Auf Unterhalt verzichten?

    • (1) 15.12.17 - 19:18

      Huhu,

      Mein Mann hat sich von mir getrennt, was mir zwar sehr weh tut, es aber auch verstehen kann.
      Ich kümmere mich hauptsächlich um unseren Sohn und bin mit dem zweiten Kind schwanger. Er sieht ihn am Wochenende und ab und zu auch in der Woche.
      Er und ich sind beide Studenten wobei er schon einen Master Abschluss hat. Er verdient wenig in seinem Studium allerdings nicht so viel dass er mich unterstützen könnte. Ich bekomme kein Bafög und meine Eltern können mich mtl auch nicht mit einem fixen Betrag unterstützen. Deswegen habe ich einen Kredit, bekomme etwas Wohngeld und das Kindergeld.

      Jetzt habe ich den Antrag auf Unterhaltsvorschuss bewilligt bekommen den ich ja brauche um das Wohngeld zu bekommen. Das wird ihm doch dann in Rechnung gestellt oder? Und er muss es Nachzahlen sobald er mehr verdient oder?

      • (2) 15.12.17 - 19:45

        Er muss aufpassen. Wenn er aktuell wegen einer Ausbildung nicht leistungsfähig ist, laufen keine Schulden auf und dann muss er auch nicht zurück zahlen. Dann darf er aktuell keinen Titel unterschreiben.

        Du darfst darauf verzichten, Unterhalt einzufordern, wenn Du den Unterhalt selbst an seiner Stelle leistest. Sobald Ämter ins Spiel kommen, geht das nicht, denn dann geht Dein Verzicht zu Lasten Dritter.

        Aber ob er aktuell zahlen muss, hängt davon ab, ob er leistungsfähig ist.

        LG

        • (3) 15.12.17 - 20:01

          Hallo,

          Anmerkung meinerseits - korrekt ist "unverschuldet nicht leistungsfähig" - wobei die UHV-Kasse mit Sicherheit zunächst die notwendigen Schritte einleiten wird um den Anspruchsübergang rechtlich abzusichern - und für die unverschuldete Nicht-Leistungsfähigkeit ist der Pflichtige darlegungs- und beweispflichtig

          LG

          • (4) 15.12.17 - 21:41

            Wer in einer (Erst-)Ausbildung steckt ist unverschuldet nicht leistungsfähig.

            Schuldhaftes Verhalten gibt der Beitrag nicht her.

            LG

            • (5) 16.12.17 - 09:30

              Hallo,

              grundsätzlich natürlich richtig - ich habe dem Eingangspost entnommen, dass er bereits einen Master-Abschluss hat und da stellt sich für mich die Frage, wie lange der selbst gewählte (gewünschte) Ausbildungsgang vor der Verpflichtung zur Zahlung von MKU geht.

              LG

              (6) 16.12.17 - 09:35

              Er ist aber nicht in der erst Ausbildung

              • (7) 16.12.17 - 09:46

                Hallo,

                wenn die Erstausbildung bereits abgeschlossen ist (durch den Master ?), dann wird es schwierig werden ....

                es spielt auch keine Rolle, ob er beim Jugendamt irgend einen Titel unterschreibt, die Überleitung der Ansprüche auf das Jugendamt erfolgt per Gesetz und dann ist er für seine mangelnde Leistungsfähigkeit (unverschuldet) beweispflichtig.

                Was genau passieren wird ist aber derzeit Spekulation, die JA sind zwar angewiesen möglicht hohe Rückforderungen/-zahlungen zu erreichen, aber nicht alle JA sind an der Stelle gleich "eifrig"

                LG

        (8) 15.12.17 - 20:16

        Oh man sorry, aber ich bin seit heute früh wach und irgendwie durch die ss habe ich ein paar IQ Punkte weniger.

        Kannst du bitte das etwas aufdröseln - ich versteh nichts davon. Was ist ein Titel?

        • (9) 15.12.17 - 21:45

          Das ist eine Verpflichtungerklärung, monatlich die Summe xxx zu zahlen und man unterwirft sich der Zwangsvollstreckung, wenn man es nicht tut bzw. es laufen Schulden auf, wenn man nicht zahlen kann.

          Vom Prinzip vergleichbar mit einem Kredit: wenn du nur 1000 Euro hast und die zum Existieren brauchst, kannst du nichts auf Pump kaufen und monatlich 300 Euro abzahlen. Natürlich kann man ein Kind nicht mit einem Konsumgegenstand vergleichen, aber der Effekt ist der gleiche. Nur dass für ein Kind eben der Staat einspringt.

          Kurzfassung: solange er "nichts verdient" beim Jugendamt nichts unterschreiben.

