Frage Unterhalt bei Selbstständigen

    • (1) 03.02.17 - 11:59

      Hallo Leute,

      bisher bin ich stiller Mitleser, nun habe ich aber auch eine wichtige Frage. Es geht um den monatlichen Kindesunterhalt.

      Ich bin Geschäftsführer meiner eigenen GmbH und zahle mir ein monatliches Gehalt aus. Einen Unterhaltstitel gibt es, den ich freiwillig vor ein paar Jahren unterschrieb. Ich bin privatversichert und habe über Jahre diese Kosten nicht von meinem Nettoeinkommen abgezogen. Sprich, ich habe mein Einkommen nie bereinigt. Gezahlt habe ich den Mindestunterhalt (aktuell 297 Euro).

      Mittlerweile ist es jedoch so, dass ich nach Abzug meiner Krankenversicherung, Vorsorge etc. auf rund 1100 Euro Einkommen nach Bereinigung komme. Meine Ex ist massiv gegen eine Herabsetzung des Unterhalts und das Jugendamt legt mir nach Rechtsprechung nahe, dass ich meine Firma aufgeben solle.

      Dazu muss ich sagen, dass ich ungelernt bin, keine besonders guten Zeugnisse habe und mehrere Jahre arbeitslos war. Soll heißen, dass ich mit Ende 30 wohl kaum Chancen auf ein Angestelltenverhältnis habe, wodurch ich mehr verdiene als es jetzt der Fall ist.

      Frage1: Kann mich das Jugendamt oder eine andere Instanz dazu zwingen, die Firma aufzugeben, obwohl ersichtlich sein dürfte, dass ich nach Geschäftsausgabe wesentlich weniger verdienen würde?

      Frage2: Wie ist der Erfahrungswert, wenn ich den Unterhalt neu berechnen lasse, nachdem meine Anwältin dahin gehend klagt? Angeboten hatte ich meiner Ex 200 Euro monatlich, was sie strikt abegelehnt hat.

      Oftmals überweise ich den Unterhalt weit vor dem 1. eines Monats. So hat sie den Unterhalt für Februar bereits schon Mitte Januar erhalten.

      Mehr Gehalt kann ich mir im Übrigen nicht zahlen, da die Gewinne der Firma dafür nicht ausreichen. Andere Einkünfte habe ich nicht. Sämtliche Jahresabschlüsse, Steuerbescheide etc. liegen dem JA und der KM vor.

      Welche Möglichkeiten habe ich?

      Dann hätte ich noch eine Frage, sorry für so viel Lesestoff. Nach § 1686 BGB habe ich ja ein Auskunftsrecht, welches mir meine Ex nicht verweigern darf, sofern ich keine anderen Möglichkeiten habe, die Entwicklung meines Sohnes mitzubekommen.

      Nun habe ich sie freundlich darum gebeten, mich über seine gesundheitliche und schulische Entwicklung in Kenntniss zu setzen. Ebenso hätte ich gerne zwei aktuelle Fotos des Jungen. Kurz und knapp: Sie verweigert mir diese Informationen.

      Wie sehen die Erfolgschancen aus, wenn ich klagen würde? Kennt sich damit jemand aus? Sie hat noch zwei Wochen Frist, mir die Infos zukommen zu lassen. Danach wollte ich mich anwaltlich beraten lassen.

      Kurz in eigener Sache:

      Selbst als ich arbeitslos war und sie UHV bekam, habe ich mich am UHV beteiligt, um die Kosten so gering wie möglich zu halten. Der gesamte Rückstand wurde vor Jahren beglichen und der Mindestunterhalt wurde stets pünktlich überwiesen.

      Das soll nur zeigen, dass ich immer gewillt war und noch immer bin, UH zu zahlen. Ich möchte einfach nicht in eine Ecke gestellt werden, in der ich nichts zu suchen habe. Danke für Euer Verständnis und für Eure Antworten.

      • (2) 03.02.17 - 12:14

        Hallo

        ich kann dir nur raten dir einen guten Anwalt zu suchen.
        Gerade Selbstständige, haben allgemein eher gute Karten, bezüglich der Berechnung des Unterhaltsbeitrages.

        Entscheidungen des Jugendamtes ,würde ich nicht ohne rechtlichen Beistand akzeptieren.

