"Beziehung statt Erziehung"

    • (1) 09.03.18 - 10:53

      Hallo ihr Lieben, wollte mal nachfragen, ob es hier Familien gibt, die "unerzogen" leben? Hab in letzter Zeit einiges darĂŒber gelesen, finde es sehr interessant und suche Austausch 😊 Lg

      • Hallo,

        zum Thema Beziehung kann ich Dir sagen, was ich auf Antworten meiner Tochter geantwortet habe:
        Sie: "Du bist nicht mehr meine Freundin."
        Ich: "Ich bin nicht Deine Freundin, ich bin Deine Mutter."
        NatĂŒrlich hat man eine Beziehung zu seinem Kind, aber ein Kind nicht zu erziehen und machen zu lassen ist grundsĂ€tzlich kein Weg, ein Kind groß werden zu lassen. Auch wir Erwachsenen mĂŒssen uns an Regeln halten, das lernen wir von klein auf und das ist gut und richtig so. Was die lapidaren Erziehungsstile anrichten können, sehen wir gerade am Arbeitsmarkt. Die Lehrlinge, die sich heut zu Tage vorstellen, kannst Du zu einem großen Teil komplett vergessen. Verweichlicht, auch Ihre Rechte pochend, ihre Pflichten nicht kennd oder kennen wollend und Mutti regelt auch bei Ihrem 18-jĂ€hrigen Kind noch die kleinsten Details.
        Ich hoffe wirklich, daß der Trend kĂŒnftig wieder in Richtung Erziehung geht.

        LG

        >>>Sie: "Du bist nicht mehr meine Freundin."
        Ich: "Ich bin nicht Deine Freundin, ich bin Deine Mutter."<<<

        Meiner hat das richtig verinnerlicht :-D Als wir einen Streit zwischen einem Knirps und seiner Mutter beobachteten, sagt der Knirps zu seiner Mutter eben jenen Satz. Ich stelle verwundert fest, dass mein Sohn das noch nie zu mir gesagt hÀtte, worauf er mir eiskalt erklÀrt, dass ich ja auch seine Mutter sei.... :-D

        • (7) 15.03.18 - 11:51

          Obwohl ich eine verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig sehr wenig erziehende Mutter bin kam noch keines meiner Kinder auf die Idee, mich als seine „Freundin“ oder „nicht mehr seine Freundin“ zu bezeichnen.

      Hallo :)
      kenne ich auch irgendwo her. "Ä°ch bin nicht deine Freundin sondern deine Mutter." NatĂŒrlich soll man wie eine Freundin sein, wenns um teilen geht aber wenn es um Erziehung geht, da darf das Kind einige Regeln nicht ĂŒberschreiten. Regeln, wie Höflichkeit dĂŒrfen meiner Meinung nach nicht vergessen werden.

      LG

(9) 09.03.18 - 11:12

ich finde das eine schliesst das andere nicht aus. die mischung macht es. und ja, ich kenne kinder/familien, die "unerzogen" leben. nur kann ich dir sagen, ich moechte die nicht in meinem haus haben. da ist jeglicher respekt verloren gegangen.

  • (10) 09.03.18 - 11:38

    Ok, "Unerzogen" ist aber nicht gleichzusetzen mit "Laissez-faire". Es gibt Regeln und den Kinder werden auch Grenzen aufgezeigt, da wo meine Grenzen ĂŒberschritten werden und der Erwachsene nimmt auch die FĂŒhrungsrolle ein. Aber die Sicht auf die Kinder ist einfach ne andere. Kinder mĂŒssen nach diesem Konzept, so wie ich es verstehe nicht irgendwohin "erzogen" werden, sondern sie kommen als soziale Wesen auf die Welt, die gerne mit den Bezugspersonen kooperieren wollen, aber noch manchmal UnterstĂŒtzung brauchen, um gewisse Dinge zu lernen. Aber ich will hier gar nix zur Diskussion stellen, jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung und kann die Werte, die er hat ja so an die Kinder weitergeben wie er das gern will, so lang keine Gewalt im Spiel ist. Mich hat nur interessiert, wie Familien, die dieses "Modell" leben, das in der Praxis umsetzen. Ich bin ĂŒbrigens auch absolut fĂŒr einen respektvollen Umgang und bestimmte Regeln. 😊

    (16) 09.03.18 - 13:25

    ErgĂ€nzung: und ja das Erbe wĂŒrde ausreichen um NIE irgendetwas zu tun. OK - Nichtstun wĂ€re da optimal.

