Mein Kind wird mir fremd

    • (1) 28.11.16 - 11:59

      Vor einigen Wochen wollte mein kleiner nicht mehr zu seinen Papaumgängen.. ich wusste nicht warum und wieso und so wehement wie er es abgelehnt hat gab es das seit den beginnen nicht mehr. (er ist 4. Umgang seit 2,5 Jahren)

      Von den Freundinnen meines Ex Partners weiss ich das mein Sohn beim Papa zieml. aufgedreht, frech und trotzig ist. Sich nicht alleine beschäftigen kann und die Damen zu unterdrücken versucht.
      Bei mir ist er eher brav ruhig und manchmal auch schüchtern wenn es um neue Eindrücke geht. Spielt alleine im Zimmer oder hilf mir im Haushalt wenn ich am putzen bin.

      Klar ist das nach Umgängen immer eine Anpassungsproblematik besteht. Manchmal dauert es eine Nacht.. Manchmal 2 Tage..bis er merkt das es zuhause regeln gibt .. er sich wieder anpasst und auch ruhig schläft.

      Seit oben genanntem Vorfall..hat sich aber irgendwas geändert..
      Nach dem nächsten Wochenende beim Papa..ging es los mit:Mama ich sag nie wieder das ich icht zum Papa will..ich hab Papa lieb.
      (war für mich natürlich ok..wobei die Aussage etwas mechanisch war..aber wer will sein Kind zum Umgang zwingen...)
      Wir reden auch nicht grossartig über seine We. oder Umgangstage..ich frage immer nur.. na Schatz hattest du ein schönes WE? oder einen schönen Tag...

      Meist will er da aber auch gar nichts erzählen... wenn er mal was erzählt dann aus heiterem Himmel..und ich versuche ruhig darauf zu reagieren..wertungsfrei und unbelastet.

      Naja jetzt zum aktuellen Problem zurück: Seither hat sich mein kleiner immer mehr entfremdet..ich kenne ihn gar nicht mehr.. Er lehnt mich immer mehr ab.. Nach umgängen läuft es jetzt so ab das er mir nichtmal mehr hallo sagt.. er motzt sofort er wollte lieber bei seinem Papi bleiben und ich soll ihn zurück rufen.
      Meist reicht wenn ich ihn erstmal umziehe und ihm versichere er darf ihn später anrufen ..wobei er das dann meist wieder vergisst.. es gab jetzt aber auch einmal da hat er mich getreten ich durfte ihn nicht anfassen.. ich durfte ihn nicht umziehen..ansprechen..nichts..er wollte zum lieben Papi.
      Hab ihn dann anrufen lassen aber Papa war nicht zu erreichen... und dann hat er sich beruhigt und ins Bett bringen lassen.
      Selbst wenn ich ihn aus demKiga abhole..kommt er nicht mehr jubelnd an wie früher..sondern eher : jetzt muss ich mit der gehen... einmal wollte er sogar lieber dort bleiben und das gabs seit 2 Jahren noch nie! Er kam immer auf mich zugestürmt hat mich gedrückt..mir gesagt wie lieb er mich hat und war happy..
      Er sagt das ich doof bin..wenn ich es nicht schaffe meine Enttäuschung zu verbergen dann lenkt er ein: das war nur ein Spass.
      Überhaupt ist alles doof..jede Aktivität ist doof!
      Ich traue mich als kaum noch unsere Regeln durch zu setzen..ich will nicht das er vor Gericht sagt das er lieber zum Papi will..haben näml seit dem Vorfall auch einen Sorgerechtsstreit. ich hab den Antrag auf gem Sorge abgelehnt weil er nicht mit mir kommuniziert und jeder Versuch in einem cholerischen Anfall von ihm endet oder aus Prinzip das gegenteil gewollt wird das ich vorschlage...
      Also das Verhältnis zum Papa war seit Trennung in der Schwangerschaft mehr als schwer..und das mein kleiner jetzt zu einem kleinen Eckelabklatsch von ihm mutiert...ist für mich schrecklich. Ich weiss gar nicht wie ich darauf reagieren soll..