          LG

          • (10) 16.12.17 - 07:29

            Er verdient die nächsten drei Jahre 800 netto. Ich möchte einfach nicht dass ihm in drei Jahren gesagt wird, so jetzt müssen Sie 10000 Euro Nachzahlen da sie ja jetzt was verdienen. Er muss auch noch seiner Mutter Unterhalt zahlen wenn er was verdient. Dass die beiden kein Kontakt haben und sie ihn schwer misshandelt hat, zählt ja nicht

            • (11) 16.12.17 - 09:36

              Hallo,

              die Ansprüche minderjähriger Kinder gehen denen der Eltern vor, also sind zunächst die Ansprüche der Kinder zu bedienen, erst wenn danach noch etwas oberhalb des erhöhten Selbstbehalts gegenüber den Eltern übrig bleibt, bekommen diese etwas

              LG

              PS - zu Deinem letzten Satz - doch, das zählt, zumindest familienrechtlich

              (14) 16.12.17 - 11:23

              @ Kassler: Ganz genau. @TE: Und auch Deine eigenen Ansprüche auf Unterhalt gehen denen der Mutter vor. Das sollte er unbedingt regeln.

              Was hat er denn vorher verdient?

              Wichtig ist, dass das JA nicht bestimmen darf, ob Schulden auflaufen oder nicht. Wenn man sich nicht verständigen kann, müsste gerichtlich geklärt werden, ob man ihm fiktives Einkommen berechnet oder zu einem Nebenjob verdonnert. Das liegt nur eben nicht im Kompetenzbereich des JA.

              Mit 800 netto ist er jedenfalls nicht leistungsfähig. Ob daraus das Gericht ein "verschuldet" macht, bleibt wohl abzuwarten.

              LG

              • (15) 16.12.17 - 12:03

                Wir wollen ja gar nix gerichtlich klären. Ich brauch das Geld nicht zwangsläufig wenn er dafür Schulden machen muss.
                Er hat noch 10000 Bafög die jetzt abbezahlt werden müssen. Vorher hat er ja sein Studium gehabt.
                Ich will auch nicht dass er einen nj macht.

                • (16) 16.12.17 - 15:39

                  Wenn du Unterhaltsvorschuss beziehst und das JA meint, er sei schuldhaft nicht leistungsfähig, dann landet ihr ggf. vor Gericht, ohne das zu wollen. Das JA hat natürlich den Auftrag, das Geld des Staates vom Vater zurück zu holen. Und dann muss das Gericht entscheiden, ob er als Azubi gilt, der nicht leistungsfähig ist oder als Hochschulabsolvent, der sich in diesem studierten Beruf einen Job zu suchen hat.

                  Das liegt dann nicht in eurer Hand.

                  LG

          Um seiner Mutter Unterhalt zu zahlen, muss er extrem gut verdienen. Unterhalt gegenüber seinen Kindern uns dir geht vor.
          Warum muss er seiner Mutter Unterhalt zahlen?

          • Noch nicht. Da er ja nix hat. Aber nach der Ausbildung vllt. Wobei er lieber weniger arbeiten wird um mehr Zeit mit den Kids zu haben als viel zu verdienen.
            Er braucht nicht viel zum Leben und ich will lieber einen glücklichen Vater als einen der noch tausende Euro Schulden beim ja hat.

            • Ähhm. Er muss aber soviel verdienen, das er Unterhalt ahlen kann, zumindestens für die Kider. Alles andere geht nicht.
              Wer Kinder in die Welt setzt, muss dafür zahlen, Punkt.

              • Ich seh das zwar ein was du sagst aber mir ist diese Ansicht zu einfach.
                Soll ich ihn jetzt zwingen in dem Beruf zu arbeiten der ihn fast in den burnout getrieben hat? Ich hab es ja mitbekommen wie sehr er da gelitten hat. Soll ich ihn jetzt zwingen neben dem dualen Studium noch einen nj zu machen sodass er gar keine zeit mehr für seine Kinder hat?
                Davon hab ich nix er nicht und unsere Kinder erst recht nicht.
                Ich komme mit dem Wohngeld, meinem Kredit und dem Kindergeld ok über die Runden. In ein paar Jahren bin ich fertig, werde gut verdienen, dann kann ich meinen Kredit abzahlen. Er wird ebenfalls ganz ok verdienen.
                Es geht jetzt echt nur um die nächsten drei Jahre

                • (21) 16.12.17 - 13:39

                  Ich wünsche dir wirklich von Herzen, dass sich in den nächsten Jahren nichts zu euren Ungunsten verändert. Bedenke aber bitte auch Szenarien, die dir, und wahrscheinlich auch ihm, derzeit noch unvorstellbar vorkommen.

                (23) 16.12.17 - 15:42

                Deine Einstellung finde ich an sich gut. Aber es darf eben nicht zu Lasten Dritter gehen. Ihr könnt später auch versuchen ein Wechselmodell zu installieren und jeder zahlt selbst für die Kinder. Es gibt keinen gesetzlichen Zwang Unterhalt einzufordern, sofern ihr das untereinander regelt.

                Aber existieren können müsst ihr auch. Da gilt es einen guten Kompromiss zu finden.

                LG

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