Alleinerziehend, woran liegt die Zunahme?

    • (1) 04.07.19 - 22:38

      Ich bin selbst alleinerziehend und habe mir wohl such deshalb auf ZDF eine Doku dazu angesehen. Es ist ja doch immer irgendwie die Faszination des Schrecklichen was einen dazu treibt.

      Ehrlich gesagt war ich doch letztendlich beeindruckt von den Genannten zahlen. 60% der Kinder von alleinerziehenden Müttern leben statistisch in Armut und die Zahl der Alleinerziehenden Mütter nahm in den letzten Jahren um +25% zu.

      Bei aller liebe zur Selbstverwirklichung, aber das kann es doch auch nicht sein.

      Woran liegt eine solche Zunahme und warum sind gerade Frauen davon betroffen. Bei Alleinerziehenden Vätern sieht das nicht so aus.

      • (2) 05.07.19 - 05:25

        Weil bei alleinerziehenden Müttern i.d.R. kleine Kinder leben, bei alleinerziehenden Vätern ältere Kinder. Das ist eine statistisch belegte Tatsache.
        Zweitens vermittelt das konservative (westdeutsche) Rollenmodel nach wie vor, das ein Kind besser nicht Vollzeit 'fremdbetreut' werden solle und die Mutter bitte den Teilzeitpart zu übernehmen habe (Teilzeitquote Paarfamilien: Väter 6%, Mütter 71%).

        Die Ursache der desolaten Lage vieler alleinerziehender Mütter auf 'Selbstverwirklichung' zu reduzieren ist so falsch wie unverschämt.

        Grüsse
        BiDi

        • (3) 05.07.19 - 06:35

          Ich kann deiner Argumentation nicht folgen, da falsch und populistisch. Dafür bekommt man sicher viel Applaus, jedoch leben die meisten in „Ostdeutschland“ und daher ander geprägt. Halle-Neustadt ist sogar gesamtdeutscher Spitzenreiter. Was sagst Du dazu?

          (4) 05.07.19 - 10:33

          >>>Zweitens vermittelt das konservative (westdeutsche) Rollenmodel nach wie vor, das ein Kind besser nicht Vollzeit 'fremdbetreut' werden solle<<<

          Leider ist es bei z.T. wirklich hochqualifizierten alleinerziehenden Frauen so, dass sie ALGII beziehen, weil sie überhaupt keine Betreuung U3 finden.
          Da stellt sich die Frage nach Teil- oder Vollzeitbetreuung überhaupt nicht.

      (5) 05.07.19 - 09:32

      Welche Selbstverwirklichung meinst Du?

      • (7) 06.07.19 - 10:01

        Vllt die von Männern, die Kinder machen, kalte Füße bekommen
        und dann lieber mit einer neuen eine neue Familie (bis zur Verantwortung) und dann wieder

        1 Vater, viele Kinder => viele Alleinerziehende auf einen Typen, der so viel nicht an Unterhalt zahlen kann
        und sich aus Selbstverwirklichung heraus einen Job sucht, bei dem er an der Selbsterhaltungsgrenze ist #schein

        (8) 09.07.19 - 19:34

        Vielleicht auch Väter, die in der MLC meinen, ohne Familie besser leben zu können.

    (9) 05.07.19 - 09:38

    Dabei:

    "Bei aller liebe zur Selbstverwirklichung, aber das kann es doch auch nicht sein."

    gebe ich dir Recht. Nur dass es hier die Selbstverwirklichung der Väter ist, die ich hier anführen würde.

    (10) 06.07.19 - 09:58

    Wenn du selbst einige Kinder hast, würde es mich nicht wundern!

    Nach deinen Beiträgen, würde ich dich sofort zum Mond kicken. Nicht aus Selbstverwirklichung, sondern aus Selbstschutz vor so viel Überheblichkeit und Idiotie.


    D.h. 1 Vater, viele Kinder => viele Alleinerziehende, die so einen Typen nicht an der Backe haben wollen.


    Sonstig: Todesfälle, schwere Erkrankungen, Lebensumstände
    und Typen die einfach abhauen, weil sie mit neuen auf neue Familie machen wollen

    ok, das fällt unter den Punkt Selbstverwirklung


    Gegen die Armutsgrenze könnte helfen, dass manche Typen, die sich aus dem Staub machen (oder aus Sicherheits Gründen zu jenem gechickt werden) mal in die Pötte kommen und Unterhalt zahlen.


    Andere Fälle gibt es auch. Die genannten sollten nicht außer Acht gelassen werden.

    • (11) 06.07.19 - 11:22

      Ich verstehe nicht warum du mich so angehst. Kann ich etwas dafür, dass es so ist wie es ist?

      Die Fragen als auch Feststellungen dürfen doch angesprochen werden. Für persönliche Erfahrungen und Einzelschicksale kann ich doch nichts.

      Ausbildung und ein geregeltes Einkommen durch Arbeit waren noch nie verkehrt.

      • (12) 06.07.19 - 11:24

        Ergänzung:
        Zwei Einkommen sind meist mehr als eines und immer mehr als staatliche Transferzahlungen.

        Bei uns ist der Kindergarten und Hort bis 17 Uhr kostenfrei - also Freiraum für mehr als das gemütliche Sofa ;-)

        • Ich denke Du hast die Reportage geschaut?! Da wurde auch erläutert, dass die KiTa nicht überall kostenlos oder kostengünstig ist....