      • was ich noch vergessen hab.. er ist plötzlich schrecklich Arrogant und hat Ansprüche... Zu weihnachten will er jetzt alles mögliche und ich weiss aus dem Verhalten der letzten Zeit das wenn er dann nicht genau das bekommt oder noch etwas fehlt er sauer wird und alles hinschmeisst.
        Er wollte zu Advent den Playmobil Polizeikalender. den hab ich nicht gekauft weil er zu teuer ist und weil da soviele Kleinteile drinne sind.

        ich hab ihm einen tip toi kalender im Angebot geholt. Ich bin schon auf sein gemotze vorbereitet.
        Er ist so undankbar geworden.. ich kann und will ihm nicht dauernd haufenweise Spielzeug kaufen und sag auch NEIN. teure Sachen gibts nur zu Weihnachten u Geburtstag. Papi machts aber wohl anderst also: will er zum lieben Papi
        Wie soll man sein Kind so zu einem lieben Menschen erziehen der Werte schätzen lernt?!
        Mein Partner rollt nur noch die Augen und kann ihn grad auch gar nicht ausstehen... <sobald der kleine da ist ist mein Partner imBüro oder sonstwo verschwunden

        • Hör auf, das Verhalten deine Sohne persönlich zu nehmen. Kinder in dem alter SIND so. Behalte eure regeln bei und knicke nicht ein, nur weil du angst hast, dass dein Sohn lieber zum Papa will. Dein Sohn braucht, wie alle Kinder in dem alter, regeln, die grundsätzlich gelten. Nur weil er bockt, gibt es keine Ausnahme. Lass ihn bockig sein, hab keine angst vor seinen Gefühlen. Er hat ein Recht darauf, mal bockig oder wütend zu sein und davon macht er gerade Gebrauch. Dabei darfst du nie vergessen, dass dein Sohn dich liebt. Er meint es nicht so, wenn er lieber bei Papa sein will. Klar will er das, weil Papa lascher mit regeln umgeht. Du bist in seinen Augen der Spielverderber. Aber das ist ok. Das muss man als Eltern aushalten. Das darf man sich nicht zu Herzen nehmen oder gar persönlich nehmen und traurig deswegen sein. Kinder in dem alter sind wirklich so. Arrogant, maßlos, undankbar, wollen alles haben und zwar am liebsten sofort und wissen nicht zu schätzen, was wir für Sie tun. Das können Sie weder verstehen noch begreifen, dafür sind sie zu jung. Zieh deine Erziehung wie gehabt weiter durch, dein Sohn braucht feste Strukturen. Auch, wenn er das (logischerweise) blöd findet. Dein Sohn ist ein ganz normales Kindergarten, das sich genauso verhält wie alle anderen Kinder mit 4.

          • Danke für deine Antwort. Ich hab kein vergleich.. das macht es so schwer..

            das kinder phasen haben weiss ich. Diese endet aber irgendwie nicht und ich hab sorge einen fehler zu machen der schaden anrichtet... und unser familienleben leidet wirklich sehr unter dieser dauer miesen stimmung ...
            Ich hoffe das ändert sich wieder. Ich bleibe meiner struktur treu aber in mir nagt es doch oft nachlaessiger zu sein damit ich auch mal wieder ein pos Erlebnis mit ihm haben darf

            • Ich bin zwar nicht geschieden, somit gibt es bei uns keine Umgangswochenenden, ABER mein Sohn war auch mal vier. Ich kann dir sagen, dass wir nicht viel weniger Probleme hatten, als du jetzt. Ich kann dir auch sagen, dass es bis zu seinem 6. Lebensjahr, jährlich immer anstrengender wurde! Teilweise hatten wir das Gefühl ein kleines Monsterchen zu Hause zu haben! Gespräche mit anderen Eltern aus dem Kindergarten taten gut, sie berichtetet nämlich alle von den gleichen Problemen. Mal etwas mehr ausgeprägt mal etwas weniger.

              Bis zur Einschulung wurde diese nie endende Phase immer ein wenig schwieriger und schlimmer, da wo man dachte, "okay schlimmer wird es nicht" wurde es meist schlimmer! Dazwischen gab es immer mal wieder "Verschnaufpausen". Mit Schulbeginn wurde es mit der Zeit besser, je mehr wir ihm an Verantwortung geben, umso entspannter ist unser Sohn. Er ist jetzt in der 2. Klasse.

              Nimm das Handeln deines Sohnes nicht so persönlich! Dir kann dein Sohn sagen, dass er lieber beim Papa wäre, uns hat mein Sohn immer gesagt, dass er lieber bei Oma wäre ;-). ALLE Eltern mit denen ich gesprochen habe, haben das erzählt. Mal war es die Oma, mal die Großeltern, mal die Tante, oder eben wie in eurem Fall, der Papa. Ich kenne auch keine Mutter, die nie "doofe Mama" von ihrem Kind gehört hat. Auch kenne ich es aus der Kindergartenzeit meines Sohnes, dass selbst die schüchternsten Kinder, die nie gerne im Kindergarten waren, solche Phasen hatten, wo sie sauer waren, dass gerade jetzt ihre Mütter auftauchen und sie nicht mit wollten, genauso, wie sie teilweise ein paar Wochen später Rotz und Wasser heulten, damit sie nicht dort bleiben müssen.

