Mann fühlt sich zurückgesetzt...

Ich muss mir meinen Frust mal von der Seele schreiben, ich glaub sonst schrei ich hier bald....

Unser Sohn ist noch keine 4 Wochen alt und schon brennt die Luft hier zu Hause. Ständig jammert mein Freund nur rum. Er hätte den Kleinen ja so wenig, weil ich ihn ja ständig stille. Wenn er ihn dann hat, jammert er wieder rum, weil er sich nicht beruhigen lässt. Er unternimmt aber auch nichts, damit sich das ändert. Er kommt von der Arbeit und erwartet von mir, dass ich ihm ein sattes, zufriedenes Baby überreiche und er dann Qualitytime mit ihm verbringt, bis er das Baby dann erfolgreich hochgeschaukelt hat und es schreit und weil er sich ja vorher entweder über meine Tipps lustig gemacht hat oder der Meinung ist, er wüsste alles besser, nicht weiß was er machen soll und es mir in die Hand drückt und ich wieder damit beschäftigt bin, den kleinen Mann zu beruhigen.

Es hört sich fies an aber genau so ist es. Er schreit den ganzen Tag nicht so viel wie in den Stunden wo er dann da ist. Und wir haben hier wirklich ein superliebes und süßes Baby. Manchmal lässt er ihn einfach schreien, weil er keine Peilung hat warum er schreit und sich zu fein ist, mich um Rat zu fragen. Wenn ich dann auch noch sage, dass er Hunger hat, regt er sich wieder auf, weil ich ihm "ja ständig das Kind entreiße. " Ich hätte ihn ja vorher stillen können. Wenn er sich dann gar nicht mehr beruhigt, dann bringt er ihn mir und jammert mir wieder eins vor, von wegen fehlende Bindung und der Kleine wäre viel zu sehr auf mich fixiert. Nochmal zur Info: Das Kind ist noch keine 4 Wochen alt.

Dazu muss man dann sagen, dass dieses Verhalten aber nur zu Superdaddys Öffnungszeiten zu beobachten ist. Er schläft nämlich schön getrennt von uns, damit er ruhige Nächte hat. Auch an den arbeitsfreien WEs. Da hab ich mich dann zu kümmern.

Was ich mich eigentlich aufrege... ich hätte doch die ganze Nacht Zeit mit dem Baby, dann müsste es doch reichen, wenn ich ihn ab 15.00Uhr nur noch zum Stillen und Trösten zu Gesicht bekomme...

*ironie off*

Danke fürs Lesen.

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Kennst du die 4 Phasen der Teambildung? Ihr 3 seid erst seit ein paar Wochen ein Team und steckt mitten in der Forming-/Stormingphase.

Ohne auf "er hat so" und "ich bin so" und "wenn das Baby schläft/wach ist/schreit.." usw. im Detail einzugehen: Ihr müsst einfach wieder zu einer Basis zurückfinden. Einander anzuzicken bringt ja nichts. Die Körpersprache sagt auch vieles aus. Achte auf deine Kommunikationswege und mach ihm aber auch klar, dass ihr einen Plan braucht. Einen brauchbaren Plan, mit dem alle zufrieden sind. Dann teilt es thematisch ein, z.B. wer wann Exklusivzeit mit dem Kind hat, wer wann sich nachts dem Baby zuwendet usw. Wer an welchen Tagen ausschläft...

Ihr beide solltet weniger "annehmen", was der andere wie machen sollte oder nicht sollte, sondern klar kommunizieren. Und vereinbart, dass der Andere nicht einschnappt, wenn der Eine Kritik (lieb!) äußert. Übt euch ein wenig in Humor und lacht, wenn es die Situation erlaubt.

Ja, es ist ein mühsames Spiel, einander wieder zu finden, aber es kann sich lohnen.

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Danke für den Input.
Ich nehme es mal als Denkanstoß und schau mal was ich im Gespräch mit ihm beherzigen kann bzw. wir vereinbaren können.

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Hey!

Das war die Zeit, die meinen Mann und mich auch auf den Boden der Tatsachen gebracht hat.
Ehrlich, wir hatten uns die Zeit auch romantischer vorgestellt.

Habt ihr eine Hebamme? Die hat uns viele gute Tipps gegeben bzw bei meinem Mann das nochmal bestärkt, was ich ohnehin schon gesagt habe.

