Todtraurig - ein offener Brief...

Ich wollte nie anonym posten, jedoch sind folgende Zeilen nun entstanden und erreichen den eigentlichen Empfänger wahrscheinlich nicht... Irgendwie muss ich das aber los werden.


Es ist 3:13. Ich stehe vorm Wasserhahn unten im Bad, Tränenüberströmt und traue mich nicht dich zu wecken. Ich bin nicht die einzige mit Tränen in den Augen, auch Püppis Augen sind damit gefüllt. Wir sind schon wieder seit über einer Stunde wach, haben schon jede Menge hinter uns. Der Hunger hat sie geweckt, nach dem stillen hat sie aber nicht mehr schlafen können. Als ich sie hochgenommen habe hat sie gespuckt. Über den Schlafsack über den Body und über mein einziges Schlafshirt mit dem ich Stillen kann. Also werde ich in anderen Sachen weiter schlafen müssen.

Aber du hast das ganz klug angestellt, so rein psychologisch. Denn ich traue mich nicht, dich zu wecken. Du musst ja arbeiten. Und was tue ich den ganzen Tag? Ist das Mutter sein nicht die viel anstrengendere Arbeit? Mit einem Schreikind was du mir nicht mal nach Feierabend annimmst weil es sich dann für die 5 Minuten bevor du etwas anderes machen musst nicht lohnt?

Stunden nach ihrem schreien schläft sie endlich. Im Tragetuch nah bei mir. Bis sie aufwacht und Hunger hat. Ich Stille sie und sie schlummert wieder ein. Bei mir im schoß. Für dich wäre das längst zu warm, du hast sie in solchen Momenten häufiger wieder zu mir gegeben oder abgelegt. Sowohl im Tragetuch als auch auf dem schoß.

Sie schreit wieder weiter, der Wasserhahn bringt nichts mehr. Mittlerweile sitze ich wieder oben auf dem Ball und hopse auf und ab, hoffe inständig sie hört gleich endlich wieder auf. Sie kratzt mich. Meine Ohren klingeln. Ein Zustand, den du, um es mit deinen Worten zu sagen "nicht erträgst". Du "kannst das nicht". In so Momenten fängst du an, sie anzuschreien oder manchmal wünscht du dir vielleicht, sie wäre nicht da.
Weisst du was? Für mich ist das nicht weniger schlimm, ich ertrage es nicht besser. Ich "kann" das auch nicht. Ich zerbreche innerlich. Jedes Mal ein bisschen mehr. Aber irgendjemand muss es ja machen.

Mittlerweile ist es 3:26 und wir sind bald zwei Stunden wach. Ich versuche, nicht zu weinen und meine Stimmung so neutral und gleichzeitig so tröstend, wie möglich zu halten. Unmöglich. Denn ich fühle mich alleine. Alleine vor einem riesen Koloss, den ich erklimmen muss. Ohne Sicherung. Denn einer muss es ja machen.

Wenn sie dann abends endlich wieder friedlich ist und sich die Äuglein reibt, wünsche ich mir, dass wir sie schlafen legen. Gemeinsam. Dass sie dann schläft und ich endlich 5 Minuten für mich habe. Aber du verlässt nach ein paar Minuten den Raum, nachdem ich feststelle, dass das einschlafen mal wieder etwas länger dauern kann. Warum ich das weiß? Weil ich unsere Tochter jeden Abend ins Bett bringe. Alleine. Du kannst das nicht, sagst du. Du schliefest entweder vor ihr ein, oder seist frustriert, dass sie nicht schläft.

3:30 Uhr. Ja, das Gefühl kenne ich sehr gut! Nur leider kann man schlecht einschlafen wenn man ein Baby im Tuch hat. Davon abgesehen, dass ich es auch so niemals könnte, bevor ich Weiss, dass sie gleich einschläft. Aber ich schweife ab. Jetzt gerade ist es anders. Man kann nur frustriert sein. Und das bin ich. Und wahrscheinlich überträgt es sich auch noch auf sie. Aber ich traue mich nicht, dich zu wecken. Ich traue mich wahrscheinlich auch nicht, von dir mehr einzufordern. Weil "du kannst das ja nicht".

