Kind unsozial - Strafe richtig oder falsch?

Guten Abend, bitte um eure Meinung zu folgender Sache:

Kind A will immer ein anderes Kindergartenkind einladen. Ist es dann da benimmt sich Kind A sehr unsozial, kommandiert ständig, fängt Streit an wenn das andere Kind nicht alles mitmacht, was es selber will. Und was am schlimmsten ist: Kind A wird auch grob und schubst oder haut sogar.

Das geht schon lange so. Alles Reden, Anleiten, Schimpfen nützte bisher nichts. Es ist immer dassselbe Spiel.
Die Mutter hat nun den Enschluss gefasst, vorerst niemanden mehr einzuladen und dem Kind mitgeteilt dass es aufgrund seines schlechten Verhaltens anderen gegenüber nun die nächste Zeit alleine spielen muss.

Das (ansonsten sehr gesellige) Kind soll dadurch lernen, dass es Besucherkinder mehr schätzen soll. Immer alleine zu spielen ist für dieses Kind eine schwere Strafe, weil es am liebsten in der Gruppe spielt.

Nun meine Frage: Findet ihr dieses Vorgehen gut oder schlecht. Wie würdet ihr in diesem Fall vorgehen?

LG E. #ei

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Ich würde genauso vorgehen.

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Danke!

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Das ist eine logische Konsequenz. Die hätte es hier in dem Fall auch gegeben. Wer sich Gästen gegenüber nicht zu benehmen weiß kann eben keine Gäste haben, fertig!
Und ein Kind das lieber alleine spielt würde das ja nicht stören. Von daher finde ich das jetzt auch nicht zu hart weil das Kind lieber in der Gruppe spielt. Außerdem ist es ja nicht ohne Vorwarnung nach einmal daneben benehmen passiert sondern nach mehrfachen Vorfällen.

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ich finde das die richtige konsequenz.

ansonsten würde man ja das bedürftnis des kindes, nicht langeweile zu schieben, über das recht der anderen stellen, anständig behandelt zu werden.

lg

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Danke.

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Hallo,

ich würde es genauso machen. Wer seine Besucher schlecht behandelt, muss halt alleine spielen.

Gruß
Sassi

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Hallo,

so wie ich es verstanden habe, ist Kind A ja nicht immer so, oder? Es ist nur so bei dem einen Spielkameraden. Eventuell hat es festgestellt, dass dieses jemand ist, über dem man entweder immer bestimmen kann oder das sich nicht wehrt, wenn man versucht, mit "Gewalt" seinen Willen durchzusetzen. Es ist grundsätzlich erst einmal normal, dass jemand die Führung übernimmt und jemand anderes sich führen lässt. Machen wir Erwachsenen ja auch nicht anders. Und ich finde es auch normal, wenn ein Kind, in dem Moment, wo es seinen Willen plötzlich nicht mehr bekommt, versucht, diesen durchzusetzen. Natürlich muss man auch lernen, zurückzustecken und Gewalt geht gar nicht. Aber wie gesagt: man muss es lernen dürfen.

Wenn es gefährlich wird, ist natürlich ein Aussetzen der Besuche sinnvoll. Aber auf Dauer wird es dadurch nichts bringen. Vermutlich wäre es sinnvoll, die Besuche durchweg zu begleiten und in Konfliktsituationen zu vermitteln. Auch,wenn man allein ist, mal ein Rollenspiel machen und die Rollen umdrehen, damit Kind A selbst mal spürt, wie sich Kind B fühlt und was man stattdessen machen könnte. Ist natürlich alles sehr theoretisch und auch zeitaufwendig.

vg, m.

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Hallo du,

vielen Dank für deine Meinung. Es geht hier um meine Tochter und ich bin hin- und hergerissen zwischen deinem Vorschlag und eben der harten Konsequenz der Besuchsverbote.

Fakt ist, dass wir dieses Problem ja schon länger haben. Das vermitteln, anleiten, miteinander machen haben wir alles schon durch. Es hat nicht wirklich gefruchtet, denn sie fällt immer wieder in das alte Schema zurück. Darum habe ich ihr gestern gesagt, dass sie kommende Woche die letzte Chance bekommt und wenn sie sich dann wieder so benimmt, dann ist die nächsten Woche alleine spielen angesagt.