              Ich denke für die Kleinen ist das eine anstrengende Zeit, sie entwickeln immer mehr ihre Persönlichkeit, haben gelernt, dass sie nicht alles was man ihnen sagt, machen bzw. gut finden müssen. Sie wollen mehr Freiheit und können aber vieles noch nicht. Von Jahr zu Jahr wird es bestimmt anstrengeder für dich, aber dafür kommen andere Dinge die wiederum toll sind. Die Gespräche werden besser, die Dinge die dein Kind alleine machen kann werden mehr, die Fragen die es stellen wird werden immer ausgefeilter. Ja es ist eine sehr anstrengede Zeit, nimmt man aber alles nicht so persönlich, dann schafft man diese Zeit auch, genauso wie alle anderen Phasen auch! ;-)

              Ich kann dir nur raten, bleib konsequent! Die Regeln die du aufgestellt hast die sollen auch nach den Papawochenenden gelten, wenn du Regeln veränderst, tu das nicht, weil du Angst von seiner Reaktion hast, sondern weil du der Meinung bist, das aus xy-Gründen es nötig ist! Glaube mir mit der Zeit wirst du deinem Kind auch erklären können, warum er bei dir mehr Regeln hat, als beim Papa. Das musste ich auch bei meinem Sohn machen, was die Oma angeht. Es ist nun mal ein Unterschied, ob man nur ein WE irgendwo verbringt, oder eben den Alltag bestreiten muss.

              Ich wünsche dir viel Geduld!

        (6) 30.11.16 - 12:18

        Hallo,

        entspann Dich. Ich finde es eher normal, das Kinder in dem Alter sooo viele Spielsachen-Wünsche haben. Sie bekommen immer mehr mit, sehen die Sachen im Laden, im Katalog oder bei anderen Kindern, die sie vielleicht besuchen oder die im Kindergarten davon erzählen...

        Genauso ist auch normal, dass sie mal mehr eine Mama- und mal eher eine Papa-Phase haben (und der jeweilige andere Elternteil "doof" ist). Kenne ich von allen Kindern in meinem Umfeld, egal ob die Eltern getrennt sind oder zusammen leben.

        Das er sich mit 4 nicht mehr umziehen lassen will, kommt mir auch alles normal vor. Er ist eben kein Baby mehr, er kann das schon selbst, und will selbst darüber bestimmen, ob und wann er sich umzieht.

        Viele Grüße
        H.

    Hallo,

    das Verhalten Deines Sohnes hat nicht mit entfremden, sondern größer und selbstständiger werden zu tun. Sicher spielt der Aspekt des Umgangs auch mit ein, was es vielleicht ein, aber das Hauptproblem ist kein Problem, sondern das Älter werden des Kindes. Nimm es nicht persönlich, das sind Entwicklungszyklen und die sind realtiv normal bei Deinem Sohn.

    LG

    Was für einen Vorfall gab es denn? Das er nicht hinwollte?

    Der Rest deines Textes klingt für mich nach einem 4jährigen ;-)

    "Bei mir ist er eher brav ruhig und manchmal auch schüchtern wenn es um neue Eindrücke geht. Spielt alleine im Zimmer oder hilf mir im Haushalt wenn ich am putzen bin."

    Da war er noch ein Kleinkind, jetzt wird er grösser. Und trotziger. Und frecher. Dass es beim Wochenend-Papa schöner ist, ist klar. Das ist ja auch nicht der Alltag. Enttäuschung ist menschlich, aber du bist die Erwachsene hier. Frechheiten musst du nicht dulden, aber der Rest musst du hinnehmen und einen Weg finden, um damit umzugehen.

    Lass dich nicht auf Spielchen ein und schon gar nicht gegen den Papa ausspielen. Auch wenn es schwer ist: Die Erziehungsverantwortung liegt bei dir. Das ist nun mal nicht der einfachere Teil.

    Für mich war die Zeit zwischen 3.5 und ca. 4.5 Jahren die bisher anstrengendste Phase meines Mutterseins. Mein Sohn war rotzfrech, cholerisch, hat alles und jedes hinterfragt und es gab wegen JEDEM kleinen Detail ein Riesendrama. Er hats wirklich wissen wollen.

    Inzwischen ist er 10 und umgänglich und verständiger. Es wird also besser. ;-)

    Durchhalten, nicht persönlich nehmen. Wird schon. In ein paar Jahren :-p

    lg thyme

(10) 09.12.16 - 13:27

Ich stimme den anderen prinzipiell zu : Nimm es nicht (zu) persönlich. Was nicht heißt, dass du dir alles gefallen lassen musst. Wenn er dich beleidigt musst du nicht verbergen, dass dich das traurig macht. Das darf er ruhig sehen.

