Kind verletzt den Hund - was tun?

    • (1) 07.05.18 - 09:41

      Mein Neffe (19 Monate) zeigt in letzter Zeit ein Besorgnis erregendes Verhalten. Er zwickt den Hund oder zieht an seinem Fell. Manchmal kuckt er auch noch provozierend dabei, nach dem Motto *soll ich*. Seine Eltern werden da natürlich schnell laut und schimpfen, ohne irgendeine Art von *Spielestimme* oder grinsen. Was gut ist. Doch selbst das Schimpfen bringt gar nichts. Er lacht sich kaputt dabei. Erst recht, wenn der Hund anfängt zu winseln, weil es ihm weh tut. Er findet es lustig.

      Eine ehemalige Erzieherin meinte, das ein schimpfen mit anschließendem Ignorieren oder gleich ein *Aussitzen* in einer Ruheecke, der normale Weg wäre, um das in den Griff zu kriegen. Momentan versuchen sie es, aber es funktioniert nicht wirklich.

      Selbst das *aua das tut mir weh* in Verbindung mit künstlichem Weinen, wenn er die Mama oder den Papa haut, funktioniert nicht. Er lacht sich nur jedes mal schlapp.

      Ich bin der Meinung, das er nicht verstanden hat, das es weh tut, es Schmerzen sind. Er empfindet es ja nicht. Er fügt es ja zu. Da ich aber selber ein Kind von der Generation *Po versohlen* bin, hab ich ja schon Bedenken bei *auf die Finger hauen*. Aber zu meiner Schande muss ich ehrlich zugeben, das es evtl funktionieren könnte, da er dann mitbekommt, das es nicht angenehm ist. Seinen Bruder hat er schon mal gezwickt und wie #zitter dieser (5) hat ihm dann aus Reflex eine mitgegeben und seitdem ist da nie wieder was vorgefallen.

      Was sollen wir nur tun? Kennt das evtl eine Mami aus eigener Erfahrung?

      • Hey, das Kind ist 19 MONATE! Es ist die Pflicht seiner Eltern, Kind und Hund voneinander fern zu halten. Konsequent! Das Kind probiert Reaktionen aus, zz. beim Hund. In dieser Phase muss das Tier geschützt werden, ist doch klar! Wenn Kontakt stattfindet, dann begleitet, Hand führen, erklären, dass der Hund gerne sanft gestreichelt wird.
        Es klingt, als würdet ihr alle drum herumsitzen, während das arme Tier gequält wird. Haltet den Zwerg fern vom Tier, sonst wird dieses in seiner Not irgendwann zuschnappen. Dsran ist dann nicht das Tier oder der Kleune Schuld, sondern ihr Erwachsenen, vornehmlich die Eltern. Gruss

        Kinder mit anderthalb hauen, beißen und ziehen an Haaren, das ist ganz normal. Bei Tieren, Geschwistern, Freunden, Eltern. Das ist ihre Art zu kommunizieren. Und wenn dann jemand schimpft, lacht das Kind. Aber nicht, weil es jemanden auslachen will, sondern zur Besänftigung. Sonst freuen sich ja auch alle, wenn das Kind lacht.

        Und nein, das Kind versteht nicht, dass es anderen damit weh tut. Empathie entwickelt sich erst viel später. Es sieht nur, dass andere reagieren, wenn es den Hund haut. Und will rausfinden, ob das immer so ist oder mal eine andere Reaktion kommt.

        Da müssen die Erwachsenen ganz klar die Verantwortung übernehmen. Mit Kind zum Hund gehen, zeigen wie man den Hund streichelt, "schau, jetzt freut sich der Hund" usw. Und dann: "So, jetzt möchte der Hund schlafen." Mit dem Kind weggehen und aufpassen, dass es den Hund nicht weiter belästigt. Zur Not räumlich trennen. Einfach nur schimpfen und erwarten, dass das Kind den Hund in Ruhe lässt, funktioniert in dem Alter noch nicht. Man muss alles hundertmal wiederholen, erwünschtes Verhalten einüben - das ist so.

        >>Was sollen wir nur tun? Kennt das evtl eine Mami aus eigener Erfahrung?<<
        Ist es Euer Hund? Dann habt ihr dafür zu sorgen, daß dem Hund nicht weh getan wird. Ihr könnt den Hund fern halten oder das Kind.

        LG

      • (5) 07.05.18 - 15:15

        Sein Verhalten ist nicht besorgniserregend, sondern in dem Alter normal. Kinder testen in dem Alter ihre Grenzen. Wie soll so ein kleines Kind verstehen, das es den Hund weh tut.. Es ist ja auch nicht ganz ohne Grund das viele seriösen Züchter keine Hunde an Familien verkaufen, die Kleinkinder haben.. So kleine Kinder verstehen einfach nicht, das ein Hund kein Spielzeug ist. Das ein Hund kein Spaß versteht und das es den Hund weh tut, wenn im Fell oder in den Schwanz gezogen wird etc..