Mir fällt nichts besseres mehr ein.

Vielleicht werde ich beides versuchen - erst die Strafe, damit sie mal sieht, dass es nicht selbstverständlich ist, dass immer Kinder um Spielen kommen und dann nochmal anleiten. Weißt du, und das Vorleben - ich grübel oft und überlege, was ich denn falsch mache. Sie war ihre ersten 2-3 Lebensjahre sowas von sozial, lieb und aufgeschlossen. Und seit etwas mehr als einem Jahr habe ich ständig Probleme mit ihrem Sozialverhalten. Ich weiß nicht, was ich falsch mache. #gruebel#gruebel#gruebel

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Wenn ihr das alles schon versucht habt, kann ich Deine Konsequenz schon nachvollziehen. Solange Du es auf eine Woche beschränkst - vielleicht auch erstmal nur auf den Kontakt zu Kind B.

Wie läuft es denn im Kindergarten?

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Ich bin etwas zwiegespalten.....

Ich würde vermutlich folgenes tun, wenn die Mutter von Kind B (und das Kind) mitspielt.

Ich würde Kind B einladen, ich würde A nochmal eindringlich erklären welches Verhalten ich erwarte und dass Kind B sonst SOFORT nach Hause geht.
Und das würde ich dann auch durchziehen - auch wenn die nach 5 minuten schon gehen müssen.
ich denke da wäre wohl der Lerneffeckt am größten. Das Problem dabei wäre allerdings dass man womöglich so ungewollt Kind B mitbestraft (vorausgesetzt es wollte trotzdessen gern weiter spielen mit A).

Oder mal ein älteres Kind einladen, dass sich das alles einfach nicht gefallen lässt ;-)

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Danke, sowas habe ich schon mal gemacht, als es um das Thema Schlagen ging. Da bin ich nach 15 Minuten wieder mit ihr nach Hause (das andere Kind hatte zum Glück noch ein zweites miteingeladen).

Die andere Mutter nach Hause schicken ist etwas...naja, ungut. Das möchte ich eigentlich nicht. Ich habe es gestern so gemacht, dass ich meinem Kind angedroht habe, wenn es nicht nett mit Kind B spielt darf sie allein in ihrem Kinder weiterspielen und wir Mamas spielen dann mit Kind B herausen. Es hat ein paar Minuten gewirkt und dann gings wieder mit Zicken weiter.

Tja,... :-/

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Alles schön und gut, aber ein Kind lernt ja nur, indem es etwas ausprobiert. Wenn es sich also in einer Situation falsch verhält und man deswegen diese Situation in Zukunft vermeidet, wird das Kind ggfs nie lernen, sich angemessen zu verhalten. Langfristig gesehen ist das also keine Lösung, sondern nur eine Massnahme, die ich wenn, dann nur kurzfristig einsetzen würde. Die Idee mit dem "Sobald es knallt, geht Kind B umgehend nach Hause und der B"such ist vorbei" finde ich besser als "du darfst niemanden mehr einladen, weil du Kind B schlecht behandelst."
Das so als anderer Gedanke am Rande.

Aber ich habe es überhaupt richtig verstanden, dass Kind A nur bei diesem einen Kind so reagiert? Bei anderen Kindern geht alles gut?

Dann würde ich höchstens nur das eine Kind nicht mehr einladen, eben weil Kind A sonst verlernt, generell mit Besuch umzugehen.

Du schreibst, Kind A ist ein geselliges Kind und kommt mir Gruppen gut klar. Vielleicht ist es dann auch eine Idee, gleich zwei Kinder einzuladen und als Kleingruppe zu spielen?

Sicher kann das wühliger sein als mit einem Besuchskind, aber wenn dadurch der Streit ausbleibt, wäre viel gewonnen.

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Ja, schon richtig, aber ich finde es ungut, wenn ich jemanden einlade und dann schicke ich ihn nach15 Minuten nach Hause weil mein Kind sich nicht benimmt. Dann bestrafe ich ja sein Kind. Das können wir höchstens machen wenn wir bei den anderen zu Gast sind.

