Was tun bei schlechter Laune nach dem Kindergarten?

    • (1) 10.05.16 - 22:20

      Hallo zusammen,

      ich brauche mal etwas Anregung, Tipps und Hilfe im Bezug auf meinem 4 - jährigen.

      Seid einiger Zeit, eigendlich schon seit mehreren Wochen habe ich mit ihm das Problem, dass er fürchterlich schlechte Laune hat wenn er aus dem Kindergarten kommt. Im Haus, wenn ich ihn abhole ist noch alles schön, er kommt mir immer gleich entgegengerannt sobald er mich sieht, verabschiedet sich #pro

      Sobald wir das Kindergarten Gebäude verlassen geht es los.

      Er will nicht mit dem Auto, sondern mit dem Fahrrad heim fahren (wenn wir aber mit dem Fahrrad gefahen sind, will er wiederrum nicht mit dem Fahrrad zurück weil es so anstrengend ist.)

      Er will die Autotür selber aufmachen /zu machen, zuerst angeschnallt werden. Boxt seinen großen Bruder wenn er schneller am Auto war und schreit ihn an. Ähnliche Szenen dann zuhause mit Tür aufsperren, Lichter anmachen etc.

      Ich habe das Mittagessen immer schon vorbereitet bevor ich sie abhole, wir sprechen das in der Früh noch ab was wir essen wollen. Zu 90% hab ich es aber falsch gemacht oder er wollte dann doch was anderes.

      Zusammengefasst mach ich eigendlich alles verkehrt und er reagiert darauf sehr exrem mit schreien, hauen, heulen, blöde Mama, Sachen durch die gegen werfen oder dagegen treten...

      Ich selbst bin der Meinung, dass er einfach Müde ist nach dem Kindergarten und wenn es zeitlich machbar ist lege ich ihn nach dem Mittagessen schlafen. Bis dahin ist die Laune dann aber schon wieder verflogen und er spielt wieder ganz normal und ist fröhlich.

      Wenn wir nachmittags am Spielplatz sind oder freunde treffen merkt man auch keine müdigkeit oder schlechte Laune.

      Er gibt schon auch mal Wutanfälle am Nachmittag oder Abend, meist wenn ich ihm was Süsses vor dem Abendessen verweigere oder sowas. Das ist aber nicht so regelmäßig und pünktlich wie nach dem Kindergarten.

      Und er richtet die Agression nur gegen mich, ab und an bekommen seine Brüder mal was aber aber eher zweitrangig. Bei Papa ist das nicht der Fall, er ist ein absolutes Papakind, wenn Papa zu was Nein sagt oder etwas anders macht, ist er zwar auch sauer aber nicht so wie bei mir.
      Ich schimpfe auch wenn er was kaputt macht oder was gefährliches anstellt oder jemanden haut etc. aber gerade bei seinem Wutanfall bin ich so ruhig wie möglich, erkläre ihm, mache Lösungsvorschläge.

      Aber langsam macht mir seine Agression wirklich sorgen, er wird ja älter und kräftiger, heute hat er mir in den Bauch geboxt das ich erst mal schlucken musste :-(
      Und wenn das eine Phase ist wird die überhaupt nicht besser.

      Hat jemand eine Idee für mich, wo ich ansetzen könnte? Wo ich nach Ursachen forschen könnte? Oder wie ich versuchen könnte die Situation zu entspannen? Natürlich kann es ja sein das ich irgendwo fehler mache, währe es offensichtlich würde ich es ändern...

      Danke fürs Lesen und vielleicht einige Ratschläge

      • Hallo
        ich denke so Dinge wie Auto Türe auf und zu machen könntest du lösen indem du ihn vorher fragst. Willst du das machen oder soll mama ?

        Es dauert eine weile bis sich das eingespielt hat, bei mir War es auch so mittlerweile kommen diese Fragen fast automatisch bei mir und je mehr meine tochter selber machen kann desto zufriedener ist sie. Das er seine Aggressionen gegen dich richtet könnte daran liegen das er von dir das wenigste Echo erwartet , ich könnte mir nämlich vorstellen das seine Brüder eventuell ebenso körperlich gegen ihn sich wehren würden, das wiederum macht mama ja nicht und wenn Papa böse wird ist hat das auch eine ganz andere Wirkung als wenn mama schimpft. Was das essen angeht, ja nu ich würde ihm sagen das es abgesprochen war und er kann es essen oder er kann ein Brot bekommen. Extra was anderes machen würde ich jetzt auch nicht. Wenn er was kaputt macht oder Dinge schmeißt weg nehmen. Sind es Spielsachen bekommt er diese auch erst mal nicht. Zudem würde ich ihm mitteilen das er sich ja erst mal beruhigen kann in seinem zimmer. Das mit dem hauen und in den Bauch boxen geht in meinen Augen nicht und da hätte meine tochter von mir auch eine scharfe ansage zu bekommen.