Außerdem finde ich, dass so eine 'Phase' immer ein guter Zeitpunkt ist die eigenen Regeln auch mal auf den Prüfstand zu stellen. Welche Regeln müssen ans Alter angepasst werden? Was ist nicht mehr so wichtig? Was ist jetzt besonders wichtig?
Selbstständigkeit und Verantwortung zu fördern ist in so einer Phase oft sehr hilfreich.

Alles Gute euch!

  • (11) 11.12.16 - 15:11

    vielen dank. da hast du recht! dieses um 2 ecken erziehen ist sehr schwer für mich.. ich bin halt immer die böse strenge.. heute abend wirds wieder unschön... also denke ich zumindest.. der papa ist an bodensee gefahren und hat mir gesagt er bringt den kleinen dann heute abend spät. (einwände helfen da nichts) wobei mir die oma geschrieben hat das alle am we bei ihr sind weihnachten vorfeiern.. dh ich gehe davon aus das söhnchen gar nicht beim papa sondern bei der oma war.. und ich weiss nicht was schlimmer ist.. der apfel fällt nicht weit vom stamm trifft bei den beiden sehr gut zu.. bin schon auf ein übermüdetes motziges kind eingestellt das mich ganz heftig auf die probe stellt und morgen früh nicht in kiga gehen kann weil er den schlaf nachholen muss bis er wieder *normal* ist

Hi,

ich kann dir sagen, genau jetzt ist der Zeitpunkt an dem ganz ganz wichtig ist, dass du deine Regeln durchsetzt!!!!!

Die Angst, die du grad hast, er könnte vor Gericht sagen, er will zum Papa, die hatte ich auch. und ich habe über ein jahr meinem Kind alles in den Hintern geschoben, mit dem Ergebnis dass ich echt ein A-Kind hatte. Er war genau in dem gleichen Alter.

Es gab praktisch keine Konsequenzen mehr, ich wollte ihm alles recht machen, wollte die tolle Mama sein. nur weil ich mitbekam, dass er beim Papa ALLES bekam, was er sich wünschte und ich eben dachte, dann hat er den Papa lieber als mich, wenn der ihn so zuschüttet.

Mein Tiefpunkt kam dann ein Jahr später, als meiner 5 war, mich auf einem Spielplatz gehauen hat, getreten hat und mit einem Platikschwert geschlagen. Ich stand da, war völlig überfordert, hab mein Kind nicht mehr erkannt und wollte nur noch heulen. Meine beste Freundin war dabei und meinte ganz kühl "du darfst dir das nicht gefallen lassen. Jetzt ist der 5. Überleg mal wie er zuschägt wenn er 10 oder älter ist!"

Sie hatte Recht. Das war der WEndepunkt. Ich hab mich einem befreundeten Ehepaar anvertraut, das auch ERziehungsarbeit leistet. Sie meinten, Kinder müssen absoluten REspekt vor den Eltern haben.

Ich dachte immer solange er mich nur bedroht mit dem Schwert und nicht schlägt, ist es ja egal. NEIN, das ist es nicht.

Sie haben mir beigebracht, dass ich auf JEDES falsche Verhalten Konsequenzen folgen lassen muss. Etwas, das ihm weh tut, im Sinne von etwas wegnehmen, das er lieb hat.

zu dem Zeitpunkt was das sein CD Player.

Wenn er frech zu mir war, dann habe ich mit ihm gesprochen und sein CD Player war für einen Tag weg. Immer nur für dem entsprechenden Tag. Am nächsetn Morgen hat er ihn wiederbekommen und konnte so an dem Tag zeigen, dass er sich benehmen kann und ein REspekt vor mir hat.

Naja jetzt ist er 11 und ein super Junge. Probleme gibt es praktisch keine mehr. Es war nur wichtig, dass ich konsequent war. Regeln zeigen Kindern, dass wir Eltern sie lieben. Als er mit 5 nicht über die Straße durfte, fand er das unfair von mir, weil ja die anderen durften, aber ich habe ihm gesasgt, dass ich ihn liebe und nicht möchte, dass er überfahren wird, weil er einfach noch nicht gut genug schaut ob ein Auto kommt. Es war schwer für ihn, aber er hat es akzeptiert.

Hol dir am besten professionelle Hilfe. ich denke, deiner reagiert grad so, weil er dich eigentlich ganz doll braucht und er stösst dich weg, weil er eigentlich möchte, dass du ihn ganz festhälst!!!!

Gruß
Maren

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