Die Dinge, die du "nicht kannst" nehmen übrigens zu: zu Beginn war es das schreien in der Nacht, also bist du umgezogen ins Arbeitszimmer. Das war für mich okay. Bis es losging, dass du zunehmend tagsüber dieselbe Aussage getroffen hast. Du kannst es nicht. Also nehme ich sie ins Tragetuch, beruhige sie, stundenlang, mit Ohropax teilweise, weil mir die Ohren klingeln. Das findest du scheisse, denn in den Schrei Pausen verstehe ich nicht, was du mir sagen willst. Wieso genau muss ich mir dann in den Pausen auch noch ganz wichtige sachen von dir anhören?

Wir erreichten eine Grenze, bei der ich nicht mehr konnte. Das grosse Wort Wochenbettdepression stand im Raum. Die Erklärung für alles, oder? Wir besorgten Premilch, damit ich mal eine oder zwei Nächte schlafen kann. Die Premilch hat dich ja ach so entspannt, endlich könntest du uns beiden auch helfen. Dabei sind die Nächte heute gar nicht mein Problem.
Es hat ja auch nur 1,5 Nächte funktioniert. Denn dann schrie sie wieder.

Die Premilch wurde zeitweise deine Ausrede und Lösung für alles. Genau wie der Fön, die Dunstabzugshaube, der Wasserhahn. Einfach das Kind vollstopfen oder mit anderen Dingen ruhigstellen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass du mal länger als 3 Minuten versucht hast, sie mit deiner Stimme und liebevollem Wiegen versucht hast zu beruhigen.

Du sagst, du kannst das nicht. Und ich werde zunehmend trauriger. Fühle mich zunehmend mehr allein. Weil ich nicht verstehen kann oder will, wieso du es nicht mal versuchst. Wieso genau bin ich alleine damit, alles zu versuchen? Und meine Kraftreserven aufzubrauchen, ohne große Möglichkeiten, meine Akkus jetzt aufzuladen. Denn du musst ja wieder arbeiten.

Wieso genau, kannst du sie in einer Mittagspause nicht zu dir nehmen, wenn wir eine Möbellieferung bekommen, die nicht nur geliefert, sondern auch montiert wird, damit ich wenigstens mal duschen kann? Damit ich wenigstens mal ein paar Minuten für mich selbst habe? Ich habe es nicht weiter hinterfragt. Ich nehme es hin, ungewiss, ob ich mich vor dem Treffen mit meiner alten Babysitterin, die Tagesmutter ist, überhaupt waschen kann.

Mein lieber Schatz, ich liebe dich unendlich und auch unsere Tochter. Aber ich glaube, wir haben ein riesen Problem. Denn das alles hier, hat nichts mit Können zu tun. Oder allein mit Hormonen - auch eine deiner Lieblingsaussagen. Ich kann das auch nicht. Und ja, vielleicht ertrage ich alles minimal besser, weil ich noch andere Hormone ausschütte. Aber größtenteils mache ich es einfach. Weil dieses kleine Bündel Mensch, die Mischung aus dir und mir, Liebe braucht. Sie braucht nicht stumm einen Wasserhahn der läuft. Sie braucht nicht genervtes auf und ab gehen im Tragetuch - ja auch das passiert mal nach 1-2 Stunden. Sie braucht Liebe und Zuwendung und Verständnis. Dinge, die man irgendwo aufbringt, aufbringen muss als Eltern. Die kommen, weil man unendlich glücklich ist, dieses kleine Wunder zu haben.

