Phasen von Dreijährigen

    • (1) 24.04.19 - 11:30

      Hallo zusammen,

      aktuell haben wir mit unserer Püppi (3) mächtig zu tun.

      Jetzt ist es so, dass sich mein Mäuschen scheinbar gern mal in ihre Wut reinheult.

      Ein Beispiel (aus meiner Sicht unerklärbar): Gestern Abend zum Schlafen gehen, wollte sie plötzlich unter ihren Schlafanzug noch einen Schlüppi anziehen. Gab es so bisher noch nicht, aber gut.. wozu so eine Kleinigkeit diskutieren? Ich hab ihr einen hingelegt und dann ging es los: Das war die falsche Farbe, dann wars das falsche Motiv, dann war der nicht schön genug... Ging so 10 Minuten das Heuljammergeschrei. Hab dann kommentarlos alle Schlüppis wieder weggelegt und mich zu ihr aufs Bett gesetzt und sie gefragt, was sie denn jetzt eigentlich will. Antwort: Gar nix. Hab ihr dann den Schlafanzug angezogen. Auf einmal ging es. Dann wollte ich ihr einen Kuss geben, sie drücken, mein Mann ebenfalls... Eigentlich das gleiche Abendritual für sie wie immer.... fing sie wieder an...
      Kein Kussi, kein Drücker, Papa soll weggehen... Mein Mann und ich haben uns angeschaut #gruebel und haben ihr dann einen Hand-Gute-Nacht-Kuss zugehaucht und ihr Gute Nacht gewünscht und sind raus. War dann auch wieder nicht richtig. #gruebel Wir sind dann wieder rein, haben ihr einen Kuss gegeben, sie nochmal zugedeckt und gedrückt. Aber man muss nicht denken, dass sie dann schlief. Sie nahm sich dann gleich nochmal 1.5 Std. von der Uhr bis sie dann endlich schlief.

      Ich hab manchmal das Gefühl, sie steht sich irgendwie selbst im Weg. Schlafen gehen ist für sie manchmal der totale Alptraum, weil sie scheinbar denkt, dass sie dann was verpasst. Dabei könnten mein Mann und ich Elefanten nur durch Anwesenheit langweilen bis sie einschlafen (um das mal grob zu formulieren #rofl). Ich war eigentlich immer der Meinung, dass eine gewisse Routine den Minis Sicherheit gibt, aber momentan zweifle ich doch sehr daran. Mir macht das durchaus zu schaffen, dass sie abends weint zum Einschlafen. Wenn ich sie frage, ob sie warum sie eigentlich weint, antwortet sie: Weil. So, damit ist mir dann aber auch nicht sehr geholfen.

      Manchmal ist das bei ihr, wie bei einem plötzlich auftretenden Stau auf der Autobahn. Du stehst zig km und plötzlich löst es sich auf, aber du weißt eigentlich gar nicht genau, warum es Stau gab. Kann das jemand nachvollziehen?

      Warum bekomme ich diese Problematik nicht richtig zu greifen? Sind wir zu nachgiebig? Ist so eine Routine mit 3 völliger Quatsch geworden? Sollten wir das lautstarke Weinen ignorieren und "unser Ding durchziehen"? Ich bin kein Freund von sowas, aber man verliert sich ab einem gewissen Zeitpunkt in Selbstzweifeln.

      Hat jemand eine Idee, ob wir hier bei uns ansetzen müssen oder einfach bei der Erziehung mit meinem Mäuschen?! Für einen Ratschlag wär ich echt dankbar. #winke

      • Ob das jemand kennt? Ja, alle mit Kleinkindern😉
        Eine Phase wird gejagt von der nächsten.
        Mit 3 ist deine Maus im besten Trotzalter. Meine ist 4 und weiß oft auch nicht was sie gerade will oder eben nicht will.
        Was du machen kannst? Ihr weiterhin Sicherheit und Geborgenheit geben. Dein Kind entwickelt sich zur eigenständigen Person. Manchmal ist es für die kleinen Persönchen gar nicht so einfach ihre Gefühle verbal zum Ausdruck zu bringen.
        Was dabei raus kommt erlebst du ja gerade selbst.
        Eines kann ich dir verraten... Es wird wieder besser bis zur Pubertät. Dann beginnt das Spiel von vorne😂

        (3) 24.04.19 - 19:01

        Rituale verändern sich ;-)

        Meiner sind Rituale heute noch sehr wichtig. Jetzt mit beginnender Pubertät wieder verstärkt.

        Gleichzeitig verändern sie sich im Laufe der Zeit.
        Das kann dann einige Tage anstrengend sein, weil wir beide nicht wissen, was wir brauchen, wie wir das lösen können. Dann experimentieren wir wieder. Wenn es klappt, setzen wir das Neue fort.

        Manchmal brauchen wir auch die Veränderung, um zu merken, dass es vorher besser war.


        Wenn sie Angst hat etwas zu verpassen und sich selbst im Weg steht, könnte ich mir an einem Wochenende vorstellen, sie aufs Sofa mitzunehmen. Ihr macht euren Alltag wie sonst auch und sie darf bei euch sein.
        Wobei euer Alltag an diesem Abend eben ruhiger verläuft: lesen, dösen, selbst früh ins Bett gehen oder so....

        Dann sieht sie, dass sie nichts verpasst. Vielleicht geht sie dann wieder selbst ins Bett oder schläft einfacher ein.


        Wichtig ist bei meiner: kein großes Trara dabei machen. Keine großen Diskussionen mit aber oder wenn, dann doch....