          • Stimmt, hat aber auch nichts mit der oft fehlenden Ausbildung zu tun 😉

            • (15) 07.07.19 - 01:04

              Ich kenne die Reportage nicht und weiss nicht wen du kennst.

              Alle Alleinerziehenden die ich persönlich kenne (spontan fallen mir 7 ein), haben Ausbildungen und geregelte Jobs.
              Allerdings keine kostenfreien Betreuungsplätze 🙄🙄🙄

              Und auch mit einem Platz, wo man sein Kind theoretisch 9.5 Stunden unterbringen könnte, ist es kaum möglich 100% zu arbeiten 😉
              da müsste man sein Kind um Punktschlag abgegeben und mit der letzten Minute abholen, der Weg zu / von der Arbeit dürfte maximal 30 Min. betragen und man könnte dann exakt 8 Std arbeiten mit der gesetzlich vorgeschriebenen 30 Min Pause.... 🙄🙄🙄

              Schief gehen darf dann aber rein gar nichts.


              Und diese Selbstverwirklichung würde mich nochmal genauer interessieren.
              Was ist damit gemeint?

              (16) 07.07.19 - 10:44

              Ich habe auch keine Ausbildung und habe trotzdem immer zwischen meinen Kindern gearbeitet.... Und bin jetzt nur durch den tot meines Lebensgefährten wieder ans jobcenter gelangt und arbeitslos... Und stehe auch mit 2 Kids und ab Ende November mit 3 kids alleine da.... Meine Kindern fehlt es trotzdem an nichts!!!!!

              Das es deinen Kindern an nichts fehlt, glaube ich nicht.
              Dadurch, das du vom Jobcenter lebst, hast du nicht die finanziellen Mittel wie andere und kannst deinen Kindern nicht alles ermöglichen.
              Ohne Ausbildung einen Job zu finden, der sehr gut bezahlt wurde, ist nahezu unmöglich. Zumal du dann bald auch noch 3 Kinder hast.
              Außerdem ist man doch auch ein Vorbild.
              Warum hast du deinen Job verloren?

Ich kenne zwei Alleinerziehende um mich,die haben sich um ihre Ausbildung und sich nicht auf einen Arbeitsesel verlassen.
Ich würde als Alleinerziehende nicht nicht diese Armutsfalle laufen.

(22) 09.07.19 - 11:11

Ich kenne in meinem Umfeld vier Alleinerziehende.Drei davon haben eine Ausbildung und arbeiten Teilzeit in ihrem Job. Die Kinder sind in der Zeit betreut, sie bekommen für die Kinder Unterhalt. Finanziell sind alle eigentlich ziemlich gut gestellt, fahren sogar mehrmals in Urlaub/verlängerte Wochenenden, tragen Markenkleidung etc. Die Mütter haben eine normale Ausbildung als Büro- ,Industrie- bzw. Bankkauffrau.
Die Vierte ist alleinerziehend und hat zwei Kinder von zwei Vätern. Sie wurde beidemale kurz nach Beginn der Beziehung schwanger und während der Schangerschaft auch wieder verlassen. Sie arbeitet im Pflegebereich und kann das aber nicht mehr ausüben wegen Bandscheibe. Sie muss staatliche Hilfe beanspruchen.

(23) 11.07.19 - 05:51

Hi,

ich bin nicht alleinerziehend. Eine gute Freundin von mir aber. Sie hat eine Ausbildung, arbeitet Teilzeit. Mehr ist mit den KigaÖffnungszeiten auch nicht drin. Eine Kita mit mehr Betreuung ist viel zu teuer. Sie gehört bestimmt auch zu denen, die in Armut leben.
Wichtig ist immer zu schauen, wie ist "in Armut leben" denn definiert. Das macht es dann teilweise nachvollziehbarer.
Ganz ehrlich, wäre ich alleinerziehend hätte ich auch finanziell echt ein Problem bei den Mieten etc., obwohl ich einen guten, sicheren Job habe.

LG

Isabel

  • (24) 11.07.19 - 08:17

    Das sehe ich auch so, deswegen wundert es mich wie viele Personen sich darin begeben. Wie gesagt nahm dieses Phänomen sogar um 25% zu.

    Natürlich habe ich keine Lösung für dieses Phänomen, bin aber der Meinung das unser Zeitgeist und unser eigenes Bild in diese Misere führt.

    Ich bin jetzt etwas ketzerisch, aber Ehen oder Partnerschaften auf wirtschaftlicher Ebene waren in den letzen „paar 1.000 Jahren“ gar nicht so verkehrt.

(25) 13.07.19 - 22:29

Hallo,

in einer Welt der Individualismus gefördert wird glaube ich bleibt die Beständigkeit auf der Strecke.

Wer täglich die Wahl hat - bindet sich weniger.

Nur meine Meinung.

Und das betrifft beide Geschlechter(rollen).

Allerdings greift dann doch wieder im Fall der Fälle ein ursprüngliches (konventionelles?!) Modell- dass die Kinder bei der Mutter sind/bleiben.

Bei aller Ausbildung... alleinerziehend bleibt alleinerziehend.

Lg

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