Holt euch die App "oje ich wachse". Dort könnt ihr die Sprünge der Entwicklung nachlesen. Mir scheint, euer Baby macht gerade einen Entwicklungssprung. In der Zeit sind sie anstrengender und trinken permanent- aber das geht vorbei.
Mein Mann fühlte sich auch sehr hilflos, weil er eben nichts machen konnte. Der Kurze war unzufrieden und im worst case half nur Mama. In der App wird alles nochmal beschrieben.

Nachts haben wir es auch so gehandhabt: Ich schlafe immer noch im Wohnzimmer und mein Mann im Schlafzimmer. Es bringt ja nichts, wenn er permanent wach wird und mir meist eh nicht helfen kann. Im Schlafzimmer konnte ich nicht gescheit stillen und hatte schnell Rückenschmerzen- also bin ich freiwillig aufs Sofa. Für den Fall, dass unser Sohn sich nicht beruhigen ließ, hatte mein Mann aber Rufbereitschaft und half mir dann. Oft musste unser Sohn ihn dann nur sehen und fing sofort an zu lachen.

Es wird definitiv besser! Haltet durch und sprecht über eure Erwartungen! Holt die Hebamme mit ins Boot.
Ich denke, die erste Zeit ist eben die Zeit, in der Mann sich als Paar und Team neu finden muss. Das ging uns auch so trotz 11 Jahren Beziehung vorab.

Liebe Grüße
Schoko

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Danke für deine Antwort. Tatsächlich stille ich nicht viel öfter als "normal" , alle 3-4h. Der Kurze clustert aber halt noch, die Wechsel rauben etwas Zeit, er schläft oft an der Brust ein, die Milchmenge reicht scheinbar nicht immer ganz... uns fehlt halt ca. eine Woche durch Sectio und ITS.
Die Hebi sagt, anlegen anlegen anlegen, vollkommen normal dass er sooft gestillt werden mag und so anhänglich ist. Vielleicht auch etwas traumatisiert durch die Geburt (Inkubator ohne Mama, kein Bonding usw. )
Ich soll mir keine Sorgen und keinen Stress machen. Wenn wir halt den ganzen Tag rumliegen, ist das halt so. Das machen wir nichtmal, denn ich habe hier noch eine 10jährige die auch Aufmerksamkeit braucht und der Haushalt soll ja auch nicht komplett an ihm hängen bleiben.

Zur Schlafsituation muss ich sagen, dass ich das gar nicht so wild finde. Wenn er arbeiten muss , verstehe ich voll, dass er ruhig schlafen will und mich stresste die Situation mit ihm im Bett auch ungemein, denn er wird mit wach, will aber schlafen, wirft sich im Bett hin und her... der Versuch, dann "schnell das Baby zu beruhigen:" war anstrengender als das eigentliche Versorgen des Kleinen. Also kann er ruhig woanders schlafen, soll sich dann aber bitte nicht aufregen, dass er nichts vom Baby hat. Denn der Kleine schläft nur auf der Brust ein und auch das könnte er nachts übernehmen damit ich mal 2h normal schlafen kann. Dann stille ich und danach geh ich halt schlafen bis zum nächsten Stillen. Aber nachts ists ihm dann auch wieder nicht recht, denn nachts will er schlafen.

Ansonsten lass ich ihn eben auch viel machen. Zwischen der einen und der anderen Brust kann er wickeln, frühs kann er ihn waschen usw. Aber er bestimmt dabei wann er das machen will und da kommts dann halt zum Problem.
Heute früh um halb 9 motzte er rum weil wir ihn (wirklich behutsam!) geweckt haben. Der Kleine war wach, zufrieden, wollte aber nicht schlafen.... beste Zeit zum entspannt anziehen, waschen etc. Machen wir unter der Woche halt immer ca. zu dueser Zeit. Aber nein, das war ihm zu früh. Ich hätte ihn ja auch im Schlafanzug lassen können und er hätte es später gemacht. Mit einem kräftigen Paukenschlag das müde Kind gewaschen um mir dann wieder zu erzählen, er schreit bei ihm immer weil ich das Baby sooft habe und er nicht.

Es ist einfach zermürbend. Immer dieses Kopf durch die Wand und wenn das nicht geht, bin ich halt Schuld.

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Hast du schon mal überlegt einmal am Tag Milch abzupumpen? Dies könnte dann dein Freund nach der Arbeit Füttern wenn er Zeit mit dem kleinen verbringt...
So müsstest du nicht die ganze Zeit Parat stehen und hättest in der Zeit dann auch Quality Zeit für dich zum Duschen oder so....

