaliert er, benimmt sich daneben, macht Dinge, die er sonst nicht macht?

      Du hast eine Biographie weites gehend ganz ohne Alkohol, er ist wohl an Biertrinken gewöhnt. Natürlich sind 7 - 10 Flaschen Bier nicht wenig aber alles ist relativ und es ist ja nicht jeden Tag, dass er sich diese Mengen vereinnahmt.

      Wenn ich mich an meine Studienzeit erinnere, da war alle zwei Wochen am Wochenende Party auf dem Campus. Da bin ich auch nicht unter 25 - 30 Glas Bier weggegangen, verteilt über 7 - 8 Stunden. Allerdings nur Bier, keine harten Sachen. Klar, man hat sich viel bewegt und war jünger und hat das soweit gut weggesteckt.

      Ich denke, Du solltest das für Dich weiter beobachten aber auch nicht pausenlos nörgeln sonst mutierst du zur Meckertante und Spaßverderberin. Wenn der Konsum allerdings gravierenden Einfluss auf eure Paarbeziehung hat und du damit nicht leben kannst oder willst, musst du Konsequenzen androhen. Und die dann auch einhalten. Was mitunter der schwierigste Teil für liebende Frauen ist.

    (24) 08.04.19 - 17:28

    Sicher, dass dein Freund nur Bier trinkt?
    Als Alki wird man von 8-10 Flaschen Bier nicht mehr betrunken. Außer es sind 5 Liter Flaschen 😂
    Selbst für nicht Alkoholiker, die gut im Training sind, ist das nicht viel. In meinen besten Zeiten war ich als Frau nach vielleicht 6-7 Bier angetrunken ;) (nein, ich habe nicht regelmäßig getrunken).

    Hallo,

    Ja, natürlich hat Dein Freund ein Alkoholproblem. Du hast ja schon genug Antworten dazu bekommen.

    Ich sage Dir ganz ehrlich, dass ich nicht glaube, dass Du da was machen kannst. Das Problem ist nicht nur er allein und sein Trinkverhalten, das Problem ist auch sein Umfeld.

    Ich komme aus einem ähnlichen Umfeld wie Du und teile auch Deine Einstellung.
    Seit ein paar Jahren lebe ich nun in einer Region in der schwerer Alkoholmissbrauch zum Alltag und "guten Ton" gehört. In jeder Altersklasse.
    Da kommst Du niemals gegen an.

    Du siehst ja: Er geht sogar ohne Dich weg. Wegen ALKOHOL!! Ihr geht als Paar nicht gemeinsam auf Partys, weil er ganz genau weiß, dass Du da nicht rein passt. Du würdest nicht akzeptiert werden und Du würdest Dich dort auch nicht wohlfühlen. Selbst dann nicht, wenn er selbst tatsächlich nicht mittrinken würde.

    Ich weiß wirklich, wovon ich rede. In meiner Nachbarschaft ist es jedes mal ein echtes Thema, dass ich keinen Alkohol trinke. Von Spott bis bösestem Bedrängen ist da alles schon bei gewesen.
    10-15 Bier sind nichts für die an solchen Abenden. Mich widert das einfach nur an.

    Bleib Dir selbst treu. Ich glaube Dir, dass Dein Freund menschlich ein guter Kerl ist. Absolut. Aber das hat keine Zukunft. Beim Thema Drogen muss man sich grundsätzlich einig sein.

    Er kann es nicht lassen, sein Umfeld ist genauso drauf und Du wirst nie damit im Reinen sein. Für ihn ist es auch nervig, wenn es ständig thematisiert wird. Die Mentalität passt da dauerhaft einfach nicht.
    Da reicht keine Therapie. Da hilft nur ein ganz neuer Freundeskreis für ihn. Und das wird natürlich nie passieren.

    Meine Meinung.

    Alles Liebe

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