Organisation/Freizeit/Arbeit alleinerziehend mit 2 Kleinkindern (1 und 3)

    • (1) 07.08.17 - 23:10

      Hallo,
      ich bin ganz frisch alleinerziehend. Ich habe mich erst vor einer Woche vom Kindsvater getrennt. Ich habe erkannt, dass ich ohne ihn viel weniger belastet bin und meine Zeit den Kindern widmen kann, anstatt dass sich die ganze Familie seinen Wünschen und Problemen unterzuordnen hätte.
      Die Trennung verlief bisher ziemlich gut, ein Rosenkrieg kündigt sich nicht an, obwohl der KV nicht wirklich einverstanden ist mit der Trennung.
      Ich bin im Moment noch im Urlaub und verbringe viel Freizeit mit den beiden Kindern: Spielplatz, spazieren, gemeinsam kochen etc. Die Kinder bemerken nicht sehr viel von der Trennung, da mein Ex auch vorher fast die ganze Arbeit mir überlassen hat. In den ersten paar Tagen ist also alles gut verlaufen.
      Jetzt kommt auf uns beide natürlich die schwierige Frage der (Re)Organisation unseres Lebens zu. Ich arbeite noch ein Jahr zu 50% als Lehrerin und arbeite dann wieder 100%. Trotzdem bin ich froh, ziemlich kinderfreundliche Arbeitszeiten zu haben, also meistens nach 14.30 frei. Ich werde mit den Kindern in unserer Wohnung wohnen bleiben, ich verdiene ausreichend. Die Kinder sind während meiner Arbeitszeiten in der Kita, bzw. im Kiga.
      Der KV allerdings ist beruflich in einer sehr prekären Lage. Er arbeitet wenig und nicht in unserer Stadt (er hat eine kleine Wohnung nah an seiner 200 km entfernten Arbeitsstelle, wo er jetzt wohnt, da ist aber nicht wirklich Platz für die Kinder, er könnte da höchstens ein Kind beherbergen), er verdient nicht so gut. Jetzt möchte er eine in seinen Augen minderwertigere Arbeit (und Wohnung) in meiner Heimatstadt annehmen (hat aber noch keine konkreten Pläne), um näher an den Kindern zu sein und ihnen eine Wohnung bieten zu können. Unterhalt wird er sicherlich keinen zahlen können, was mir aber auch überhaupt nicht wichtig ist. Trotzdem wird es wohl noch lange dauern, bis wir regelmäßige Besuchstermine ausmachen können. Langer Rede, kurzer Sinn: Während seiner Besuche in meiner Heimatstadt und bei den Kindern, wird er erst vorerst bei uns zu Hause auf dem Sofa übernachten (ca. 2 Tage pro Woche), ich werde (wie vorher auch) fast meine ganze Zeit mit/für die Kinder verbringen oder eben arbeiten.
      Wie macht ihr das? Wann habt ihr Freizeit als alleinerziehende Elternteile, die den Großteil der Erziehungsarbeit übernehmen? Habt ihr eine Putzhilfe? Habt ihr einen Babysitter? Wie macht ihr das, um z.B. zum Frisör zu gehen? Könnt ihr abends mal weg? Wie/wann erledigt ihr Büroarbeit (von der ich als Lehrerin ja sehr viel habe)?
      Vielen Dank für Tipps und Ratschläge!

      • Hallo!

        Ich bin zwar noch nicht ganz alleinerziehend, bin seit letzten September getrennt und seit dem auf Wohnungssuche, möchte Dir aber trotzdem antworten.

        Die Freizeit einer Alleinerziehenden ist natürlich knapp bemessen. Aber ich werde z.B. nach meinem Auszug mehr Freizeit haben, da ich jedes zweite Wochenende kindfrei haben werde, das habe ich jetzt nicht. An diesen Wochenenden habe ich dann Zeit für Frisör ect. und auch zum putzen. Büroarbeit kann man erledigen wenn die Kinder schlafen. Eine Putzfrau und Babysitter kannst Du Dir natürlich nehmen wenn Du Dir das leisten kannst und willst. Die meisten können das wohl nicht.