Ich frage mich bloß aktuell zunehmend, wieso du deiner Aussage nach so vieles "nicht kannst" und frage mich häufiger, was genau damit gemeint ist. Kannst du nicht trösten? Kannst du nicht da sein ohne dich aufzuregen? Kannst du keine Zuwendung geben? Kein Verständnis zeigen für etwas, was sie dir nicht erklären kann? Keine Hitze aushalten, damit es ihr besser geht? Die Nähe nicht ertragen?
Oder willst du das alles einfach nicht, weil es zu schwer ist?

Du sagst, du liebst unsere kleine Familie. Warum bin ich dann die Einzige, die kämpft und sich selbst zusammenhält und immer versucht, neue Strategien zu entwickeln, die kleine zu beruhigen. Neue Ansätze, neue Dinge, neue Bewegungen, Lieder.

Ich schätze es wird so bleiben. Ich trage sie weiter stundenlang bei mir, bis sie sich beruhigt. Ich bringe sie weiter alleine ins Bett, bis sie schläft. Und langsam aber sicher verkrieche ich mich dabei in mein kleines Schneckenhaus, verberge meine eigene Überforderung, werde dich nicht mehr um Hilfe bitten. Denn, das hast du mir oft genug gesagt, du kannst es nicht.

Es ist 3:52. Püppis Tränen sind getrocknet. Sie ist an meinem Herzen eingeschlafen. Ich versuche gleich, sie wieder in ihr Bett zu legen. Den Schlafsack anzuziehen. Selbst einige Minuten Schlaf zu finden. Letzteres wird das schwerste. Denn meine Tränen sind immer noch frisch.

Um 4:30 ist das Bett endlich wieder warm und ich dämmere weg. Aber unsere Tochter holt mich aus dem Halbschlaf, sie hat Hunger. Also stehe ich doch wieder auf... Setze mich frierend auf den Stuhl, der wie du es selbst gesagt hast "mega unbequem" ist, um sie zu stillen. Voller Angst dass sie gleich nicht wieder einschlafen will.

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Es tut mir leid, das die ersten 2 Stimmen direkt auf dich einprügeln.

Es ist egal ob das erste oder das 4te Kind. Wenn man sich alleine gelassen fühlt, allein und ständig verantwortlich, weil der Mann sich mit einem dämlichen "mach Du, du kannst das besser" zurückzieht, dann kommt man an seine Grenzen.

Ich hab mein viertes bekommen. Mein erstes Schreikind. Und fast zeitgleich verlor mein Mann seinen Job und wurde depressiv. Fühlt sich als nichtsnutz und Versager. Igelt sich ein.

Mir hat geholfen, es erstmal mir gemütlich zu machen. Leg dich mit Püppi zum stillen ins Bett! Machs dir bequem auf der Couch. Das ist tatsächlich deine Verantwortung. Und dann drück ihm das Kind auf den Arm und geh duschen. In Ruhe. 20 min. Am besten direkt nach dem stillen. Nicht "um Erlaubnis fragen". Einfach machen! Du fliegst ja nicht in Urlaub sondern gehst nur duschen!

Trau dich, ihn zu wecken. Am Wochenende stillst du Erst, dann soll er übernehmen.

Ich kann deine Verzweiflung wirklich verstehen. Meine Nr 4 ist auch erst 3 Monate alt. Aber ICH bin nicht alleine verantwortlich! Ich habe nicht alleine gezeugt! Und wenn ich nicht mehr kann, dann interessiert mich nicht, dass er morgen arbeiten muss!

Zu eurem Spiel gehören 2. Er lässt dich nicht alleine im Stich. Du erlaubst ihm über auch, sich zurück zu lehnen, weil...DU machst das schon!

Pack ihm das Baby in den Wagen oder die Trage und schick ihn spazieren. Sag ihm, du brauchst jetzt ne Std Schlaf. Dringend. Und er ist schon groß, er schafft es doch sicher, das Baby ne Stunde zu schaukeln.

Erlaub ihm einfach nicht, alles auf dich abzuwälzen!

Kopf hoch. Bald wird's besser.