        Wenn er aber so ein Papa kind ist, vielleicht kann dein mann sich mit ihm hinsetzen und ihm sagen das Papa das nicht gut findet dass er so böse zu mama ist. Papa kann auch fragen warum er sich so verhält.

        Wenn er wieder hauen will versuche seine Hände zu bekommen und unterbinden das hauen und zwar richtig ernsthaft und mit Nachdruck.

        Ich denke schon das dies auch nur eine Phase ist und diese wird auch vorbei gehen dennoch ist es wichtig das du jetzt Grenzen ziehst.

        Alles gute euch

        • Den Tipp mit dem vorher fragen habe ich auch schon bekommen, nur ändert sich seine Meinung binnen weniger Sekunden...

          Das haben wir auch z.B. morgens: Ich frage ihn ob er sein Toast ganz essen möchte oder ob ich ihn durchschneiden soll, er sagt durchschneiden. In dem moment wo ich fertig bin, schreit er los "Ich wollte ganz lassen" #augen
          Ich bleib aber trotzdem dran :-)

          Gleich was zu essen mitbringen beim Abholen hat heute schon mal ganz gut geklappt, es gab zwar ein bisschen gezicke aber keinen so Ausraster wie gestern #pro

      Hallo, meiner war immer müde und hungrig. Sofort draußen eine Brezel in die Hand und rein in den Buggy, das hat geholfen. LG

    Hallo,

    kann es sein, dass er Hunger hat? Mein Sohn hat selten Wutanfälle, falls doch liegt es oft daran, dass er Hunger hat.

    Ich würde deinem Sohn eine Kleinigkeit zu essen geben beim Abholen, vielleicht hilft es.

    Viele Grüße

    Tatjana

  • Hallo!

    Ist/war hier bei uns exakt dasselbe...

    Immer NACH dem Kindergarten, furchtbar.
    Habe leider keine Zeit, schreibe dir später noch ausführlich!

    Lg

    (8) 11.05.16 - 11:04

    So eine Phase hatten wir Anfang des Jahres auch. War eine Mischung aus Hunger und Erschoepfung. Sofort etwas zu essen in die Hand druecken hat ein bisschen geholfen, teilweise musste er aber auch einfach die Anspannung nach einem langen und anstrengenden Tag rauslassen. Da kann man nicht so viel machen, glaube ich.

    Bei uns ist es nach den Osterferien schlagartig besser geworden. Er war wohl einfach ferienreif. Inzwischen kommt er meistens froehlich aus der Vorschule (nicht in D, hier gehen die Kinder schon mit 3 in die Schule).

    • (9) 11.05.16 - 23:58

      Danke auch dir, das mit der Kleinigkeit essen nach dem Kiga hat heute schon mal recht gut funktioniert #pro
      Die zweite Pfingstwoche haben wir auch ferien, vielleicht braucht er auch mal diese Pause. Unser Kindergarten hat sehr wenig Schließtage, gut für die Berufstätigen aber ich glaube schon auch, dass die Kinder auch mal eine Pause brauchen...

      Sandro ist ohnehin kein Kind das gerne in den Kindergarten geht, er hat zwar Spaß er hat Freunde, macht gut mit und sagt auch beim Abholen es war schön aber morgens möchte er immer lieber nicht gehen.

      Lt. deiner VK wohnt ihr in Spanien? Und dort gehen die Kinder schon mit 3 in die Schule? Klappt das gut? Ist das dann eher Spielerisch oder auch schon 5 Stundentage mit Lesen und Schreiben lernen?

      Sorry für die Fragen, ich wollte immer gerne nach Spanien auswandern und hab den Traum noch nicht (ganz) aufgegeben #verliebt

      • (10) 12.05.16 - 12:06

        Ja, genau, wir leben in Spanien. Hier ist zwar erst ab 3 Jahren Schulpflicht, aber mit 2.5-3.5 (im September des Jahres, in dem die Kinder 3 werden) haben die Kinder das Recht auf einen kostenfreien (Vor-) Schulplatz, was von ueber 90% der Eltern wahrgenommen wird.

        Die Vorschule ist schon spielerisch und sie haben auch noch Freispielzeiten, es geht aber doch insgesamt deutlich mehr in Richtung "Schule" als bei einem deutschen Kindergarten. Schule ist von 9 bis 16:00, die meisten Kinder essen in der Schule (das muss bezahlt werden), man kann sie aber auch mittags abholen und nach dem Essen wieder hinbringen. Von 16:00 bis 17:00 gibt es in den meisten Schulen noch eine Nachmittagsbetreuung (die natuerlich auch bezahlt werden muss), weil die meisten Eltern berufstaetig sind und noch nicht um 16:00 Schluss haben.