        Ich wünsche Dir alles Gute
        Sunny

        Guten Morgen,

        Ich bin auch Lehrerin und allein erziehend mit zwei Kindern (acht Jahre und ein Jahr). Ich habe jetzt parallel zum Elterngeld plus angefangen wieder stundenweise aus der Elternzeit heraus zu arbeiten. Ich muss also nur zwei Tage die Woche vormittags weg. Glücklicherweise habe ich meine Eltern im Rücken, die jetzt beide pensioniert und noch topfit sind. Auch ein Teil meiner großen Familie ist hier vor Ort, so dass ich (zumindest gedanklich) einen Rückhalt habe falls es einmal brennt. Interessen von zwei Kindern die soweit auseinander sind gehen doch ziemlich auseinander, so dass man ab und an terminlich in Schwierigkeiten kommt. Wie es wird, wenn ich wieder annähernd voll arbeite, weiß ich noch nicht. Eine Putzhilfe werde ich mir dann auf jeden Fall zuLegen, Duell ist das finanziell leider nicht drin.

        Vom Tagesablauf er hat sich bei mir folgendes bewährt: morgens Kinder in die Betreuung bringen, dann Schule, Kinder wieder abholen. Anschließend Mittagessen (so sie noch nicht haben), Hilfe bei den Hausaufgaben und Mittagsschläfchen, Der Nachmittag gehört den Kindern. Haushalt und Unterrichtsvorbereitung Mache ich abends. Sind lange Tage, ist aber zu schaffen.

        Gerade was Schule anbelangt kann ich mich da ganz gut organisieren. Klönen mit den Kollegen in den Pausen und Freistunden ist dann weniger drin, diese muss ich nutzen.

        Von dem Gedanken, Freizei für mich zu haben, habe ich vor erst Abstand genommen. Der kleine geht zwar stundenweiser auch mal zur Omi, diese Zeit nutze ich dann aber um mal allein mit dem Großen etwas zu unternehmen. Ich denke, man muss sich einfach etwas Zeit geben, um seinen eigenen Rhythmus zu entwickeln. Wenn sich das alles eingespielt hat, läuft es irgendwie.

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      Das klingt erstmal alles ganz gut - aus dem Urlaub heraus bist Du sicher noch entspannt.

      Ansonsten denke ich hast Du gute Voraussetzungen. Deine Arbeitszeiten und Betreuungszeiten passen gut zusammen, und finanziell wirst Du zumindest nicht auf dem Zahnfleisch gehen.

      Ich arbeite weniger und habe entsprechend deutlich geringere finanzielle Mittel zur Verfügung, bekomme auch keinen Unterhalt und keinerlei Unterstützung vom Vater. Meine Kinder sind mit 5 und 8 Jahren auch schon deutlich älter. Trotzdem bin ich sehr gut ausgelastet bis öfter mal echt am Limit.

      Zu Deinem Job kommt noch der Haushalt. Wenn Du Dir eine Putzhilfe leisten kannst ist das sicher ein echter Bonus. Aber Einkäufe, Kochen und Wäsche, Aufräumen und andere alltägliche Arbeiten bleiben trotz allem bei Dir liegen. Mit solchen Dingen bin ich oft noch abends beschäftigt.

      Auch ich arbeite oft noch abends an einem Zweitjob. Das ist für mich sehr schwer, mich dazu noch aufzuraffen, nach den oft sehr langen Tagen und wenn ich eigentlich mal Zeit für mich hätte, wenn die Kinder schlafen. Bei Dir kommen sicherlich noch kurze Nächte hinzu, wenn Deine beiden noch so klein sind.

      Prinzipiell gilt man kann alles gut planen und organisieren, und solange alles läuft wie geplant kommt man gut klar. Aber wenn das nicht so ist - da muss nur einer krank werden - dann kommt man schnell ins Rotieren.

      Zeit für mich suche ich mit der Lupe. Einen Babysitter kann ich mir nicht leisten, und obwohl ich Unterstützung von meiner Mutter habe ist es für mich etwas sehr Besonderes, mal allein in die Stadt gehen zu können, mit einer Freundin nen Kaffee zu trinken oder abends um die Häuser zu ziehen. Gewisse Dinge sind einfach nicht abzudecken, und daran habe ich schwer zu knabbern im Moment.