    LG, I.

    (17) 16.03.18 - 19:56

    Ich sehe keinen allzu großen Unterschied zwischen "bestimmten Regeln, die einzuhalten sind, einem respektvollen Umgang miteinander" und Erziehung.
    Vieles schauen sich die Kinder eh im Laufe der Zeit einfach ab und eignen sich manches Verhalten der Eltern bzw. Bezugspersonen an.

    Manche Dinge sind halt tabu denk ich - ob man das nun als "Regel" oder "ERziehung" einordnet ist zweitrangig, oder?

(18) 05.04.18 - 11:43

Wie habe ich mir solche Kinder vorzustellen?

(19) 09.03.18 - 11:58

Ich erziehe nach keinem Erziehungsstil, sondern einfach nach BauchgefĂŒhl und fahre damit ganz gut. #kratz

(20) 09.03.18 - 18:11

"Unerzogen" gibt es nicht, maximal ein Kind, das ohne jeglichen anderen Kontakt zu Menschen aufwĂ€chst. Jede Beziehung zu anderen Menschen erzieht einen - Kinder erziehen sich gegenseitig z.B. zum Teilen oder Zuhören. Man kann sich auch selbst erziehen ("Wenn ich pĂŒnktlich sein möchte, stehe ich um x Uhr auf, dafĂŒr stelle ich mir den Wecker!".

  • (21) 09.03.18 - 18:12

    P.S.: Beziehung und Erziehung schließen sich nicht aus, wĂŒrde auch gar nicht gehen!

    (22) 09.03.18 - 20:07

    Es ist wohl auch eine Definitionsfrage.
    Mein Mann lebt ja auch mit mir zusammen, und ich sage ihm auch, womit ich leben kann und womit nicht, und ich bitte ihn irgendwas zu machen oder sein zu lassen etc. und trotzdem wĂŒrde ich nicht sagen, dass ich ihn „erziehe“.

    • (23) 10.03.18 - 19:10

      Ja doch, irgendwie aber schon. Du sagst und zeigst deine Grenzen. Das ist auch eine Art der *Erziehung". Zum Beispiel mein Partner redet sehr laut, wenn er diskutiert. Ich kann das absolut nicht leiden und sagte immer wieder, wenn er lauter wird. Fazit, er bemĂŒht sich und es kommt kaum noch vor! Habe ich ihn nun "erzogen"?

      Beziehung ist auch Erziehung.:-)

      • (24) 12.03.18 - 14:37

        Wenn ich es schon „Erziehung“ nennen will, dass man irgendeinen Einfluss auf den anderen hat, dann geht es wohl höchstens in einer Einsiedelei ohne.
        Normalerweise geht es aber um eine Berechtigung, den anderen irgendwie zu „verformen“, wenn mein BĂ€umchen einen „Erziehungsschnitt“ bekommt um besser FrĂŒchte zu tragen zum Beispiel.

        Wenn mein Mann nicht will wie ich, dann kann er sich ja entscheiden, nicht zu machen, was ich gut fĂ€nde, dann muss er ja keine Strafe befĂŒrchten, es könnte höchstens sein, dass ich dann sage, okay, aber ohne mich.
        Wenn meine Kinder mich bitten, etwas zu tun oder zu lassen, dann wĂŒrde ich auch nicht sagen, dass sie mich erziehen, wir versuchen dann halt einen Weg zu finden, der fĂŒr alle gangbar ist.
        Wenn also jeglicher Einfluss auf andere Menschen, und schon eine erfĂŒllte Bitte „Erziehung“ ist, dann leben natĂŒrlich auch „unerzogene“ Menschen nicht ohne. Es heißt ja nicht, dass jeder nur noch macht was er will, sondern nur, dass man diese Erziehung „von oben herab“ eigentlich nicht (bzw. in meinem Fall: kaum) braucht.
        Wir leben ĂŒbrigens nicht nach einem Konzept, ich ziehe mir einfach raus, was mir sinnvoll scheint;-).

        • (25) 12.03.18 - 16:50

          Es kommt eben darauf an, wie man "Erziehung" definiert. Ich sehe in dem Begriff "Erziehung" nicht nur als eine Verformung.

          Übrigens kann ich auch nicht behaupten, dass ich an einem Konzept festhalte. Ich belese mich gerne, aber ich denke man muss vor allem auch authentisch sein.

          Wobei mir mein Sohn beigebracht hat, in gewissen Phasen auch Mal sehr streng zu sein. (Was ich sonst eher nicht bin) :-)

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