Ärger mit Tochter, Vater fällt mir in den Rücken

    • (1) 14.07.18 - 19:05

      Hallo zusammen,

      ich bin seit einem Jahr räumlich getrennt, Scheidung läuft.
      Mein Noch-Mann und ich haben eine 13-jährige Tochter, die bei mir lebt.
      Mein Mann arbeitet im Schichtdienst (auch Wochenende), so dass ein geregelter Umgang nicht möglich ist.
      Von daher stimmen er und unsere Tochter sich ab, wann es zeitlich passt, dass er sie abholt.
      Ein nicht unerheblicher Aspekt ist dabei seine Freundin, die er seit einem Jahr hat. Wenn diese Zeit hat, geht sie vor.
      Das weiß ich und das weiß auch unsere Tochter.
      Von sich aus hat er sich noch nie gemeldet, unsere Tochter fragt immer, wann er Zeit hat. Ich habe spaßeshalber mal vorgeschlagen, sich doch auch nicht zu melden, um mal zu sehen, wann ER denn auf SIE zukommt.
      Meine Tochter meinte allerdings, dass sie ihn dann wohl nie wieder sieht.

      Mein Mann und ich pflegen einen guten Kontakt. Bevor er sie abholt bzw. nachdem er sie bringt, sitzen wir meistens noch in der Küche und unterhalten uns über dies und das.

      Meine Tochter hat sich nunmehr angewöhnt, alles, was ihr hier bei mir nicht passt, ihrem Vater per whatsapp mitzuteilen und sich Schützenhilfe zu erhoffen. Die bekommt sie dann auch von ihm.

      Gestern sagte sie mir, sie braucht eine neue Zahnbürste und ob ich ihr heute eine mitbringen kann. Klar, ist ja kein Problem.
      Ich habe eine paar Kleinigkeiten besorgt (unter anderem auch Blumen, die sie der Freundin meines Mannes heute überreichen wollte, weil sie dort heute eingeladen ist).
      Zahnbürste habe ich vergessen. Ich habe sie dann gebeten, selbst eben loszufahren und die Zahnbürste zu kaufen.
      Nee, ging nicht. Sie müsse erst Haare waschen und danach dann GLEICH Zähne putzen. Ich war sauer über die faule Ausrede, das hat sie auch gemerkt, und während ich zähneknirschend nochmal los bin, die Zahnbürste zu kaufen, hat sie wohl ihrem Vater wieder das Dilemma: Ich habe keine Zahnbürste und Mama kauft mir keine. ihrem Vater mitgeteilt.

      Der kam dann später, um sie abzuholen, mit einer Zahnbürste in der Hand. Ich sage, hat sie Dir das etwa schon wieder gleich geschrieben.
      Und dann kommt halt sowas wie, das ARME Kind, warum hat es keine Zahnbürste, das geht aber nicht usw.usf.

      Ich habe ihn bei einem anderen mal schon mal angeboten, dass sie auch zu ihm ziehen kann. Das hat er sofort mit: Das geht nicht. Von sich gewiesen.

      Ich möchte nicht, dass alles gleich brühwarm bei meinem Noch-Mann landet, der mit einer Tutsi-Tutsi Manier seiner ARMEN Tochter über den Kopf streichelt.

      Unsere Tochter hält sich nicht dran, sie spielt uns weiter aus. Ich habe es schon zig mal gesagt. Würde ich ihr z.B. ihr Handy wegnehmen für einige Zeit, würde das über kurz oder lang wieder bei ihm landen und der macht mich dann rund.

      So geht das einfach nicht und ich weiß nicht, was ich machen soll.

      Biiiiittte Hilfe!!!!

      LG
      bruchetta

      • (2) 14.07.18 - 21:06

        Dass deine Tochter sich so verhält finde ich vollkommen normal, wenn auch sehr ärgerlich! Das Problem ist dein Mann und die durch die Trennung sehr günstige Situation für ein derartiges Verhalten. Aber keine Sorge, sowas gibt es in jeder familie. Ich würde vorschlagen, dass du mit deinem Mann eine Erziehungsberatung zu diesem Thema aufsuchst.

        (3) 14.07.18 - 21:22

        Deine Tochter sucht Aufmerksamkeit vom Vater und die um jeden Preis.