Wie alt ist das Baby? Hat es vielleicht Bauchschmerzen? Hast du eine Hebamme? Sprich ehrlich mit ihr! Sie kann dir bestimmt helfen!

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Ich würde Fakten schaffen UND deinen Mann machen lassen: nach dem Stillen kriegt er das Kind in die Hand/ins Bett, keine Ahnung wohin und du verlässt nachts den Raum, Tür abschließen, Oropax rein und gute Nacht und tagsüber gehst du einfach raus, spazieren, einen Kaffee trinken, im Auto auf dem Parkplatz ne Runde Handy daddeln, was weiß ich.
Lass deinen Mann machen. Und hör auf, zu bewerten wie er es macht, ob er Premilch füttert oder den Fön anschaltet, mei, dass ist doch nicht besser oder schlechter als das Kind mit "liebevoller Stimme" zu beruhigen.
Hör auf um Verständnis zu werben und übernimm Verantwortung für dich und Selbstfürsorge.
Mein Mann konnte auch nix und ich hab ihm nix zugetraut und dann in letzter Konsequenz doch alles an mich gerissen.
Still ab, teilt euch die Betreuung des Kindes auf, und hör auf um Verständnis zu werben. Damit habe ich jahrelang vergebmich verbracht. Helfen tun oft nur Handlungen... du kannst nicht mehr, also kannst du nicht mehr. Dann geh schlafen und tue was für dich.
Die zwei werden schon miteinander zurecht kommen und vielleicht wächst dann das Vertrauen deines Mannes in seine Vaterfähigkeiten und er sieht: er kann, wenn er muss.

Niemand hat was davon, wenn du in der Opferrolle im Tal der Tränen schwimmst.

Ich will dich nicht so hart angehen. Ich werde zum Zombie, wenn man mich nicht schlafen lässt, also echt so Walking dead-mäßig, gefährlich für mein Umfeld. Also kämpfe ich für mein Recht auf Schlaf, mit harten Bandagen.

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Super geschrieben!!!

Motte schrie zu Beginn auch viel. Das ist wirklich unfassbar anstrengend. Wieviel ich auch geheult habe.

Mein Mann war IMMER da. Weil wir mussten. Nicht, weil einer es „besser“ konnte. Mein Mann hat gearbeitet, aber Baby haben (grade ein Schreibaby!) ist kein Urlaub.

Auch ich würde sagen: dein Mann und du müsst euch dazu informieren (Schreiambulanz, Fachliteratur, Hebamme befragen, etc). Und dann muss dein Mann einfach machen. Lass seine Ausreden nicht zu. Der Anfang ist hart, war er für dich ja auch. Gib ihm das Kind, am besten satt und dann sperr das Bad ab und dusche. Dein Kind stirbt nicht, es ist bei papa und er muss eben raus finden, wie er trösten und es aushalten kann.

Du hast ja auch geschaut, wie du damit umgehst.

Und dann kann auch ich nur sagen, mach es dir so leicht wie möglich: Motte lag bei uns, damit ich nicht alle 30 Minuten aufstehen muss. Es gibt nur bequeme Plätze zum stillen, der Rest wurde entsorgt ;)

Alles Gute euch! Und es wird besser! Ehrlich! Motte ist 18 Monate und es ist soooo entspannt mit ihr. Und Mama UND papa sind toll. Die Arbeit hat sich so sehr gelohnt ❤️