        L.G.

        • (3) 03.02.17 - 12:26

          Ja nächste Woche habe ich das erste Gespräch mit meiner Anwältin. Bis dahin wollte ich auf jeden Fall ein paar Meinungen hören und schauen, welche Erfahrungswerte es so gibt.

          Ich war immer gewillt zu zahlen und habe Anpassungen selbstständig berücksichtigt und dementsprechend auch die Zahlungen angepasst.

          Hast du Erfahrung bzgl. der Auskunftspflicht mir gegenüber?

          • (4) 03.02.17 - 12:37

            Hallo

            Sie muss Dir Auskunft geben,z.B. sie gibt Dir eine Zeugniskopie.

            Was ich jetzt aber nicht verstehe,scheinbar fiel es Dir die ganze Zeit nicht schwer zumindest den Mindestunterhalt zu zahlen,warum willst Du ihn jetzt auf 200€ nach unten senken?
            Denkst Du ein Kind ist mit 200€ zu unterhalten?

            Gruß

            • (5) 03.02.17 - 12:42

              Ich habe seit Jahren zu knapsen, womit ich kein Problem hatte. Das Einkommen hatte ich daher auch nie bereinigt, was ich ja durchaus gekonnt hätte.

              Mittlerweile sind aber die monatlichen Kosten der Krankenversicherung gestiegen, sodass ich das nicht mehr einfach so auffangen kann.

        • (8) 06.02.17 - 10:10

          Ja habe ich.
          Ich hatte trotz regelmäßig stattfindendem Umgang, mehrere Auskunftspflichten zu erfüllen.Unter anderem hatte ich die Zeugnisse der Kinder innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt, dem KV zu übersenden.Über Urlaube hatte ich zu informieren, am Tag der Kommunion sollte das Kind den KV bis zu einer bestimmten Uhrzeit angerufen haben ( nach dem sein Antrag, diesen Tag zur Hälfte bei ihm zu feiern, vom OLG! abgelehnt war) u.s.w.
          Mein Ex war Streit-und Prozess freudig.

    Hallo!

    Ich denke nicht, dass Dich irgendwer zwingen kann Deine Selbstständigkeit aufzugeben.

    Zum Rest Deines Beitrages muss ich ganz ehrlich sagen: Ich finde ihn dafür, dass es um Euer Kind geht, mehr als kühl. Du wirfst mit Paragraphen um Dich, schreibst von Klagen hier und da. Ich bin entsetzt! Darf ich fragen, ob Du Kontakt zu Deinem Sohn hast bzw. wie der Umgang geregelt ist und wie Euer Verhältnis so ist? Klingt alles sehr distanziert irgendwie.

    Den Knaller fand ich bei Deinen Ausführungen diesen Abschnitt:
    "Nun habe ich sie freundlich darum gebeten, mich über seine gesundheitliche und schulische Entwicklung in Kenntniss zu setzen. Ebenso hätte ich gerne zwei aktuelle Fotos des Jungen. Kurz und knapp: Sie verweigert mir diese Informationen. Wie sehen die Erfolgschancen aus, wenn ich klagen würde? Kennt sich damit jemand aus? Sie hat noch zwei Wochen Frist, mir die Infos zukommen zu lassen. Danach wollte ich mich anwaltlich beraten lassen."

    Meine Güte, wo lebst Du denn? Warum meldest Du dich nicht einfach telefonisch bei ihr / Eurem Sohn und fragst was es so Neues gibt? Sorry, aber mich macht das echt sauer. Es geht um Euer Kind, ist es da nicht möglich als Eltern zu kooperieren und vernünftig miteinander zu kommunizieren?

    Ich bin übrigens in ähnlicher Situation - nur eben auf der anderen "Seite". Mein Ex verlangt von mir, dass ich entweder seinen Anwalt oder das Jugendamt über die Gesundheit und die Entwicklung unseres Sohnes informieren soll, welche ihm dann wiederum diese Infos weitergeben, weil ER nicht mit mir kommunizieren will. Meine Reaktion darauf ist, dass ich das natürlich nicht mache, weil es mir schlichtweg zu blöd ist. Wenn er wirklich Interesse hat springt er mal über seinen Schatten und ruft an - wenn nicht, Pech.

