Meine Mama... jetzt bist du an einem besseren Ort

    • (1) 09.12.16 - 11:09

      Hallo...

      ich hatte am 23.7. ein Posting geschrieben über die Krankheit meiner Mama, dass die Ärzte gesagt haben, sie hätte nur noch 3-4 Wochen zu leben..

      Meine geliebte, junge (46 Jahre) Mama ist am 23.11.16 verstorben, nach leidvollen 4 Monaten.
      Sie war seit 5 1/2 Wochen im Krankenhaus im sterben gelegen, ich habe sie gefragt was sie von mir sich wünscht und ihr wunsch war es, dass ich meine beiden Töchter (aktuell 5 Monate und 23 Monate) bei meiner Schwiegermutter abgebe und bei ihr bleibe Tag und Nacht.

      Das haben wir am selben Tag auch getan, ich war 4 Wochen im Krankenhaus, bin mittags für paar Stunden zu meinen Schwiegereltern 30 km einfach gefahren, habe meine Kinder gesehen und wieder zurück zu meiner Mama, während meiner Abwesenheit hat sie immer nach mir gefragt und fast geweint (erzählen Schwestern und mein Papa). Sie hat nie Angst vor dem Tod gehabt, sie hat immer gesagt, dass sie erschöpft ist und ich solle beten, dass es nicht mehr lange Dauert, leider hat es aber 38 Tage mit viel Schmerzen und Leid gedauert.

      Die letzten 10 Tage hat sie nur geschlafen, dass haben mein Vater und ich so gemeinsam mut der Ärztin entschieden, da sie eine schwere Lungenentzündung dazu bekam. Sie hat insgesamt 4 1/2 Wochen nichts gegessen und fast 2 1/2 Wochen nichts getrunken.

      Am 23.11. bin ich mit meinem Mann so um 11 Uhr zu den Kindern, habe davor mein Papa gebeten da zu bleiben, bis ich zurück komme, habe beide Kinder für den Mittagsschlaf hingelegt und plötzlich in einer älteren Tochter meine Mama gesehen.. wurde innerlich unruhig betete und schaute auf die Uhr 12:07 Uhr und plötzlich klingelt im anderen Zimmer das Handy von meinem Mann, ich spührte was los ist und bekam Bauchkrämpfe. Mein Mann klopfte an und kam rein und ich rannte schon zu ihm und weinte, meine Mama war um 12:00 Uhr verstorben!

      Ich war nicht dabei aber habe es gespührt :-(

      Wir sind sofort hingefahren, mein Papa hat gleich gesagt, es ging sehr schnell und so wie sie wollte, mit gebeten (wir sind muslime) mein Papa hatte aus dem Koran ihren Lieblingskapitel laut vorgelesen, er merkte, dass sie anders atmete, rief die Schwester und sie sagte, dass es soweit sei.. Er küsste sie auf die Stirn sagte nochmal, dass es uns (ihm, mir und den Enkeltöchtern) gut ginge und sie ruhig gehen kann, er würde immer auf uns aufpassen und dann hat er die islamische Glaubenserkenntnis aufgesagt, da hat sie die Augen aufgemacht, ihn friedlich angeschaut und das war auch ihr letzter Atemzug und sie machte die Augen für immer zu. Das beruhigt mich sehr, dass sie wohlmöglich keine Schmerzen hatte und auch keine Angst.

      Im Islam wäscht man den Leichnahm bevor man es weiße Laken "wickelt" und so wird man auch begraben (ohne Sarg) am nächsten Tag habe ich sie mit 2 zuständigen Frauen gewaschen, sie geküsst, umarmt und durfte eine Schleife an den Laken/Leinentuch machen. Am darauffolgenden Tag also 2 Tage nach ihrem Tod, haben wir sie beerdigt.

      Ich bin so traurig meine beste Freundin und Mama zugleich verloren zu haben aber bin so glücklich, dass alles so gelaufen ist (beerdigung usw) wie sie es wollte. Ich bin dankbar, dass wir zuvor über alles gesprochen haben. Und bin froh, dass meine Schwiegereltern meine Kinder hatten und ich so die letzte Zeit, die nie mehr zurück kommen wird, mit meiner Mama verbringen und sie begleiten konnte.

      In Liebe Sally

      Erstmal mein Beileid!
      Auch ich habe meine Mama verloren, im letzten Jahr. Auch nach chronischer Krankheit. Allerdings kam ihr Tod trotzdem überraschend für uns.
      Mir ging es auch so, dass ich gespürt hab, dass sie gestorben ist.

      Ich konnte nicht bei ihr sein. Mein Vater war im KH bei ihr.

      Ich sah nachts um 3:45 auf die Uhr.

      Und hatte ein komisches Gefühl.

      Um 4h rief mein Vater an, sie sei um 3:45h verstorben...

      Ich wünsche Dir alles Gute!
      LG

Top Diskussionen anzeigen