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Ich möchte garnicht auf das Emotionale eingehen,dies werden sicher viele machen...aber was hilft es im Moment.
Ich kann auch nicht einordnen wieviel Dein Mann beruflich leistet oder auch nicht...wir haben hier Arbeit und Kinder wirklich geteilt und uns immer unterstützt...
Vielleicht helfen einige Gedanken,damit möchte ich dich aber nicht verletzen!
Ist es dein erstes Kind und arbeitest Du?
Es wirkt alles sehr unpraktisch.....warum muss das Kind in sein Bett und du musst in einem unbequemen Stuhl stillen?
Schafft euch bitte einen Schlafplatz wo du garnicht erst aufstehen musst und bitte auch ein weiteres Stilloberteil sollte es dir wichtig sein nur damit bequem stillen zu können.
Liegen bleiben, andocken und schlafen.
Nr 3 hat hier auch viel geschrien und was wirklich nicht geholfen hat war rumspringen usw und alles versuchen...das Schreien ist anstrengend aber wir haben uns angekuschelt hingelegt und Nähe gegebenen und gewartet,so waren die Phasen immer schneller vorbei.
Sollte das Stillen für Dich zu anstrengend sein,überdenke es ob es wirklich sein muss.
Nein,nicht Dein Mann ist an diesem Zustand schuld,keiner ist schuld,es ist eben manchmal so.
Warum schläfst du tagsüber nicht immer mit dem Baby?

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Ich verstehe jetzt nicht so ganz was dieser Brief bewirken soll.....
Ich hatte auch ein Schreikind.... 12 Monate lang nur geschrien, dazu war ich schwanger plus Kindergartenkind und Schulkind.
Das war heftig, keine Frage.
Aber ich glaube das du sir Hilfe holen solltest, nicht für das Kind sondern für dich.
Ein Schreikind macht einem das Leben sehr schwer, allerdings sind es oft nur wenige Wochen bis Monate. Wenn man da solche Texte verfasst, sollte man sich bei einem Arzt vorstellen.

Das Hilft dir und deinem Kind.
Wie weit dein Mann helfen kann, kann ich nicht beurteilen. Bei mir war das auch schwierig, weil das Baby nur bei mir sein wollte (bei mir schrie es vielleicht nur 30 Minuten und nicht gleich 1,5 Stunden) aber immer wenn es schlief, war ich froh und schlief auch. Jeder ist da aber Nders belastbar, deswegen würde ich lieber jetzt als wenn es zu spät ist mir Hilfe holen.

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Ich gebe dir recht, dass sie sich Hilfe holen soll, aber ich finde nicht schön, dass du ihr quasi "Gejammere" vorhältst. Dieses "ich hatte es noch viel schwieriger, habe es aber deutlich besser hinbekommen als du" kenne ich von meiner Mutter und es hat mich nur wütend gemacht und nicht im Ansatz geholfen. Sie hatte ja auch ein ganzes Dorf zur Unterstützung, ich niemanden. Ich finde, man kann da nix vergleichen. Sorry, aber du hast mich gerade sehr an meine Mutter erinnert 😅

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Es war nicht so gemeint.
Sondern eher das wenn man mit so einer Situation (quasi fast alltäglich) überfordert ist, man sich nach Hilfe umschauen sollte.
Weißt du wie ich es meine?

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Das klingt sehr, sehr traurig. Dass du dich zurückziehst, verstehe ich, aber das ist, denke ich, der falsche Weg. Egal auf welche Art und Weise du deinen Mann erreichen kannst: Er muss verstehen, dass du das nicht allein machen solltest. Es ist auch sein Kind. Er muss sich kümmern. Bis auf das Stillen kann er alles machen (vorausgesetzt eure Kleine lässt sich von ihm trösten, denn es gibt ja auch Babys, die nur Mama wollen). Wenn er da ist und sie ist grade satt, drück sie ihm in den Arm und geh einfach duschen oder kurz an die Luft, was auch immer. Da muss er dann durch.
Zur Nacht: Lass sie doch bei dir im Bett oder zumindest im Beistellbett schlafen, das gibt viel Nähe und reicht vielleicht schon? Dann kannst du auch im Liegen stillen und dabei weiterschlafen. Setz dich bitte nicht auf einen Stuhl oder Ähnliches. Das ist unnötig unbequem und außerdem ist es gefährlich: Wenn du wegen des Schlafmangels doch einnicken solltest, kann es sein, dass sie dir runterfällt. Das ist nicht böse gemeint, aber manchmal muss man sich das Leben so einfach wie möglich machen und den Weg des geringsten Widerstandes gehen. Und in der Nacht und wenn es um Schlaf geht, ist das total meine Ansicht.

