Unglücklich- trotzdem für Ehe kämpfen?

Hallo. Wie mein Titel schon verrät,bin ich in meiner Ehe nicht mehr glücklich. Ich bin 35 und bereits seit 19 Jahren mit ihm zusammen (davon 15Jahre verheiratet). Wir haben zwei Kinder (8 und 3 Jahre alt). Es gibt Zeiten,in denen läuft alles, aber immer häufiger kommt es zu Streitereien. Auch die Intensität dieser Auseinandersetzung steigt stetig. Wir brüllen uns an, teilweise boxt er gegen die Türen oder Wände. Wir leben eigentlich nur noch nebeneinander her. Ich kümmer mich um die Kinder (was ich gerne mache), gehe Teilzeit arbeiten und er ist für Reparaturen im Haushalt und Auto zuständig. Hilft auch im Haushalt mit und kümmert sich in kleinen Teilen auch um die Kinder. Er arbeitet aber auch Vollzeit,weshalb es für mich in Ordnung ist, dass ich hauptsächlich für die Kindererziehung zuständig bin. Ich würde auch behaupten, dass unsere Kinder ein gutes Leben haben, ausgenommen diese schlimmen Streitigkeiten,die sie natürlich auch mitbekommen,leider. Von außen betrachtet sind wir EIGENTLICH ein gutes Team...oder sagen wir so....erledigt jeder seine Aufgaben so gut er kann. Ob wir noch als Team fungieren, weiß ich leider schon länger nicht mehr. Und ob wir noch als Liebespaar funktionieren, ist auch fragwürdig. Und das ist eigentlich der Knackpunkt. Es gibt wenige Punkte,die mich an ihn stören und zwar so massiv, dass ich die Ehe langsam nicht mehr ertrage.

1. er gibt mir nicht das Gefühl begehrt/geliebt zu werden. Kein Kompliment, keine Umarmungen, kein erkundigen über mein Befinden. Ich habe die letzten Jahre 20-25kg abgenommen. Er war der Einzige,der meine Verwandlung scheinbar nicht mitbekam. Er zeigte mir keine Sekunde, dass er stolz auf mich ist. Von allen Seiten bekam ich Komplimente (Arbeitskollegen, Freunden, Nachbarn etc.). Von ihm nichts.Er würde die Veränderung nicht wahrnehmen, meinte er. Im Gegenteil,wenn ich wieder Joggen ging,war er genervt.

2. Seine kommunikative Inkompetenz. Man kann mit ihm nicht über Probleme sprechen. Jedesmal flüchtet er. Und das meine ich wortwörtlich. Er verlässt den Raum und lässt mich mit meinem Problem allein. Wenn ich ihm hinterherlaufe, wird er sauer und es eskaliert wieder. Ich habe oft das Gefühl ein trotziges Kind vor mir zu haben,das direkt beleidigt ist und sich vor Problemen versteckt. Aber auch normale Gespräche werden immer weniger,weil er zu erschöpft sei. Oft denke ich, Anschweigen Empfänger er am angenehmsten. Oft spricht er Probleme auch selbst nicht an, obwohl ich ihn schon so oft darum gebeten habe. Wenn etwas in der Luft steht, soll er es mir direkt sagen. Manchmal klappt das,aber oft behält er es für sich,bis es Wochen später aus ihm herausplatzt und ich mich total angegriffen fühle.

3. Fehlende Resilienz. Sobald ihn etwas psychisch belastet,spricht er nicht darüber oder nutzt andere Ventile es zu verarbeiten, sondern knallt es mir irgendwann, wenn er nicht mehr kann, an den Kopf. Besonders schlimm finde ich es,wenn ich es abbekomme ohne dass ich etwas dafür kann. Z.B. Stress auf Arbeit o.ä.

4. behandelt mich manchmal wie ein Kind (er ist 10Jahre älter). Trägt mir auf,was ich zu tun habe und reibt mir meine Fehler unter die Nase.