        Die Kleinen haben durchaus schon einen richtigen Stundenplan, und der Tag ist ziemlich strukturiert. Nach den 3 Vorschuljahren, also mit 5-6 koennen sie normalerweise Druckschrift lesen und schreiben und ein bisschen rechnen. Aber bei so Kleinen ist das natuerlich ein langsamer Prozess. Mein Sohn ist im September eingeschult worden und kann inzwischen seinen Namen und ein paar einfache Worte (Mama, Papa, Oma etc.) "schreiben" (also in Druckschrift-Grossbuchstaben malen) und erkennt die meisten Grossbuchstaben. Er erkennt auch schon, dass Mama und Maria mit derselben Silbe anfangen. Die Laute richtig zusammenziehen (also lesen) kann er aber noch nicht.

        Ich finde, das System hat Vor- und Nachteile. Fuer meinen Geschmack kommen die Kinder deutlich zu wenig raus, bewegen sich zu wenig und haben zu wenig Moeglichkeiten, ihre eigene Krativitaet zu entwickeln. Andererseits sind sie in dem Alter wirklich sehr lernbegierig und finden Buchstaben und Zahlen super spannend. Ich finde es also total in Ordnung, dass sie damit schon arbeiten.

        Ein weiterer Vorteil ist, dass die Kinder langsam ins Schulsystem reinwachsen und nicht von einem Tag auf den anderen aus der freien, froehlichen Kindergartenwelt in die Schule kommen, wo ja in Deutschland in vielen Bundeslaendern den Kindern fast vom ersten Tag an der Druck und die Angst der Eltern bezueglich der weiterfuehrenden Schule im Nacken sitzt.

        Wir kommen gut mit dem System klar. Allerdings ist mein Sohn auch ein Januar-Kind und somit einer der aeltesten in der Klasse, was vieles vereinfacht. Die November-/Dezember-Kinder, die mit 2.5 eingeschult worden sind, tun sich meistens schon noch deutlich schwerer. Schwierig finde ich, dass die Kinder zur Einschulung trocken sein muessen. Der Personalschluessel ist hier im besten Falle 1.5/25 (eine Klassenlehrerin fuer 25 Schueler + eine Zusatzkraft fuer 2 Klassen). Da kann kein Kind regelmaessig gewickelt werden. Natuerlich geht das irgendwie und die Kinder sind dann auch mehr oder weniger zuverlaessig trocken, weil es halt sein muss, aber fuer die Eltern der Kinder, die mit u3 eingeschult werden, ist das echt Stress.

        Obwohl das alles fuer deutsche Ohren vielleicht nicht so prickelnd klingt, geht mein Sohn gerne in die Schule, waehrend er vorher die Krippe immer eher bloed fand.

        • (11) 12.05.16 - 23:57

          Ich dank dir ganz herzlich #pro

          An so etwas hatte ich bei meinen Auswanderungsplänen nämlich gar nicht gedacht... #schein
          Klingt schon interessant, ich würde jetzt nicht sagen besser oder schlechter, einfach anders aber die Kinder machen wohl genauso ihren weg wie hier in Deutschland.

          Viele Grüße nach Spanien #winke

Das kenne ich..bei meiner Tochter liegt es auch daran, dass sie einfach hungrig und müde ist..

(13) 12.05.16 - 17:07

Hallo

Von einer Welt in die andere zu wechseln, ist sehr anstrengend für Kinder.

Es scheint mir, dass der Kindergarten damit gar nichts zu tun hat.

Es ist der Wechsel von der Kindergarten-Welt in die "Daheim-sein-Welt".

Es hilft, ein klares Ritual für den Abschied zu haben - welches keine der Welten herabsetzt. Also kein lauter Freudenruf "Jetzt ist Kindergarten aus!" oder so. Aber nur Händschütteln reicht ggf. nicht. Kurz muss es sein - denn Hunger und Unruhe... du kennst das.

z.B. ein aussergewöhnliches Zeichen wie Hight-Five dass du sonst nicht mit ihm machst - erfinde im Vorfeld eine Geschichte zu dem Symbol - und dann macht es.

Zum anderen denke ich, dass du ihn ggf überforderst. Obwohl du alles gut machst - aber einen Vierjährigen musst du ganz sicher nicht in die Menüplanung einbeziehen. Es gibt, was es gibt. Wenn er überall mitbestimmen muss, tut er das auch spontan und sieht sich als Impulsgeber. Ist er aber beim Essen nicht.