Es stimmt, mit diesem Kind funktioniert es am schlechtesten, dabei ist es ihr beste Kindergartenfreundin. Im Kindergarten können sie laut Erzieherin (ich hab mal nachgefragt), bestens miteinander spielen. Zuhause funktioniert es nicht.

Aber mein Kind ist auch zu anderen oft so zickig und wird böse wenn sie nicht das Regiment führen kann.

Was hälst du denn davon, statt "wenn es knallt geht Kind B sofort nach Hause" besser ,,wenn es knallt muss Kind A allein im Zimmer spielen und Kind B spielt heraussen (notfalls mit den Mamis)? Das wäre auch noch eine Möglichkeit, die für Kind B keine Strafe darstellt.

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Hallo,

wir hatten das bei uns zuhause auch schon. Mein Sohn ist ein geselliges Kind mit vielen Freunden, er ist oft zum Spielen eingeladen und wir haben viel Besuch.

Wird bei uns gespielt benimmt er sich je nach Tageslaune auch teilweise nicht gut. Er möchte dann nicht, dass das andere Kind die Spielsachen umräumt oder ähnliches und will auch immer bestimmen was gemacht wird.

Gleiches erfahre ich aber auch umgekehrt - Mütter entschuldigen sich weil ihre Kinder sich meinem Sohn gegenüber nicht gut verhalten haben wenn er zum Spielen dort war :-)

Aus diesem Grund halte ich dieses Verhalten ein Stück weit für normal und nachdem ich immer wieder darüber nachgedacht habe ist es für mich auch erklärbar:

Sein Spielzeug ist sein Heiligstes, sein einziger wirklicher Besitz. Nun kommt jemand und macht Dinge damit die er nicht will. Würdest du wollen, dass jemand mit deinem Auto die Straße hoch und runter fährt obwohl du ihn bittest damit aufzuhören ?

Es wirkt etwas paradox, dass Kinder sich jemanden zum Spielen einladen und dann nicht wollen, dass das andere Kind etwas spielt, aber Kinder sind nun mal nicht logisch ;--)

Ich handhabe das so, dass ich meinen Sohn auf sein Zimmer schicke wenn er sich daneben benimmt. Bis er sich berappelt spiele ich etwas mit dem Besuchskind im Wohnzimmer. Meist klappt es dann ganz schnell wieder....alle Kinder sind bisher gerne wieder zu unsgekommen.

Wenn du deiner Tochter schon angedroht hast, dass kein Spielbesuch mehr kommen kann würde ich das für eine kurze Zeit auch durchziehen, ein paar Tage vielleicht. Grundsätzlich finde ich die Strafe aber nicht so passend: Wie soll sie Sozialverhalten zuhause lernen wenn sie keinen sozialen Kontakt zuhause hat?

Liebe Grüße

Tatjana

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Hallo!

Mein Kleiner war so ein Kind A, jetzt ist er 10.
Aber mein Kind A war nicht das einzige. Folgende Beobachtung habe ich gemacht: Mein Kind A hat seinen passenden Freund Kind B gefunden - 1/2 Jahr älter, der hat es genossen einen zu haben, der ihm sagt wo es langgeht .... Das haben die Erz im KiGa auch gesagt: der eine sucht es und der andere braucht es.
Klar soll das nun nicht so bleiben aber aus einem Kind A eine zu machen, was nicht auf dem Thron sitzen will und aus Kind B eines zu machen, dass gefälligst auch ohne Anleitung handelt, kann man nur durch Üben und Hinführen in solche Situationen - vorzugsweise auf neutralem Boden.
Geeignet dafür sind Sportarten mit "Fairness"-Regeln (Kampfsportarten) oder Team-Sportarten und ebenbürtige Alpha-Männchen oder deutlich und offensichtlich schwächere Kinder, die auf die Hilfe des Alpha-Männchens angewiesen sind.

LG, I.

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Sehr interessant. Es ist sicher so, dass manche führen und andere geführt werden (wollen). Mein Kind darf führen, da hab ich nichts dagegen, aber nicht auf diese aggressive Weise.
Hmm, ich muss mal das mit den Kampfsportarten nachlesen, mein Mann und ich haben nämlich darüber auch schon nachgedacht.