    • @strawberry

      Ich habe meine Ex sehr wohl mehrfach darum gebeten, mir bitte etwas zu erzählen. Aber da bekommt man keine Antworten.

      Kontakt zum Kind habe ich nicht. Die ersten zwei Jahre hatte ich Kontakt. Wir hatten das Wechselmodell und ich habe mich sehr um ihn gekümmert. Als meine Ex bemerkte, dass sie mich nicht aus ihrem Leben und des meines Sohnes bekommt, fing der ganze Psychoterror an. Ich will da auch nicht ins Detail gehen, da es den Rahmen sprengen würde.

      Wenn man aber über Jahre zu hören bekommt, dass man nur der Erzeuger sei, Streitikgkeiten provoziert, um sie dann schlussendlich auf den Rücken des kindes auszutragen, muss man damit rechnen, dass der andere psychisch einfach nicht mehr kann.

      Ich habe sie damals, bevor sie mir eröffnete, dass sie Sie mit Ihrer Affäre zusammen sein möchte gefragt, ob ich den Jungen erziehen soll. Die Antwort fiel deutlich aus: "Dann bekomme ich ja keinen Unterhalt!". Sagt einiges aus denke ich.

      Ich habe im Übrigen keine Telefonnummer meiner Ex, da sie mir keine herausgibt. Ergo kann ich niemanden anrufen. Über Jahre hatte ich nicht mal eine Postadresse, die bekam ich erst vor Kurzem, obwohl ich in den letzten Jahren oftmals beim JA nachgefragt habe. Die wollten einfach nicht diese Auskunft erteilen.

      Vielleicht solltest du nicht zu vorschnell mit deiner Beurteilung und Einschätzung sein, wenn du logischerweise nicht die Hintergründe kennst.

      Im Grunde geht es auch nicht darum, sondern darum, ob jemand Erfahrungswerte sammeln konnte, wenn es darum geht, dass der andere Part eben keine Auskünfte erteilen möchte. Ferner ging es darum, wie es sich mit dem Unterhalt verhält.

      Im Übrigen möchte ich dich mal darauf hinweisen, dass es normalerweise die alleinerziehenden Frauen sind, die mit Paragraphen um sich werfen und öfter über Klagen sprechen.

      Was spricht dagegen, wenn ich auf Neuberechnung des Unterhalts Klagen möchte? Die KM hatte erst zugesagt, dass sie der Neuberechnung über das JA zustimmt und dann hat sie, nachdem ich alle Unterlagen eingereicht habe, sich wochenlang nicht gemeldet. Schlussendlich kam es nicht zur Neuberechnung, da sie einer eventuelle Herabsetzung des Unterhalts nicht zustimmen wird.

      Welche Möglichkeit habe ich dann bitte? Wobei es in dem Fall sogar egal wäre, in welcher Einkommensstufe ich gelistet werden würde.

      • Bezüglich Unterhalt habe ich ja nichts weiter gesagt, außer, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass Du deswegen Deine Selbstständigkeit aufgeben musst. Natürlich spricht nichts gegen eine Neuberechnung.

        Und dass es "normalerweise" die allein erziehenden Frauen sind, die mit Paragrafen um sich werfen wage ich mal zu bezweifeln, möchte ich aber nicht weiter kommentieren. Es interessiert mich auch nicht ob Frau oder Mann - ich finde es in beiden Fällen schrecklich, für alle Beteiligten, insbesondere für das Kind / die Kinder.

        Deine Antworten lesen sich nach wie vor sehr kühl und distanziert, da geht es dann auch nicht um irgendwelche Hintergründe. Ihr hattet das Wechselmodell und mittlerweile hast Du gar keinen Kontakt mehr zu Deinem Sohn? Und der Grund dafür ist Deine Ex? Oder habe ich das falsch verstanden? Wenn dem so ist, kann ich nicht nachvollziehen weshalb Du wegen Unterhalt und Auskunftspflicht klagen willst, nicht aber wegen Umgang?

        • Es spielt doch keine Rolle, ob meine Beiträge kühl und distanziert ankommen oder nicht. Es geht darum, dass ich einzig Erfahrungswerte mitgeteilt haben wollte, von Leuten, die das bereits durchgemacht haben.

          Warum muss ich mich dann hier anscheinend rechtfertigen? Ich verstehe es nicht!