      Was das Verhältnis zu Deinem Ex betrifft ist es sicher gut wenn es erstmal friedlich losgeht. Aber auch da kann noch einiges auf Euch zukommen. Bei uns ist es erst jetzt nach vier Jahren so eskaliert dass wir nicht mehr miteinander reden. Nach einer zunächst sehr harmonischen Trennung. Ich drücke Euch alle Daumen, aber bleib realistisch...

      Aber auch wenn es nicht einfach ist ist es allemal besser als in einer unglücklichen Beziehung zu verharren. Von daher denke ich wirst Du das schon schaffen, wie so viele hier auch.

      Auf jeden Fall wünsche ich dir alles Gute!

    • Ich finde es seit der Trennung (bzw. seit alle Kinder zum Papa gehen) sogar entspannter. Ich hab jedes zweite WE für mich und die halben Ferien. Da muss ich zwar mehr arbeiten als sonst, lebe aber dennoch ansonsten frei und wie ein Single halt so lebt ;-)

      Ich würde definitiv NICHT erlauben, dass er die Papa-Zeit bei Euch verbringt. Soll er sich einen passenden Job suchen bzw. eine Wohnung, in der er diese Zeit verbringen kann. Eine Bekannte hat das so gemacht wie Ihr vorhabt und kriegt den Ex auch nach Jahren nicht aus der Bude, weil die Kinder das auch mittlerweile gar nicht wollen. Der frisst ihr jedes zweite WE den Kühlschrank leer und hinterlässt Chaos und sie muss wegfahren, wenn sie ihre Ruhe haben will.

      (8) 10.08.17 - 11:41

      Hallo,

      solange meine Tochter noch klein war, hatte ich kaum Freizeit. Für eine Putzhilfe reichte das Geld nicht, Tagesmutter bzw. Kita für ein U3-Kind war schon ganz schön happig. Selten kam die Babysitterin (Studentin), wenn ich nachmittags/abends weg wollte, oder der Papa hat dann die Betreuung übernommen. Weniger wegen Ausgehen, also zum Vergnügen, sondern meist wegen Elternabend, Friseur, Fortbildung...

      Haushalt (außer Staubsaugen) und "privaten" Bürokram (Steuererklärung und so) habe ich überwiegend abends erledigt, ganz am Anfang auch in der Mittagsschlaf-Zeit der Kleinen. Haushalt kann man ja auch mit den Kindern machen; wenn sie älter werden, können sie selbst kleine Aufgaben bekommen.

      Viele Grüße
      H.

      • Ich bin aktuell schwanger und wir trennen uns auch

        Unser Sohn ist 2,5 und geht erst jetzt demnächst in die Kita. Ich studiere und habe ihn sonst immer mit zur Uni genommen bzw war ich mit ihm die letzten Monate auf Weltreise.

        Mein Mann ist ebenfalls Student, wir haben kaum Geld allerdings können wir gut miteinander reden und kommen gut klar miteinander. Er hat eine kleine Wohnung, nur 26 qm aber in der Nähe. Es ist doch eigentlich egal wie groß die ist, Hauptsache Papa ist da und nimmt sich Zeit. Die beiden schlafen auch zusammen im Bett aber natürlich bekommt unser Sohn einer kleine Ecke in der Wohnung. Ich bleibe in der gemeinsamen Wohnung und werde weiter studieren. Großes Kind in der kita, Mini Baby in der trage mit in die Uni. Nachmittags kommt einmal meine Mutter die Woche und ansonsten nehme ich jede Hilfe von Freunden an, die zb ein Auto haben und ggf sogar mal bei ihrem Einkauf für mich mit was besorgen können. Wochenende nimmt er zumindest den großen und das kleine dann auch mal tagsüber. Weiß noch nicht wie das mit dem stillen wird, denn ich habe den großen auch zwei Jahre gestillt... Ich denke nicht dass ich das so lange mache, auch wenn es beim großen perfekt so war.

        Wenn ich an die Zukunft denke wird mir manchmal etwas schlecht... Meine Eltern arbeiten beide Vollzeit, würden aber auch den großen mit in den Urlaub nehmen.

        Mein Lehramt Studium ist noch laaang, ich bekomme kein Bafög und lebe von Kredit...
        Ich habe mir es auch anders vorgestellt, kann dich also gut verstehen.

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