Danke dir für die Anregung!

PS: Wie und in welchem Alter hat denn dein Junge sein Sozialverhalten geändert?

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Hallo!

Ich würde sagen das Verhalten hat sich so mit Beginn der Schule dann mehr und mehr geändert. - Jetzt ist es fast ins Gegenteil übergeschlagen ... er geht nirgends mehr voran und hat definitiv keine "Führerschaft" im Kopf und äußert sich verächtlich über solche Kinder .... Er kann sehr wohl Führerschaft von anderen akzeptieren, aber die muss in irgendwas begründet sein. (Sehr guter Fussballer, sehr guter Rechner, etc.)
Wie gesagt er ist und war nicht der einzige. Aggressiv war er nie dabei aber jähzornig und beleidigt, wenn es nicht nach ihm ging.

LG, I.

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Hallo,

wenn ich mich recht erinnere, hast Du so ein Verhalten hier schon einige Male beschrieben, oder?

Ich denke, dass Kinder üben und angeleitet werden müssen, um Dinge zu lernen. Solche Strafen sind meiner Meinung nach eher kontraproduktiv.

Ich würde vor den Treffen genau mit ihr sprechen und die Treffen dann spontan beenden, wenn sich die Situation hoch schaukelt und man rational in dem Moment nicht mehr an sie ran kommt. Dann würde ich nachbesprechen und es beim nächsten Mal erneut versuchen - und mehr dabei bleiben, anleiten, vorzeitig einschreiten und schlichten.

Möchte das andere Kind denn weiter mit Kind A. spielen?

Mein Sohn hat einen Freund, von dem er lange und oft bei den Treffen gehauen und auch rum kommandiert wurde. Er wollte sich trotzdem weiter mit ihm treffen und mittlerweile verstehen sie sich super, der andere Junge hat mittlerweile gut gelernt Konflikte anders zu lösen (es gibt aber auch immer mal wieder Rückfälle). Das musste aber auch geübt werden.

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Danke für deine Antwort. Jaja, ich hab das Problem schon länger. :-[
Seit über einem Jahr sind wir am Üben, Üben, Üben. #heul
Ich denke, den Höhepunkt ihrer schlimmen Zeit haben wir hinter uns, zumindest haut, zwickt und beißt sie nicht mehr. Sie ist nun aufs Schubsen ausgewichen und oft verbal böse und wehe, jemand tut ihr was (auch unabsichtlich), dann ist sie in einer Sekunde von 0 auf 100.

Ja, das andere Kind möchte noch immer mit meiner Tochter spielen aber ich habe ehrlich gesagt schon Angst, dass sie sich irgendwann anderen zuwendet.

Vor den Treffen genau mit ihr sprechen ist ein guter Ratschlag, danke! Die Treffen spontan beenden möchte ich nicht, das finde ich total unhöflich den Gästen gegenüber. Sie können ja nichts dafür und ich kann sie dann ja nicht einfach vor die Tür setzen. Ich dachte eher, dass mein Kind dann allein in seinem Zimmer spielen muss und das Gastkind darf mit uns heraussen spielen. Das ist logische Konsequenz und auch Strafe.

Naja, ich muss wohl oder übel wieder mehr dabei bleiben und anleiten. So klug sie auf der interlektuellen Seite ist, so schwach ist sie auf der sozialen Ebene. :-(

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Ja so hat jedes Kind eben seine Schwächen und Stärken. Ich denke, das gleicht sich später wieder aus und muss nicht heißen, dass sie sich für immer so verhält.

Ist es denn wirklich IMMER so? Schau' Dir mal genauer die Tage / Spielkameraden / Situationen an, an denen es gut oder anders / besser lief. Vielleicht kannst Du so Faktoren heraus filtern, die ihr positiv beeinflussen könnt. Dann spricht man nicht immer nur über das, was schlecht lief - sondern rückt mehr die positiven Seiten in den Vordergrund und kann diese auf Dauer stärken. Das motiviert vielleicht mehr.

Wie redet sie mit Euch? Wie läuft es im Kindergarten?

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