        Eher ein "gelangweiltes" mit aufs Sofa nehmen....


        Wenn das Motiv nicht passt etc.
        - die Auswahl geben zwischen genau 2 Möglichkeiten!

        So hatte mein Kind die Wahl, war aber nicht völlig überfordert. Ab 3 oder grenzenlos hatte sie schon keinen Rahmen mehr. Keine Wahl zu haben, fühlte sie sich eingeschränkte.

        - abends bei der Uhrzeit experimentieren. Früher oder auch mal später (dafür kürzeres Einschlafritual, weil schneller müde)

        - Wichtiges vor dem Ritual erledigen, so lange alle noch fit und munter sind!

        Wir machen uns heute teilweise noch nach dem Abendessen bettfertig: Zähneputzen, umziehen usw. dann noch was spielen, kuscheln oder so
        Früher war das eine Erleichterung

        1. Kind müde, Kind ins Bett. Kein Zähneputzen oder umziehen mit übermüdetem Kind
        2. machte ich es ja auch. Kind sah, dass der Abend langweilig wird. Mama bleit zu Hause, Mama geht auch bald ins Bett. Besuch kommt auch keiner mehr an dem Abend. Es wird nichts los sein.

        (4) 24.04.19 - 19:04

        Ein guter Spruch, der uns oft hilft:

        es ist nicht wichtig, was sie will
        sondern wichtig, was sie braucht!


        Gilt für mich als Erwachsene heute noch!
        Ich will was essen, weil ich Heißhunger habe

        genau genommen habe ich dann aber Durst und brauche etwas zu trinken #schein

        Ich will meine Ruhe.... dabei brauche ich einfach nur einen A***tritt von mir selbst, dass ich mir Zeit für mich nehme und die Zeit nicht mit To Do vollstopfe.



        Meinem Kind geht und ging es da auch oft so.
        Sie will aber den grünen blauen rosa, weißlilakarierten Becher
        im Grunde braucht sie aber nur eine Umarmung, ein ich hab dich lieb (und die Begleitung ins Bett, weil sie schon gar nicht mehr weiß, ob sie wach ist oder schläft) #winke

      • (5) 29.04.19 - 00:46

        Eins ist mir da jetzt noch nicht ganz klar geworden: Weint sie sich nun alleine in den Schlaf oder begleitet sie einer von euch dabei?

        "Kinder wissen meist sehr genau, was sie wollen, aber selten, was sie eigentlich brauchen" - ist so ein ganz beliebter Satz von Jesper Juul (bekannter Familientherapeut).
        Du hast ja schon erkannt, irgendetwas stimmt nicht, aber es geht sicher nicht um die Farbe der Unterhose. Da machst du es auch definitiv nicht besser, wenn du quasi Wort für Wort machst, was sie sagt, denn dann bekommt sie nicht, was sie eigentlich braucht.
        Mein 3-jähriger flippte letztens beim Kuchen backen wegen irgendwas aus und als ich fragte, was denn eigentlich das Problem sei, stellte sich raus, dass etwas in der Kita ihn beschäftigte.
        Das Problem kann wirklich an ganz anderer Stelle liegen und das kann keiner hier erraten. Das könnt ihr nur herausfinden, indem ihr ganz genau beobachtet, was bei eurer Tochter gerade so los ist. Wo steht sie gerade in der Entwicklung? Kam irgendwas neues, hat sich was geändert? Irgendetwas scheint sie zu verunsicher/Angst zu machen und sie braucht euch jetzt ganz dringend, indem ihr ihr Halt und das nötige Vertrauen zurückgebt.
        Seid einfach für sie da, beobachtet, versucht immer wieder in einen offenen Dialog zu kommen, dann werdet ihr schon bald herausfinden, wo der Schuh drückt!

        • (6) 29.04.19 - 17:26

          Das war eine wichtige und richtige Aussage. Danke dafür. Ich glaube, so oft, wie ich sie nach ihrem Kitatag frage, ob was passiert ist, ob sie einen schönen Tag hatte und ob es was gab, worüber sie sich heute gefreut/geärgert hat und alles nur mit einem "gar nix" quittiert bekam, ist kaum noch zählbar. Manchmal glaube ich, sie will, kann es aber nicht benennen und flippt dann aus, weil es sie ärgert... Wobei ihr Wortschatz in der Kita expodiert ist. Sie ist in ihrer Gruppe die Jüngste von 26 Kindern/11 Schulanfängern und wir haben das Glück in der Kita eine Sprachförderung für sie zu machen. Ich bilde mir daher ein, dass es daran nicht liegen kann. Seit einigen Tagen, ob bewusst oder unbewusst, antwortet sie mir nach ihrem Befinden mit "Du kennst mich doch, Mama." Ansich ja ne richtige Ansage, per se aber nicht hilfreich. :D

          Wenn ich sie abends beim Schlafen gehen nochmal frage, ob sie über etwas reden mag, ist es Tagesformabhängig, ob was zurück kommt. Womit ich aber auch gut leben kann und sie nicht drängen möchte, so als ob ich was bestimmtes hören mag.

          Als sie ihren Zorn hatte und so weinte, hab ich ihr natürlich nicht beim Weinen die Hand in den Schlaf gehalten. Wir haben gekuschelt, weil wir es beiden nochmal wollten. Und dann hat sie mir gesagt, sie kann jetzt schlafen. Das Kuschelthema stand aber zum Zeitpunkt mit dem Schlüppi gar nicht im Raum oder wurde erwähnt... somit... ich werd es wohl nie erfahren. :D

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