Umgang

    • (1) 09.04.18 - 12:39

      Hi mal ne Frage
      Bei einem one night stand is nen Kind entstanden,hab aber von Anfang an gesagt is nicht mein Ding.Ging auch drei Jahre gut jetzt will die Mutter auf einmal das ich die kleine jedes zweite Wochenende nehme meine Frage muss ich das überhaupt?!

      Hallo!

      Eigentlich räumt der Gesetzgeber den Eltern nicht nur Rechte an sondern auch Pflichten gegenüber ihren Kinder ein. §1684 Abs. 1 sagt nämlich folgendes:
      "(1) Das Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil; jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt."
      Demnach hast Du eine Umgangspflicht. Allerdings hält das Bundesverfassungsgericht einen gegen den Willen des Vater erzwungenen Umgang zwischen Vater und Kind als nicht förderlich für das Kindeswohl an und gab damit einem Vater Recht, der keinen Umgang mit seinem Kind wollte.
      Soweit die rechtliche Seite...
      Und jetzt zur moralischen Seite: Ich finde einen Mann, der ein Kind mit einer Frau zeugt und dann jeglichen Umgang verweigert im höchsten Maße unverantwortlich! Kannst Du Dir vorstellen, dass ein Kind irgendwann vielleicht auch mal nach seinem Vater fragt? Dass es wissen will, was für ein Mensch sein Vater ist? Momentan kannst Du den Umgang zwar verweigern, aber was machst Du, wenn Dein Kind dich irgendwann einmal kennenlernen möchte? Was sagtst Du ihm, wenn es dich in 10-15 Jahren vielleicht fragt "Warum wolltest Du mich nicht? Warum hast Du mir den Umgang verweigert? Warum durfte ich Dich nicht früher kennenlernen?"

      Ich würde sagen: Benimm dich mal wie ein Mann und nicht wie ein kleiner Junge!

      LG

    Ich streu mal ne Prise Satzzeichen über dein Geschreibsel und schließe mich dentatus an!

    Ich hoffe das ist tatsächlich ein Fake, ansonsten bricht mir sowas wirklich das Herz. Dir wahrscheinlich nicht, weil keines da ist!

    Ne, man wird einem Kindsvater keinen Umgang aufzwingen. Das widerspräche dem Kindeswohl.

    Ich finde es natürlich auch schade für das Kind, allerdings sehe ich das etwas differenziert.

    Als Frau habe ich, wenn ich trotz Verhütung unfreiwillig Mutter werde, einen größeren Handlungsspielraum.
    - ich muss das Kind nicht austragen
    - ich muss es nicht behalten (Babyklappe, Adoption, Pflegeeltern ect.)
    - ich kann mich der Unterhaltsverpflichtung durch bestimmte Maßnahmen ( s.o.) entziehen
    - ich kann auf Umgang/Beziehung zum Kind verzichten

    Der Handlungsspielraum der unfreiwilligen Väter ist bedeutend geringer. Er kann weder nachträglich entscheiden, ob er Vater wird noch, ob er unterhaltspflichtig wird.
    Er kann sich eigentlich nur der Beziehung zum Kind entziehen.

    Meiner persönlichen Einschätzung nach, ist die gesellschaftliche Akzeptanz der mütterlichen Handlungsspielräume höher als die der väterlichen.

    Da ich akzeptiere, wenn unwillige Mütter sich ihrer Mutterschaft durch diese Maßnahmen - z.B. Babyklappe - entziehen, akzeptiere ich das Verhalten auch bei unwilligen Vätern. Beides ist bescheiden für das Kind. Das Problem besteht darin, dass hier Selbstbestimmung des Elternteils gegen das Interesse des Kindes steht. In diesem Dilemma gewichten wir/der Gesetzgeber die Selbstbestimmung der Mutter höher.
    Bin ich zu viel oder zu wenig feministisch, dass ich das dem Vater auch zugestehen mag?

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