Kind möchte zum Vater

Mir ist klar, dass bei einer Trennung die Kinder nicht automatisch zur Mutter gehören und ein Vater auch nicht eine Bezugsperson 2.Klasse ist.
Unsere Situation ist Folgende, getrennt seit Sommer, Sohn ist 11 und wir hatten das Wechselmodell, eine Woche Papa, eine Woche Mama.
Jetzt möchte unser Sohn aber gerne hauptsächlich beim Vater bleiben und nur noch alle 2 Wochen am Wochenende kommen und natürlich die Ferien anteilig.
Er hat mir das in aller Ruhe gesagt, und ich hab gemerkt wie nervös er war und Ängste hatte mich zu verletzen.
Ich bin aber nicht verletzt, nur ist es etwas ungewöhnlich.
Er sagte, er hat das Bedürfnis mehr Zeit beim Vater zu sein...

Guten Abend,

Hut ab, dass dein Sohn mit 11 soviel Mut und Vertrauen in dich hat, dass er dir seine Wünsche formulieren konnte.
Meine 3 Kinder haben seit 2013 im WM gelebt, mein Sohn, jetzt 21, hat es bis zum Auszug komplett durchgezogen, meine mittlere hat mit gerade 16 vor 1,5 Jahre für sich entschieden, nur noch bei mir wohnen zu wollen, was der Vater heute noch nicht akzeptiert hat und sehr verletzt ist....und was Nummer 3, jetzt gerade 12, macht, steht in den Sternen....Ich habe alle 3 immer ermutigt, zu gucken, ob das Modell noch passt, ich wäre zwar traurig, könnte es im Sinne des Kindes aber akzeptieren.
Niemals würde ich meine Gefühle als Druckmittel einsetzen...
Ich wünsche dir, dass du die gemeinsame Zeit mit deinem Sohn genießen kannst....wer weiß, wie sich alles weiter entwickelt, wenn die Pubertät richtig dazukommt.
Lg

Besprich das mit dem Vater. Ansonsten finde ich das Wechselmodell für beide Seiten ein faires Modell und dem muss sich das Kind dann halt auch mal unterordnen.

Offiziell geht es beim WW um Fairness für das Kind, so daß es gleich viel Zeit mit beiden Elternteilen verbringen kann. Und dem müssen sich die Eltern unterordnen.

Eine Betreuung sollte in erster Linie zum Kind passen.

Das sehe ich anders. Bei den verschiedenen Betreungsmodellen geht es ja nicht darum, jedem Elternteil gerecht zu werden. In erster Linie muss man dem Kind gerecht werden, denn i.d.R. sind bei einer Trennung die Kinder die Leidtragenden. Und hier sollte man auf jeden Fall die Wünsche der Kinder respektieren. Gerade in diesem Fall scheint das Kind sich ja recht gut überlegt zu haben, dass es mehr beim Vater leben möchte (so ein Wunsch kann ja auch aus einer Laune heraus entstanden sein, wenn es mit einem Elternteil mal gerade stressig war). Und diesen Wunsch würde ich respektieren.
LG

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Puuh, das ist sicher hart. Mein älteres Kind ist jetzt 15 und meine größte Angst war immer, dass er das irgendwann mal möchte. Daher habe ich oft darüber nachgedacht, mache ich immer noch. Ich würde kurz warten, ob es nur eine Laune ist. Einen Probezeitraum abmachen und seinem Wunsch entsprechen, wenn der Vater einverstanden ist natürlich. Es ist ja keine Entscheidung gegen dich. Es können profane Gründe sein, wie die Schule ist näher, der beste Freund wohnt näher, Zimmer größer oder einfach ein Gefühl. Toll, dass er es sagt! Dann habt ihr doch schon viel richtig gemacht, wenn euer Kind seine Bedürfnisse erkennt und äußert. Ich würde nach der definitiven Entscheidung vermutlich einen festen Zeitraum vereinbaren für den diese gilt. Nicht, dass er von da an alle 2 Monate umziehen möchte. Aber wenn er das nach 1-2 Jahren möchte, vielleicht wohnt er dann für 2 Jahre wieder schwerpunktmäßig bei dir,wer weiß....