Ich hoffe, es wird besser! #blume

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Ich glaube das kennen viele Frauen, ich war mit zwei kleinen Kindern, von denen das Zweite ein Schreibaby, auch alleingelassen wie du.

Mach es dir einfacher: Baby mit zu dir ins Bett, dann musst du zum Stillen nicht aufstehen. Dann wird sie auch ruhiger. Du versuchst alles mögliche, damit sie ruhig wird, hopsen, rumlaufen, Wasser stundenlang laufen lassen. Fällt Dir was auf? Du versuchst das Kind mit Unruhe zu beruhigen, sitzt im unbequemen Stuhl in der Kälte und versuchst krampfhaft, übrigens absolut wider die Natur, deinen Säugling dazu zu bringen, im eigenen Bett schlafen zu müssen statt nah bei Dir. Du hebst sie herum, raus aus dem Bett, in den Stuhl, unruhig, weil es dir kalt und unbequem ist, das alles überträgt sich auf dein Kind, das spürt, dass du das hinter dich bringen willst. Natürlich kotzt sie auch, wenn sie ständig die Position ändern muss. Warum legst Du sie nicht einfach zu dir, wenn sie Hunger hat, brauchst du nicht aufzustehen, stillst sie einfach im Liegen im Bett und beide schlafen dabei wieder ein, keine Unruhe, nichts, das Kind wird wahrscheinlich nicht mal richtig wach so und du auch nicht.

Dass dein Mann dich mit allem allein lässt, ist traurig. Aber du machst es dir m.E. auch zusätzlich schwerer. Aus seinem Verhalten kannst Du nur für die Zukunft lernen, dass du im Notfall nicht auf diesen Mann zählen kannst und allein bleibst mit den Problemen. Darum ist mein Ex auch mein Ex.

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Genau deswegen überlegt man sich zehnmal ob man einem Kind gewachsen ist und lässt nicht die Hormone entscheiden. Nicht jeder bekommt ein Baby, das von Anfang an durchschläft und super pflegeleicht ist.

Ich weiß wie schlimm es ist ein Schreibaby zu haben und alleine auf weiter Flur damit zu stehen, weil der Partner nunmal das Geld verdient, da sind schon so viele Mütter auf dem Zahnfleisch gekrochen und auch du musst da jetzt durch.

Andere Frauen haben nicht mal einen Partner, gehen kurz nach der Geburt wieder Vollzeit arbeiten, haben keine Verwandtschaft, kümmern sich trotzdem um ihr Schreikind und überleben trotzdem.

Ich möchte dir nicht absprechen, dass du erschöpft und müde bist, aber du bist nicht die erste Mutter, der es so geht. Mach das Beste draus. Oder ihr tauscht, dein Mann nimmt Elternzeit und du gehst Vollzeit für die Familie verdienen.

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Ach so und der Partner der arbeitet hat den Schlaf verdient? Die Mutter mit dem Schreibaby braucht keinen?
Die Mutter muss da durch?
Mir wurde gern der Ratschlag gegeben, dass ich schlafen muss, wenn das Kind tagsüber, wenn es hoch kam 30 Min am Stück geschlafen hat. Ich war wohl zu doof den off Knopf zu finden und binnen Sekunden einzuschlafen, damit ich genau dann zack weg bin, wenn das Kind weg ist.
Unser erstes Kind war zwar kein richtiges Schreikind, aber sie hatte die 3monats Koliken.
Mein Mann und ich haben uns mit den Nächten abgewechselt, weil er wusste wie anstrengend das ist. Somit sind wir zusammen am Zahnfleisch gelaufen bis es besser wurde.

