Kürzlich getrennt-Kind über Nacht dem Papa geben

    • (1) 29.09.18 - 16:26

      Hallo,

      ich bin erst seit kurzem vom Vater meines Sohnes getrennt. Ich muss dazu sagen, unser Kind war bisher die meiste Zeit unter meiner Führsorge. Der Papa hat sich zwar mal gekümmert aber eher so 2-3 Stunden rumdallern am Tag. Zu Hause war er selten. Also alles was mit Frühstück, schlafen, Baden... Umgang mit Erkältung, Fieber, Husten und so zu tun hat, hat er keine Ahnung. Er weiß erst seit kurzem welche Windelgrösse unser Zwerg hat, weil ich ihn mal zum einkaufen geschickt habe. Nur so als Beispiel...

      Nun dennoch, er liebt seinen Sohn, sein Sohn liebt ihn und ich will und werde mich nicht dazwischen stellen. Ich wäre auch einverstanden damit, wenn der Kleine mal ne Nacht bei Papa verbringt. Dann könnte ich ja ne Tasche packen mit allem wichtigen drin.

      Ab wann wart ihr bereit eure Kids über Nacht oder auch mal ein paar Tage abzugeben? Mir fällt es halt extrem schwer da der kurze bisher auch immer bei mir im Bett geschlafen hat (schläft erst seit kurzem durch) und bei Papa müsste er alleine schlafen.

      Danke für eure Antworten
      Achso, er wird bald 2 :)

      Liebe Grüße

      • (2) 29.09.18 - 16:30

        Wenn beide Elternteile den Blick auf das Kind richten kann man es beispielsweise so machen, dass Papa seinen Sohn mitnimmt und falls es am Abend unlösbare Probleme gibt, bringt er ihn wieder nach Hause.
        Wobei ich bei einem Zweijährigen vor einer Übernachtung ganz viel Umgang (mehrfach die Woche) in der Wohnung des Vaters einberaumen würde, damit er sich dort nicht mehr fremd fühlt.

        Versuch macht kluch, auch in diesem Fall.

        (3) 29.09.18 - 17:12

        Hallo, mein Sohn war 3 bei der Trennung, er war von Anfang an über Nacht beim Papa. Der Papa wird sich dann schon dazu legen in der Nacht ;-).

        Unser kleiner ist noch unter 2 und schläft aus ähnlichen Gründen wie du genannt hast , erst mal nur bei mir. Hatten in der gemeinsamen Wohnung mal ein Wochenende getestet u er hat bitterlich geweint nachts, weil Mama nicht da war. Jetzt wollen wir erst schauen dass er sich an die 2 Wohnorte gewöhnt .. das braucht seine Zeit. Erst wenn er nachts ruhiger schläft und die Umgebung nicht mehr grenf ist bei Papa. Dann versuchen wir es würde. Egal wie alt er dann ist. Wir wollen ihm beide nicht überfordern u wünschen uns, dass er sich sicher fühlt. Der Papa macht seit der Trennung deutlich mehr und trägt jetzt eben Verantwortung. Vorher war Ich alles mein Job. Da wachsen die Männer rein wenn sie es wollen...

        VG

      • (5) 29.09.18 - 21:12

        Sorry, aber bei deinem Post bekomme ich Puls...

        Dem Vater mal das Kind mitgeben? Ich hoffe ihr regelt einen regelmäßigen Umgang und zwar so, dass der Papa auch Papa sein kann. Er braucht keine gepackte Tasche, er kann in seinem Haushalt alles haben und glaube mir, er bekommt das hin.
        Sohnemann war bei der räumlichen Trennung knapp zwei und wir haben das Wechselmodell begonnen. Alle 2-3 Tage war das Kind beim jeweils anderen. Man kann sich jetzt streiten, ob das WM gut ist dem Alter, das will ich auch hier nicht propagieren, aber einen regelmäßigen Umgang - auch über Nacht sollte es geben.
        Und ich war auch Bezugsperson Nummer eins. Der Vater hat so gut wie nix gemacht. Ich habe echt gelitten (auch jetzt nach 3 Jahren, hätte ich mein Kind gern öfter bei mir) das will ich gar nicht schön reden, aber persönliche Befindlichkeiten haben da nichts zu suchen. Man ist als Mama nichts besseres!