        Wenn es eure Hund ist, ist es deine Pflicht als Besitzer dafür zu sorgen dass niemanden dein Hund weh tut. Entweder der Hund wird weggesperrt wenn das Kind zur Besuch kommt oder das Kind kommt nicht mehr zur Besuch. Ich hätte sowas nicht eine Minute toleriert, wenn es mein Hund gewesen wäre.

        Ich bin aber der Meinung das die Eltern auch was tun können. Wenn es mein Kind gewesen wäre, hätte Ich halt dafür sorgen müssen, das mein Kind nicht in der Nähe von euren Hund kommt. Das wäre halt sehr anstregend, weil Ich dann ständig hinterher sein müsste, aber wenn kein strenges Nein geholfen hätte, wäre das die einzige Methode..

        (6) 07.05.18 - 18:20

        Ausschließlich die Tatsache, das ein Haufen Erwachsener nicht in der Lage ist, das Tier im Vorfeld (!) vor den Attacken eines Kleinkindes zu schützen ist besorgniserregend.

        Naja, vielleicht hilft da ja ein ganz einfacher Denkanstoß: Sollte der Hund die Faxen dicke haben, wird IMMER das Kind den Kürzeren ziehen.

        Ja, man lebt quasi zwischen Kind und Hund, einfach um rechtzeitig eingreifen zu können. Man ist immer auf dem Sprung, denn man muß Kind und Hund gleichzeitig schützen....so einfach ist das. Und wenn das Kind dann seine normale kognitive Entwicklung durchgemahct hat, dann kann man auch wieder in Ruhe seinen Kaffee trinken.

        Nee, da will man schlußendlich auf die Finger hauen, weil man seinen Hintern nicht schnell genug hochbekommt:-[. Es hat wohl schon seinen Grund, warum die Erzieherin eine "ehemalige" ist, denn ihre Tipps sind ja nun auch etwas arg verstaubt.

        Meine Tipps an die Eltern:
        - sich mit der kognitiven Entwicklung eines Kindes beschäftigen
        - reagieren bevor das Kind überhaupt am Hund dran ist, der Hund ist für das Kind tabu

        Gruß von einer, deren Hund nicht einmal aufjaulen musste und dem kein einziges Haar in dieser anstengenden Anfangszeit gekrümmt wurde.

      • (7) 07.05.18 - 21:00

        Und hinterher hat der Hund Schuld, wenn er beisst - klassischer Fall.

        Unser Sohn war mit 2,5 Jahren auch gegenüber unserem Hund handgreiflich.
        Ich hab ersteinmal den Hund geschützt und meinen Sohn beigebracht, das man einen Hund streichelt. Wenn er wieder aus Spass zwicken wollt, habe ich die Hand festgehalten....ok, ich hab ihn auch mal anschrien, ab da ging es besser
        Es war mühsam aber der Hund hat auch einen Bogen gemacht, sobald mein Sohn auf ihn zukam.

        Wichtig ist, niemals beide alleine zusammen lassen und das der Hund eine Ecke, Transportbox, etc. hat, wo niemals das Kind hin darf, damit der Hund seinen Rückzugsort hat. Und das Kind darf niemals zum Hund unterm Tisch, Bank, etc. krabbeln, wenn es sein Rückzugsort ist!!!!

        Jetzt ist mein Sohn 12, der Hund eher altersschwach und beide haben sich total lieb.

        lg
        lisa

        Moin,

        Ihr lasst ein Kind einen Hund drangsalieren, obwohl es schon beim Bruder so ausgeartet ist dass der Hund das Kind gezwickt hat ... und auch jetzt lasst ihr es zu und schimpft nur??? DAS ist besorgniserregend.
        Kinder lernen Mitgefühl erst zwischen 3 und 6 Jahren! Bis ein Kind mindestens 6 ist muss man aktiv verhindern dass sie den Tieren weh tun, sie verstehen es nicht! Künstliches Weinen, Aua sagen, vielleicht sogar das Kind zwicken um zu zeigen "wie sich das anfühlt" können Kinder in dem Alter noch gar nicht verarbeiten! Der Hund braucht eine Ruhezone in die das Kind nicht kommt, und da es ja nichtmal Euer eigenes ist muss der Hund zur Not in einen eigenen Raum!

        Auch Aussitzen in der Ruheecke ist mit 19 noch viel zu früh. Einfach die Situation im Vorhinein verhindern.