Lassen eure Jobs, die Entfernungen und die Betreuungssituation denn diese Veränderungen zu?
Bei uns wäre es nicht flexibel möglich gewese. Für mehr Kind hätte der Vatersein Leben komplett umstrukturieren müssen. Mein Leben hingegen war/ist aufs Kind ausgerichtet. Wir hätten das sicher einmal ändern können, aber nicht hin und her. Aufgrund verschiedener Umstände ist das Thema hier vom Tisch. Bis zum Auszug bleibt er bei mir. Noch alle zwei Wochen beim Papa, aber das darf er selbst entscheiden, da kann man einen Teenager nicht grundsätzlich zu zwingen, finden wir.
Dir alles Gute! Nimm es nicht persönlich, wirklich toll, Das Dein Sohn es Dir gesagt hat!

Wir haben ihm immer gesagt, dass er da ein Mitsprache Recht hat und uns sagen soll, wenn ihm das derzeitige Modell nicht mehr zusagt.
Ob wir es dann genauso umsetzen können, ist halt nicht gesagt, es muss für alle passen.
Wir haben nach der Trennung das Wechselmodell eingeführt und ihm gesagt er soll schauen wie es für ihn ist.
Er hat das jetzt ein halbes Jahr so gemacht und offenbar fühlt er sich nicht recht wohl.
Er sagte, er möchte das Hin und Her nicht mehr.
Sowohl mein Ex als auch ich waren immer für unseren Sohn da, schon ab Geburt haben wir beide uns gekümmert, Flasche geben, Windeln wechseln, nachts aufstehen, zur Kita bringen und abholen.
Zu Elternabenden gehen, Eltersprechtage etc, alles immer aufgeteilt, Nachmittags das Kind betreut hat mal er mal ich, abwechselnd halt.
Daher ist es hier eben nicht so, dass ein Elternteil hauptsächlich das Kind betreut hat.
Wir haben uns beide gleichermaßen eingebracht.
Unser Sohn hat zu uns beiden ein stabiles, liebevolles Verhältnis....
Und vielleicht braucht er jetzt wo er älter wird, eher den Vater.....als gleichgeschlechtliches Elternteil eben.

Hi,

also ich finde es toll, dass dein Sohn den Mut aufbringen konnte es dir ganz ruhig zu sagen. Das ist ganz toll und zeugt doch, dass ihr ein sehr gutes Verhältnis habt.
Deine Einstellung dazu finde ich auch gut - auch wenn es bestimmt nicht einfach ist für dich. Es scheint bei euch alles harmonisch zu laufen, sodass er sich bestimmt auch jederzeit so besuchen kommen kann oder ihr spontan mal eine Unternehmung plant etc.

Wie du schon sagst: ungewöhnlich, aber in eurem Fall bedürfnisorientiert und nicht vom Vater so forciert, sondern ein echter Wunsch eures Sohnes.

Sollte es sich wieder ändern, könnt ihr ja erneut entscheiden.

Ich finde nicht, dass ein 1-jähriges Kind sich dem wechselmodell unterzuordnen hat (wie eine vorschreiberin hier sagte).

LG

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Du stehst vor der Situation, die ich mir auch schon oft vorgestellt habe.

Als erstes solltest du dir klar machen, was für ein riesiger Vertrauensbeweis es ist, dass dein Sohn mit dir spricht. Ihr habt offenbar viel richtig gemacht.

Ich würde ihn fragen, ob er wirklich weiß, was das bedeutet und wie ernst es ihm ist (mit 11 kann er das wahrscheinlich gut überblicken), ihm deutlich machen, dass deine Tür jederzeit offen steht und man das Modell wieder ändern kann, wenn es doch nicht gut läuft. Und dann nach seinem Wunsch umsetzen.

So wäre zumindest mein Weg, wenn meine Tochter mich eines Tages darum bitten würde.

Hallo,ich hab es auch durch. Waren aber 230km auf 2Wochentakt bei jedem Elternteil. Was nur bis Beginn zur Schule möglich ist. Und es war eine Zeit um zu sehen wo sie lieber leben möchte. Sie war damals 4/5. Da sie beim Vater bleiben wollte,hab ich sie gehen lassen. Es war schwer. Aber was will man machen,das Kind zwingen bei sich zu bleiben? Das ist für keinen gut. Lg

Hut ab wirklich, ich wüsste nicht was ich tun würde, doche igentlich schon, fürs Kind eben das beste, aber ich habe davor auch Angst, noch ist er klein, mal sagt er er will mehr bei mir sein, aber zum Satz ich will zu Papa da ist manchmal nur ein Verbot dazwischen. Aber ich finde es gut das Ihr damit so gut umgeht