Er hat nicht alles zu entscheiden. Er kann ggf. zwischen zwei Sachen wählen - aber auch das ist doof - das gibt ewiges Besprechen, wenn auch noch ein älterer Bruder mit im Spiel ist.

Oft haben es Väter genau darum leichter - sie zerquatschen nicht immer alles. Wollen nicht überall Kompromisse - sondern geben die Vorlage. Gerade kleine Kinder schätzen das eigentlich sehr.

Die Situation jedenfalls deutet darauf hin, dass dein kleinerer Sohn mit deiner partnerschaftlichen Erziehung nicht gut klar kommt: Wenn er aus der strukturieren Kindergarten-Welt in deine offene "Daheim-entscheiden-wir-gemeinsam"-Welt wechselt, ist er überfordert.

Da kann es helfen, wenn er bei der unmittelbar darauf folgenden Zeit (wo er im Auto sitzt, wann er angeschnallt wird, was es zum Essen gibt) einfach schlicht nichts mitzubestimmen hat. Er kann sich dann darauf verlassen, dass du es richtig machst, und die Verantwortung abgeben, bis er ausgeschlafen und wieder fit ist. Und dann kann er wieder miteinbezogen werden.

Aber auch da - er ist vier. Er muss nicht schon viel Entscheiden. Oft höre ich Mütter fragen "wie war es im Kindergarten", "was hat dir gefallen" - das reinste Verhör schon auf dem Weg - gut gemeint, aber anstrengend. Und dann all' die Fragen "was willst du am Mittag machen", "was magst du basteln" - da wäre es einfacher, mal nicht zu reden, nichts zu fragen.... und wenn, dann zwischen zwei Sachen entscheiden lassen. "Magst du am Mittag daheim spielen oder wollen wir in den Zoo".

Kinder können Konsequenzen weniger gut ableiten. Entsprechend sind für sie viele Planungsaufgaben (was man isst, was man tut) schlicht unüberschaubar. Und was nett als "miteinander besprechen" gedacht ist, wird zur andauernden Belastung. Klar soll das Kind entscheiden, was es zB für Hobbies machen möchte, was für ein Instrument es wählen möchte - aber ein Vierjähriges muss darüber hinaus noch nicht viel bestimmen.

  • (14) 13.05.16 - 00:09

    Danke dir für die Einschätzung, das hört sich schon sehr logisch an #pro

    Also ich lass ich ihn nicht bei allem mitbestimmen, gerade die Nachmittagsplanung steht meist schon beim Abholen weil es entweder feste Termine gibt oder ich schon mit anderen Mamas was abgesprochen habe, wer also auf den Spielplatz geht, oder wer woanders hin fährt etc.

    Bei dem essen muss ich ein bisschen erklären:
    Wenn es nach meinem Sohn geht, würde es jeden Tag spaghetti mit Tomatensoße geben. #augen Ich versuche immer etwas abwechslung einzubauen, z.b Nudelsuppe oder Nudeln mit einer anderen Soße, oder auch mal Reis mit Tomatensoße usw.

    Kartoffel (egal in welcher Form) oder sichtbar Erkennbares Gemüse isst er ÜBERHAUPT nicht!

    Das was ich schon in der Früh mit ihm Abspreche bzw. ankündige dass es heute Mittag Suppe gibt mit kleinen! Suppennudeln, damit er das schon weis und mittags der Wutanfall das es keine langen Nudeln (Spaghetti) gibt.

    Ich koche Abends für alle, Mittags gibt es deswegen nur eine Kleinigkeit wie Nudeln oder Suppe oder Reste vom Abendessen (für Sandro mit Nudeln)

    Der große isst im Kindergarten, der fällt bei der Planung also weg. Wenn der große ab September in der Schule ist, werde ich die Kiga Zeit auf 12 Uhr reduzieren und dann essen alle Mittags zuhause. Das wird denke ich einfacher...

(15) 13.05.16 - 20:57

Ist bei uns ähnlich und ich kann es auch verstehen, der Tag ist anstrengend, die Kids müde und hungrig. Brauche auch erst mal ein paar Minuten für mich, den Kindern geht es da wohl ähnlich. Wir kommen um 13 Uhr gemeinsam Heim, Essen wird in der Regel vom Vorabend gewärmt, geht also flux. Trotzdem lasse ich meiner Tocher erstmal 10-15 Minuten Zeit sich auf die Couch zu kuscheln und eine Folge Benjamin Blümchen zu schauen, manchmal trinkt sie noch nen' Teefläschchen dazu. Ich zieh in der Zeit die Büroklamotten aus, Wärme das Essen und decke den Tisch. Wenn ich dann rufe ist die Laune schon viel besser. Pädagogisch vielleicht nicht die wertvollste Lösung aber ich kann verstehen, dass meine Tochter auch erstmal "runter kommen muss".

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