          Die Auskunftspflicht besteht. Da stellt sich doch nicht die Frage nach dem Warum und Weshalb. Genau zu dieser Auskunftspflicht wollte ich gerne Meinungen bzw. gesammelte Erfahrungen zu "hören" bekommen, um einfach mal abschätzen zu können, was A auf mich zukommt und B wie meine Erfolgschancen aussehen.

          Ich bekomme oftmals das Gefühl, dass man ja gerne zahlen darf als Vater/Erzeuger, aber aus allen anderen Dingen solle man sich doch am besten raushalten.

          • (14) 04.02.17 - 12:59

            "Warum muss ich mich dann hier anscheinend rechtfertigen? Ich verstehe es nicht!"

            Weil hier so viele Nette unterwegs sind, die nicht sachlich, eher emotional schreiben. Deshalb.
            Ich würde mir davon nichts annehmen.

            Wenn du bisher gezahlt hast, soviel du konntest, ist das durchaus in Ordnung. Wenn es jetzt nicht mehr geht, und du nur weniger zahlen kannst, dann ist das eben so.

            "Andere" zahlen gar nichts.

            Wenn du keine Auskunft bekommst, würde ich die Zahlung einstellen. Da passiert dir erstmal nix. Den Unterhalt an die Seite legen und dann nachzahlen.

            Vielleicht kannst du mit diesem Vorgehen die KM dazu bewegen, dir Auskünfte zu erteilen.

            Deinen letzten Satz kann ich nur bestätigen. Leider ist das noch genauso wie vor vielen Jahren. Ich befand mich in ähnlicher Situation. Da kommst du nur raus, wenn du dir Gedanken darüber machst, wie das "Endergebnis" aussehen soll. Also der Kontakt zum Kind, Vaterrolle etc.

            Viel Glück.

            • (15) 05.02.17 - 08:49

              Zitat:

              "Weil hier so viele Nette unterwegs sind, die nicht sachlich, eher emotional schreiben. Deshalb.
              Ich würde mir davon nichts annehmen."

              Da hast du anscheinend recht. Ich finde es schade.

              Zitat
              :"Wenn du keine Auskunft bekommst, würde ich die Zahlung einstellen. Da passiert dir erstmal nix. Den Unterhalt an die Seite legen und dann nachzahlen.

              Vielleicht kannst du mit diesem Vorgehen die KM dazu bewegen, dir Auskünfte zu erteilen."

              So einfach ist das nicht. Der Unterhalt muss gezahlt werden, zumal ich einen Titel unterschrieben habe vor einigen Jahren. Jedoch zahle ich diesen nur noch nach Vorbehalt seit Anfang des Jahres.

              Morgen habe ich das Gespräch mit meiner Anwältin. Ich werde mal berichten, welche Möglichkeiten ich habe und wie meine Chancen aussehen.

              Zitat:
              "Deinen letzten Satz kann ich nur bestätigen. Leider ist das noch genauso wie vor vielen Jahren. Ich befand mich in ähnlicher Situation. Da kommst du nur raus, wenn du dir Gedanken darüber machst, wie das "Endergebnis" aussehen soll. Also der Kontakt zum Kind, Vaterrolle etc.

              Viel Glück. "

              Ich bin mir noch nicht ganz schlüssig, ob ich im weiteren Verlauf den Umgang einfordern soll oder nicht. Lange Zeit habe ich damit abgeschlossen, dass ich eben nur zahlen werde und nichts von meinem Sohn habe. Irgendwann sind auch die Vatergefühle abhanden gekommen.

              Durch die Beziehung mit meiner Lebenspartnerin und ihrer Tochter, wuchs zumindest die Neugier und das Interesse, wie sich mein Sohn entwickelt haben könnte. Daher auch die Nachfrage bei meiner Ex, wie es ihm geht, wie er in der Schule ist etc. Darauf bekomme ich jedoch von ihr keine Antworten, sodass ich mich gezwungen sehe, mein Recht einzufordern.

              Ich kann jetzt noch gar nicht sagen, wie es weitergeht, wenn ich die Infos habe. Mich überfordert diese Situation momentan auch. Meine Partnerin steht jedoch zu 100% hinter mir und unterstützt mich, wo sie nur kann!

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