Erziehungsfreie Erziehung der Freundin

    • (1) 26.04.18 - 09:48

      Huhuu
      Ich schreibe gern Romane, also hier der Nächste:

      Meine Tochter (fast 6) verabredet sich des Öfteren mit einer Freundin (fast 5). Ihre Mutter kenne ich schon seit 20+ Jahren.
      Nun frage ich mich vermehrt, ob ich meine Tochter noch zum Spielen hingehen lasse.

      Sie verabreden sich total gerne miteinander. Allerdings auch IMMER nur bei J (Freundin) zu Hause, da sie ohne ihre Mutter das Haus nicht verlässt. Da es auch noch einen kleinen Bruder (2,5) gibt, muss der natürlich auch überall mit hin.

      Nun fällt mir vermehrt auf, wie "anstrengend" meine Tochter ist, nachdem sie bei J zum Spielen war.
      Bei J ist ALLES erlaubt.
      Wenn J z.B. beschließt, dass sie heute nicht ins Bett möchte, sondern ab 23:00 unter dem Küchentisch schlafen möchte, fragt Mama ob sie ihr 1 oder lieber 2 Kissen bringen soll... Und ob sie sich vllt dazulegen soll, damit sie nicht so alleine ist. Wenn sie eine Tafel Schokolade zum Abendessen möchte, wird nur gefragt welche Sorte und ob sie rtwas dazu trinken möchte.
      In den KiGa geht sie nicht, weil dort verlangt wird, dass das Kind morgens im Stuhlkreis 15 min stillsitzen "muss".
      Kurz gesagt: J sagt 'Mutter spring' und sie fragt 'Wie hoch?'

      Versteht mich nicht falsch, jeder kann so erziehen, wie er/sie möchte. Mein Kind hat auch nicht so viele Regeln, wie vielleicht andere. Jedoch finde ich so "grundlegende" Dinge, wie feste Schlafenszeiten, auagewogene Ernährung und auch eine gewisse Selbstständigkeit (mal 1-2 std ohne Eltern sein) durchaus wichtig.

      Ich bin nicht die beste Freundin meines Kindes, sondern die Mutter. Da darf man meiner Meinung nach auch mal die Böse sein und meckern, Verbote aufstellen o.ä.

      Blabla, jetzt zu meiner eigentlichen Frage... 😂
      Den Umgang möchte ich eigtl nicht verbieten, aber meine Tochter schaut sich immer mehr von J ab und wird so richtig zur Diva.
      Demnach viel Stress gibt es dann hier zu Hause. Wegen Dingen, bei denen sie normalerweise weiß, wie es läuft.

      Wie kann ich am besten mit der Situation umgehen?

      • Jeder darf sein Kind so erziehen, wie er das möchte, solange keine Kindswohlgefährdung vorliegt. Deinen Teil dazu denken kannst Du Dir, aber alles andere obliegt halt den Eltern.
        Ich würde da gar nichts weiter machen. Laß sie dort spielen, solange sie dort Spaßt hat.
        Kinder können sehr gut unterscheiden zwischen den Regeln die woanders gelten und den Regeln die zu Hause gelten.

        Hallo!

        ich würde den Umgang gar nicht einschränken,. Deine Tochter wird über die Zeit merken: DORT gibt es andere Regeln als bei uns.
        Klar wird sie deswegen Deine Regeln hinterfragen:
        Schoko als Abendessen - tja dann wird man nicht gut schlafen und wird fett!
        Schlafen auf dem Tisch - tja man hat Betten und Matratzen erfunden um eigentlich ruhig, gemütlich und geborgen zu schlafen. Und außerdem geht in der Küche das Licht öfters an und aus - wenn Mama / Papa / xy noch was isst, oder einfach rumsitzt, oder trinkt.
        Erkläre Deiner Tochter den Hintergrund Deiner Regeln.

        LG, I.

        • Sie versteht die Regeln bei uns ja. Aber plötzlich wird alles in Frage gestellt, oder es folgt ein Wutausbruch, weil sie sich z.b. selber ein Glas + Saft holen soll und ich es ihr nicht bringe.
          Dass das bei uns anders läuft, als bei J, weiß sie eigentlich. Eigentlich! 🙈

      Wenn Du zulässt, dass sie zur Diva wird ?!?! #kratz
      Ein paar Dinge würde ich selbstverständlich erklären und ab einer gewissen Grenze würde ich der kleinen Dame eindeutig sagen, "was J macht, ist mir vollkommen egal, bei uns gibt es andere Regeln. Je schneller du das begreifst, umso besser."
      Endlosdiskussionen mögen manche Eltern gut finden, zielführend sind sie meist nicht.
      Die Aussagen " die anderen dürfen alles, oder "Andreas/Sofie" dürfen aaaalles - nuuur iiiich nicht" gab es vor 35 Jahren auch schon - meine Reaktion - siehe oben.
      LG Moni

      • Ja, das kenne ich auch noch aus meiner Kindheit 😂
        "Und wenn XY von 'ner Brücke springt, willst du das dann auch unbedingt?!" 🙈😂


        Genau das tue ich.
        Jedes mal, wenn sie vom Spielen Heim kommt, muss sie erstmal wieder auf dem Boden der Realität ankommen.
        Ich frage mich nur, ob das auch ohne stundenlanges Rumgezicke als Antwort auf meine altbekannten Regeln gibt.