        • (6) 30.09.18 - 09:18

          Naja, zum Puls kriegen ist mein posting ja nun wirklich nicht. Schließlich setze ich mich mit dem Thema ja auseinander. Ich weiß, dass ich lernen muss, loszulassen. Aber das ist ein Prozess, den man nicht von heute auf morgen kann. Übrigens hat der Papa noch nicht einmal was in die Richtung gesagt, den Anstoß dazu gebe ich, weil ich möchte, dass die zwei ein gutes Verhältnis zueinander haben.
          Mit dem Haushalt bei Papa ist so eine Sache... ich denke schon, er müsste sich da auch etwas Mühe geben. Einen Schlafsack kaufen, sich Windeln hinlegen, ne kleine Notfallapotheke (Fieberthermometer/Nurofen) ... bis jetzt kam da halt noch gar nichts von ihm. Desweiteren vereist er recht viel (Freigeist) und ist auch mal für längere Zeit weg. Das versteht der Kleine halt noch nicht so gut.
          Also Urteile bitte nicht über mich, ich gebe mir wirklich Mühe und will das beste für die Familie.

          • (7) 30.09.18 - 10:02

            Ich Urteile nicht, ich mahne nur ;-)
            Ich wollte dich nicht persönlich angreifen und habe sicher etwas emotional reagiert.

            Diesen Prozess muss dein Kind lernen und nicht du. So wie schon geschrieben wurde: es geht nicht um deine persönlichen Befindlichkeiten.

            Als ich mich getrennt habe, war der große knapp 7 und der kleine 3 Monate alt. Beide haben von Anfang an beim Papa geschlafen und ich habe mich u. a. getrennt weil alles an mir hängen blieb. Bis heute (8 Jahre fast Tag genau) sind die Kids beim Papa 14tägig.

            Auch ein Vater braucht die Chance sich mit den Kindern auseinander zusetzen. In jeder Ortschaft gibt es auch eine Notdienst Apotheke und sollte etwas mit den Kindern sein, ruft er eh erstmal an.

            Fang an dem Vater deines Sohnes diesbezüglich zu vertrauen, das Kind wird es dir später danken.

            Lg
            Kati

        (9) 30.09.18 - 09:19

        Liebe Nele, ich lese so oft Dinge von dir, bei denen ich nachdrücklich nicke - hier auch wieder und deshalb lasse ich dir das jetzt einfach mal hier.
        Ich sehe es ganz genauso. Trennung mit Kind ist scheiße, weil es in den meisten Fällen eben bedeutet, dass man sich auch als Mama oder Papa wenigstens tageweise vom Kind trennen muss. Das ist richtig, richtig hart. Aber wenn man das Gerede vom Kindeswohl ernst nimmt, dann muss man da durch. Eltern sind beide, damit haben beide das Recht und die Pflicht, sich um das Kind zu kümmern. Und da sollte nicht eine Seite in der Position sein, darüber nachzudenken, ob sie dem anderen ganz generös den Nachwuchs mal "mitgibt". Meiner Erfahrung nach kommen die Kinder mit dem Wechsel ziemlich gut klar, solange die Eltern es schaffen, daraus kein Machtspiel zu machen und sich in ihren eigenen Befindlichkeiten zusammenzureißen.

        • (10) 30.09.18 - 09:54

          Ich bin da ganz bei dir. An diesem Gedankengang, ob man das Kind "dem Vater mitgibt" sieht man ganz klar, wie die "Besitzverhältnisse" am Kind gesehen werden.

          Bei gleichberechtigten Eltern würde sich die Frage des "ob" gar nicht stellen sondern nur die Organisation des "wie".

          LG

          • (11) 30.09.18 - 10:17

            Hallo Kuestenqueen,

            Ich gebe Dir Recht, ich sehe den Kleinen als „mein“ Kind an. Was wahrscheinlich daran liegt, dass ich mich die letzten zwei Jahre fast nur alleine um ihn gekümmert habe. Ich habe ihn gestillt, ich habe 18 Monate lang kaum geschlafen, ich hatte ihn auf meinem Bauch, stundenlang, gelegt als er Fieber hat, ich habe ihn in der Kita eingewöhnt und wir haben ein sehr sehr enges Verhältnis zueinander. Nicht das ich dem Papa das alles verwehrt hätte- er wollte das nicht. Er ist mehr so der Typ „der Kleine muss ein harter Bursche werden, er kann auch mal heulen“. Ist ja auch ok, er will ja auch nur das beste für ihn.

            Aber bin ich echt so schlimm, weil es mir schwer fällt loszulassen? Ich mache es ja, und werde dabei auch gute Laune zeigen. Aber gut, demnächst ist der Papa für 3-4 Tage weg, Ende des Monats fährt er für mehrere Wochen weg, wann da die Gelegenheit kommen soll, weiß ich auch noch nicht :/

            Wie gesagt, das mit dem übernachten bei Papa geht ja auch von mir aus- von ihm kam da ja noch gar nichts ernsthaftes. Was ja zeigen sollte, dass ich mir Mühe geben will.