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Inwiefern ist dein Beitrag hilfreich? Was bringt es der TE?
Schlimmer geht es immer. Ich weiß echt nicht, was dieser „Wettkampf“ soll, wer es schlimmer hat.

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Meine Liebe, du brauchst dringend Hilfe.
Keine Ahnung, wieso hier einige so empathielos antworten, aber zum Glück hast du ja auch schon freundliche Antworten mit guten Tipps bekommen. Denen kann ich mich nur anschließen. Mach es dir so einfach wie möglich. Stillen im Liegen ist so viel angenehmer. Mein Sohn ist zwar kein Schreibaby, aber er schläft nachts fast nur an meiner Brust. Würde ich im Sitzen stillen, hätte ich seit 11 Monaten nicht mehr geschlafen. Stillshirt hab ich zum Schlafen zum Beispiel gar nicht an. Ein normales TShirt kann man doch einfach hochschieben? Da verstehe ich das Problem nicht.
Ich hatte am Anfang auch viel zu viel Mitleid mit meinem Mann, weil der arme Kerl ja arbeiten muss. Tja, aber Babybetreuung ist auch Arbeit. Den ganzen Tag, jeden Tag, immer. Dann hab ich angefangen mehr zu fordern. Knirps morgens um 5 wach und ich fix und fertig? Ich hab den Kleinen dem Papa in die Hand gedrückt und bin schlafen gegangen. Steh für dich ein! Stelle klar, dass du das nicht weiter mit dir machen lässt.
Tagsüber kannst du deine oder seine Eltern um Hilfe bitten, triff dich mit Freunden, dazu hat man sie.
Wenn mein Sohn schreit und ich keine Ahnung hab, was er hat, hab ich zwei Joker: Seifenblasen oder gemeinsam in die Badewanne gehen.

Sprich mit deinem Mann. Sei deutlich. Zeig ihm, was du hier geschrieben hast. Er muss seinen Hintern hochkriegen und endlich Vater sein. Überlege dir, wie viel Zeit du ihm dafür noch geben willst, wie lange du die derzeitige Situation noch ertragen kannst und willst.

Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dass du dir Hilfe holst und sie auch bekommst. Zur Not bei professionellen Stellen.

Alles Liebe
orchifee

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Fühl dich erstmal gedrückt! Du bist total erschöpft und mitten in der Nacht erscheinen die Situationen natürlich nochmal um ein Vielfaches schlimmer.
Auch ich würde dir raten es dir so gemütlich wie es irgendwie geht mit dem Baby zu machen...bitte hole sie zu dir ins Bett und stehe nicht extra auf, um sie zu stillen. Bei meiner ersten Tochter habe ich es ebenso wie du gemacht und im Nachhinein betracht war es fürchterlich...viel zu kalt, unbequem und frustrierend und das überträgt sich nun mal auf das Kind. Versuche ihr mehr Ruhe zu geben und weniger Aktion mitten in der Nacht und wenn dein Mann diese Unruhe im Schlafzimmer nachts nicht möchte, dann soll er bitt in einem anderen Zimmer schlafen. Solange die Kleine so viel schreit, soll er entweder mithelfen oder aber dafür sorgen, dass ihr es euch so bequem wie möglich machen könnt.
Versuche dich tagsüber nicht einzuigeln, sondern viel rauszugehen und dich wenn möglich auch regelmäßig mit Freundinnen/anderen Mamas zu treffen. Mir war das damals oft zu anstrengend, weil alle vermeintlich perfekte Babys hatten, die gut schliefen/aßen etc. und gefühlt nur meins ständig schrie, aber dennoch tun so kurze Momente mal mit einer Freundin etc so gut und du bist ganz anders gewappnet für den nächsten Schreianfall. Vergiss auch nicht zu essen...du brauchst deine ganze Kraft. Ich habe mir bei meiner Großen oft ein Sandwich gemacht und es unterwegs beim Spazierengehen gegessen...
Mir hat es auch geholfen aus dieser Erwartungshaltung meinem Partner gegenüber herauszukommen... es hat mich nur noch mehr Kraft gekostet ständig enttäuscht zu sein, dass er wieder dieses und jenes nicht gemacht hat, als es irgendwann zu akzeptieren. Versuch ihn weiterhin einzubinden, lass ihn dich in anderen Bereichen unterstützen (einkaufen, kochen etc), aber erwarte es nicht so sehr. Seine Zeit mit dem Baby wird kommen und bis dahin kann er vielleicht andere Aufgaben übernehmen.
Ich wünsche dir/euch alles Gute und ich verspreche dir, dass es irgendwann besser wird!
Liebe Grüße!