        LG
        WuschElke

        Die Erwachsenen sehen ihre eigene Verantwortung nicht und das Kind wird mit Liebesentzug bestraft, weil es eine Verantwortung aufgetragen bekommt, die es nicht tragen kann. Ein Hoch auf die klassische Erziehung. #augen

        Das Kind lernt und testet gerade ganz stark das Prinzip von Ursache-Wirkung. Jede Reaktion der Eltern, egal ob positiv oder negativ, verstärkt das.

        (10) 08.05.18 - 09:47

        Hallo,

        unsere Tochter hat in dem Alter mal eine Katze am Schwanz gezogen, und die hat ihr mit der Pfote eine auf den Windelpo gehauen. Das hat bei unserer Tochter gesessen! Sie hat seitdem nie wieder einem Tier weh getan.

        Bei einem Hund würde ich aber nicht darauf warten, dass er sich wehrt.
        Da muss man das Kind konsequent fern halten, auch, wenn das für die Eltern anstrengend ist. Wenn man das nicht will, sollte man die Kombination Kleinkind und Tier, das nicht im Käfig hochgestellt werden kann, vermeiden.

        "Selbst das *aua das tut mir weh* in Verbindung mit künstlichem Weinen, wenn er die Mama oder den Papa haut, funktioniert nicht. Er lacht sich nur jedes mal schlapp. "

        Was dieses alberne Getue von Eltern soll, habe ich noch nie verstanden. Das merkt doch sogar ein Kleinkind, dass das gespielt ist. Kein Wunder, dass die lachen.

        Ich habe unseren Kindern die Hände festgehalten und streng "Nein" gesagt, wenn sie gehauen haben. Wenn sie auf dem Arm waren, habe ich sie sofort runter gesetzt und ihnen gesagt, dass ich sie nicht auf dem Arm haben will, wenn sie hauen. Das hat relativ schnell Wirkung gezeigt.

        LG

        Heike

        • (11) 08.05.18 - 09:51

          "Bei einem Hund würde ich aber nicht darauf warten, dass er sich wehrt. "

          Das klingt missverständlich. Bei der Katze haben wir natürlich auch nicht darauf gewartet. Das war eine fremde Katze bei uns im Garten, die wir gar nicht gesehen hatten, aber eben unsere Tochter. ;-)

      (12) 08.05.18 - 15:18

      Bei Kleinkindern ist es oft:
      immer wieder das gleiche tun, um herauszufinden, ob es auch immer die gleiche Reaktion darauf gibt. Das hat nichts mit lustig oder Spaß zu tun, sondern um herauszufinden, auf welche Regeln Verlass ist und auf welche nicht. Welche Handlungen anderer allgemein gültig sind, welche verunsichernd verschieden/verschiebend.

      Meine hat immer mal wieder Kontakt mit Tieren. Hierbei sind mir zwei Dinge wichtig. Eigentlich drei.

      1. Absprache mit den Tierhaltern. Sie kennen ihr Tier, ich kenne mein Kind.
      Auch Tiere lernen, auch Kinder lernen. Beide sind auf ihre Weise unberechenbar.

      2. ICH reagiere. Nicht schimpfen, nicht groß Aufmerksamkeit, sondern handeln.

      3. Treffen finden nur statt, wenn ich mich auch auf die Tierhalter verlassen kann. Falls ich es nicht sehe, sie aber schon. Dass sie eingreifen!
      Nicht hinterher kommen oder lange zu sehen und dann meckern.
      Sondern dass wir - siehe Punkt 1 - abgesprochen alle Anwesenden reagieren.

      Mit reaigeren meine ich Handeln.
      1. Lebewesen trennen (Kind und Tier / Tier und Kind)
      2. in einem ruhigen Moment dem Kind zeigen, WIE man mit dem Tier umgeht. Was das Tier mag, was nicht. Immer mal wieder. Gewöhnung. Aber immer im Beisein.

      Kenne ich das Tier bzw. die Halter nicht, halte ich mein Kind auf Abstand.
      Nicht böswillig, sondern gucken aus der Ferne. Gucken ja, anfassen nein (das Tier, mein Kind halte ich natürlich schon fest)

      Klappen Absprachen gut, treffen wir uns gerne.
      Klappt es nicht oder wird erwartet, dass andere Gedanken lesen können oder hinterher gemeckert, dann gibt es keine Treffen mehr, bis das Kind von sich aus versteht und adäquat handeln kann.