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Bezüglich Saugverwirrung sollen wir laut Hebi nicht unbedingt pumpen bzw. Flasche geben. Wir hatten einen etwas holprigen Start und der Kleine wurde mit der Flasche auf der ITS versorgt. Mein Milcheinschuss war deshalb nur so semioptimal und wir kämpfen noch etwas. Manchmal kriegt er allerdings auch noch etwas aus der Flasche, wenn ihm die Brust nicht reicht, und das übernimmt immer er. Aber halt nicht so regelmäßig sondern nur nach Bedarf wenn es gar nicht geht.
Also es ist gar nicht so, dass er ihn gar nicht hat. Auch die Schlafphase könnte er ihn nehmen. Bzw. nimmt er ihn auch sooft es geht bzw. er bei ihm einschläft. Bzw. schläft er auch bei mir ein und dann tauschen wir. Er schläft zur Zeit nur auf der Brust oder im Kinderwagen. Aber ich beruhige ihn z.B. bis er schläft, geb ihn rüber und er weckt ihn mit einen kräftigen "na Hallo!", Zwergi erschreckt sich, kreischt los und 30min später krieg ich das immernoch schreiende Kind wieder mit den Worten "hat schon wieder Hunger"... Nee ... eigentlich wollte er nur schlafen... Aber wenn ich sage " weck ihn doch bitte nicht" krieg ich dann so Sprüche wie "aber reden darf ich noch mit ihm, ja?"

Na sorry, wenn er alles besser weiß, wüsste er ja auch wie er ihn wieder beruhigt. 🙄

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Unter den Voraussetzungen würde ich auch nicht pumpen. Nach 4 Wochen frühestens, aber auch nur, weil es so gut bei uns lief, sagte die Hebamme.

Nach eurem Start würde ich damit noch warten und erst recht nicht auf Pumpe und Flasche umstellen, weil den Mann auch mal möchte. Er ist doch kein kleines Kind mehr, sondern sollte erkennen, dass er auch rein biologischer Sicht erstmal weniger machen kann.
Es geht ja nicht um 1 Jahr, in dem er gar nichts machen kann, sondern um die ersten 2 bis 3 Monate. Unser Sohn ist nun 15 Wochen alt und es sieht nun ganz anders aus.

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Ist er generell so?

Wie ist es bei anderen Tätigkeiten?
Klar mit Baby zeigt es sich noch deutlicher.

Aber wie war er vorher?
Erwartet er grundsätzlich dass es läuft? Egal wie, hauptsache so, dass er zufrieden ist?

War er vorher schon so, dann wird es schwierig. Jetzt mit Baby kannst du nicht mehr rund um die Uhr auf zwei Kleinkind / Kleinkindverhalten eingehen.

"Wenn ich dann auch noch sage, dass er Hunger hat, regt er sich wieder auf, weil ich ihm "ja ständig das Kind entreiße. " Ich hätte ihn ja vorher stillen können. "

Das würde ich dann beim nächsten Abendessen mal ihn fragen. Hättest ja vor dem nach Hause kommen was essen können. Jetzt ist Babyzeit und Hunger spielt keine Rolle. #augen

Nicht beim ersten Mal. Zunächst fände ich ein ruhiges Gespräch wichtig.
Geht er darauf ein, besteht vielleicht doch noch Hoffnung.
Weicht er aus, will nicht reden - aber sein Verhalten durchsetzen - dann schwierig.

Ist er erst seit der Geburt so?
Dann würde ich mal offen mit ihm sprechen.
Ist er unsicher und traut sich das nicht zu sagen?
Vermisst er sein bisheriges Leben?
Hat er Angst vor der Veränderung?
Angst der Verantwortung gerecht zu werden?
Angst es nicht zu schaffen der Vater zu werden, der er gerne sein möchte?

Dann sollte er aber eigentlich auch offen sein für ein Gespräch oder zusammen setzen, wie ihr euch aufeinander einstellen könnt.

Was erwartest du von ihm?
Was er erwartet er von dir?
Was erwartet er von sich selbst?

Was davon ist realistisch? Wie könnt ihr aufeinander eingehen?