            Trennungen sind einfach scheisse, und mit Kind noch mehr :(

            • (12) 30.09.18 - 10:26

              Hallo,

              nein, Gefühle sind nie schlimm. Aber es ist wichtig sich bewusst zu machen, dass es eben die eigenen Gefühle sind und das einen nicht in die Lage versetzt im Recht zu sein.

              Aber wenn dein Ex so ein "Freigeist" ist, wird er vermutlich gar nicht so viele Ansprüche stellen, die dir schwer fallen?

              LG

              • (13) 30.09.18 - 11:45

                Ja, so oft wird sich die Gelegenheit wahrscheinlich gar nicht bieten. Das erste mal werde ich ihm das Übernachten vorschlagen ende des Monats, denn da bin ich auf eine Hochzeit von Freunden eingeladen. Das bietet sich also an. Und danach ist er ja eh erstmal ne Weile weg. Aber umso mehr Zeit der Lütte mit mir verbringt und umso weniger mit dem Papa, umso mehr wird er an mir kleben :/ Ist irgendwie eine Zwickmühle

                (14) 30.09.18 - 21:05

                Hey Kuestenqueen,

                wollte dir mal ein Update geben: habe heute mit meinem Ex geredet und ihm vorgeschlagen, dass er ja den Lütten über Nacht zu sich nehmen kann, wenn er wieder zurück ist. Ich meinte dann nur, dass es ja schön wäre wenn wir darüber reden könnten und er sich ein pack Windeln hinlegt und schaut das der Kleine Schlafzeug hat. Darauf meinte er, er kauft jetzt bestimmt nichts ein und für die 3x lohnt sich das nicht, er wäre ja eh bald weg. Super!

                Meine innere Stimme sagte mir schon, das funktioniert nicht und deswegen habe ich mir den Kopf zerbrochen...

                Vater kann er gerne sein, der „rumdaddel“ Papa der er schon immer war. Ich bin die Mama und kümmere mich in guten wie in schlechten Zeiten, auch wenn ich abends mal lieber ausgehen würde... egal.

                Bin leicht bedient -.-

                Dachte es interessiert dich vielleicht 😅 Alleinerziehend sein ist das eine, eine gute alleinerziehende Mutter sein, muss man lernen 😅

                Liebe Grüße
                Surfermami

                • (15) 30.09.18 - 22:36

                  Huhu,

                  Danke für die Rückmeldung. Na, der scheint ja wild auf Umgang zu sein. Aber so musst du dir nicht vorwerfen lassen, du hättest es nicht versucht.

                  Ich würde ihm solche Sachen am besten per Mail anbieten. Dann kann er wenigstens nie behaupten, das würde nicht stimmen.

                  LG

        (16) 30.09.18 - 10:04

        Danke dir :-)
        Das schlimme ist ja, dass man das auch im Umfeld abbekommt. Gerade von älteren: Kind gehört zur Mama, ich könnte mein Kind nicht abgeben...

        Als ob ich mich dafür feiern würde, mein Kind nicht bei mir zu haben

        • (17) 30.09.18 - 10:41

          Ja, ich kenne das. Das ist ganz schlimm.
          ich werde es immer als mein größtes Scheitern begreifen, dass ich meinem Sohn kein Aufwachsen in einer heilen Familie geben konnte. Aber es wird auch gleichzeitig immer meine größte Lebensleistung sein, diese Trennung so hinbekommen zu haben, dass er keinen Schaden nimmt, sondern weiß, dass er zwei Eltern hat, die ihn über alles lieben und alles dafür tun, damit es ihm gut tut.
          In den ersten Wochen bin ich an meinen "freien" Tagen rumgelaufen wie ein Zombie, weil ich gar nicht wusste, wohin mit mir. Ich hab aber gelernt: eine gute Mama ist nicht zwangsläufig die, die rund um die Uhr da ist, sondern die, die dafür sorgt, dass es ihm so gut wie möglich geht. Auch wenn mir das ganz oft wehgetan hat.