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Guten Morgen du Liebe,

Ich hoffe du hast diese Nacht doch noch etwas Schlaf abbekommen und kannst die Welt nun wieder etwas positiver sehen.
Ich finde nicht dass die ersten beiden Antworten "auf dich einprügeln", wie eine Userin hier schrieb. Manchmal braucht es aber auch eine etwas nüchternere Betrachtung von außen um wieder etwas klarer zu sehen. Du klingst sehr emotional, überfordert und hast mit Sicherheit ein großes Schlafdefizit. Aber - sei mir nicht böse - ein Teil davon könnte auch hausgemacht sein.

Glaub mir ich kann deine Situation sehr gut nachfühlen, ich war direkt nach der Geburt meiner Tochter allein mit ihr (Vater hat uns verlassen) und wäre heilfroh um jede Hilfe gewesen. Hatte aber keine.
Daher mein Tipp: mache es dir so leicht wie möglich. Wie sagt man so schön, du bekommst was du tolerierst.
Sprich mit deinem Mann klare Worte. Du kannst nicht mehr, es ist nicht nur dein Kind und er muss sich jetzt mehr einbringen. Während er arbeitet versorgst du das Kind allein. Ist er zu Hause teilt ihr euch die Zeit 50/50.
Soll er sich aussuchen welche Dinge er übernimmt - wickeln, bespaßen, Kleidung sortieren / waschen, füttern sobald es geht, trösten wenn sie weint etc.
Genau so Nachts. Er geht arbeiten und braucht Schlaf, du versorgst euer Kind und brauchst Schlaf. Freunde haben sich die Nächte mit Baby geteilt. Der Vater war bis 1uhr dran mit wickeln, trösten, füttern, die Mutter ab 1uhr. Finde ich eine prima Lösung.

Mach es dir bequem, wie andere schon schrieben, hol dir alles was du brauchst inklusive Kind ans /ins Bett. Dann kannst du Nachts liegen bleiben und musst nicht aufstehen. Das hilft schon sehr. Kaufe dir Stillfreundliche Oberteile. Es gibt schöne Spieluhren mit weißem Rauschen. Meiner Tochter hat es sehr geholfen sich zu beruhigen.

Was meint dein Mann mit "ich kann das nicht"? Ist er nicht in der Lage euer Kind auf dem Arm zu tragen? Oder kann er es vielleicht nicht so wie du das möchtest?
Hinterfrage dich und deine Kommunikation auch mal. Oft reißen die Mütter alles an sich weil sie glauben es besser zu können oder fordern von den Vätern, es genau so zu machen wie sie. Dein Mann macht es anders, aber dadurch vielleicht auch nicht "falsch". Das Mittel der Wahl das Baby zu beruhigen hast du ja auch noch nicht gefunden.
Lass ihn machen und übergib ihm Verantwortung. Du wirst sehen er KANN es dann bestimmt auch. Nur eben anders als du. Väter müssen ihre Rolle genau so wie wir erst finden. Gib ihm dir Gelegenheit dazu, am besten alleine und nimm dir die Zeit für dich.

Und denke immer an das wichtigste Mantra für Eltern: Es geht vorbei. Irgendwann wird es besser. Durchhalten!

Ich wünsche dir alles Gute 🍀