        • Also Rumgezicke kann ich ignorieren - schon immer. In dem Moment, wo ich mich darüber aufrege, hat ein Kind Oberwasser....(wiederholt sich übrigens alles bei meiner Enkelin#freu)
          Übrigens - auch Mütter haben mal das Recht zu zicken #cool - Du kennst sie doch am besten und weißt, wie man sie auch mal "ärgern" kann, wobei ich das absolut nicht bösartig meine sondern nur so, dass sie mal merkt "wie man in den Wald hineinruft......." ;-)
          LG

    (10) 26.04.18 - 16:30

    Ich halte es für ausgesprochen unwahrscheinlich, dass die Erziehung deiner Freundin ihres Kindes dein Kind irgendwie stark beeinflusst, wenn es nicht gerade mehrere Stunden täglich da ist.

    Also: machen lassen.

    Und wenn dein Kind mit: "aber die xy darf..." kommt, gäbe es die Antwort, die ich damals schon bekommen habe: "wir sind aber nicht xy"

    • (11) 26.04.18 - 16:34

      Naja, es ist schon 2-3mal die Woche für 3-4 std. Und dadurch, dass sie ja nicht zu uns kommen kann/will/soll, bin ich auch nie in der Situation, dass ich die Hosen anhab'.
      Auf Dauer färbt da vermutlich auch nichts ab, aber man merkt es am selben Tag extrem, wenn sie dort war.
      Mein Mann kommt abends nach Hause und kann allein an ihrer Art erkennen, ob sie heute bei J zum spielen war, oder nicht 🙈😅

(12) 26.04.18 - 16:44

Hallo,
Ich sehe es genauso wie die Anderen hier auch. Ich würde den Umgang nicht verbieten sondern weiterhin klare Regeln aufzeigen und nicht mit mir diskutieren lassen. Solche Situationen kenn ich wenn die Kinder bei den Großeltern waren. Dort gibt es keine Grenzen/ Regeln, Aufmerksamkeit ohne Ende. Zuhause hat man dann meist das Theater danach.
Ich denke wenn es bei Euch nicht die Freundin wäre dann möglicherweise Jemand anderes. Bleib eibfach bei deiner Erziehung, dass es in Frage gestellt wird und sie deine / euere Grenzen austestet ist völlig normal.
Viel Erfolg!

  • wenn die Kinder bei den Großeltern waren. Dort gibt es keine Grenzen/ Regeln, Aufmerksamkeit ohne Ende.Zuhause hat man dann meist das Theater danach.

    Bitte - nicht alle ;-) Meine Enkelin hat bei mir mehr Grenzen als bei ihrem geliebten Papi #schein
    Aufmerksamkeit bekommt sie - selbstverständlich. Aber Prinzessin ist sie ganz sicher nicht, ich hole sie eher mal von ihren Träumen runter (Konzert in GB von Ed Sheeran#zitter)
    Habe hier in der Nachbarschaft noch zwei Omis, wo die Enkel regelmäßig da sind - und auch die dürfen sich nicht benehmen, wie sie wollen. Wir sind ja im Garten oft zusammen, da gibt es durchaus Regeln.
    Gilt vielleicht für relativ alte Großeltern - aber für die von ca. 55 bis so knapp über 60 eher nicht.....behaupte ich mal so. Wir lieben unsere Enkel, aber stellen sie ganz sicher nicht auf einen Sockel ;-) Meine Tochter würde es mir sehr deutlich sagen, wenn sie zuhause Theater hätte mit Leonie - war aber bisher noch nie der Fall.:-D
    LG Moni

    • GM,

      also hier muss ich vehemt widersprechen.

      Meine Eltern sind 81 und 80,
      meine Tochter wird im August 12 -
      also wie du sagst: alte Grosseltern.

      Und nein ... sie darf dort nicht machen was sie will, hat sich an Regeln zu halten.

      Das war von Anfang an.
      Sie ist häufig bei den Grosseltern und schon immer haben die unsere Regeln wie z.b Schlafens oder Medienzeit übernommen.
      Natürlich gibt es die eine oder andere Ausnahme, z.b ein Stück Schokolade mehr als zu Hause oder ähnliches. Dieses Privileg steht meiner Meinung nach den Grosseltern zu - war bei mir auch so. Was aber nicht heisst dass sie dort die Diva ist und schon gar nicht dass es zu hause auch so läuft. Das hat sie recht schnell begriffen.