      (19) 30.09.18 - 10:50

      Ich sehe es komplett anders als ihr. Pflichten haben die Eltern natürlich beide. Gleichwohl nehmen es eben nicht alle von Anbeginn wahr. Daher finde ich es nur richtig, zu überlegen, wann der Zeitpunkt für Übernachtungen richtig ist. Aber nicht abhängig vom Verhalten des Vaters sondern vorallem vom Kind. Kinder leiden auch mit 2 und drunter. Meiner hat nie gefremdelt. Schon ein Wochenende hat gereicht, um ihn aus der Bahn zu werfen. Da spielen doch individuelle Dinge eine Rolle. Pauschal Tips wie Wechselmodell etc. Zu geben oder anderes, finde ich nicht richtig. Auch Gerichte befragen im Einzelfall Jugendamt bzw. Fachleute, um einschätzen zu können , was richtig ist im Einzelfall. Ich finde auch das Wechselmodell nicht generell gut . Nur wenn Eltern gut kooperieren und Kind sich wohl fühlt bei beiden. Ein Kind ist doch kein Besitz, den jeder mal bespaßen soll. Ich finde sehr wohl, dass es am Kinde dem Kind psychisch u. Physisch gut gehen sollte. Manchmal braucht es Zeit, um sich umzugrwöhnen. Dann sollte man es auch dem Kind zugestehen . Aber Väter wachsen auch mit ihrer Verantwortung. Das sollte nicht das Argument sein, es nicht mal zu probieren, wenn du den Eindruck hast , es fühlt sich tagsüber wohl u geht gern zu Papa. Meiner schläft zb mittlerweile mittags wieder bei ihm. Anfangs wollte er es nicht. Auch hier ein Prozess.

      Also hab Vertrauen..aber überstürzen musst du nix. Egal wer was propagiert.

      VG

      • (20) 30.09.18 - 11:54

        Danke Dir, ich dachte schon fast ich bin wirklich zu empfindlich :P Ich war einmal berufsbedingt 2 Tage und Nächte weg. Der Papa war dann zu hause und der Kleine hat den ersten Tag wohl super gemacht, aber am zweiten sehr viel geweint und nach "Mama" gefragt. Auch hat er dann am 3. Tag (Ich kam erst Mittags wieder) angefangen Fieber zu bekommen. Manche meinten das es daran lag, dass ich weg war. Kann aber auch Zufall gewesen sein... Auf jeden Fall muss , dass alles behutsam ablaufen, er ist doch noch Klein. Ich finde es sowieso schwierig, wie so ein kleines Kind verstehen soll, dass Mama und Papa nichts mehr mit ihm gemeinsam machen können. Wird es doch in jedem Bilderbuch vorgelebt :( Es ist halt alles noch sehr emotional, wir sind erst seit einer Woche getrennt. Zuhause hat der Papa ehr nie gelebt, sodass da keine Fragen nach ihm von meinem Kleinen kommen.

        Wie Du schon sagst, es ist ein Prozess an den sich alle erstmal gewöhnen müssen.

        Liebe Grüße
        Surfermami

        (21) 30.09.18 - 16:23

        Mein Sohn braucht heute noch jedes Wochenende Zeit, um sich umzugewöhnen und wir aus der Bahn geworfen durch den Umgang.

        Das ist einfach so bei einer Scheidung mit Kindern, sie leiden darunter. Darum kann ich überhaupt nicht verstehen, warum hier im Forum immer so schnell zur Scheidung geraten wird und gemeint wird, dass man dann ja noch problemlos Eltern bleiben kann.

        Den meisten Kindern macht das sehr viel aus, sie wären ohne diesen Bruch wahrscheinlich ganz andere Menschen geworden.

        (22) 01.10.18 - 12:10

        Ich habe explizit betont, dass ich das WM nicht propagieren will.
        Mir ging es um das Anspruchsdenken.
        Es ist nicht das Kind der Mama (auch wenn wir uns gern so fühlen, gerade wenn die Elternzeit noch nicht lange her ist) die dann entscheidet, es ist beider Kind und auf dieser Basis muss entschieden werden, was machbar, vertretbar und im besten Falle für alle das Beste ist. Dann funktioniert nämlich auch eine Trennung fürs Kind.

(23) 08.10.18 - 18:30

Hallo,

aus meiner Erfahrung waechst der Papa an seinen Aufgaben. ;) Wenn der Kurze bei ihm ist und er etwas nicht weiss, dann wird er entweder improvisieren, (Dich) irgend jemanden fragen, googlen.... jedenfalls wird er, wenn er seinen Sohn so lieb hat wie Du sagst, nicht zulassen, dass es dem Kleinen in irgend einer Weise schlecht geht. :) Er wird zwar sicher einiges ganz anders machen als Du, aber das ist ja irgend wie auch das Tolle daran, wenn man mit Mama UND Papa aufwaechst, egal ob zusammen oder getrennt. Leichter gesagt als getan, aber - entspann Dich, und geniess die "Auszeit", Deine Beiden Kerle machen das schon irgend wie.

LG
Vanillie

(24) 11.10.18 - 19:09

Hallo,

Das kommt auf die Bindung der beiden an. Da meine Tochter sicher auch zum Papa gebunden ist, hat sie direkt beim zweiten Umgang in der neuen Wohnung auch die Nacht verbracht hat. Beim ersten Mal Klappe es mit dem Mittagsschlaf zwar nur Mittel, aber das lag an der fehlenden Gardine. Das besserte er natürlich nach.
Ansonsten fühlte sie sich direkt wohl.

Grüße
Morqua

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