      (13) 08.05.18 - 22:43

      Danke hier mal an alle Antworter

      A) der Hund gehört ihnen
      B) keiner schaut einfach zu, wenn er den Hund zwickt. Aber, wer behauptet, ständig bei jeder Bewegung sein Kind zu beobachten und hinterher zu laufen, der lügt sich selbst an. Natürlich gibt es Momente, wo sie unbeaufsichtigt sind. Aber das sind eben nur Momente.
      C) Ich habe das ganze mal im Kopf durch laufen lassen. Sobald man mitbekommt, das er es vorhat, wird ihm vorher schon die Hand festgehalten mit einem *Nein*. Und dann lässt er es auch. Aber, sobald er es schafft mal unbeobachtet zu sein, dann zwickt er zu. Und in dem Moment wo man auf ihn dann zugeht, um ihm das zu untersagen, haut er noch mal richtig drauf, mit diesem *jetzt erst recht Blick*. Er kann auch lieb sein und macht *ei ei*. Also es gibt liebe Momente auch.
      D) Wäre das mein Hund, würde ich die beiden nicht zusammen lassen. Allein zum Schutz des Hundes.
      E) Aber genau da besteht das Problem. Ihr Bruder ist Hundetrainer und dem fiel auf, das dieses *jetzt zwick ich dich erst recht*-Verhalten, meistens dann verstärkt auftritt, wenn ich anwesend bin oder vorbei komme.
      Der Hund scheint mich als Hauptperson zu sehen. Die anderen wären Zitat: Dosenöffner. Sobald ich komme rennt erst Hund auf mich zu und irgendwann danach, das Kind. Streichel ich den Hund, eifert das Kind, versucht ihn weg zu schieben. Ich schütze aber den Hund und mach klar, das dies nicht akzeptierbar ist. Sobald ich dem Hund Zuneigung zeige oder ihn herrufe, dann ist das Kind nicht weit entfernt, das sofort dagegen ist. Auch wenn der Kleine vorher überhaupt nicht in meiner Nähe war oder was von mir wollte.

      Ich sag euch, wenn die Eltern den Hund hergeben würden, ich würde ihn nehmen.

      • (14) 08.05.18 - 23:15

        Euer/dein Denkfehler: Dem Kind böse Absichten zu unterstellen.

        Das Kind KANN kognitiv gar nicht anders. Ja, er versteht in dem Moment "nein, Hund nicht hauen/zwicken". Sekunden später sieht er den Hund und bekommt den Impuls "oh wie fein, ein Hund" und zack hat der Hund wieder eine sitzen. Kinder in dem Alter haben KEINE Impulskontrolle. Sie brauchen Begleitung, keine Strafen und Maßregelungen.

        Das Lächeln oder den Blick den ihr als Provokation versteht, dient in Wahrheit der Beschwichtigung. Das gibt es im gesamten Tierreich, auch bei Hunden. Die Provokation ist lediglich eure Interpretation.

        Das Kind kennt den Unterschied zu lieb (streicheln) und böse (hauen) nicht einmal, also würde es sicher einiges helfen, wenn du bzw. die Eltern den Blick aufs Kind überdenken.

        Ich kann mir auch vorstellen, dass es bei Besuch gehäuft auftritt, weil das Kind gesehen werden möchte. Das ist nicht schlimm und ein völlig legitimes Bedürfnis. Und den Hund zu malträtieren bringt Aufmerksamkeit, ob negative oder positive ist da erstmal egal.

        (15) 20.05.18 - 13:55

        >>>Der Hund scheint mich als Hauptperson zu sehen. Die anderen wären Zitat: Dosenöffner. Sobald ich komme rennt erst Hund auf mich zu und irgendwann danach, das Kind. Streichel ich den Hund, eifert das Kind, versucht ihn weg zu schieben.<<<

        Und genau das scheint schon der erste Fehler zu sein. Der Hund sollte dich auf gar keinen Fall zu erst begrüßen. Generell sollten alle Menschen wichtiger sein, also zu erst begrüßt werden. Der Hund ist zum Schluß dran.

        Als unser Kind noch kleiner war gab es keinen einzigen Moment, in dem wir nicht den Hund und das Kind im Auge gehabt hätten. Keinen! Immer wenn sich das Kind dem Hund genähert hat, wurde dem Kind eingeschärft, dass es lieb sein solle. Immer! War der Hund in seinem Korb oder ist bei Erscheinen des Kindes gegangen, durfte das Kind dem Hund nicht folgen... Es durfte auch niemals und in keinem Fall zum Hund ins Körbchen. Niemals!

        Selbst als es noch ein Säugling war und im Garten im Kinderwagen schlief, habe ich entweder das Kind ins Haus mitgenommen oder den Hund, wenn ich noch mal rein musste. Niemals, niemals, niemals war Hund mit Kind allein.

        Heute ist Kind 8. Kind darf mit Hund allein zu Hause bleiben (wenn ich mal schnell einkaufen gehen), aber nur unter festgelegten Regeln. Erste und wichtigste: Du ignorierst den Hund! Du holst ihn nicht in dein Zimmer, du gehst nicht an sein Futter, du gibst ihm nichts, du nimmst auch nichts... Lass deine Tür offen, damit Hund weiß, du bist da, ansonsten lass Hund in Ruhe.

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