Mein Papa liegt im Sterben und ich bin im 4 Monat.

    • (1) 01.09.17 - 13:39

      Hallo ihr
      Ich fühle mich gerade so hilflos. Im April haben wir die Diagnose Lungenkrebs bei meinem Papa bekommen und seitdem ging es rapide bergab.
      Sein Herz ist zwei mal voll gelaufen und er war lange auf der Intensivstation. Dann könnte er endlich wieder nach hause. Naja er wurde immer weniger und an den beiden chemische die er bekommen hat, wäre er auch fast daran gestorben. Seitdem bangen wir jeden Tag.
      Anfang der Woche ist mein Papa mit schmerzen wieder ins Krankenhaus und heute morgen hat meine Mama von der Ärztin einen Anruf bekommen, das es ihm ganz schlecht geht. Sie wird das Wochenende bei ihm verbringen. Ich habe Angst um meine Mama, das sie bald zusammen brechen wird. Sie hat ihn jetzt die ganze Zeit zuhause gepflegt. Sie selber ist Altenpflegerin und hat natürlich alles selber gemacht. Sie funktioniert nur noch. Gestern und heute hat sie endlich mal richtig geweint. Mein Bruder wird das auch nicht verkraften und ich....... ich fühle mich gerade so hilflos, traurig, ich muss irgendetwas machen. Ist es schlimm zu denken, das er hoffentlich nicht mehr so lange leiden muss? Ich habe das Gefühl, dass das falsch ist. Ich liebe meinen Papa Überfalles, aber ich möchte nicht das er noch weiter leidet. Ich habe vorhin geweint. Ich habe sehr viel seit April geweint. Jetzt gerade...... schwanke ich ich zwischen ich muss stark sein für meine Mama und meiner eigenen Trauer.
      Wie geht man mit so etwas? Wie lebt es sich ohne Papa? Ich habe ganz tolle und liebevolle, verständnisvolle Eltern. Sie haben immer alles getan und waren für jeden da. Und jetzt ..... das Ist der Dank dafür? Ich bin so wütende auf das Leben. Mein Papa hat schon immer alles mitgenommen. War immer sehr viel im Krankenhaus und seine 6 Geschwister-nichts.
      Ich mache mir auch noch sorgen um mein Kind im Bauch. Wir haben schon 5 Fehlgeburten hinter uns und jetzt klappt es und mein Vater stirbt? Das ist doch nicht fair. Ich bin froh das er mich letztes Jahr noch zu meiner Hochzeit begleitet hat.
      Ach so eine scheiße.

      Lg eure line

      • Ich kann Dich so gut verstehen, dass Du nun mit dem verdammten Schicksal haderst und wütend und traurig gleichzeitig bist. So ging es mir schon ein paarmal im Leben, aber es hilft Dir leider nicht. Habt ihr schon mal ein Hospiz is Auge gefasst? Es nutzt niemandem, wenn Deine Mutter auch noch zusammenbricht. Da hilft ihr auch der Beruf nicht.
        Bitte frag Deinen Frauenarzt oder eine Hebamme nach einem homöopathischen Mittel, welches Deinem Kind nicht schadet und Dich innerlich etwas beruhigt. Es gibt hier durchaus sanfte Mittel. Nach sovielen Fehlgeburten würde ich mir hier von einem Arzt helfen lassen. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, bitte kümmer Dich zuerst um Dich und dann erst um Deine Mutter oder andere. Du kannst nicht die ganze Familie stützen, das geht nicht. Auch Dein Partner muss erstmal Dir zur Seite stehen. LG Moni

        Oh Mann, du Arme. Das tut mir sehr, sehr leid. Ich habe meinen Papa auch an Krebs verloren, ich kann mir also ungefähr vorstellen, wie eure Situation ist...und mich meiner Vorschreiberin nur anschließen: sucht euch Hilfe, und nehmt alle Hilfe an, die möglich ist, sei es über ein Hospiz, einen Palliativ-Verein etc..niemand muss so eine furchtbare Situation alleine durchstehen. Vielleicht hast du schon eine Hebamme?Die sich z.B. auch mit Akupunktur auskennt? Das kann bei Unruhe/psychischem Stress auch gut tun.
        Alles Liebe für dich und viel Kraft <3

        Hallo Line

        Wie geht es denn deinem Papa?
        Ich möchte dir meine Geschichte erzählen:
        Meine Mama war 2,5 Jahre krebskrank. Von Anfang an wussten wir dass es nicht heilbar ist. Bei der Diagnose war ich mit unserem ersten Sohn schwanger. Er kam auf die Welt und meine Mama hat noch einmal Kraft gefunden...Sie wollte ihn Brei essen sehen, sie wollte ihn krabbeln sehen, dann wollte sie ihn laufen sehen und sprechen hören. Das hat sie noch alles mitgekriegt. Dann ging es ihr immer schlechter, sie war mal im Krankenhaus, mal zu Hause. Als sie aber irgendwann zum x-ten Mal im Krankenhaus war und bei unserem Besuch uns mitteilte, dass sie nicht mehr nach Hause kommen wird, riss es mir definitiv den Boden unter den Füssen weg. Mein Mann und ich konnten ihr damals noch gerade sagen, dass wir mit unserem zweiten Wunder in der 7.ssw sind. Sie hat sich sooo gefreut und sagte aber auch, dass sie dieses Würmchen leider nicht mehr kennenlernen werde. So war es dann auch. Einen Monat später ist sie von uns gegangen.

        Dass du denkst oder dir wünscht, dass dein Papa nicht mehr lange leiden muss, ist völlig in Ordnung. Wenn man weiss, dass es keinen guten Ausgang haben wird, ist es doch ganz normal dass man einem geliebten Menschen so wenig Leid wie möglich wünscht.
        Mir hilft es zu denken, dass meine Mama nun nicht mehr leidet, dass es ihr jetzt gut geht. Ausserdem bin ich mir sicher, dass sie unseren zweiten Sohn auf irgend eine Art und Weise kennengelernt hat. Sie ist gegangen und er ist gekommen, irgendwo müssen sie sich gekreuzt haben oder?

        Und ich glaube auch fest daran, dass meine Mama von da oben zusieht, wie wir unser Leben meistern, wie unsere Jungs aussehen, wie diese spielen und uns auch Mal auf die Palme bringen.

        Im April war der erste Todestag von Mama. Ich bin froh, dass ich ihr noch alles sagen konnte, was ich wollte.

        Ich wünsche dir/euch ganz viel Kraft für das was kommt. Denk daran, pass auch auf dich auf, nimm Hilfe an wenn du sie brauchst.

        Du darst dich gerns auch per pn melden.
        Lass dich drücken samt deinem Krümelchen! Und vergiss nicht, dein Krümelchen gibt allen Kraft!

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