      Gruß

      • Finde ich echt prima! Ich habe ja auch nur der Darstellung widersprochen, dass Großeltern angeblich immer alles erlauben und die armen Eltern dann Theater haben. Mag sicher in ein paar Fällen zutreffen, aber sicher nicht in allen.
        Normalerweise sind ja Großeltern mit wesentlich strengerer Erziehung groß geworden und man könnte meinen, sie verlangen auch das Einhalten von Regeln....wieso dann manche den Enkeln pfundweise Schoki in den Mund schieben und sie alles dürfen, hab ich noch nie verstanden.
        Ich kenne ein Großelternpaar um die 80, da ist es eben auch so, deswegen dachte ich, je älter sie werden, desto gutmütiger vielleicht? Aber dass Deine Eltern anders sind, finde ich super. Traurig genug, wenn auch manche Enkel nur zu Oma gehen, wenn sie Kohle brauchen, gibt es ja auch - und aus lauter Angst vor Einsamkeit zahlt Oma. Meine Enkelin hört öfter den Satz: "gibt's nicht, der Geldscheißer ist hin" ;-) LG Moni

        • 🙋

          Wir wohnen mit den Grosseltern (seit einiger Zeit, nicht von Anfang an) in einem Haus und es kam schon öfters vor, dass der Opa sie wegen Gezicke oder irgendwas nach oben geschickt hat.

          Um Geld hat sie meine Eltern noch nie angebettelt - würde hier aber auch auf taube Ohren stoßen. Sie bekommt wöchentlich Taschengeld und kommt damit gut über Runden. Meist spart sie und wenn größere Wünsche anstehen reicht dann das Geld. Wenn sie ins Kino oder auf die Kirmes geht, bekommt sie von meinen Eltern einen "Kreuzter", das heisst bisschen was dazu - was ich für legitim halte. Für gute Zensuren gibt es von keinem von uns Geld (... wir würden arm werden), ab und zu wird mal ein kleinerer Wunsch erfüllt.

          LG

    Hallo liebe fruehchenomi,

    Ich habe mich wohl falsch ausgedrückt. Tut mir leid. Es war nicht allgemein gemeint, sondern allein auf meine Familie bezogen (Wobei ich von Freunden auch genügend Beispiele kenne; wo der geschiedene Partner dann in so eine Rolle fällt). Ich finde es super wie du es machst und würde mir wünschen, dass es bei uns auch so laufen würde!!

(20) 27.04.18 - 10:01

Hallo,

ich würde meiner Tochter sagen, dass es erstens anderswo eben anders läuft als bei Euch und dass ich keine Lust darauf habe, dass jedesmal Gezicke herrscht, wenn sie von dort kommt.
Entweder klemmt sie sich das oder sie darf sich eine Woche lang nicht mehr mit der Freundin treffen.
Wenn es nach dem nächsten Treffen wieder losgeht, mit der Zickerei, darf sie sich wieder eine Woche lang nicht mit der Freundin treffen.
Erfahrungsgemäß begreifen die Kinder so recht schnell, dass sie sich mit ihrem schlechten Verhalten selbst ärgern...

Wir hatten eine Weile jedesmal Theater, wenn wir unseren Sohn wo abholen wollten, weil er noch nicht nach Hause wollte. Da hat schon die Drohung gereicht, die wir irgendwann ausgesprochen haben, dass es eine Woche lang keine Verabredung gibt, wenn er sich beim Abholen noch einmal so benimmt.
Er weiß, dass wir so etwas durchziehen.

Deine Freundin wird die Konsequenzen ihres Handelns noch erfahren. Der Schule kann sie nicht mehr ausweichen, und die machen Stress bei solchen Kindern...

LG

Heike

  • (21) 27.04.18 - 11:03

    Ja, so in der Art hab ich mir das auch gedacht.
    Vermutlich wird das Kind auf eine freie Schule gehen. Also Nix mit Stillsitzen müssen, oder so 😉

    • Was ist eine freie Schule!

      • Eine Alternativschule.
        Dort gibt es ein ganz anderes Lernkonzept.
        Nicht das typische Lesen, Schreiben, Rechnen.
        Hat das Kind kein Interesse an z.B. Zahlen, kann es stattdessen Malen, oder oder oder.
        Die Interessen des Kindes stehen dort im Vordergrund, bzw die Stärken.
        Da gibt es natürlich auch verschiedene Modelle - und so sehr habe ich mich damit auch nicht beschäftigt.
        Google hilft da vermutlich weiter, als mein Halbwissen darüber 😉

        • Danke für die Info. Ich werde gerne googeln. Was macht man als erwachsene Person mit diesen Dingen in der Wirtschaft oder Forschung, wenn man nicht lesen oder schreiben kann oder nur das macht worauf man gerade Lust hat oder überhaupt mal Lust hat?

          • DAS frage ich mich auch.
            Dass man als zukünftiger Mathematiker nicht zwingend Fächer, wie Kunst braucht, leuchtet mir ein. Aber alles andere finde ich sehr fragwürdig...

Top Diskussionen anzeigen