In der Situation Tipps geben ist schwierig. Da fühle ich mich selbst eher bevormundet, auch wenn es jemand gut meint.
Gibt mir jemand in ruhiger Situation Tipps, nehme ich diese gerne an.
Das heißt nicht, dass ich automatisch alles umsetze! Aber es rattert dann in meinem Hirn und ich prüfe bei der nächsten Situation in der Situation, was davon passend ist, ob der Tipp zu mir passt usw.

Bei Freunden war er abends oft gefrustet, weil es so einfach aussah bei ihr mit Kind.
Ihre Taktik klappte bei ihm mit Kind überhaupt nicht.
Erst als er seinen eigenen Weg fand, wurde es entspannter. Er, die Kinder. Bei nachfolgenden Kindern seufzte dann sie, dass es bei ihm sooo leicht aussieht und vieles besser klappt, als bei ihr.

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Naja er war schon immer ein bisschen so. Er hat halt Angst, nicht genug teilhaben zu können beim Kleinen. Was meiner Meinung nach völlig unbegründet ist. Ich versuche sooft es geht ihn mit einzubeziehen, was wirklich anstrengend ist, weil mir es oft schwerfällt, Informationen klar und deutlich zu formulieren und ich manchmal etwas brauche um zu sammeln was ich sagen will (das ist aber schon immer so, er hat mich so kennengelernt) und mich dann auch nicht ausreden lässt.

Zusätzlich dazu ist es für ihn das erste und für mich das 2. Kind. Ich kann nicht abstreiten dass etwas Erfahrung bei ihm fehlt. Ich lass ihn aber machen, frage bei gewissen Kniffen ob ich ihm zeigen soll wie ich das mache usw. Er kann dann entscheiden ob er es so probiert oder anders.

Wir werden da nochmal reden müssen. Das ist leider nicht wirklich unsere Stärke. Aber so gehts halt auch nicht. Wenn ich mich auf die Zeit freue wenn er dann wieder arbeiten ist, weil dann alles viel entspannter läuft, ist irgendetwas nicht richtig.

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Die Anfangszeit ist wirklich hart und auch dein Mann muss sich einfachsten.

Klar stillen musst du, das ist richtig. Aber ich würde deinem Mann tatsächlich auch Freiheiten einräumen und wenn das Kind brüllt, ist es so. Da muss er alleine raus finden, was hilft (außer es ist offensichtlich Hunger). Hier half das Tragetuch ungemein, mein Mann konnte sie so 2-3 Stunden nehmen.

Grade morgens (am Wochenende) nahm er Motte oft gegen 6/7 mit runter und brachte sie mir nur zum stillen, ich durfte bis 10-11 liegen bleiben. Das hab ich sehr genossen 😊 klar schrie Motte auch da mal, aber er hat das geregelt. Vielleicht wäre das was für euch?

Tipps können nerven, ich hab es umgekehrt nämlich auch gehasst und vieles, was beim einen funktioniert, klappt beim anderen NICHT und das ist seit Geburt so 😂 also: ihr seid noch dabei, euch zurecht zu finden. Jeder muss für sich (!) lernen, wie es am besten geht, aber auch, wie ihr wieder ein Team werdet! Alles Gute :)

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Ich wundere mich mal wieder über das ganze Verständnis für den Mann, der sich ja erstmal in die Situation einfinden muss usw. Ein Glück, dass du dich nicht einfinden musst und alles gleich machst, denn sonst wäre das Baby ohne adäquate Versorgung.

Ich würde ihn auf den Pott setzen! Es geht jetzt nicht um ihn und seine überflüssigen Befindlichkeiten. Ihr habt ein Baby zu versorgen und wie das von statten geht, bestimmt in allererster Linie das Baby. Da wird nach Bedarf gestillt. Alles andere ist bullshit aus den 50ern. Da hat er sich eben nach zu richten. Und Vorwürfe, du hättest das Baby zu viel und deshalb sei alles zu schwierig für ihn, würde ich im Keim ersticken. Ehrlich, wenn ich so einen egoistischen nutzlosen Quacksalber hier sitzen hätten, würden hier schon längst du Handgranaten fliegen.

Diese ganzen Antworten an dich, was du doch alles anders machen könntest, damit er es leichter hat, würde ich getrost ignorieren. Schließlich kümmerst du dich die ganze Zeit. Soll er endlich mal was machen, damit du es leichter hast und nicht noch für zusätzliche Probleme sorgen.

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Puh, du sprichst mir aus der Seele. Dachte schon ich wäre die einzige, die dieser Meinung ist.