        Der Fehler liegt weder bei dir noch bei ihr, er verhält sich einfach unverantwortlich und sie leidet. Ich würde versuchen, verständnisvoll zu bleiben, aber auch meinen Ärger ihr gegenüber ausdrücken

        Ich würde außerdem professionelle Beratung empfehlen, bei der Diakonie bei uns gibt es z. B. Gruppen für Scheidungskinder. Sie ist da sicher nicht die einzige, die vom Vater verlassen wurde. Das ist schon eine sehr schlimme Erfahrung, vielleicht die schlimmste, die einem als Kind passieren kann.

        Gute Nerven wünsche ich dir!

        (4) 15.07.18 - 11:33

        Hallo,

        ich würde tatsächlich mal mit dem Ex reden und ihm klar machen, dass er sich bei solchen gepetzten Differenzen und Lappalien raushalten soll und auch ansonsten der Tochter sagen sollte, dass sie solchen Unfrieden schaffenden Käse lassen soll.

        Wenn das nicht aufhört, würde ich den beiden ankündigen, dass Du das Töchterchen beim nächsten Mal bei ihm vor die Tür stellst, dann können sie im gemeinsamen Leben gerne alles schiedlich-friedlich richtig machen.

        Und wenn es dann noch mal vorkommt, genau das auch TUN.

        Du musst meiner bescheidenen Meinung nach beiden zeigen, dass eine Grenze erreicht ist und du dich nicht am Nasenring durch die Manege zerren lässt. Auch wenn deine Tochter traurig ist über das Verhalten des Vaters, ist es nicht okay in dieser Petzliesenmanier durchs Leben zu gehen. Sie wird sicher genug Trost und Halt von dir bekommen und so ist es nicht okay, dass sie dich ständig ins Messer schubst.

        Auch ein verlassener Teenie darf ruhig merken, dass irgendwann mal genug ist. Und der Ex sollte merken, dass sein gönnerhaftes Übervaterspielen FOLGEN haben könnte, nämlich in der Art, dass er sich mal vollschichtig kümmern darf. Da er das nicht will, könnte die harsche Ansage, dass er bald euer Kind vor die Tür gestellt bekommt, wenn er sein scheinheiliges Getue nicht einstellt und du das SEHR ERNST meinst und seine Freundin ihn sicher gern in der Betreuung des Babydrachens unterstützt, dass er sich das beim nächsten Mal gut überlegt, ob er wegen irgend einem Killefiz dicke Backen macht.

        LG

      • (5) 15.07.18 - 22:51

        Sie braucht eine Zahnbürste, die kann man ja kaufen. Warum muss das SOFORT sein? Noch am selben Tag? Ist doch nicht wirklich ein Drama wenn sie sich noch den Tag die Zähne mit der vorhandenen Bürste schrubbt. Aber sie nimmt das zum Anlass, die Mutter nochmal loszuschicken (weil deren menschliches Vergessen nicht erlaubt ist) und den Vater über das Fehlverhalten der Mutter zu informieren, so dass der ebenfalls springt.

        Macht so weiter und bald habt ihr eine 13jährige Prinzessin, die euch beiden sagt, wann ihr zu springen habt. Und weil ihr das nicht stoppt fragt ihr auch noch "wie hoch, Kind?". Diese Szene lässt eigentlich den Schluss zu, dass es schon so weit ist.

        Warum ist es Dir denn so wichtig, vor Deinem Ex und der Tochter zu kuschen? Warum musst Du eine perfekte Mutter sein, ihm ist es ja auch nicht wichtig, den perfekten Daddy zu geben?

        Klar lässt sie es nicht euch gegeneinander auszuspielen. Wäre ja ihr Vorteil weg.
        Ich würde da ganz cool bleiben.

        Was will sie den machen? Wenn du ihr nicht den Willen läßt drohen das sie nach Papa zieht weil der viel netter ist? Tja kleine geht nicht Papa lässt dich nicht bei Ihm einziehen.

        Anstelle loszufahren eine Zahnbürste kaufen. Schreib ihm ne Nachricht Deine Tochter muss unbedingt jetzt gleich sofort eine neue Zahnbürste haben nach dem Duschen, kommst ja eh gleich bring mal bitte eine mit.
        Die Blumen würde ich mir jetzt selbst in die Vase stellen. soll er ihr doch welche für seine Freundin besorgen.

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