Schon sehr oft haben wir über diese Probleme gesprochen. Ganz klar habe ich es formuliert und auch gesagt,dass alles so gut sein könnte,wenn er diese Defizite in den Griff bekommen würde. Trotz allem denke ich,sind es Dinge, die behandelbar wären. Er sieht es in ruhigen Momenten auch ein und beteuert mir immer,dass er versucht sich zu ändern. Er schafft es aber nicht. ich glaube es ist einfach sein naturell oder steckt in den Geben,dass er nie gelernt Konflikte angemessen wie ein Erwachsener zu lösen. Sein Vater war wohl auch so. Er sagt, es sei schwer für ihn, Dinge zu ändern, die schon immer so waren. Und er bemüht sei aber immer wieder in alte Muster fällt. Ich möchte ihn glauben,aber nach so vielen Jahren fehlt mir auch langsam die Kraft. Vor allem,dass Gefühl nicht geliebt zu werden (er sagt,er liebe mich noch,könnte es aber nicht zeigen) macht mich auch fertig. Er ist bereit für eine Therapie, waren auch schon dort, aber er hält nicht viel von diesem "Humbug", trotzdem würde er mir zuliebe weiterhin dort hingehen.
Würdet ihr die Therapie gemeinsam noch angehen oder hätte es für euch keinen Sinn mehr?

Sorry, für den langen Text.

1

Zu dem ersten Punkt: zeigst du ihm denn noch liebe und Wertschätzung? Umarmst und küsst du ihn? Machst Komplimente oder lobst ihn mal? Dazu gehören nämlich durchaus immer 2 ;)

Ansonsten glaube ich, dass euch ne Paartherapie gut tun würde. Offensichtlich könnt ihr nichts gut miteinander kommunizieren. Ob daran nur er schuld ist, bezweifle ich, es ist aber auch völlig egal. Ihr tickt halt unterschiedlich und müsst nun einen Weg finden, wie es miteinander klappt. Also wie du ihm Raum geben kannst und wie er es früher ansprechen kann.

Ich würde vermutlich noch drum kämpfen und es versuchen. Ihr seid so lange zusammen und habt Kinder und das sind ja Probleme, die man angehen kann.

Ich wünsche euch alles Gute!

2

Danke,für deinen Beitrag. Zu Punkt 1: ich mache ihm regelmäßig Komplimente. weil er wirklich fleißig ist und in vielen Bereichen sehr begabt (wir renovieren gerade ein Haus...was die Situation natürlich noch zusätzlich belastet). Auch das er gut aussieht (aber stimmt,das mache ich jetzt nicht täglich) sage ich ihm. Ich würde ihn öfter körperliche Nähe geben,wenn ich das Gefühl hätte,er würde es genießen. aber oft habe ich das Gefühl,er ist davon eher genervt vom Händchenhalten oder kuscheln. So mein Eindruck.

3

Danke,für deinen Beitrag. Zu Punkt 1: ich mache ihm regelmäßig Komplimente. weil er wirklich fleißig ist und in vielen Bereichen sehr begabt (wir renovieren gerade ein Haus...was die Situation natürlich noch zusätzlich belastet). Auch das er gut aussieht (aber stimmt,das mache ich jetzt nicht täglich) sage ich ihm. Ich würde ihn öfter körperliche Nähe geben,wenn ich das Gefühl hätte,er würde es genießen. aber oft habe ich das Gefühl,er ist davon eher genervt vom Händchenhalten oder kuscheln. So mein Eindruck.

weiteren Kommentar laden
5

Hm, erstmal finde ich es seltsam, dass man solch eine Gewichtsabnahme nicht bemerkt. Vielleicht bemerkt er es schon, will aber darüber kein Wort verlieren um dich nicht noch selbstbewußter zu machen?! Aber vielleicht ist das auch zu weit hergeholt. Es ist auf jeden Fall kein feiner Zug, oder er hat ne Wahrnehmungsstörung - dann am besten zum Arzt🙈.

Mir fällt aber auch auf, dass du nur über ihn meckerst. Alles könnte toll sein, wenn ER sich ändert. Was ist dein Beitrag? Wo sind vielleicht Defizite bei dir?